Gliederung
1. Einleitung 1
2. Peter Petersen - Leben und Werk im Umriss 2
3. Der Jena-Plan in der Schulpraxis 3
3.1. Stammgruppen statt Jahresklassen 3
3.2. Wochenarbeitsplan statt Fetzenstundenplan 3
3.3. Kurse zur Sicherung des Mindestwissens 4
3.4. Arbeits- und Leistungsberichte statt Zensuren 4
3.5. Schulwohnstube als Raum für soziale und stille Erziehung 5
3.6. Pädagogische Haltung 6
4. Jena-Plan im Diskurs 6
5. Schlussbetrachtung 8
II
1. Einleitung
Oft erleben viele Jugendliche die Schulzeit lediglich als unvermeidbare Durchgangsstrecke zum späteren Erwerbsleben, weil die Schule die Kernfragen der jungen Menschen kaum berühren. Berechtigungsscheine, Fachwissen, Noten, Konflikte mit unzufriedenen Eltern und Lehrern belasten immer mehr die Schul- und Entwicklungsjahre. Als Folge kann man neurotische Störungen, Schulangst und Schulverdrossenheit feststellen. Anstelle von Arbeitsfreude tritt Leistungsehrgeiz und Konkurrenzverhalten zwischen den Jugendlichen. Nach den schlechten Ergebnissen in Vergleichenden Schultestreihen (zum Beispiel Pisa), werden die heutigen Schulkonzepte in Frage gestellt. Diese aktuelle Situation lässt eine Beschäftigung mit einen der führenden Reformpädagogen als sinnvoll erscheinen.
Laut Peter Petersen können Schulen auch anders sein, indem sie den Jugendlichen ausreichende Freiräume geben, damit sie zur Eigentätigkeit, wie auch zu gemeinschaftlichen Unternehmungen angeregt werden. Kernpunkt bei der Schulreform ist die Auflockerung der Schule als Institution zu einer freien Lebensstätte der Jugend. Peter Petersen gehört zu den Pädagogen die Erziehungs- und Bildungsarbeit der Sozialform Schule erkannten und in Modellschulen umzusetzen versuchten.
In meinem Freundeskreis wurde ich das erste Mal mit diesem Thema konfrontiert, da ein guter Freund auf die Jena-Plan-Schule gegangen ist. Selbst besuchte ich die „typische“ Grundschule und das „typische“ Gymnasium mit Jahrgangsklassen, die zu der überwiegenden Unterrichtsform in Deutschland zählen. Ich habe mich damals nicht so sehr mit diesem Thema beschäftigt, aber im Nachhinein frage ich mich, ob sich die Kinder, die auf eine Jena-Plan-Schule, oder eine andere reformpädagogische Schule gegangen sind, anders entwickelt haben als jene, die die überwiegende Unterrichtsform erfahren haben. Kann diese Form die Kinder nicht genau so gut auf ein eigenständiges Leben vorbereiten? Welche Argumente sprechen für Jena-Plan, welche dagegen?
Eine mögliche Argumentation möchte ich im Kapitel 4 beginnen, wobei ich durch die begrenzte Seitenzahl nicht alle Thesen auffassen kann. Zuvor möchte ich kurz Leben und Werk von Peter Petersen beleuchten und anschließend einen Einblick des Jena-Plan in der Schulpraxis geben.
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2. Peter Petersen - Leben und Werk im Umriss
Am 26. Juni 1884 wird Peter Petersen in Großenwiehe bei Flensburg geboren und wächst als ältestes von sieben Kindern auf. 1890 - 1896 besuchte Petersen die einklassige Dorfschule und ab 1896 das Gymnasium Flensburg. 1904 absolvierte er das Abitur und begann mit dem Studium in Leipzig, danach in Kiel, Kopenhagen und Posen, und kehrte letztendlich zurück an die Universität in Leipzig. Er studierte Philosophie, Psychologie, Theologie, Geschichte, Philologie, Englisch, Hebräisch und Nationalökonomie und wurde in die empirische Forschung durch den Psychologen Wilhelm Wundt eingeführt. 1908 bekam er Promotion an der Philosophischen Fakultät der Universität Jena mit einer Dissertation über die Philosophie. 1911 erlangte er eine Anstellung als Oberlehrer.
Peter Petersen übernahm 1912 die Geschäftsführung im Vorstand des Bundes für Schulreform. Außerdem war er Schriftführer im (umbenannten) Deutschen Ausschuß für Erziehung und Unterricht. Die Leitung der Lichtwarkschule in Hamburg übernahm Petersen 1920. 1924 folgte die Eröffnung der Erziehungswissenschaftlichen Anstalt (EA). Petersen besuchte 1927 den Weltkongress des "Bundes für Erneuerung der Erziehung" in Locarno, hier wurde der Name "Jena-Plan" für Petersens pädagogischen Ansatz geprägt, den er im sog. „Kleinen Jenaplan“ komprimiert vorstellt. 1930 wurde er Mitglied im Vorstand des „Internationalen Kongresses für Sittliche Erziehung“. 1950 wurde seine Schule als ein reaktionäres, politisch gefährliches Überbleibsel aus der Weimarer Republik geschlossen. Peter Petersen verstarb am 21. März 1952 in Jena. (vgl. Eichelberger, Wilhelm, 2000, S.28ff.)
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Arbeit zitieren:
Christin Seidler, 2005, Peter Petersens Jena-Plan, München, GRIN Verlag GmbH
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Überblick des Reformkonzeptes von Peter Petersen und seinem Jenaplan
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