Inhaltsverzeichnis
I Einleitung S 2
II Hobbes Grundannahmen S 3
1. Der Mensch im Naturzustand S 4
2. Der Naturzustand und der Krieg aller gegen alle S 4
III Vom Naturzustand zum Staat S 6
1. Die Entstehung des Staatsvertrags S 6
2. Der Leviathan seine Rechte und Pflichten S 8
3. Der Bürger seine Rechte und Pflichten S 9
IV Schluss S 10
V Literaturverzeichnis
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I. Einleitung
Thomas Hobbes gilt auch heute noch als einer der wichtigsten politischen Denker, die jemals gelebt haben und daher sind seine Theorien aus Lehrplänen und Studienordnungen nicht mehr wegzudenken. Hobbes entwickelte im 17. Jahrhundert eine Staatstheorie, die im Gegensatz zu anderen Denkern seiner Zeit, die sich für die Freiheit des Volks eingesetzt haben (Locke, etc.), für einen absolutistischen Staat argumentierte und versuchte somit eine absolutistische Herrschaft zu legitimieren. Auch prägte Hobbes einen wichtigen Aspekt der Anschauung des Menschen: Die Feststellung, dass jeder Mensch eine schlechte Seite in sich trägt. Somit ist sein Einfluss auf die heutige Zeit nicht abzustreiten.
Das Hauptziel dieser Hausarbeit aber soll sein, aufzuzeigen, wie Hobbes in seinem Staatsmodell die Entwicklung vom Naturzustand bis hin zum Staat darstellt und welche Folgen dies sowohl für Herrscher als auch Beherrschte mit sich trägt. Das Hauptaugenmerk soll dabei auf das Phänomen der Abgabe der eigenen Souveränität des Menschen an einen einzelnen Herrscher gelegt werden. Um analysieren zu können, wie Hobbes die Herrschaft des Leviathan legitimiert, müssen zunächst einmal die Grundannahmen dargestellt werden, von denen Hobbes ausgeht. Dabei wird der Fokus auf die Beschreibung des Menschenbilds und des Naturzustands in Hobbes’ Theorie gerichtet. Wie sieht Hobbes den Menschen an sich? Wie sieht eine Gesellschaft ohne bindende Regeln und Gesetze aus? Diese Fragen sollen zuerst geklärt werden, bevor auf die Entstehung des Staates eingegangen wird. Im dritten Teil möchte ich die Entwicklung vom Naturzustand hin zum Leviathan, dem Staat, darstellen. Hier soll geklärt werden, wie es dazu kommt, dass der Mensch seine individuelle Souveränität größtenteils an einen Staat abgibt. Was erhofft der Mensch sich davon? Mit welchen Pflichten ist dies für den Staat verbunden? Welche Rechte erlangt der Mensch dadurch? Am Schluss sollen die Ergebnisse noch einmal zusammengefasst werden, um die Entwicklung des Naturzustands zum Staat hin mit Blick auf die menschliche Souveränität aufzuzeigen.
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II. Hobbes’ Grundannahmen
1. Der Mensch im Naturzustand
Thomas Hobbes geht in seiner Arbeitsweise rein wissenschaftlich vor, und so verwundert es auch nicht, dass er den Menschen zunächst einmal als „matter in motion“ bezeichnet 1 ; Materie in Bewegung. Somit ist der Mensch erst einmal nicht mehr als ein Tier. Doch der entscheidende Unterschied ist die dem Menschen naturgegebene Reflektionsgabe 2 . Der Mensch ist aber nicht nur mit Vernunft, sondern auch mit einer Sprachbegabung ausgestattet, was ihn dazu befähigt, Vergangenes in Erinnerung zu behalten und über Zukünftiges zu spekulieren 3 . Des weiteren ist der Mensch getrieben von Leidenschaften, die von Mensch zu Mensch gleich sind, sich allerdings in den Objekten ihrer Begierde unterscheiden 4 . Der Streit über diese begehrten Güter macht die Menschen untereinander zu Feinden 5 und treibt den Menschen letztendlich in den Krieg aller gegen alle 6 . Dieser Punkt soll aber weiter unten ausführlicher behandelt werden.
Bei näherer Betrachtung der Hobbesschen Beschreibung des Menschen fällt auf, dass in erster Linie zwei Merkmale das Individuum im Naturzustand charakterisieren. Als erstes wäre das Streben nach Selbsterhaltung zu nennen 7 . Der zweite Punkt besteht in der Gleichheit des Menschen in Körper und Geist 8 . Hobbes sagt, dass alle Menschen von Natur aus in Körper und Geist grundsätzlich gleich sind. Manch einer sei körperlich stärker als ein anderer, ein anderer möglicherweise geistig überlegen. Diese minimalen Unterschiede sind in Hobbes’ Anschauung allerdings zu vernachlässigen, da die eigenen Schwächen zur Selbsterhaltung im Naturzustand immer durch Zusammenschlüsse mit anderen oder mit Waffengewalt ausgeglichen werden können 9 . Aus dem Problem der eigenen Existenzsicherung ergibt sich für den Menschen die Wichtigkeit, Macht und Machtmittel zu akkumulieren, da es keine staatliche Instanz gibt, die für die individuelle Sicherheit sorgen könnte 10 . Die Gleichheit, von der Hobbes ausgeht, macht das Individuum zu einem universellen Geschöpf ohne Gesicht und
1 vgl. Willms, Bernard, Die Antwort des Leviathan. Thomas Hobbes’ politische Theorie; Hermann Luchtermann Verlag GmbH; Neuwied und Berlin; 1970; S. 83 2 ebda.
3 vgl. Hobbes, Thomas, Leviathan; Edt. Richard Tuck – Revised Student Edition, Cambridge University Press; Cambridge; 2005 (8. Aufl.); S. 24 f 4 vgl. Zarka, Yves Charles; The Political Subject; in: Leviathan after 350 years; Sorell, Tom und Luc Foisneau (Hrsg.); Oxford University Press; Oxford; 2004; S. 170 5 vgl. Hobbes, S. 86-88 6 ebda.
7 vgl. Hobbes, S. 92 8 vgl. Hobbes, S. 86-88 9 ebda.
10 vgl. Speth, Rudolf; Thomas Hobbes; in: Demokratie-Theorien – Von der Antike bis zur Gegenwart; Breit, Gotthard und Peter Massing (Hrsg.); Wochenschau Verlag, Schwalbach/Ts.; 2002 (2. Aufl.).
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Sarah Rusch, 2006, Thomas Hobbes' Leviathan: Die Entstehung des Leviathan und die Folgen für Mensch und Staat, Munich, GRIN Publishing GmbH
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