1 Einleitung 2
2 Zu Wolfgang Hildesheimer 3
3 Mimesis in der Literatur 4
4 Fiktionale und faktuale Texte 7
4.1 Erkenntnistheoretische Begriffsunterscheidung von Faktizität
und Realität 7
4.2 Fiktionaler Text 8
4.3 Faktualer-Text 8
4.4 Hinweise auf fiktionalen- oder faktualen Text 9
4.5 Auswirkungen fiktionaler Texte auf die Realität ihrer Leser und
H örer 10
5 Biografie und Konstruktion sozialer Wirklichkeit 11
6 Hildesheimers Stellungnahme zu Marbot 12
7 Fazit 14
8 Literatur 16
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1 Einleitung
Wolfgang Hildesheimer hat, nachdem er bereits die 1977 erschienene Biografie von Wolfgang Amadeus Mozart veröffentlichte, 1981 das Werk: „Marbot. Eine Biographie“ herausgebracht. Wie sich später herausstellte, handelte es sich dabei tatsächlich um keine Biografie des Sir Andrew Marbot, sondern um einen Roman.
In dieser Hausarbeit werde ich der Frage nachgehen, was die Absicht von Hildesheimer gewesen sein könnte, eine fiktive Biografie zu schreiben und diese als faktualen Text zu emittieren. Dabei werde ich nicht inhaltlich auf das Werk eingehen. Mir geht es tatsächlich rein um den Effekt des rhetorischen Einsatzes des fiktionalen Textes. Es sei an dieser Stelle festgestellt, dass die Leser von Hildesheimers „Marbot“ durch die bewusste Bezeichnung des Werkes als Biografie getäuscht wurden. Diese mussten annehmen, dass die Figur Sir Andrew Marbot wirklich existiert hat.
Zur Hinführung zu der Problematik werde ich ein Kapitel darauf verwenden die allgemeine Bedeutung der Mimesis in der Literatur darzustellen.
Um die Komplexität und den Reiz des Gegenstands der Biografie, nämlich die Beschreibung des Lebens eines Menschen, zu demonstrieren, werde ich das Thema aus sozialwissenschaftlicher Perspektive skizzieren.
Mithilfe der „Zeitschrift für Literatur“ aus dem Jahre 1989/90 mit dem Titel: „Wolfgang Hildesheimer“ werde ich Hildesheimers Beweggründe für das Täuschungsmanöver des Emittierens der fiktiven Biografie aus seiner Sicht darstellen.
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2 Zu Wolfgang Hildesheimer
Wolfgang Hildesheimer wurde am 9-Dezember-1916 als Sohn jüdischer Eltern in Hamburg geboren. Er lebte in Hamburg, Berlin, Cleve, Njimegen (Niederlande) und Mannheim bis er 1933 nach Palästina emigrierte. Zwischen 1934 und 1937 absolvierte er eine Tischlerlehre und nahm darüber hinmaus Unterricht in Möbeldesign und Innenarchitektur. Anschließend studierte er in London bis 1939 Malerei und Bühnenbildnerei an der „Central School of Arts and Crafts“. Nach darauffolgenden Tätigkeiten als Englischlehrer am „British Council“ in Tel Aviv und Informationsoffizier in Jerusalem wirkte er bei den Nürnberger Prozessen (1946-1949) als Simultanübersetzer und später als Redakteur. 1950 tritt Hildesheimer der Gruppe 47 (Forum für literarische Diskussion) bei. Nach einigen Jahren am Starnberger See siedelte er 1957 ins schweizerische Poschiavo (Graubünden). Dort verstarb er am 21-August-1991. Seit seiner ersten Erzählung, die 1950 in der Süddeutschen Zeitung erschien, veröffentlichte er zahlreiche literarische Werke und Hörspiele, wirkte an Fernsehspiel und Theaterstücken mit und stellte Zeichnungen und Collagen aus. Besonders möchte ich zum einen die 1977 erschienene Biografie von Wolfgang Amadeus Mozart, welche der Mozart-Forschung neue Impulse gab und wegen fiktiver Elemente in die Kritik geriet, erwähnen. Zum anderen ist zu erwähnen, dass Hildesheimer 1982 den Literaturpreis der schönen Künste für das 1981 erschienene Werk, „Marbot. Eine Biographie“, erhielt. (vgl. Köster 2006/Suhrkamp Verlag 2006)
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3 Mimesis in der Literatur
An dieser Stelle soll auf die Mimesis als poetologische Kategorie eingegangen werden. Dabei wird weder der Anspruch verfolgt, die Bedeutung dieser Kategorie für die Literatur der verschiedenen Epochen gänzlich zu beleuchten, noch werde ich differenziert auf die Entwicklung der weitreichenden semantischen Bedeutung von „Imitatio“ eingehen. Durch dieses Kapitel soll lediglich verdeutlicht werden, dass es zu allen Zeiten als eine besondere Herausforderung der Literatur galt, die Natur in ihrer Gänze, also nicht nur das Tatsächliche, die empirische Wirklichkeit, sondern ebenfalls das Mögliche darstellen zu können.
„Die Mimesis (älteres Griechisch µίµησις, „die Nachahmung“, heute µίµηση, mímisi) bezeichnet das Vermögen, mittels einer körperlichen Geste eine Wirkung zu erzielen. Mimesis heißt eigentlich nicht Nachahmung, sondern Vorahmung. Für den Romanisten Erich Auerbach ist die Mimesis die "Interpretation des Wirklichen durch die literarische Darstellung". - Im Gegensatz dazu steht die Diegesis (griechisch διήγησις), das Zeigen und Erzähle.“ (Wikipedia 2006).
Innerhalb der deutschen Literaturgeschichte wird der
Nachahmungsgedanke bereits bei Martin Opitz (1597-1639), dem Begründer der schlesischen Dichterschule, thematisiert. „Das ferner die Poeten mit der warheit nicht allzeit vbereinstimmen / ist zum theil oben deßenthalben Vrsache erzehlet worden / vnd soll man auch wissen / das die gantze Poeterey im nachäffen der Natur bestehe / vnd die dinge nicht so sehr beschreibe wie sie sein / als wie sie etwan sein köndten oder sollten.“
(Opitz 1624, S. 350, zitiert nach Petersen 2000, S. 137) Martin Opitz greift dabei auf die Worte Aristoteles zurück, aus dessen Sicht die Poetik die Wirklichkeit auch unter dem Aspekt der Möglichkeit und nicht nur der Wirklichkeit erörtert. (vgl. Petersen 2000, S. 138)
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Arbeit zitieren:
Axel Kelm, 2006, Fiktionalität als rhetorisches Mittel , München, GRIN Verlag GmbH
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Leider bin ich von dieser Hausarbeit sehr enttäuscht. Sie ist tendenziell oberflächlich und berührt das eigentliche Thema, auf welches der Titel verweist, nur am Rande. Auch stilistisch entspricht sie nicht meinen Erwartungen an eine Hauptseminarsarbeit.
am Friday, October 01, 2010-