Friedrich- Schiller- Universität Jena
Proseminar: Klassiker der Religionswissenschaft
4. Fachsemester, WS 2005 /2006
Max Weber - Religionssoziologie
von: Kathrin Weiß
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 3
II. Max Weber 3
2.1. Webers Biografie 3
2.2. Webers Bedeutung für die Religionswissenschaft 5
III. Religionssoziologie 5
3.1. Begriffsdefinitionen 5
3.1.1. Webers Religionsbegriff 5
3.1.2. Webers Mystik- und Askesebegriff 7
3.1.4. Entzauberung der Welt 8
3.1.3. Webers Rationalitätsbegriff 8
3.2. Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus 9
3.2.1.Webers Problemstellung 9
3.2.2. Faktoren der Entwicklung des okzidentalen Kapitalismus 10
3.2.3. Der Geist des Kapitalismus 12
3.2.4. Die besondere Bedeutung des Protestantismus 14
3.3. Die Wirtschaftsethiken der Weltreligionen 21
3.3.1. Webers Problemstellung mit einer Definition von Wirtschaftethik 21
3.3.2. Zum Beispiel Buddhismus 23
IV. Schlusswort 25
V. Literaturverzeichnis 26
I. Einleitung
Max Webers Arbeiten gelten heute als wichtige Bestandteile der Soziologie und Sozialgeschichte, Politikwissenschaft, Wirtschaftsgeschichte und der Religionsgeschichte. Trotzdem sich Max Weber nie als Religionswissenschaftler gesehen hatte, gehört er dennoch ohne Zweifel zu den Klassikern der Religionswissenschaft.1 Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit den Werken der Religionssoziologie von Max Weber. Dem herausragendem Werk „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“, sowie den darauf anschließenden Werken der „Wirtschaftsethik der Weltreligionen“. Es sollen die Hauptthesen des Zusammenhanges der protestantischen Ethik mit der Entfaltung des kapitalistischen Geistes besprochen werden. Bei der Betrachtung des Werkes „Die Wirtschaftethik der Weltreligionen“ kann es nicht Sinn sein, jede von Max Weber behandelte Religion zu untersuchen. Vielmehr versuche ich Max Webers Vorgehensweise, auch am Beispiel des Buddhismus, darzulegen. Dazu müssen aber im Vorfeld einige wichtige Begriffe definiert werden, die Max Weber immer wieder vorträgt und benutzt.
II. Max Weber
2.1. Webers Leben
Am 21. April 1864 wird Karl Emil Maximillian Weber in Erfurt als ältester Sohn von Max Weber senior geboren. Schon 1869 zieht er mit der Familie nach Berlin um und beginnt 1882 nach dem Abitur ein Jurastudium in Heidelberg und Straßburg. Neben Jura studierte er auch Nationalökonomie, Philosophie und Geschichte. 1885 absolviert er das Referendarexamen und ist als Rechtsanwalt tätig. Bei Levin Goldschmidt promoviert er 1889 in Berlin über „Die Entwicklung des Sondervermögens der offenen Handelsgesellschaften im Mittelalter“.2 1891 habilitiert er ebenfalls in Berlin bei August Meitzen über „Die römische Agrargeschichte in ihrer Bedeutung für das Staats- und Privatrecht“ und ist dann als Lehrer in Vertretung und als Rechtsanwalt tätig. 3 Bis 1892 erstellt Max Weber die Studie „Die Verhältnisse der Landarbeiter im ostelbischen Deutschland“ und begründet damit seinen wissenschaftlichen Ruf. Ein Jahr später, 1893, heiratet er Marianne Schnitger. Diese Verbindung blieb kinderlos. Als Nachfolger von Knies wird er 1896 Professor für Nationalökonomie in Heidelberg. 1897 stirbt Max Webers Vater, wobei daraufhin, Vater und Sohn gingen im Streit auseinander, bei Max Weber eine rätselhafte psychische Krankheit, bis hin zum Nervenzusammenbruch, ausbricht, durch die er zeitweise arbeitsunfähig ist. Es folgen zahlreiche Reisen und Sanatorienaufenthalte. Schließlich scheidet er 1903 auf eigenen Wunsch aus seinem Lehramt aus. Im folgenden Jahr, 1904, unternimmt Max Weber mit seiner Frau und Ernst Troeltsch eine Amerikareise und nimmt in St. Louis am wissenschaftlichen Weltkongress teil. Noch im selben Jahr wird Max Weber Mitherausgeber des „Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik“.
1904/05 erscheint Max Webers Abhandlung „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“. Ein Jahr darauf die Studie über „Die protestantischen Sekten und der Geist des Kapitalismus“. 1909 ist er an der Gründung der deutschen Gesellschaft für Soziologie beteiligt und wird 1911 deren Vorsitzender. Er beginnt ebenso 1911 intensiv mit den religionssoziologischen Studien, in denen er den Zusammenhang von Wirtschaftsform und religiöser Gesinnung untersucht. Von 1914 bis 1915 ist er nach Kriegsausbruch Disziplinaroffizier der Lazarettkommission in Heidelberg und sowohl publizistisch als auch politisch tätig. Er tritt einerseits für ein Durchstehen des Krieges ein, fordert aber andererseits gleichzeitig die Parlamentarisierung. 1918 lehrt er wieder an einer Universität, probeweise zunächst am Lehrstuhl für Nationalökonomie in Wien.4 Ein Jahr später übernimmt Max Weber die Professur für Nationalökonomie in München, stirbt aber bereits wiederum ein Jahr später 1920 an einer zu spät behandelten Lungenentzündung.5 Begraben wird er aber in Heidelberg.6
2.2. Webers Bedeutung für die Religionswissenschaft
Max Weber schrieb nicht, im Gegensatz zu anderen Klassikern der Religionswissenschaft, ein großes Werk. Im Gegenteil sein Werk umfasst zahlreiche, auch sehr umfangreiche Aufsätze. Für die Religionswissenschaft ist Max Weber dahingehend bedeutend, dass er als weithin bekanntester Vertreter des aufgestellten Leitsatzes von den Wechselwirkungen zwischen Kultur und Religion gilt. Er brach dabei mit der damals vorherrschenden Meinung, dass die religiöse Offenlegung als Rückstrahlung von sozialen und ökonomischen Gefügen entstanden ist. Ebenso galt die Religionssoziologie von Max Weber lange Zeit als endgültiger gegenteiliger Beweis der Materialismusstudie von Karl Marx. Außerdem hat Max Weber auf die nicht beabsichtigten Auswirkungen von religiösen Ideen, die in höchster Weise auf bloßen Mutmaßungen basieren, aufmerksam gemacht und somit den Blick auf den Zusammenhang von Lebensführung und Religion gerichtet, nämlich auf die von der Religion bewirkten geistigen Voraussetzungen sozialen Handelns.7
III. Religionssoziologie
3.1. Begriffsdefinitionen
3.1.1. Webers Religionsbegriff
[...]
1 Vgl. Kehrer, Günter: Max Weber, in: Michaelis, Axel (Hg.): Klassiker der Religionswissenschaft. Von Friedrich Schleiermacher bis Mircea Eliade, München 1997, S. 121.
2 Vgl. Heins, Volker: Max Weber. Zur Einführung, Hamburg 1990, S. 129.
3 Vgl. Ebenda, S. 129.
4 Vgl. Käsler, Dirk: Einführung in das Studium Max Webers, München 1979, S. 14 ff.
5 Vgl. Ebenda, S. 29.
6 Vgl. Kehrer, Günter: Max Weber; in: Michaelis, Axel (Hg.): Klassiker der Religionswissenschaft, München 1997, S. 121.
7 Vgl. Ebenda, S. 122 ff.
Arbeit zitieren:
Kathrin Weiß, 2005, Max Weber - Religionssoziologie, München, GRIN Verlag GmbH
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