Inhaltsverzeichnis 1
1. Einleitung 2
2 Die historische Entwicklung Europas bis zur Gründung der EGKS 2
2.1 Integrationsbestrebungen in Europa bis 1945 2
2.2 Europa in den ersten Jahren nach 1945 3 2.3 Der Europarat 4 2.4 Der Schumann-Plan 5 2.5 Zwischenfazit 5
3 Die Entwicklung von der EGKS bis Anfang der 90er Jahre 6
3.1 Die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl 6
3.2 Das Scheitern der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft 6 3.3 Die Römischen Verträge 6
3.4 Die ersten Beitrittsgesuche 7
3.5 Der Luxemburger Kompromiss 7
3.6 Die Haager Gipfelkonferenz und die Norderweiterung der EG 8
3.7 Das Europäische Währungssystem 8
3.8 Die Süderweiterung und die Gründung der Europäischen Union 9
3.9 Die Einheitliche Europäische Akte 9 3.10 Zwischenfazit 10
4 Die historische Entwicklung seit dem Maastrichter Vertrag 10
4.1 Der Vertrag von Maastricht 10
4.2 Die Erweiterung der Gemeinschaft in den 90er Jahren 12 4.3 Der Amsterdamer Vertrag 12
4.4 Die Europäische Zentralbank und die Einführung des Euro 13
4.5 Verhandlungen zur EU-Osterweiterung 13 4.6 Der EU-Gipfel in Nizza 13
5 Fazit 13
Literaturverzeichnis 14
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Die heutige Europäischen Union ist keineswegs das Resultat einer gradlinigen historischen Entwicklung in Europa. Vielmehr war der Weg der Integration äußerst kompliziert und mit einigen Rückschlägen versehen.
Diese Ausarbeitung soll die wesentlichen Stationen dieser europäischen Integration aufzeigen und dabei auch die Hindernisse und Probleme der vergangenen Jahrzehnte veranschaulichen. Aufgrund der Komplexität des Themas kann die Ausarbeitung diese Stationen nur in einem begrenzten Umfang umschreiben. Es wird vielmehr ein Überblick über die umfassende historische Entwicklung Europas im 20. Jahrhundert gegeben.
Dabei sollen die Fragen beantwortet werden, wieweit die Integration seit dem Ersten Weltkrieg voran gekommen ist und ob die Reformprozesse in der heutigen Europäischen Union schwerfälliger verlaufen, als am Anfang der Europäischen Gemeinschaft.
Zunächst werden in GP 2 die ersten Versuche einer europäischen Integration bis zur Gründung der EGKS anhand historischer Ereignisse geschildert. In GP 3 folgt die Entwicklung dieser Integration bis zum Anfang der 90er Jahre. In Abschnitt 4 wird auf die gegenwärtige Situation seit dem Maastrichter Vertrag bezug genommen, in der unter anderem die Themen Währungsunion und Osterweiterung eine wesentliche Rolle spielen.
Zum Schluss werden die einzelnen Etappen der Integration kritisch reflektiert und mögliche Probleme der Zukunft aufgezählt.
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Nach dem Ersten Weltkrieg gab es in Europa erste Forderungen einer Friedenssicherung durch eine organisierte Einigung Europas. Bekannte Beispiele dafür sind die leidenschaftlichen Appelle von Ricard Graf Coudenhove-Kalergi mit seiner 1924 gegründeten „Paneuropa-Union“ 1 und die 1929 im Rahmen des Völkerbundes entwickelte Initiative des französischen Außenministers Aristide Briand zur Bildung eines europäischen Staatenbundes.
1 Zur „Paneuropa-Union“ vgl. Hillenbrand, Olaf (1997), S. 413.
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Diese Bestrebungen wurden jedoch durch radikale und nationalistische Kräfte sowie durch die Weltwirtschaftskrise 1929 verhindert. Vor allem in Deutschland bedeutete die Machtübernahme Hitlers 1933 einen nochmaligen Höhenflug des Nationalismus.
In den Jahren 1933 bis 1945 war die Zahl an Widerstands- und Exilgruppen, die statt des Systems der souveränen Nationalstaaten die Organisation einer Friedens- und Solidargemeinschaft Europas nach föderalistisch-bundesstaatlichen Prinzipien für notwendig hielt, sehr groß. Ergebnis dieser Bestrebungen sollte die Schaffung einer demokratisch und rechtsstaatlichen Ordnung, ohne Zoll- und Wirtschaftsschranken, sein. Außerdem sollte Europa eine Friedensgemeinschaft werden. 2
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Nach dem Zweiten Weltkrieg fand am Vierwaldstätter See (14. bis 21. September 1946) ein Treffen mit Persönlichkeiten des Widerstandes statt. Dort wurde das „Hertensteiner Programm“ verfasst, das die Schaffung einer europäischen Gemeinschaft auf föderaler Grundlage beinhaltet. Diese europäische Gemeinschaft wäre Voraussetzung für den Wiederaufbau Europas und Glied einer späteren Weltunion. 3
Der britische Premierminister Winston Churchill forderte in einer Rede in Zürich (19. September 1946) die Gründung eines „Europarates“ als ersten Schritt zur Bildung der „Vereinigten Staaten von Europa“. Vorangehen müsse dafür jedoch eine Aussöhnung und Partnerschaft Deutschlands und Frankreichs. 4
Die Forderung nach einem Europarat wurde 1948 von verschiedenen Politikern wiederaufgegriffen. Auf dem Haager Kongress kam es schließlich zur Gründung der „Europäischen Bewegung“ 5 .
Gegen diese Bestrebungen wirkte sich die Eingliederung der osteuropäischen Staaten und der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands in den
2 Vgl. Krätschel, Hermann/ Renner Günter (2000), S. 4.
3 Vgl. Krätschel, Hermann/ Renner Günter (2000), S. 4.
4 Vgl. Weidenfeld, Werner (1997), S. 12.
5 Zur „Europäischen Bewegung“ vgl. Hillenbrand, Olaf (1997), S. 395.
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Machtbereich der Sowjetunion aus. Die USA bemühten sich in Westeuropa Sicherheit, wirtschaftliche Stabilität und eine Eindämmung des Kommunismus zu erlangen.
Der 1947 verkündete „Marshallplan“ (ERP) 6 , der Wirtschafts- und Finanzhilfen versprach, war an verschiedenen Bedingungen gebunden. Dazu gehörte die gemeinsame Planung des Wiederaufbaus, sowie eine enge wirtschafts-, währungs- und handelspolitische Zusammenarbeit in Westeuropa. Deshalb gründeten 1948 insgesamt 16 westeuropäische Staaten 7 die OEEC (Organisation for European Economic Cooperation), ein Schritt zur stärkeren wirtschaftlichen Zusammenarbeit. 8
Am 17. März 1948 wurde von Frankreich, Großbritannien und den Benelux-Ländern der Brüsseler-Pakt, auch Westunion genannt, als Vorläufer von Europarat und NATO, unterzeichnet. Dieser Pakt setzte auf eine kollektive Verteidigung, sowie auf wirtschaftliche, soziale und kulturelle Zusammenarbeit in den Mitgliedsstaaten. Der Brüsseler-Pakt wurde 1954 als „Westeuropäische Union“ (WEU) um die Bundesrepublik Deutschland und Italien erweitert. Zur Stärkung der gemeinsamen Verteidigungskraft wurde 1949 die NATO gegründet.
Die Sowjetunion verurteilte die Einigungsbestrebungen der westeuropäischen Staaten, verhinderte die Teilnahme der osteuropäischen Staaten am „Marshallplan“ und erschuf im Gegenzug den Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW). 9 Als Gegengewicht zur NATO organisierten sich die Ostblock-Staaten ab 1955 im Warschauer Pakt.
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Am 5. Mai 1949 gründeten zehn europäische Staaten 10 den Europarat. Dieser Rat erhielt keine von der „Europäischen Bewegung“ geforderten
6 Zum „Marshallplan“ vgl. Hillenbrand, Olaf (1997), S. 410.
7 Belgien, Dänemark, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Island, Italien,
Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz.
8 Vgl. Loth, Wilfried (1996), S. 138.
9 Vgl. Loth, Wilfried (1996), S. 140.
10 Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Luxemburg , Niederlande,
Norwegen, Schweden.
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Christian Albers, 2001, Die historische Entwicklung der europäischen Integration, München, GRIN Verlag GmbH
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