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Soziales Lernen - Schwerpunkt im Erstunterricht?

Title: Soziales Lernen - Schwerpunkt im Erstunterricht?

Seminar Paper , 2002 , 21 Pages , Grade: gut

Autor:in: Martina Szonn (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
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Die Kinder

Ich habe um das Beziehungslernen in der Klasse besser beurteilen zu können, eine dritte Klasse in der Eleonoren-Grundschule in Hannover, Linden, über einen Zeitraum von 13 Wochen beobachtet.

Zuerst habe ich mir die Frage gestellt, ob Kinder ähnliche oder ganz andere Beziehungen, wie Erwachsene, untereinander führen.
Jedes Kind in der Klasse hat eine Beziehung zu jedem anderen Kind in der Klasse.
Kinder können gute und schlechte Beziehungen miteinander führen. Genau wie bei den Erwachsenen gibt es hier Rollenträger, Machtkämpfe (wer ist der Stärkere?), es finden Konfliktaustragungen statt und es gibt Probleme der Distanz und der Nähe.
Kinder haben genau wie Erwachsene das Problem der Konfliktaustragung. Einige Kinder gewinnen immer wieder Konflikte, und die "Schwächeren" verlieren immer wieder Konflikte. Wobei man Kinder unterscheiden muss, die Geschwister haben und Kinder die keine Geschwister haben. Kinder mit Geschwistern haben meistens keine großen Probleme oder Angst vor Auseinandersetzungen und Konflikten. Sie können schneller solche Probleme lösen oder den Konflikt gewinnen, weil sie gelernt haben mit verschiedenen, unterschiedlichen Beziehungen umzugehen. Ein Kind, dass keine Geschwister hat, kann meistens nicht so schnell den Lösungsansatz finden, weil es nicht lernen konnte, regelmäßig mit Konflikten umzugehen.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

Die Kinder

2. Der Lehrer / Die Lehrerin

3. Störungen in Gruppen

4. Beziehungslernen

5. Wandlung

Beispiel 1 (Die Aussenseiterin)

Beispiel 2 (Aggressionen)

Beispiel 3 (Nähe und Distanz)

6. Sozialformen

7. Gruppenunterricht

8. Rollentheorie / Soziales Lernen

9. Biologische Grundlagen menschlichen Handelns

9.1 Lernen

9.2 Soziale Beziehungen

10. Fazit nach Reinhold Miller

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht die Bedeutung des sozialen Lernens im Erstunterricht und analysiert, wie Lehrer durch gezielte Beziehungsarbeit Gruppenprozesse in einer dritten Klasse positiv beeinflussen können, um ein produktives Lernklima zu schaffen.

  • Die sich wandelnde Rolle des Lehrers als Begleiter und Moderator
  • Umgang mit Störungen und Konflikten in der Klassengemeinschaft
  • Die Anwendung von Sozialformen zur Förderung von Gruppenbeziehungen
  • Theoretische Fundierung durch Rollentheorie und biologische Grundlagen

Auszug aus dem Buch

Beispiel 2 (Aggressionen)

Ich konnte beobachten, dass besonders ein Mädchen oft zu Gewalt anderen Kindern gegenüber bereit war. Jasmin ist größer, stärker und kräftiger als alle Mädchen und auch die meisten der Jungen in der Klasse.

Jasmin ist oft aggressiv und boxt andere Kinder in der Klasse, wenn sie nicht die Beachtung bekommt, die sie gerne hätte oder wenn das andere Kind eine ganz andere Meinung hat als sie. Die Lehrerin hat Jasmin auf ihr Verhalten angesprochen und dabei erfahren, dass Jasmin Kick-Boxen macht. Jasmin hat viele ältere Geschwister und hilft sich oft mit Kick-Boxing den Respekt und die Macht zu verschaffen, die sie haben möchte. Auch in der Klasse hat sie versucht mit ihrem Können andere Kinder zu unterdrücken.

Die Lehrerin hat Jasmin erklärt, dass man solch ein aggressives Verhalten anderen Kindern gegenüber nicht zeigen darf. Die anderen Kinder sind schwächer und können auf solche Griffe und Schläge nicht angemessen reagieren bzw. sich schützen. Des Weiteren hat sie Jasmin erklärt, dass Kick-Boxen ein Sport ist, und dass nur Kinder und Erwachsene die diesen Sport betreiben, sich auf solche Art und Weise zur Wehr setzen können.

Als Lösung hat sie Jasmin angeboten, in der darauffolgenden Sportstunde einige ihrer „Boxings“ vorzuführen. Die anderen Kinder können somit sehen, wie toll sie boxen kann und dass man nur in der Sportstunde oder in einem Verein professionell sein kann. Andererseits wäre das Kampfverhältnis unausgeglichen und der Kampf unfair. Und wer unfair ist, ist kein Sportler. Da sich Jasmin aber für eine großartige Sportlerin hält, boxt sie von nun an nur noch Kinder in ihrem Boxverein oder sie zeigt anderen Kindern im Sportunterricht der Schule, welche Griffe und Übungen man anwenden kann. Allerdings nur unter der Aufsicht der Lehrerin.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Autorin beschreibt ihre Beobachtungen in einer dritten Klasse und hinterfragt, inwiefern Kinder komplexe soziale Beziehungen untereinander führen.

2. Der Lehrer / Die Lehrerin: Es wird erörtert, wie sich die Lehrerrolle vom reinen Wissensvermittler zum Moderator von Gruppenprozessen und Lehrbegleiter wandelt.

3. Störungen in Gruppen: Das Kapitel thematisiert die Notwendigkeit, bei Konflikten die Ursachen zu analysieren, anstatt nur mit Strafen zu reagieren, um das produktive Lernen zu sichern.

4. Beziehungslernen: Hier wird betont, dass Lehrer zu Fachleuten des Beziehungslernens werden müssen, um dynamische Prozesse in der Klasse steuern zu können.

5. Wandlung: Anhand von drei Praxisbeispielen (Aussenseiterin, Aggressionen, Nähe/Distanz) werden pädagogische Interventionen zur positiven Beeinflussung des sozialen Miteinanders illustriert.

6. Sozialformen: Dieses Kapitel erläutert, wie durch Raum- und Kommunikationsstrukturen ein positives soziales Klima in der Klasse erst ermöglicht wird.

7. Gruppenunterricht: Es wird die Unterscheidung zwischen primären und sekundären sowie formellen und informellen Gruppen für den Schulalltag diskutiert.

8. Rollentheorie / Soziales Lernen: Die Bedeutung von Rollendistanz, Empathie und Frustrationstoleranz für die Identitätsentwicklung des Kindes steht im Mittelpunkt.

9. Biologische Grundlagen menschlichen Handelns: Das Kapitel betrachtet den Menschen als Natur- und Kulturwesen und beleuchtet die Notwendigkeit von Sozialkontakten für die menschliche Entwicklung.

10. Fazit nach Reinhold Miller: Es wird resümiert, dass professionelle pädagogische Arbeit eine fundierte Reflexion der Beziehungsebene voraussetzt.

Schlüsselwörter

Soziales Lernen, Erstunterricht, Lehrerrolle, Beziehungslernen, Gruppendynamik, Klassenführung, Konfliktlösung, Sozialformen, Gruppenunterricht, Rollentheorie, Empathie, Identitätsentwicklung, pädagogische Intervention, Lernklima, Beziehungsarbeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung von sozialem Lernen und der Gestaltung von Beziehungsarbeit im Erstunterricht, basierend auf Beobachtungen in einer Grundschulklasse.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der veränderten Lehrerrolle, dem konstruktiven Umgang mit Störungen, dem Einsatz von Sozialformen und der Förderung von Gruppenprozessen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Lehrkräfte durch professionelle Beziehungsdidaktik das soziale Miteinander fördern und ein lernförderliches Umfeld schaffen können.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer 13-wöchigen teilnehmenden Beobachtung in einer dritten Grundschulklasse sowie der fundierten Auseinandersetzung mit der Fachliteratur von Reinhold Miller und anderen Pädagogen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert theoretische Ansätze der Pädagogik und verknüpft diese mit konkreten Praxisbeispielen aus dem Schulalltag, um den Wandel von einer „belehrten Klasse“ zur „lernenden Gruppe“ zu beschreiben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Soziales Lernen, Beziehungsdidaktik, Gruppendynamik, Lehrerrolle und Konfliktbewältigung.

Wie sollte eine Lehrkraft mit aggressivem Verhalten in der Klasse umgehen?

Anstatt nur zu sanktionieren, sollte die Lehrkraft das Gespräch suchen, das Verhalten reflektieren und alternative, sportlich faire Ausdrucksformen für die Energie der Kinder finden.

Warum ist die Sitzordnung im Unterricht für das soziale Lernen relevant?

Eine starre Sitzordnung verhindert Interaktion; offene und variable Formen unterstützen hingegen den Beziehungsaufbau zwischen den Schülern untereinander und zum Lehrer.

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Details

Title
Soziales Lernen - Schwerpunkt im Erstunterricht?
College
University of Hannover  (Erziehungswissenschaften)
Course
Soziales Lernen - Schwerpunkt im Erstunterricht
Grade
gut
Author
Martina Szonn (Author)
Publication Year
2002
Pages
21
Catalog Number
V5543
ISBN (eBook)
9783638133876
Language
German
Tags
Soziales Lernen Beziehungslernen Erstunterricht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martina Szonn (Author), 2002, Soziales Lernen - Schwerpunkt im Erstunterricht?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5543
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