Walther von der Vogelweide
von Dominik Kemper
Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 1
2. Die historischen Gönner Walthers 1
3. Überblick der Gönnersprüche Walthers von der Vogelweide 3
4. Entwicklung der Spruchdichtung 4
5. Sprachliche Analyse 32,27 7
5.1. Historische Bezüge und Hintergründe 7
5.2. Kommunikationsstruktur der zweiten Kärntner Strophe 7
5.3. Rhetorische Figuren und Stilmittel 9
5.4. Verhältnis von Text und Metrik 10
5.5. Fazit der Untersuchung von 32,27 10
6. Analyse von 105,27 12
6.1. Historische Hintergründe und Bezüge 12
6.2. Kommunikationsstruktur 13
6.3. Rhetorische Figuren und Stilmittel 14
6.4. Verhältnis von Text und Metrik 16
6.5. Fazit der Untersuchung von 105,27 16
7. Analyse von 28,11 18
7.1. Historische Hintergründe und Bezüge 18
7.2. Kommunikationsstruktur der Leopoldbegrüßung 18
7.3. Rhetorische Figuren und Stilmittel 19
7.4. Verhältnis von Text und Metrik 20
7.5. Fazit der Untersuchung von 28,11 20
8. Vergleich der Untersuchungsergebnisse der ausgewählten Sprüche 21
9. Fazit 23
10. Literaturverzeichnis 24
1.Einleitung
Walther von der Vogelweide gilt als einer der bekanntesten Dichter des 12. und 13. Jahrhunderts. Neben seinen zahlreichen Liedern, insbesondere die der Minnelyrik, ist auch seine Spruchlyrik hervorzuheben. Diese soll in dieser Arbeit näher untersucht werden. Der zentrale Untersuchungsgegenstand ist dabei das Sänger - Gönner - Verhältnis. Dieses Verhältnis wird auf der Grundlage einer sprachlichen Analyse der Sprüche herausgearbeitet. Es gibt zahlreiche Sprüche, die auf die Gönner Walthers referieren. Zunächst soll der Gesamtbestand kurz vorgestellt werden. Diesem Überblick folgt die sprachliche Analyse einiger ausgewählter Sprüche, an denen sich das Sänger - Gönner - Verhältnis besonders deutlich zeigt. Diese Untersuchung hat das Ziel, an Hand spezieller Beispiele allgemeinere Aussagen über die Beziehung Walthers zu seinen Auftraggebern treffen zu können. Ein Hauptaugenmerk der Analyse liegt auf der näheren Betrachtung der Kommunikationsstruktur, die in den Strophen vorliegt. Ebenso wird auf die rhetorischen Eigenarten sowie auf das Verhältnis von Text und Metrik näher eingegangen. Das übergeordnete Ziel dieser Arbeit besteht darin, auf dem Weg einer sprachlichen Analyse das generelle Verhältnis zwischen Mäzen und Sänger im Mittelalter näher zu erfassen und zu konkretisieren.
2. Die historischen Gönner Walthers
Vorab sei zu diesem und auch den weiteren Kapiteln bemerkt, daß viele der Aussagen auf Vermutungen beruhen und damit selten als gesichert, sondern meist nur als wahrscheinlich angesehen werden können. Auch der Lebensweg beziehungsweise das Werk Walthers von der Vogelweide ist in großen Teilen rekonstruiert und beruht keinesfalls auf gesicherten Tatsachen. Dies ist auch ein Grund dafür, daß diese Arbeit eher textnah angelegt ist und sich auf die sprachliche Untersuchung der Texte konzentriert.
Dennoch ist eine Betrachtung der Auftraggeber Walthers auch für die sprachliche Analyse fruchtbar und von großer Bedeutung, da sie besonders bei den Apostrophen direkt benannt werden.
Außerdem sind einige der ironischen Anspielungen und Seitenhiebe in den Sprüchen, nur vor dem historischen Hintergrund zu verstehen.
Scholz´ Übersicht über den mutmaßlichen Lebenslauf Walthers verweist auf einige Gönner Walthers. Allerdings darf dabei nicht übersehen werden, daß der Großteil der Quellen dieser Vermutungen aus Walthers Werk entnommen und konstruiert sind.
"Die Übersicht ergibt sich in erster Linie aus einer Reihe im Herrendienst gedichteter Sangsprüche, da oft unsicher bleibt, ob ein Spruch im Auftrag entstanden oder als ´ Bewerbungsstrophe´ zu verstehen ist, wurden neutrale Formulierungen wie ´für´, ´bei´ oder ´am Hof von...´ gewählt [...]."
Diese Aussage unterstützt, wie unsicher und vorsichtig mit diesen historischen Daten umgegangen werden muß. Die wichtigsten Gönner Walthers sind nach Scholz: Herzog Friedrich I. von Österreich, König Philipp von Schwaben, Landgraf Hermann von Thüringen, Otto IV., Markgraf Dietrich von Meißen, König Friedrich II., Herzog Bernhard II. von Kärnten, Graf Dieter II. von Katzenellenbogen und der Erzbischof Engelbert von Köln.
Bumke gelangt zu ähnlichen Überzeugungen bezüglich der Auftraggeber Walthers. Besonders Walthers Verhältnis zu Hermann von Thüringen wird hervorgehoben. In L35,7 spricht Walther davon, sich zum "ingesinde" des Fürsten zu zählen. Daraus kann man entnehmen, daß sich Walther als Hofdichter des Grafen betrachtete. Dennoch sieht Bumke darin nicht den Beweis dafür, daß dieser Hof den ständigen Bezugspunkt für Walthers politische Spruchdichtung darstellte. So sollte man auch nicht "Walthers Wechsel von Philipp von Schwaben
zu Otto IV. und später von Otto IV. zu Friedrich II. in eine enge kausale Beziehung zur Politik Hermanns I. zu bringen." Außerdem ist der Wechsel der Dichter von Hof zu Hof charakteristisch für die Spruchdichtung.
Welche Rolle die einzelnen historischen Gönner für die Sprüche Walthers spielen, wird noch an anderer Stelle zu sehen sein. Im folgenden soll zunächst ein Überblick über das vorhandene Textmaterial, welches Walther zugeschrieben wird und sich mit der zu untersuchenden Thematik beschäftigt, gegeben werden.
[...]
Arbeit zitieren:
Dominik Kemper, 2001, Walther von der Vogelweide, München, GRIN Verlag GmbH
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