Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Darstellung der Thesen 2
1. These - Wechselspiel zwischen Anlage und Umwelt 2
2. These - Innere und äußere Realität 2
3. These - der produktive Charakter der Realitätsverarbeitung 2
4. These - die Rolle der Sozialisationsinstanzen 3
5. These - Sozialisation durch Gesellschaftsstruktur 3
6. These - Persönlichkeitsentwicklung durch Entwicklungsaufgaben 3
7. These - stabile Identitätsbildung 3
3 Kritische Analyse der Thesen vom sozialpädagogischen Standpunkt 4
Literatur 7
1 Einleitung
Das vorliegende Thesenpapier beschäftigt sich mit den zentralen Aussagen des interaktiv-reflexiven Modells der produktiven Realitätsaneignung. Diese Sozialisationstheorie, die von Klaus Hurrelmann entwickelt wurde, zeigt die Interdependenz zwischen Person und Umwelt auf und stellt somit einen Zugang zum Verständnis des Handelns von Klienten dar.
Nach der Definition des Sozialisationsbegriffs werden im zweiten Abschnitt die sieben Maximen der Sozialisationstheorie in Thesenform aufbereitet und aus Gründen der Vollständigkeit kurz erläutert. Den dritten Teil bildet eine kritische Betrachtung der Aussagen vom sozialpädagogischen Standpunkt. Hierbei wurde besonderes Augenmerk auf die Entwicklung von Handlungskompetenzen gelegt. Abschließend wird die Notwendigkeit der sozialpädagogischen Intervention bei der Entwicklung zum autonom handlungsfähigen Subjekt aufgezeigt und begründet.
Dieser Ausarbeitung liegt lediglich der Text „Einführung in die Sozialisationstheorie“ von Klaus Hurrelmann zu Grunde. Sie orientiert sich daher ausschließlich an der von Hurrelmann formulierten Definition von Sozialisation:
„Sozialisation bezeichnet den Prozess der Entwicklung der Persönlichkeit in produktiver Auseinandersetzung mit den natürlichen Anlagen, insbesondere den körperlichen und psychischen Grundmerkmalen (der „inneren Realität“) und mit der sozialen und physikalischen Umwelt (der „äußeren Realität“). (Hurrelmann 2002, S.7)
- 1 -
2 Darstellung der Thesen
1. These - Wechselspiel zwischen Anlage und Umwelt
Der Genotyp eines Kindes legt das Entwicklungspotential über den Lebenslauf hinweg fest, ohne die Persönlichkeit des Kindes direkt zu beeinflussen. Ob und wie dieses Potential aktiviert bzw. zurückgehalten wird hängt dabei stark von den Umweltbedingungen ab. Die Umwelt wirkt schon früh auf die Entwicklung und Ausformung des genetischen Potentials ein. Andererseits entscheidet das genetische Potential darüber, wie die Umwelt aufgenommen und angeeignet wird.
2. These - Innere und äußere Realität
Die Erlebniswelt wird zwischen Innerer Realität (der menschliche Organismus, die Psyche, Intelligenz) und äußerer Realität (materielle Lebensbedingungen, Sozial-und Wertestruktur der Gesellschaft und des Umfeldes) unterschieden. Obwohl das Kind beispielsweise weder auf seinen Genotyp noch auf die Umwelt Einfluss nehmen kann, ist die Art und Weise, wie es die beiden Realitäten verarbeitet, individuell und hängt von der Kompetenz ab, das Potential für die eigene Entwicklung auszuschöpfen. Im Laufe des Sozialisationsprozesses wird also immer ein vorübergehendes Gleichgewicht zwischen der sich verändernden inneren und äußeren Realität hergestellt.
3. These - der produktive Charakter der Realitätsverarbeitung
Die individuelle Verarbeitung der Realität erfolgt lebenslang als dynamischer, also aktiver und produktiver Prozess. Hierbei werden sowohl die eigenen Anlagen, die Psyche, der persönliche Entwicklungsstand und die soziale und materielle Umwelt bewusst reflektiert. Die ständige aktive Diagnose der Ausgangslage wird als Zusammenfassung aller bisherigen Erfahrungen zur Grundlage für das eigene Handeln. Das Ergebnis dieser Verarbeitung kann aufgrund der individuellen Art der Verarbeitung positiv oder negativ für die Persönlichkeitsentwicklung ausfallen und bedingt jeweils die weitere Realitätsverarbeitung.
2
Arbeit zitieren:
Susanne Linkenbach, 2005, Kritisches Thesenpapier zum sozialökologischen Persönlichkeitsbild, München, GRIN Verlag GmbH
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