1. Einleitung 3
2. Biographie Giordano Brunos 4
2.1. Kindheit und Jugend 4
2.2. Seine Ordenszeit 5
2.3. Wendepunkt und Verlassen des Ordens 6
2.4. Seine Wanderjahre 6
2.5. Die Gefangenschaft und der Prozess 9
3. Von der Ursache dem Prinzip und dem Einen 9
3.1. Prinzip und Ursache 10
3.2. Weltseele 11
Schluss 12
Bibliographie 13
2
1. Einleitung
Das auslaufende 16. Jahrhundert war gekennzeichnet durch Umwälzungen, die das bis dahin unumschränkt herrschende Papsttum in Frage stellten und seine Machtposition schmälerten. Der calvinistische und lutherische Protestantismus hatten sich dauerhaft etabliert. In der Schweiz, in der Tschechoslowakei, in weiten Teilen Deutschlands, aber auch in Großbritannien und Skandinavien hatte der Vatikan seine geistige Führung an den Protestantismus abgeben müssen. Aber auch aus einer ganz anderen Richtung kamen neue Gedanken, die den Ansichten des damaligen Katholizismus entgegenstanden. Der Astronom Nikolaus Kopernikus entwickelte ein neues Modell unseres Planetensystems. Brisant daran war, dass sich in diesem Modell die Sonne im Mittelpunkt der Planetenbahnen befand. Das bisherige Weltbild des Griechen Ptolemäus, das vom Vatikan wie ein Dogma behandelt wurde, sah hingegen die Erde als Mittelpunkt des ganzen Universums an. Es wurde erstmals offensichtlich, dass systematisches Beobachten, Analysieren und Berechnen dem bloßen Interpretieren der in der Bibel enthaltenen Aussagen zu Naturphänomenen überlegen war. Aber auch die bis dahin uneingeschränkt für gültig gehaltenen Lehren der griechischen Naturphilosophen wie die des Aristoteles gerieten mehr und mehr unter Beschuss.
Zu Beginn dieser Umwälzungen betrat mit Giordano Bruno ein Mann die Bühne der Geschichte, dessen Leben selbst ein Spiegelbild dieses geistigen Wandels darstellte. Daher zählt er neben Galilei zur zweitwichtigsten Symbolfigur des Übergangs vom Mittelalter zur Neuzeit.
Die folgende Arbeit beschäftigt sich im ersten Teil mit dem Leben von Giordano Bruno, und setzt sich im zweiten Teil mit den Begriffen Ursache, Prinzip und Weltseele aus seinem Werk „Von der Ursache, dem Prinzip und dem Einen“ auseinander.
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2. Biographie Giordano Brunos
2.1. Kindheit und Jugend
Filippo Bruno, so sein eigentlicher Taufnamen, wurde im Januar oder Februar des Jahres 1548 in San Giovanni del Cesco bei Nola im Königreich Neapel, geboren. Sein Vater, ein Soldat im Dienste des spanischen Vizekönigs von Neapel, trägt den Namen Giovanni Bruno, seine Mutter ist die junge Fraulissa Savolina.
„Alles was wir über Brunos Kindheit wissen, wissen wir von ihm selbst“ (Ulbrich/Wolfram, 1994,11). Daher bleibt vieles über seine Kindheit und Jugend im Dunkeln, denn man kann nur aus Andeutungen in seinen erhaltenen Schriften auf seine ersten Jahre schließen. Die Hafenstadt Nola, Brunos Geburtsstadt ist eine Stadt mit langer Geschichte, die bis ins 3. Jahrhundert zurückreicht. Sie zählt im 16. Jahrhundert ungefähr 10000 Einwohner und ist vor allem bei den „Reichen und Mächtigen von Rom, Neapel und Florenz“ (Ulbrich/Wolfram, 1994, 11) sehr beliebt.
Dort, in einem der Vororte, wohnt Filippo mit seiner Familie, umgeben von Weinbergen, Bauernhöfen und Gartenhäuser. Der Stolz auf seine Geburtsstadt wird vor allem in seinem späteren Leben deutlich. Denn bei keiner Eintragung in ein Register, sei es an der Universität, Gemeinde oder Stadt fehlt an seiner Unterschrift der Zusatz Nolanus, als Hinweis auf seine Vaterstadt.
Luigi Tansillo, ein Freund der Familie, der wohl auch als sehr begabt in der Dichtkunst war, kehrt des öfteren bei der Familie Bruno ein. Filippo lernt ihn als einen sehr erfahrenen Mann kennen, der viel zu erzählen hat und die Welt gesehen hat. Fasziniert hört er ihm zu, wenn er von Pico della Mirandola und seinem berühmten Werk „De dignitate hominis“ erzählt, das ein völlig neues Gedankengut in die damalige Gesellschaft einbrachte, und auch wie der Traum vom Mensch als Genie der Ernüchterung weichen musste, als die Franzosen und Spanier über Italien herfielen. Er erzählt Filippo auch „vom Sacco di Roma, der furchtbaren Plünderung Roms im Jahre 1572, aber auch vom sittlichen Verfall, dem Neopotismus und der Geschäftemacherei mit Ablaß und Ämterverkauf der drei berüchtigten Renaissance- päpste Alexander XI., Julius II. und Leo X.“(Ulbrich/Wolfram, 1994, 14).
Brunos Vater ist das überhaupt nicht recht, denn er möchte seinem Sohn, der offenkundig sehr begabt ist, ein Studium an einer Universität ermöglichen, was jedoch an den mangelnden Mitteln zu scheitern droht. Die einzige Möglichkeit, die er deshalb sieht, ist die Priesterlaufbahn, doch für dieses Vorhaben ist es mehr als ungünstig, würde Tansillo seinen Sohn negativ gegenüber der Kirche beeinflussen.
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M.A. Simone Nuß, 2001, Giordano Bruno und die Unendlichkeit des Universums, Munich, GRIN Publishing GmbH
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