Wer Geschichte ignoriert, muß sich den Vorwurf gefallen lassen, Hilfsmaßnahmen bloß zu wiederholen,
ohne aus den Fehlern, Unzulänglichkeiten und Irrtümern gelernt zu haben.
Gliederung:
1. Einführung Seite 3
2. Geschichtliche Phasen Seite 3
2.1. Erste Phase: Mittelalter bis 1830 Seite 4
2.2. Zweite Phase: 1830 bis 1880 Seite 6
2.3. Dritte Phase: 1880 bis 1919 Seite 8
2.4. Vierte Phase: Weimarer Republik (1919 bis 1930) Seite 12
und der Beginn der NS-Zeit
Literaturliste Seite 17
3
1.: Einführung
Da in jeder Gesellschaft soziale Probleme entstehen, die von den Selbstbetroffenen aus eigener Kraft nicht bewältigt werden können, ist die Gesellschaft auch verpflichtet Angebote zur Verhütung, Minderung und Bewältigung von Problemen und Notständen zu machen. 1 Soziale Arbeit orientiert sich an den Bedürfnissen der BürgerInnen und der Gesellschaft.
Ihre Aufgaben liegen in der Prävention und in der Behebung von sozialen Benachteiligungen, im Angebot von adäquaten Bildungs- und Freizeitangeboten sowie in einer politischen Einflussnahme zur Veränderung von gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.
Soziale Arbeit ist also eine professionell ausgeübte Tätigkeit der personenbezogenen Dienstleistungen. 2
2.: Geschichtliche Phasen
Nun stellt sich die Frage, wie ist Soziale Arbeit entstanden? In dem vorliegenden Referat habe ich mich mit der Entstehung der Sozialen Arbeit, also der Verberuflichung des Helfens, auseinandergesetzt. Der Ursprung der sozialen Arbeit liegt im Übergang vom Feudalismus in die Moderne. Daß Menschen der Hilfe bedürfen, aber auch bereit sind, Hilfe zu spenden ist eine anthropologische Grundkategorie.
Der eigentliche Begriff der „Sozialen Arbeit“ ist erst nach 1890 entstanden und will verdeutlichen, dass Leistungen erbracht werden, und zwar aus sozialer Verantwortung heraus und vor allem in wachsendem Maße. 3 Interessant ist, das die Erziehung zum Hausfrauensein die Frauen zur Übernahme sozialer Arbeit prädestiniert. 4
Doch bis es zu dieser Ansicht kommt ist es noch ein langer Weg. Überhaupt als Beruf anerkannt zu werden, war für lange Zeit das größte Problem der Sozialen Arbeit. 5
1 vgl. forum SOZIAL 2/98, S. 6-8
2 vgl. forum SOZIAL 2/98, S. 6-8
3 vgl. Geschichte der Sozialen Arbeit, S.1
4 vgl. Soziale Arbeit als Hausarbeit, S. 19
4
Da der Beruf der Sozialarbeiterin schon viel älter ist habe ich die Entstehungsgeschichte der Sozialen Arbeit in vier mögliche Phasen unterteilt. Ferner habe ich versucht die gesellschaftliche Entwicklung mit der Entwicklung der Frau als Sozialarbeiterin zu vergleichen und zu koppeln:
2.1.: Erste Phase: Mittelalter bis 1830:
Außerhalb der verwandtschaftlichen Solidarbeziehungen gab es schon ab dem 14. Jh. sogenannte Armenhilfe (= Armenpflege).
Einen großen Anteil an der Armenhilfe leistete die Kirche, weil die Gläubigen der Meinung waren, durch (freiwilliges) Spenden das eigene Seelenheil retten zu können.
Bis Ende des 14. Jh. war das Betteln akzeptiert, wenn der Bettelnde nicht selbst in der Lage war, für seinen Lebensunterhalt zu sorgen. Armut wurde ja im Hochmittelalter als individueller Defekt eines Menschen betrachtet und es war legitim durch betteln die eigene individuelle Versorgung zu sichern. Arme und Bettler waren also voll integrierte Gesellschaftsmitglieder. Armen- und Bettelvögte setzten 1370 die Nürnberger Bettelordnung durch. Im Laufe des 15. und 16. Jh. gab es immer mehr Restriktionen und Reglementierungen. Und nach der Entstehung “der städtischen Armenordnung zur Abwehr fremder Armut” wurde eine Armenpolizei gegründet, weil die Gemeinden der Meinung waren, so verhindern zu können, zu viele Bettler in ihrer Stadt zu haben. Dies stellte aber keine Problemlösung an der Wurzel dar. Später wurden Hospize, bzw. Fürsorgestationen als zentrale Anlaufstelle für Arme und Kranke gebildet, und auch Klöster boten Hilfe. In diesen Hospizen und Fürsorgestationen arbeiteten Frauen ehrenamtlich.
Einen rechtlichen Anspruch auf Unterstützung und Hilfe gab es jedoch für die Bettler, Armen und Kranken nicht.
Im letzten Drittel des 18. Jh. gab es Reformansätze im deutschen Armenwesen, die durch zwei Merkmale gekennzeichnet waren: die Arbeitsverpflichtung der Armen wurde neu konzipiert und das Prinzip der Ehrenamtlichkeit bei allen Aufgaben der Armenpflege eingeführt. Der Grundsatz, dass alle arbeitsfähigen Armen arbeiten müssen, wurde in die offene Armenpflege integriert.
5 vgl. Soziale Arbeit als Hausarbeit, S. 26
5
Arbeit zitieren:
Axel R. Langner, 2000, Verberuflichung des Helfens: Zur Ambivalenz geistiger / sozialer Mütterlichkeit in der sozialen Arbeit, München, GRIN Verlag GmbH
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