Eric Petermann
Inhaltsverzeichnis
S e i t e
1 E i n l e i t u n g 3
2. Phasen der Industrieentwicklung zwischen 1950 und 1990 4
2.1 Zeit des Wiederaufbaus 1950-1958 4
2.2 Phase der Vollbeschäftigung 1959 - 1973 5
2.3 Wachsende strukturelle Probleme 1974 - 1990 6
3. Sektoraler Strukturwandel 8
4. Entwicklung verschiedener Branchen 10
4.1 Prosperierende Branchen 10
4.2 Branchen mit Bedeutungsverlust 11
5. Räumliche Aspekte der Industrieentwicklung 12
5.1 Regionale Entwicklung von Industriestrukturen 12
5.1.1 Verdichtungsräume 12
5.1.2 Altindustrialisierte Räume 12
5.1.3 Periphere Räume 13
5.2 Ausbildung eines Süd-Nord-Gefälles 14
6. Fazit 16
7. Quellenverzeichnis 17
7.1 Literatur 17
7.2 Websites 17
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1. Einleitung
Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs, die die Städte und die Wirtschaft Deutschlands gleichermaßen trafen, gelang der Wiederaufbau Westdeutschlands überraschend schnell. Bereits in den 50er Jahren zeigte sich die Wirtschaft und dabei vor allem auch die Industrie deutlich erholt. Während des „Wirtschaftswunders“ stieg Westdeutschland schnell wieder zu einer führenden Industrienation auf, womit auch ein starkes Ansteigen des allgemeinen Wohlstands verbunden war. Bis Mitte der 70er Jahre herrschte Vollbeschäftigung. In den Folgejahren zeichnete sich eine strukturelle Krise ab, die durch rapide ansteigende Arbeitslosenzahlen gekennzeichnet war. Weiterhin waren die Ausbildung eines ausgeprägten Süd-Nord-Gefälles und die Tendenz zur Suburbanisierung der Industrie zu konstatieren. Anliegen dieser Arbeit ist es, die verschiedenen Phasen der industriellen Entwicklung zu skizzieren und unterschiedliche räumliche Entwicklungen herauszuarbeiten. Dabei sollen Merkmale dieser Phasen erläutert werden und auf Auswirkungen einzelner Ereignisse, wie der Ölkrise, näher eingegangen werden. Was waren die Voraussetzungen für den schnellen Wiederaufbau? Wodurch wurden die strukturellen Probleme der 70er und 80er Jahre hervorgerufen? Weiterhin soll kurz auf den in allen hoch industrialisierten Ländern anzutreffenden Trend zur Tertiärisierung der Wirtschaft eingegangen werden. Die Entwicklung unterschiedlicher Branchen soll ebenfalls nur angeschnitten werden. Detailliertere Ausführungen bleiben den noch anstehenden Arbeiten des Semesters vorbehalten.
Einen weiteren Schwerpunkt sollen die regional unterschiedlichen Entwicklungen der Industrie bilden. Was sind die Gründe für die Herausbildung des Süd-Nord-Gefälles? Wodurch ist dieses gekennzeichnet? Welche, die Industrie betreffenden Entwicklungen, sind in verschiedenen Raumstrukturtypen wie „Verdichtungsraum“, „Altindustrialisierter Raum“ oder „Peripherer Raum“ zu erkennen? Auf Fallbeispiele muss auf Grund der gegebenen Kürze verzichtet werden. Auch hier sei auf die kommenden Arbeiten und Referate verwiesen.
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2. Phasen der Industrieentwicklung zwischen 1950 und 1990
Die Einteilung der Industrieentwicklung in Phasen wurde anhand des Verlaufs der Arbeitslosenquote (vgl. Abb.1) vorgenommen, da diese wirtschaftliche Entwicklungen oft unmittelbar und schnell widerspiegelt. Die ersten Krisenanzeichen (Rezession 1967) stellten sicherlich einen Einschnitt dar, dennoch wurde, aufgrund der raschen Bewältigung dieser, von der Aufgliederung einer weiteren Phase abgesehen. Die Zeit des Wiederaufbaus stellt die erste Phase dar. Sie beinhaltet die Jahre 1950 bis 1958 und ist durch deutliches Sinken der Arbeitslosigkeit gekennzeichnet. Phase 2 umfasst die Jahre der Vollbeschäftigung (Arbeitslosenquote geringer als 2%) von 1958 bis 1973. Phase 3 umspannt schließlich die Jahre von 1974 bis 1990, die insgesamt eine Tendenz zu steigender Arbeitslosigkeit aufweisen.
2.1 Zeit des Wiederaufbaus 1950 - 1958
Grundbedingung für den Wiederaufbau war die Förderung der Montanindustrie. Kurze Zeit später erlebten Mineralölverarbeitung, Fahrzeug- und Maschinenbau, Chemie und Kunststoffe einen wahren Boom.
Die 50er Jahre waren gekennzeichnet durch starkes wirtschaftliches Wachstum, ver-bunden mit Kapitalakkumulation, sinkender Arbeitslosigkeit und wachsendem Wohlstand. Die Voraussetzungen dafür schufen die Währungsreform von 1948 (Ab-
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schaffung der zentralen Wirtschaftslenkung und Preisadministration), eine neue wirt-schaftsfreundliche Gesetzgebung und Wirtschaftshilfe, die der BRD durch den Marshall-Plan 1 zugesichert wurde. Die soziale Marktwirtschaft verhalf in Verbindung mit einer weltweiten Hochkonjunktur und den schon angesprochenen Maßnahmen zu einem schnellen Wiederaufbau. Nicht außer Acht zu lassen ist ebenso die Unterbewertung der DM, weshalb deutsche Waren auf dem Weltmarkt verhältnismäßig billig waren. In den folgenden Jahren erlebte Westdeutschland ein wahres „Wirtschafts-wunder“. Dieses hielt bis Mitte der 60er Jahre an. Dabei gelang es auch die Millionen Vertriebenen zu integrieren und die Wohnungsnot zu lindern. 2 Das billigere und leichter zu transportierende Erdöl verdrängte sukzessive die Steinkohle als Energieträger und Rohstoff. Zeitgleich entwickelte sich ein Massenbedarf an Heizöl und Autobenzin. Während immer neue Raffinerien, zunächst vor allem in Norddeutschland, später auch in Süddeutschland und im Rhein-Ruhr- und Rhein-Main-Gebiet, gebaut wurden, begann im Ruhrgebiet und im Saarland das „Zechensterben“. Im Gegensatz zu Kohlekraftwerken, die nahe den Fördergebieten angesiedelt wurden, suchten Erdölraffinerien verstärkt die Nähe des Verbrauchers. Denn im Gegensatz zu petrochemischen Erzeugnissen, kann Rohöl über Pipelines verhältnismäßig leicht transportiert werden. 3
2.2 Phase der Vollbeschäftigung 1959 - 1973
In den 60er Jahren ging der Trend zunehmend zu langlebigen Fertigwaren, während sich eine Krise für die Produktionsbereiche Leder, Textil, Bekleidung, Bergbau und Stahl abzeichnete.
Bis Mitte der 60er Jahre florierte die deutsche Wirtschaft, wobei die Wachstumsraten geringer wurden. Aufgrund von Arbeitskräftemangel wurden bereits seit 1955 Gastarbeiter angeworben. Auch der Anteil der Frauenbeschäftigung nahm zu. Durch die Rezession 1966/67 erlebte die Nachkriegswirtschaft nach fast zwanzigjährigem Wachstum einen ersten Rückschlag. Das Bruttosozialprodukt sank um 0,2 %, während die Arbeitslosenquote von 0,7 auf 2,2 % stieg. Neue wirtschaftspolitische Kon-
1 Vomamerikanischen Außenminister George C. Marshall konzipiertes Programm zum Wiederaufbau der nach
dem II. Weltkrieg enorm geschwächten Wirtschaft Europas. Die nach Westdeutschland fließenden Hilfsleistun-
gen belaufen sich auf 1,5 Milliarden US-Dollar.
2 Vgl. www.dhm.de/lemo/html/DasGeteilteDeutschland/index.html. (8.4.2006)
3 Vgl. Brücher (1982), S. 91-93.
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Arbeit zitieren:
Eric Petermann, 2006, Phasen und regionale Strukturen der Industrieentwicklung in Westdeutschland zwischen 1950 und 1990, München, GRIN Verlag GmbH
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