III
Inhaltsverzeichnis Seite
1. Einleitung 1
2. Grundlegende Änderungen von Basel I zu Basel II 2
3. Die 3 Säulen von Basel II 3
3.1. Das Rating als wichtigste Voraussetzung für die Kreditvergabe 4
3.1.1 Standardmethode und IRB-Ansatz 5
3.1.2 Harte und weichen Faktoren 7
4. Auswirkungen auf den Mittelstand 8
5. Fazit 10
Literaturverzeichnis 11
Internetverzeichnis 12
Anhang 14
1
1. Einleitung
In Deutschland gibt es 2.907.484 umsatzsteuerpflichtige Unternehmen unter 50 Millionen Euro Jahresumsatz, was 99,7 Prozent aller Unternehmungen in Deutschland entspricht. Sie werden als Klein- und Mittelständige Unternehmen bezeichnet.
Im so genannten Mittelstand werden 40,8 Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftet. 81,9 Prozent aller Auszubildenden und 70,2 Prozent aller Beschäftigten sind dort beschäftigt. 1 Anhand dieser Fakten wird deutlich, dass der Mittelstand eine enorm große Rolle für die deutsche Wirtschaft spielt. Das Investitionsvolumen liegt in den nächsten fünf Jahren bei etwas 90 Milliarden Euro pro Jahr. 2
Diese Summen lassen sich ohne finanzielle Hilfen in Form von Krediten nicht bewerkstelligen. Die größten Probleme die der Mittelstand beklagt liegen in der Bürokratie, den hohen Steuern und bei den Anforderungen für Basel II.
2007 tritt das neueste Projekt des Basler Ausschusses für Bankenwesen in Kraft. Mit Basel II soll es nach allgemeiner Medienmeinung für Unternehmen noch schwerer werden einen Kredit zu erhalten. So genannte Ratings werden über die Konditionen der Kreditvergabe entscheiden. Schlimmstenfalls könnte das Insolvenzen kleiner Unternehmen nach sich ziehen. 3
Diese Arbeit gibt einen Einblick in das Ratingverfahren und wird sich die Frage stellen, ob der Mittelstand ab 2007 noch eine Chance auf Investitions- und Betriebsmittelkredite hat?
Zu diesem Zweck werden einleitend die Veränderungen von Basel I zu Basel II erklärt, sowie das 3-Säulen-Konzept von Basel II beschrieben. Da die Neuerungen der Eigenka-pitalvorschriften ein sehr komplexes Thema darstellen, wird sich diese Arbeit hauptsächlich mit dem Teilgebiet des Ratings befassen. Abschließend werden einige Auswirkungen von Basel II auf den Mittelstand beschrieben.
1 Vgl. Institut für Mittelstandsforschung (2005) (siehe Inter-/Intranetverzeichnis)
2 Vgl. Backes-Gellner, Uschi / Kayser, Gunter (2005) (siehe Inter-/Intranetverzeichnis)
3 Vgl. Schmitter, Thomas u.a. (2002), S.4.
2
2. Grundlegende Änderungen von Basel I zu Basel II
Als 1988 die erste Baseler Eigenkapitalverordnung veröffentlich wurde und 1992 in Kraft trat, war die Differenzierung der Kunden nach ihrer Zahlungsfähigkeit noch kein bedeutendes Thema. Es wurde festgelegt, dass Kredite die an Unternehmen ausgereicht wurden mit pauschal acht Prozent Eigenkapital zu unterlegen waren. 4 Die Folge war, dass alle Kredite einheitlich kalkuliert wurden und die Risiken nicht in die Bewertung mit einflossen. Diese falsche Anreizsetzung führt in vielen Fällen zu einer adversen Selektion. Das bedeutet, geglättete Zinskonditionen können bewirken, dass der angebotene Zinssatz über dem angemessen Zinssatz für Kreditnehmer guter Bonität (Zahlungsfähigkeit) liegt und der Kredit für diese damit unattraktiv wird. Für potenzielle Kreditnehmer schlechterer Bonität hingegen ist der geglättete Zinssatz über dem für ihn adäquaten und somit gibt es einen Zustrom von Schuldnern schlechter Bonität. 5
Abb. 1: Risikoadjustiere versus Risikodifferenzierte Konditionengestaltung, Quelle: Siergert, Michael (2005)
Da falsche Anreize vermieden werden sollen, staffelt Basel II die Eigenkapitalunterlegung nach Risiken. Des Weiteren soll Basel II dazu dienen, die Stabilität und Sicherheit des internationalen Finanzsystems zu stärken und Kunden dazu bringen mehr Informationen zu veröffentlichen, um die asymmetrische Informationslage 6 zu verringern. Es sollen anreizkompatible Verträge geschlossen werden, die auch zukünftige Entwicklungen berücksichtigen können. 7
4 Vgl. Pott, Michael/Storch,Matthias (2005), S.1 (siehe Inter-/Intranetverzeichnis).
5 Vgl. Hadeler, Thorsten/Winter, Eggert (2000), S.51 f.
6 Asymmetrische Informationen bedeutet, dass die beiden Vertragspartner unterschiedliche Wissensstände haben, die sich sowohl positiv als auch negativ auf den Vertragsbestand auswirken können.
7 Vgl. Siegert, Michael (2005), S.25.
3
3. Die 3 Säulen von Basel II
Der Prozess der zweiten Baseler Eigenkapitalvereinbarung, kurz Basel II, basiert auf einem „Drei-Säulen-Konzept“ und umfasst neben den in der Öffentlichkeit am stärksten diskutierten Mindesteigenkapitalanforderungen (Säule 1) auch eine umfassendere Bankenaufsicht (Säule 2) und eine größere Marktdisziplin (Säule 3) in Form von erweiterten Offenlegungspflichten für die Kreditinstitute. 8
Die erste Säule stellt für den Mittelstand die größte Herausforderung dar. 9 Schon bei Basel I mussten Banken für Kredite an Unternehmen acht Prozent Eigenkapital hinterlegen. Eine Neuerung ist, dass die Risikogewichtung sich nun nach der Bonität der Schuldner richtet. Das heißt, dass Banken für Kunden mit schlechter Bonität mehr Eigenkapital hinterlegen müssen, als für Kunden besserer Bonität. Da Eigenkapital, welches nicht verwendet wird keine Zinsen erwirtschaftet, lassen sich die Kreditinstitute den höheren Eigenkapitalanteil vom Kunden durch höhere Zinsen zahlen. Die Bonität wird unter zu Hilfenahme von genehmigten Ratingverfahren ermittelt. 10
In der Regel lassen sich die Risiken bei der Vergabe eines Kredites in drei Gruppen aufteilen, das bekannte Kreditrisiko, das operationelle Risiko und das Marktrisiko. Bei der Berechnung des zu hinterlegenden Eigenkapitals, ist das operationelle Risiko als neue Kostenquelle in die Betrachtung einzubeziehen. 11
Unter dem operationellen Risiko 12 versteht man „die Gefahr von Verlusten, die in Folge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen und Syste-
8 Vgl.Bundesbank (2005), (siehe Inter-/Intranetverzeichnis).
9 Vgl. Wolf, Jakob (2003), S. 9.
10 Vgl. Kapitel 3.1.1.
11 Vgl. Bundesbank (2005), (siehe Inter-/Intranetverzeichnis).
12 Zum Beispiel: Ein Kundenbetreuer ordert 10.000 statt 100 Aktien. Sie müssen mit Verlust, durch die Differenz von Kauf- und Verkaufskurs, verkauf werden.
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Caroline Anker, 2006, Basel II - Kann sich der Mittelstand ab 2007 noch finanzieren?, Munich, GRIN Publishing GmbH
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