Inhaltsverzeichnis:
1. Einführung - Vorraussetzungen
2. Von der sowjetischen Besatzungszone zur Gründung der DDR
2.1. Die Teilung der Welt
2.2. Stationen auf dem Weg zur Zweistaatlichkeit
2.3. Die Transformation des politischen Systems in der SBZ
6
2.4. Das Primat der Planwirtschaft
2.5. Die Volkskongressbewegung
2.6. Die Verfassung
2.7. Vom Volksrat zur Volkskammer
2.8. Die Staatsgründung
3. Fazit
Literaturverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis:
BRD Bundesrepublik Deutschland CDU Christlich Demokratische Union DBD Demokratische Bauernpartei Deutschlands DDR Deutsche Demokratische Republik DFD Demokratischer Frauenbund Deutschlands DSF Gesellschaft für deutsch- sowjetische Freundschaft FDGB Freier Deutscher Gewerkschaftsbund FDJ Freie Deutsche Jugend GB Großbritannien KB Kulturbund KPD Kommunistische Partei Deutschlands KPdSU Kommunistische Partei der Sowjetunion LDP Liberal Demokratische Partei NDPD Nationaldemokratische Partei Deutschlands SBZ sowjetische Besatzungszone SED Sozialistische Einheitspartei Deutschlands SMAD Sowjetische Militäradministration in Deutschland SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands SU Sowjetunion UdSSR Union der Sozialistischen Sowjetrepublik USA Vereinigte Staaten von Amerika (United States of America) VdgB Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe
1. Einführung - Voraussetzungen
Nach der Unterzeichnung der bedingungslosen Kapitulation des Oberkommandos der Wehrmacht, in Anwesenheit der alliierten Generale, in der Nacht vom 8. auf den 9. Mai 1945 in Berlin- Karlshorst, endete in Europa der Zweite Weltkrieg und die Sowjetunion regierte somit etwa zweidrittel des deutschen Gebietes. 1 Ab dem 11. Mai begann dann der Alliierte Kontrollrat in Berlin mit seiner Arbeit. 2 Hitlers Dritte Reich war somit Geschichte. Doch was sollte jetzt mit dem deutschen Gebiet geschehen? Sollte man Deutschland unter den vier alliierten Besatzungsmächten Frankreich, USA, Großbritannien und der Sowjetunion aufteilen oder das Ziel eines gemeinsam regierten Deutschlands verfolgen? Nach dem Einmarsch der Roten Armee in die sowjetische Besatzungszone wurde die SMAD (sowjetische Militäradministration in Deutschland) gegründet, die dann in der SBZ die politische Gewalt übernahm. Zunächst sah Josef Stalin (Diktator der Sowjetunion von 1927 bis 1953) aber von einer Zerstückelung Deutschlands ab, obwohl Winston Leonard Spencer Churchill (britischer Premierminister vom 1940 bis 1945) und Franklin Delano Roosevelt (32. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika von 1933 bis 1945) konkrete Teilungspläne in Jalta vorgelegt hatten. Auf der Potsdamer Konferenz der “Großen Drei” vom 17. Juli bis zum 2. August 1945 ( Teilnehmer waren Stalin (SU), Churchill, ab 28. Juli Clement Richard Attlee (Premierminister von GB von 1945 bis 1951) und Harry S. Truman (33. Präsident der USA von 1945 bis 1953)) beschloss man Deutschland zu entmilitarisieren, zu entnazifizieren, zu demokratisieren, zu dekartellisieren und nach dem Prinzip der Selbstverwaltung von unten nach oben zu dezentralisieren. Man wollte Deutschland als wirtschaftliche Einheit betrachten. 3 Die Reparationsbestimmungen aber sagten, dass die Sowjetunion Industrieanlagen aus ihrer Besatzungszone und weitere 25 Prozent der Ausrüstungen der Westzonen entnehmen darf. Durch diese Einigung war das Ziel,
1 Lehmann, Hans Georg: Deutschland- Chronik 1945 - 2000, Bundeszentrale für politische Bildung,
Band 366, Bonn 2002, Seite 19.
2 Staritz, Dietrich: Die Gründung der DDR. Von der sowjetischen Besatzungsherrschaft zum
sozialistischen Staat, München 1987, 2. Auflage, Seite 39.
3 Vgl.: Lehmann, Hans Georg: Deutschland- Chronik, 2002, S. 19.
Wirtschaftseinheit und somit politische Einheit zu erreichen, nicht mehr möglich. 4 War es also vorauszusehen, dass Deutschland eine geteiltes Land werden wird? Auf diese Frage und andere Aspekte werde ich im folgenden Text genauer eingehen und die Entwicklungen, vor allem die politischen, aber auch die wirtschaftlichen Veränderungen genauer darlegen.
2. Von der sowjetischen Besatzungszone zur Gründung der DDR
2.1. Die Teilung der Welt
Die Vorraussetzung für ein geteiltes Deutschland war also die Aufteilung Deutschlands in vier Besatzungszonen. Parallel zur Spaltung Deutschlands vollzog sich außerdem die Spaltung Berlins. Das Schicksal Deutschlands wurde also auf internationalem Parkett entschieden. Bereits im Juli 1945 wurden alle Sparkassen und Banken enteignet und die örtlichen Verwaltungen zu Neugründungen ermächtigt. Am 3. September folgte dann zunächst in Sachsen, darauffolgend in der gesamten Zone, eine umfassende Bodenreform, die unter dem Primat “Junkerland in Bauerhand“ stand, wobei etwa 3,3 Millionen Hektar Bodenbesitz an eine halbe Million Kleinbauern, Landarbeiter und Umsiedler verteilt wurden. Da diese Reform entschädigungslos durchgeführt wurde, war der Gutsbesitz in der SBZ praktisch verschwunden. Und auch die wenigen verbleibenden Großbetriebe wurden sozialisiert oder in staatliche Musterwirtschaften umgewandelt. Am 30. September 1945 erfolgte dann die entschädigungslose Enteignung des Industrie- und Handelspotentials, wobei etwa 25 Prozent des Industriebesitzes in sowjetische Aktiengesellschaften umgewandelt wurden. Aus den übrigen Unternehmen entstanden dann 1947 “Volkseigene Betriebe“. 5 Eine wichtige Vorraussetzung für die spätere Planwirtschaft war somit geschaffen. Schon am 1. Januar 1947 zerbricht die Allianz der einstigen Verbündeten mit dem Zusammenschluss der amerikanischen und englischen Besatzungszone zur Bizone. Die einen wollten die Sowjetisierung Osteuropas, die anderen die “Versklavung Europas durch den US- Imperialismus”. 6 Die USA und auch die UdSSR wollten eine schrittweise Umformung ihrer
4 Vgl.: Staritz, Dietrich: Die Gründung der DDR, 1987, Seite 41.
5 Winkel, Harald: Die Wirtschaft im geteilten Deutschland 1945 - 1970, Wiesbaden, 1974, Seite 26.
6 Mählert, Ulrich: Kleine Geschichte der DDR, München, 2004, 4. Auflage, Seite 30.
Arbeit zitieren:
Nadja Kloß, 2006, Gründung der DDR unter Berücksichtigung der Wirtschaft, München, GRIN Verlag GmbH
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