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Die Kinder
Ich habe um das Beziehungslernen in der Klasse besser beurteilen zu können, eine dritte Klasse in der Eleonoren-Grundschule in Hannover, Linden, über einen Zeitraum von 13 Wochen beobachtet. 1
Zuerst habe ich mir die Frage gestellt, ob Kinder ähnliche oder ganz andere Beziehungen, wie Erwachsene, untereinander führen. Jedes Kind in der Klasse hat eine Beziehung zu jedem anderen Kind in der Klasse. Kinder können gute und schlechte Beziehungen miteinander führen. Genau wie bei den Erwachsenen gibt es hier Rollenträger, Machtkämpfe (wer ist der Stärkere?), es finden Konfliktaustragungen statt und es gibt Probleme der Distanz und der Nähe. Kinder haben genau wie Erwachsene das Problem der Konfliktaustragung. Einige Kinder gewinnen immer wieder Konflikte, und die „Schwächeren“ verlieren immer wieder Konflikte. Wobei man Kinder unterscheiden muss, die Geschwister haben und Kinder die keine Geschwister haben. Kinder mit Geschwistern haben meistens keine großen Probleme oder Angst vor Auseinandersetzungen und Konflikten. Sie können schneller solche Probleme lösen oder den Konflikt gewinnen, weil sie gelernt haben mit verschiedenen, unterschiedlichen
Beziehungen umzugehen. Ein Kind, dass keine Geschwister hat, kann meistens nicht so schnell den
1 PGS, an der Eleonoren-Grundschule in Hannover, Linden. Eigene Erfahrungen die ich während des Praktikum sammeln konnte.
Lösungsansatz finden, weil es nicht lernen konnte, regelmäßig mit Konflikten umzugehen.
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Die klassische Lehrerrolle hat sich nach Miller grundlegend geändert.
Der Lehrer/die Lehrerin ist nicht mehr nur allein der Wissensvermittler oder ein Fachmann/eine Fachfrau für spezielle Gebiete, sondern Lehrbegleiter. Miller nennt sie sogar Moderatoren von Gruppenprozessen, Leiter(innen) von
eigenständigen Lerngruppen. 2
Auch ich konnte während der Zeit in der Schule beobachten, dass der „altmodische Frontalunterricht“ der Lehrer(innen) nicht mehr aktuell ist. Der Lehrer/die Lehrerin weiß sich in die Beziehungen zwischen den einzelnen Schülern zu integrieren, sich „anzupassen“, indem der Unterricht in der Mehrheit stattfindet. 3
Das „Ich bin hier vorne, ich bin der Meister!“ gibt es so nicht mehr. Der Lehrer(in) geht eine Mehrwegkommunikation ein. Im Team, in der Gruppe wird nun gelernt. Dabei werden die Beziehungen zwischen den Schülern ebenfalls gepflegt. Es entsteht Kommunikation untereinander. Durch diese Kommunikationen werden der Lebensraum, der Lernraum und der Erfahrungsraum erweitert und die Schule ist somit nicht mehr nur eine reine Stoffvermittlungsanstalt.
2 Reinhold Miller, Beziehungsdidaktik, Pädagogik, Beltz, 1999, Seite 81
3 PGS, an der Eleonoren-Grundschule in Hannover, Linden. Eigene Erfahrungen die ich während des Praktikum sammeln konnte.
Schüler können somit individuell lernen, mittlerweile auch in Gruppen. Je mehr Erfahrungen ein Lehrer(in) über Gruppenprozesse, Gruppendynamik und Gruppenleitung sammeln konnte, desto besser und kompetenter können sie auch mit ungewohnten Situationen, die in verschiedenen Gruppen auftreten können, umgehen.
Es ist klar, dass der Lehrer die meisten Erfahrungen in solchem Umgang haben muss. Doch leider wird noch nicht überall und nur selten, Seminare über Beziehungslernen angeboten. Wenn ein Lehrer schon nicht mit verschiedenen Beziehungssituationen umgehen kann, wie sollen es dann die Schüler in der Klasse können bzw. lernen?!?!
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Viele Lehrer(innen) können mit Störungen in Gruppen nicht umgehen. Sie versuchen nicht die Ursache der Störung zu finden, sondern geben Strafarbeiten, Suspendierungen, werden laut und schreien wenn sie sich überfordert fühlen etc... Damit ist das Problem nicht verschwunden. In jeder normalen, gesunden Beziehung gibt es mal Streit, Auseinandersetzungen oder nur eine
Meinungsverschiedenheit. Hier muss gesprochen werden. Der Lehrer/die Lehrerin muss ein Vorbild sein und den Kindern den richtigen Weg der Problemlösung zeigen.
Tut der Lehrer/die Lehrerin das nicht, so wird es immer wieder Störungen geben. Wobei es dann nicht nur eine Störung für den Einzelnen ist, sondern eine
Arbeit zitieren:
Martina Szonn, 2002, Soziales Lernen - Schwerpunkt im Erstunterricht?, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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