Gliederung:
1. Einleitung 3
2. Subsidiarität als Grundkategorie in der Ideengeschichte und
katholischen Soziallehre
2.1 Thomas von Aquin S.4
2.2 Johannes Althusius S.5
2.3 Sozialenzyklika „Quadragesimo anno“ S.6
2.4 Oswald von Nell - Breuning S.7
3. Die Bedeutung des Subsidiaritätsprinzips und seiner Relationen
f ür die Gesamtgesellschaft
3.1 Subsidiarität und Sozialpolitik S.8
4. Schlussbetrachtung 9
5. Literaturverzeichnis S 1 0
2
1. Einleitung:
„Das Subsidiaritätsprinzip ist ein gesellschaftspolitisches Prinzip, nach dem übergeordnete gesellschaftliche Einheiten (bes. Staat) nur solche Aufgaben an sich ziehen dürfen, zu deren Wahrnehmung untergeordnete Einheiten (bes. Familie) nicht in der Lage sind.“ 1 Das heißt, in erster Linie sollten kleinere soziale Gefüge, wie Familie oder Nachbarschaft, Notlagen einzelner Individuen auffangen. Erst wenn sie dazu nicht mehr in der Lage wären, sollten größere Einheiten, wie beispielsweise die Gemeinde, Hilfe leisten. Es geht weniger darum, die vollständige Verantwortung für ein Individuum zu übernehmen, sondern vielmehr darum, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Im Rahmen der katholischen Sozialethik ist der Hilfebedürftige also auch in die Pflicht genommen, Verantwortung für sich selbst zu tragen. Die staatlichen Organe sollten nicht unnötig in das Leben von Menschen oder die Tätigkeiten kleinerer öffentlicher Gefüge eingreifen. Diese Thematik ist gerade auch in Anbetracht der aktuellen Föderalismusdebatte von Belang. Welche Kompetenzen bleiben den Ländern vorbehalten? Wie wird beispielsweise die Zahlung von ALG II auf Kommunen, Länder und Bund verteilt? Wird das Föderalismusprinzip durch zunehmende Zentralisierungstendenzen untergraben?
Inwieweit ist das Subsidiaritätsprinzip in der Lage der heutigen Gesellschaft einen Beitrag zur Lösung sozialer Probleme zu leisten? Sind subsidiäre Elemente in der Politik erkennbar?
Im ersten Teil der Darstellung werde ich anhand der von Arno Waschkuhn ausgewählten Beispiele ein ideengeschichtliches Grundgerüst der katholischen Soziallehre nachzeichnen. Die Entwicklungslinie geht vom hochmittelalterlichen Scholastiker Thomas von Aquin, in dessen Weltbild Gott die zentrale Rolle gespielt hat zum, frühneuzeitlichen Rechtsphilosophen Johannes Althusius über, dessen Staatskonzept auf der säkularisierten Naturrechtstheorie basierte. Abschließend stellt er Oswald von Nell - Breuning als zeitgenössischen Vertreter der Soziallehre vor, der maßgeblich an der Abfassung der „Quadragesimo anno“ beteiligt war und das Subsidiaritätsprinzip in seinen Schriften näher erläutert hat.
Im zweiten Teil soll das von Waschkuhn beschriebene Zusammenspiel, oder anzustrebende Zusammenspiel von Sozialpolitik und Subsidiarität beleuchtet werden. Auf die Artikel von Otfried Höffe und Franz Xaver Kaufmann „Christliche Sozialethik im Horizont der Ethik der Gegenwart“ und „Christentum und Wohlfahrtsstaat“ werde ich nicht näher eingehen, da sie im Wesentlichen die historischen Entwicklungsprozesse der Menschenrechte in ihrem Verhältnis zur christlichen Sozialethik und die Entstehung des
1 Die Zeit. Das Lexikon. Band 19. Hamburg 2005. S. 2260.
3
deutschen Modells des Wohlfahrtsstaates darstellten. Bernhard Sutor hingegen greift das Prinzip der Subsidiarität im Bezug auf Entwicklungspolitik auf und sieht darin eine Möglichkeit eine „internationale soziale Marktwirtschaft zu entwickeln.“ 2 Als elementare Grundbedingung dafür sieht er die Aufgabe der protektionistischen Handelspolitik der westlichen Industrieländer, um eine Chancengleichheit zwischen „erster“ und „dritter“ Welt zu gewährleisten.
Ich stütze mich bei meinen Ausführungen aber vor allem auf Waschkuhns Arbeit zur Subsidiarität, da sein Bezugsrahmen die Bundesrepublik umfasst.
2 Sutor, Bernhard, 1991: Vom Sozialen zur Politik, in Aus Politik und Zeitgeschichte, B20/91. S. 10.
4
Arbeit zitieren:
Tillman Wormuth, 2005, Zu: "Was ist Subsidiarität? Ein sozialphilosophisches Ordnungsprinzip: Von Thomas von Aquin bis zur „Civil Society“" , München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Organisationsgrenzen in dynamischen Umwelten - Eine Revision der '...
Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation
Diplomarbeit, 175 Seiten
RFID: Vorteile/Nachteile von High Frequency (HF) Anwendungen um Vergle...
Ingenieurwissenschaften - Wirtschaftsingenieurwesen
Hausarbeit, 14 Seiten
Männlichkeit, Gewalt und Krieg - Zur Rolle des Männerbündischen in der...
Kulturwissenschaften - Allgemeines und Begriffe
Hausarbeit, 23 Seiten
Zur Relevanz von Ethik in einem kontemporären Verständnis von Marketin...
Eine Betrachtung aus sozialwis...
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Diplomarbeit, 76 Seiten
Unterrichtsstunde: Weihnachten in anderen Ländern
Gemeinschaftskunde / Sozialkunde
Unterrichtsentwurf, 22 Seiten
Depressionen - Formen, Ursachen und Behandlungswege
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 40 Seiten
Möglichkeiten und Grenzen der Psychotherapie von Gewaltopfern mit pos...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 26 Seiten
Der allgemeine Blick I: Verschiedene theoretische Ansätze zur Gesundhe...
Seminararbeit, 40 Seiten
Ansätze zur Analyse und Optimierung von Logistiknetzwerken
Diplomarbeit, 145 Seiten
Solidarität in Gruppen zwischen Altruismus und RC-Theorien
Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
Hausarbeit (Hauptseminar), 25 Seiten
Bilanzierung von Finanzinstrumenten nach IAS 39
BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
Hausarbeit (Hauptseminar), 16 Seiten
Tillman Wormuth's Text Zu: "Was ist Subsidiarität? Ein sozialphilosophisches Ordnungsprinzip: Von Thomas von Aquin bis zur „Civil Society“" ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Tillman Wormuth hat den Text Zu: "Was ist Subsidiarität? Ein sozialphilosophisches Ordnungsprinzip: Von Thomas von Aquin bis zur „Civil Society“" veröffentlicht
Tillman Wormuth hat einen neuen Text hochgeladen
Die Rezeption Der Mittelalterlichen Sprachphilosophie in Der Theologie...
Seung-Chan Park, S-C Park
P Rosemann
L Bauloye
Heidegger Gesamtausgabe Bd. 23. Geschichte der Philosophie von Thomas ...
(Wintersemester 1926/27)
Martin Heidegger, Helmuth Vetter
0 Kommentare