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Wirtschaftspolitik im Kaiserreich

Titel: Wirtschaftspolitik im Kaiserreich

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2001 , 35 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Heiko Bubholz (Autor:in)

BWL - Wirtschaftspolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der Zeit des Kaiserreichs 1870/71-1918 stieg das vor allem durch Bismarcks Wirken geeinte Deutschland innerhalb kürzester Frist zu einer der führenden Industrienationen der Welt auf. Noch heute wird Bismarck als der geniale Diplomat gefeiert, der Deutschland nach der Reichseinigung zu dem verholfen hat, das diese Stellung in der Welt ausmachte. All das machte das Kaiserreich jedoch am Ende so überheblich, mitverantwortlich zu sein, einen Krieg vom Zaun gebrochen zu haben, in dem es selbst unterging. Doch nicht nur über Bismarck und die Auswirkungen seiner Bündnispolitik ist in den vergangenen Jahren in großem Umfang publiziert worden. Insbesondere die ökonomischen und wirtschaftspolitischen Aspekte, die maßgeblich zur Entwicklung des Kaiserreichs beitrugen, regten die Gemüter und brachten eine Vielzahl von Veröffentlichungen he rvor. Dennoch sind nicht alle Fragen dieser Ära zur Gänze behandelt. So scheint eine zusammenfassende, von ideologischen Interpretationen befreite Darstellung der wirtschaftspolitischen Entwicklung nicht zu existieren. Die Wirtschaftspolitik im Kaiserreich gehörte ebenso wie viele andere Bereiche des öffentlichen Lebens und der Politik der damaligen Zeit zum Spielball der ve rschiedensten Interessengruppen. Die Bedeutung die ihr hinsichtlich der volkswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung zukommt, behandeln viele Autoren am Rande. Da aber, wie Marx erklärt, „die Anatomie der bürgerlichen Gesellschaft in der politischen Ökonomie zu suchen sei“1, soll es Ziel dieser Arbeit sein, im begrenzten Rahmen die Entwicklung der Wirtschaftspolitik im Deutschen Kaiserreich, ihre Ursachen und Wirkungen sowie die Akteure in diesem Theater darzustellen. Keineswegs kann dabei Anspruch auf Vollständigkeit erhoben werden. Vielmehr soll anhand bestimmter Bereiche und ausgesuchter Persönlichkeiten versucht werden darzustellen, wie Wirtschaftspolitik damals gemacht und durchgesetzt wurde, und welchen Einflüssen die Handelnden ausgesetzt waren. In zeitlicher Hinsicht soll diese Arbeit auf die Jahre vor dem I. Weltkrieg begrenzt werden. Nach einleitenden theoretischen Überlegungen soll kurz der Wandel der deutschen Wirtschaft vom Agrar- zum Industriestaat betrachtet werden, bevor im Hauptteil auf die verschiedenen Phasen der Wirtschaftspolitik eingegangen wird. Die Namen Bismarck, Caprivi und Bülow stehen dabei für wirtschaftspolitische Umschwünge.[...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wirtschaftspolitik im Kaiserreich

2.1 Theoretische Betrachtung: Organisierter Kapitalismus oder Interventionsstaat?

2.2 Zusammenhang von Wirtschaftspolitik und Konjunkturzyklen

3. Wirtschaftspolitik im Wandel vom Agrar- zum Industriestaat

4. Phasen der Wirtschaftspolitik

4.1 Zollverein und Gründerboom

4.2 Gründerkrise, Große Depression und Protektionismus

4.3 Die Caprivi‘schen Handelsverträge

4.4 Landwirtschaftliche Agitation und Sammlungspolitik

5. Wirtschaftspolitik unter Bismarck, Caprivi und Bülow

5.1 Otto von Bismarck

5.2 Leo von Caprivi

5.3 Bernhard von Bülow

6. Wirtschaftspolitik und Imperialismus

7. Rückblick und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Entwicklung der Wirtschaftspolitik im Deutschen Kaiserreich zwischen 1871 und 1918, wobei insbesondere die Ursachen, Wirkungen und die zentralen handelspolitischen Maßnahmen im Fokus stehen. Ziel ist es, den Einfluss von Interessengruppen und führenden politischen Akteuren auf die wirtschaftliche Transformation vom Agrar- zum Industriestaat kritisch darzustellen.

  • Die Wechselwirkung zwischen politischem System und wirtschaftlicher Interessenvertretung
  • Die Übergangsphasen der deutschen Wirtschaftspolitik: vom Liberalismus zum Protektionismus
  • Die Rolle der Reichskanzler Bismarck, Caprivi und Bülow in der wirtschaftspolitischen Gestaltung
  • Die Auswirkungen von Handels- und Zollpolitik auf die gesellschaftliche Entwicklung
  • Der Zusammenhang zwischen Wirtschaftspolitik und imperialistischen Bestrebungen

Auszug aus dem Buch

4.2 Gründerkrise, Große Depression und Protektionismus

Die Phase der Hochkonjunktur der deutschen Wirtschaft kann so verstanden werden, dass die Rückständigkeit der Industrialisierung bzw. deren Verspätung aus ökonomischer Sicht durchaus Vorteile brachte, welche sich in einem um so deutlicheren und geradlinigeren Aufholprozess äußerte. Hentschel sieht eine Zäsur und eine zweite Welle der Industrialisierung der deutschen Wirtschaft in den Jahren nach 1895. Obwohl das Sozialprodukt zum Tiefpunkt der Krise 1879 noch um 40% über dem Stand von 1869 lag, zeigten die Wachstumsraten trotzdem eine relativ positive Entwicklung.

Der Zeitraum zwischen 1874 und 1895 ist als langfristige Deflationsphase anzusehen. Hentschel bezweifelt jedoch, dass Montan- sowie verwandten Branchen je unter der Großen Depression gelitten haben. Diese Sektoren prägt die Entwicklung der deutschen Wirtschaft in der Periode maßgeblich und gingen nach 1895 gestärkt aus der Krise hervor: „So wenig die Jahre vor 1895 für die Montan- und die metallverarbeitenden Industrien depressiv gewesen sind, so sehr hat die auf hohen Touren laufende Produktion dieser Branchen der Konjunkturphase nach 1895 den Stempel allgemeinen, bis dahin unbekannt starken und scheinbar kaum mehr ausgehaltenen Wachstums und Wohlergehens aufgedrückt“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema der Wirtschaftspolitik im Kaiserreich und Definition der Zielsetzung der Arbeit.

2. Wirtschaftspolitik im Kaiserreich: Theoretische Untersuchung der Konzepte "Organisierter Kapitalismus" und "Interventionsstaat" sowie deren Bezug zu Konjunkturzyklen.

3. Wirtschaftspolitik im Wandel vom Agrar- zum Industriestaat: Analyse des strukturellen Wandels Deutschlands und der damit verbundenen Verlagerung wirtschaftlicher Interessen.

4. Phasen der Wirtschaftspolitik: Detaillierte Betrachtung der verschiedenen handelspolitischen Epochen von den Anfängen bis zur Sammlungspolitik.

5. Wirtschaftspolitik unter Bismarck, Caprivi und Bülow: Untersuchung der spezifischen wirtschaftspolitischen Strategien und Handlungsspielräume der drei genannten Kanzler.

6. Wirtschaftspolitik und Imperialismus: Erörterung der engen Verknüpfung von handelspolitischen Interessen und dem deutschen Kolonialstreben.

7. Rückblick und Ausblick: Kritische Reflexion der Ergebnisse und abschließende Bewertung der wirtschaftspolitischen Entwicklung des Kaiserreichs.

Schlüsselwörter

Kaiserreich, Wirtschaftspolitik, Protektionismus, Handelsverträge, Interessensverbände, Bismarck, Caprivi, Bülow, Industriestaat, Agrarkrise, Kolonialpolitik, Imperialismus, Konjunktur, Sozialpolitik, Lobbyismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine fundierte historische Analyse der deutschen Wirtschaftspolitik zwischen 1871 und 1918 und beleuchtet die komplexen Verflechtungen zwischen Politik, Industrie und Landwirtschaft.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die Arbeit behandelt Themen wie die industrielle Transformation, den Aufstieg von Interessenverbänden, protektionistische Maßnahmen, Handelsverträge sowie die wirtschaftspolitischen Agenden verschiedener Reichskanzler.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Entwicklung der Wirtschaftspolitik im Kaiserreich, ihre Ursachen und Wirkungen sowie den Einfluss verschiedener Akteure auf die politischen Entscheidungsprozesse darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse und interpretiert historische Quellen, um den wechselhaften Verlauf der Wirtschaftspolitik in ihrem sozioökonomischen Kontext zu erklären.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert chronologisch die Phasen der Wirtschaftspolitik, beleuchtet den Einfluss der Akteure (Bismarck, Caprivi, Bülow) und untersucht die Wechselbeziehung zwischen Wirtschaft und Imperialismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Wirtschaftspolitik, Kaiserreich, Protektionismus, Industrie, Landwirtschaft, Interessenverbände und Handelspolitik.

Wie unterscheidet sich die Politik unter Bismarck von der unter Caprivi?

Bismarck setzte stark auf Schutzzölle und konservative Interessenvertretung, während Caprivi einen "Neuen Kurs" verfolgte, der Handelsverträge als Mittel der Modernisierung und zur Entlastung der Industrie einsetzte.

Welche Rolle spielten Interessensverbände bei der Gestaltung der Wirtschaftspolitik?

Interessensverbände wie der Bund der Landwirte oder der Centralverband Deutscher Industrieller übten maßgeblichen Druck auf politische Entscheidungen aus und beeinflussten den Verlauf der Handels- und Zollpolitik signifikant.

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Wirtschaftspolitik im Kaiserreich
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Wirtschaft im Deutschen Kaiserreich
Note
1,7
Autor
Heiko Bubholz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2001
Seiten
35
Katalognummer
V5549
ISBN (eBook)
9783638133937
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kaiserreich Bismarck Wirtschaftspolitik Caprivi Konzerne Sammlungspolitik Imperialismus Kolonien
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Heiko Bubholz (Autor:in), 2001, Wirtschaftspolitik im Kaiserreich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5549
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Leseprobe aus  35  Seiten
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