Inhaltsverzeichnis
1. Historische Einordnung 3
2. Abgrenzung und Kontext 4
3. Übersetzungsvergleich 5-7
4. Synoptischer Vergleich 7-9
5. Literar- und Formkritik
5.1. Literarkritik 9-10
5.2. Formkritik 10-12
6. Einzelexegese 12-16
7. Theologische Zusammenfassung 17-19
8. Literaturliste 22
2
1. Historische Einordnung
Der Name des Verfassers des Lukasevangeliums ist leider nicht bekannt, da er ihn nicht nennt. Es ist aber davon auszugehen, dass die Apostelgeschichte und das Lukasevangelium vom selben Autor verfasst worden sind. Ein mögliches Indiz hierfür ist es, dass es hier nicht nur eine theologische Nähe, sondern auch Gemeinsamkeiten in terminologischer Hinsicht gibt (vgl. Apg 13,38f, Lk 18,14, anklingen der Rechtfertigungslehre). 1 Diese Gemeinsamkeiten können einerseits auf eine gemeinsame Verfasserschaft hinweisen, andererseits aber auch auf literarische Weise vermittelt sein. Es gibt aber auch Stimmen, die gegen die Verfasserschaft des Paulusmitarbeiters Lukasplädieren und einwenden, dass er sich theologisch zu stark von Paulus unterscheide. 2 Augenzeugen werden in der Apg namentlich leider nicht erwähnt, die hier Aufschluss geben könnten. 3 Auffällig im Gegensatz zu MT und Mk ist auch, dass bei Lk der Autor als individuell sichtbar wird. 4 Das „Ich“ am Anfang bei Lk 1,3 und bei Apg 1,1 macht dies deutlich. „Seit Irenäus (um 180) gilt als Autor der Paulusbegleiter Lukas (Phlm 24, vgl. Kol 4,14, wo Lukas als Arzt bezeichnet ist, und 2 Tim 4,11; nach dem Canon Muratori war Lukas „litteris studios“, also ein gebildeter Mann).“ 5 Letztlich bleibt der Verfasser von Lk (und der Apg) jedoch aufgrund fehlender Indizien unbekannt.
Auch auf die Frage ob Lukas Juden- oder Heidenchrist war, gibt es keine eindeutige Antwort in der Literatur. Zwar kürzt Lk die Gesetzesdebatten aus Mk. Eine Parallele zu den Passagen über das Gesetz, wie bei Markus 7, 1-23 oder Mk 10 1-12, lässt sich bei Lukas nicht finden. Das Verständnis des Gesetzes, wie man es im Gegensatz hierzu in der Apostelgeschichte finden kann, ist sehr unjüdisch. Hieraus kann man folgern, dass er kein Jude war, obwohl er die Bräuche gut kennt und sie sachlich zutreffend darstellt. 6 Andererseits ist Lukas mit jüdischen Sitten vertraut, wie zum Beispiel die Schilderung des Synagogengottesdienstes in Lk
1 vgl. Conzelmann/ Lindemann: Arbeitsbuch zum Neuen Testament, S.343
2 vgl. Calwer: Bibellexikon, S.847
3 vgl. Conzelmann/ Lindemann: Arbeitsbuch zum Neuen Testament, S.343
4 vgl. Conzelmann/ Lindemann: Arbeitsbuch zum Neuen Testament, S342
5 Conzelmann/ Lindemann: Arbeitsbuch zum Neuen Testament, S.342
6 vgl. Calwer: Bibellexikon, S.848
3
4,16ff zeigt, somit ist es zwar unwahrscheinlicher aber nicht undenkbar, dass er Diaspora-Jude war. 7
Lk ist ebenso wie Mt (und wohl auch Mk) 70 n. Chr. verfasst worden. Ein Indiz hierfür ist, dass in Lk 21,20 auf die Belagerung Jerusalems am Ende des Jüdischen Krieges und auf die Zerstörung Jerusalems angespielt wird. Über den Entstehungsort lässt sich hingegen nichts Genaues sagen. Vermuten lässt sich jedoch ein städtisches Umfeld oder ein kirchliches Zentrum (vgl. Lk 1,2f), da Lukas wie auch Mt, das Markusevangelium und die Quelle Q zur Verfügung standen. 8
2. Abgrenzung und Kontext
Das Kapitel 14 stellt bereits die Bedeutung eines Gastmahles heraus. In Lk 14, 1-24 wird hervorgehoben, wie wichtig es ist, wenn man miteinander isst oder auch miteinander des Weges geht (LK 14,25). 9 Die in 15, 2 angesprochene Tischgemeinschaft ist somit in ihrer Bedeutung vorab schon spezifiziert worden. Aber auch in Kapitel 13 gibt es bereits Parallelen in der textlichen Struktur. Auf die Ausgangssituation (13,1/ 15, 1-2) folgt bei beiden Kapiteln ein symmetrisches Doppelbeispiel. Beide Teile sind in Frageform gehalten (13,2-5/ 15, 3-10) und auf beide folgt ein breiter ausgeführtes Gleichnis (13, 6-9/ 15,11-32). Beide Male leitet der Redner seinen Schluss, den er aus dem angeführten Beispiel zieht, mit den Worten „Ich sage euch“ ein (13,3/15, 7 und 10). 10 Die Rede Jesu geht in Kapitel 16 und 17 weiter, wobei nun die Jünger das Publikum bilden.
7 vgl. Conzelmann/ Lindemann: Arbeitsbuch zum Neuen Testament, S.343
8 vgl. Conzelmann/ Lindemann: Arbeitsbuch zum Neuen Testament, S.344
9 vgl. Bovon: Das Evangelium nach Lukas, S.15
10 vgl. Bovon: Das Evangelium nach Lukas, S.16
4
3. Übersetzungsvergleich
Hier folgt der Vergleich dreier Bibelübersetzungen des Gleichnisses Lk 15, 1-7. Hierzu werden die Luther-, die Elberfelder und die Einheitsübersetzung zu rate gezogen. Bei dem nun folgenden Vergleich wird Vers für Vers vorgegangen.
Vers 1:
Während sich bei der Luther- und der Elberfelderübersetzung sich die Zöllner und Sünder Jesus „nahen“ fehlt diese genauere Beschreibung in der Einheitsübersetzung hier „kamen“ sie „zu ihm“.
Während Elberfelder- und Einheitsübersetzung bei der Mengenanzahl von „allen“ Zöllnern und Sünder sprechen, wird in der Lutherübersetzung von „allerlei“ Zöllnern und Sündern gesprochen.
Vers 2:
In diesem Vers unterscheidet sich die Einheitsübersetzung am stärksten von den anderen beiden Übersetzungen. Während bei der Luther- und der Elberfelderübersetzung Pharisäer und Schriftgelehrte „murren“, beschreibt die Einheitsübersetzung ihre Missbilligung mit „empörten sich“. Anschließend unterscheiden sich auch Luther- und Elberfelderübersetzung indem die erste von „nimmt die Sünder an“ und die zweite von „nimmt Sünder auf“ spricht. Bei der Einheitsübersetzung hingegen fehlt der Aspekt des Aufnehmens ganz. Hier lautet der Ausspruch der Pharisäer und Schriftgelehrten „gibt sich mit Sündern ab“. Ebenso wird bei der Einheitsübersetzung zur Verstärkung der Empörung darüber, dass Jesus mit den Sündern isst, noch ein „sogar“ eingefügt.
Vers 3:
In Vers 3 finden wir eine kleinere Abweichung der Verbform, die beschreibt, wie Jesus sich seinen Zuhören zuwendet, um ihnen das folgende Gleichnis zu berichten; „sagte“ (Luther), „sprach“ (Elberfelder) und „erzählte“ (Einheitsübersetzung).
5
Während Luther- und Elberfelderübersetzung das Besondere an der Reaktion Jesus gemeinsam durch ein „aber“ verstärken, fehlt diese Hervorhebung bei der Einheitsübersetzung.
Vers 4:
Im folgenden Vers beginnen die Worte Jesu bei Luther- und Elberfelderübersetzung mit „Welcher Mensch ist unter euch…“ während die Einheitsübersetzung von „Wenn einer von euch…“ spricht. Benutzen Lutherbibel und Einheitsübersetzung beim Verb „verlieren“ die Gegenwartsform („wenn er eins von ihnen verliert“/ „und eines davon verliert“) so wird in der Elberfelderbibel die Vergangenheitsform verwendet („eins von ihnen verloren hat“). Bei der Luther- und der Elberfelderbibel ist der Ort des Geschehens durch „in der Wüste“ bei der Einheitsübersetzung hingegen durch „in der Steppe“ beschrieben.
Vers 5:
Bei Luther- und Elberfelderbibel „legt“ sich der Hirte das Schaf auf die Schultern bei der Einheitsübersitzung „nimmt er es… auf die Schultern“.
Vers 6:
Elberfelder- und Einheitsübersetzung sprechen hier vom nach Hause kommen, Luther kürzt dies in seiner Sprache auf „und wenn er heimkommt“. Während Elberfelder- und Einheitsübersetzung das Rufen der Freunde und Nachbarn durch das Wort „zusammen“ verstärken, kürzt Luther dieses Wort raus.
Vers 7:
Während alle drei Übersetzung mit den Worten „Ich sage euch“ beginnen, unterscheiden sie sich im Folgenden deutlich. Bei Luther- und Einheitsübersetzung wird der Vergleich zwischen dem Gleichnis und dem göttlichen Bezug auf die ganze Menschheit durch den Zusatz „auch“ verstärkt („So wird auch Freude im Himmel…“/ „Ebenso wird auch im Himmel…“) bei der Elberfelderübersetzung fehlt es („So wird Freude im Himmel sein…). Anschließend unterscheidet sich die Einheitsübersetzung von den beiden anderen durch die Betonung „einen einzigen Sünder“ sowie der Unterscheidung von der in
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Arbeit zitieren:
Anja Klein, 2005, Das Gleichnis 'Vom verlorenen Schaf', Lukas 15, 1-7, München, GRIN Verlag GmbH
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Das verlorene Schaf Lk 15,3-7: Eine Analyse
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