II
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 1
2. Theoretische Grundlagen 2
2.1 Funktionsweise von Investmentfonds 2
2.2 Regulatorischer Rahmen 2
2.3 Arten von Investmentfonds 3
2.3.1 Aktienfonds 3
2.3.2 Rentenfonds 4
2.4 Ziele der Investmentfondsanleger 5
2.5 Vorteile von Investmentfonds 6
2.6 Nachteile von Investmentfonds 6
3. Vergleichende Analyse. 8
3.1 Vergleichskriterium Renditeaussicht. 8
3.2 Vergleichskriterium Risikoneigung. 10
3.3 Vergleichskriterium Steuerbelastung 13
3.4 Vergleichskriterium Kostenfaktoren 15
4. Zusammenfassung. 18
5. Abkürzungsverzeichnis 20
6. Literaturverzeichnis 21
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1. Einleitung
Investmentfonds setzen sich als Geldanlage immer mehr durch. In den Vereinigten Staaten und in Großbritannien sind etwa Aktienfonds für die Altersvorsorge längst selbstverständlich. Für die deutschen Anleger galt das bisher weniger, da für sie in Bezug auf die Rente die Sicherheit der Anlage am wichtigsten war und Aktienfonds dabei durch das Raster fielen. Eine kontinuierliche Aufklärung über die Chancen und Risiken von Investmentfonds führt jedoch dazu, dass sich auch die Anleger in Deutschland dieser Anlagemöglichkeit allmählich öffnen. In der Tat gibt es für jedes Anlageziel den passenden Investmentfonds. Gerade für die zunehmend wichtiger werdende private Vorsorge bieten sich Aktienfonds an, da sie vor allem über einen langen Zeitraum ihre Stärken sehr gut ausspielen können.
Obwohl in Deutschland auch Immobilien-, Geldmarkt- und Hedgefonds zum Vertrieb zugelassenen sind, widmet sich der Autor der Hausarbeit ausschließlich den Aktien- und Rentenfonds. Diese haben sich in der Vergangenheit bewährt, darüber hinaus eignen sie sich für die meisten Anlageziele. Alle genannten Fonds gehören zur Gruppe der Publikumsfonds, d. h. sie stehen allen Anlegern offen. Die Spezialfonds und geschlossenen Fonds, die nur bestimmten Investoren zugänglich sind, werden angesichts des erheblichen Umfangs nicht erörtert.
Im Kern werden Aktien- und Rentenfonds einer stets aus Anlegersicht vergleichenden Analyse bezüglich Renditeaussicht, Risikoneigung, Steuerbelastung und Kostenfaktoren unterzogen. Dazu wird zunächst die Funktionsweise von Investmentfonds skizziert, bevor der Verfasser sowohl Aktien- wie auch Rentenfonds kurz beschreibt sowie die wichtigsten Vor- und Nachteile dieser Fondstypen aufzeigt. Daneben werden die grundlegenden Anlageziele aus Sicht der privaten Investoren dargestellt, da sie entscheidend für die Rendite bzw. das Risiko sind. Die anschließende Analyse vergleicht die Aktien- und Rentenfonds nach den oben genannten Aspekten. Dabei geht der Autor auch auf einzelne Ausprägungen dieser Fondstypen ein. Mit einer Zusammenfassung schließt die Hausarbeit ab.
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2. Theoretische Grundlagen
2.1 Funktionsweise von Investmentfonds
Investmentfonds werden von Kapitalanlagegesellschaften (auch Fonds- oder Investmentgesellschaften genannt) aufgelegt. Um an der Vermögensanlage mit Fonds zu partizipieren, überweisen viele Anleger ihre Gelder der KAG, deren Fondsmanager von den zugeführten Einlagen Wertpapiere kauft. 1 Diese Fondsmanager werden von Analysten unterstützt, die in regelmäßigen Abständen ausgewählte Unternehmen besuchen und detaillierte Auskünfte über die aktuelle Lage und weitere Entwicklung der betreffenden Gesellschaft mit dem Management einholen. Die Berichte der Analysten bilden die Grundlage für die Entscheidung der Fondsmanager, welche Werte neu in den Fonds aufgenommen werden bzw. welche Werte aus dem Fonds herausgenommen werden. Grundprinzip von Investmentfonds ist die einfache Möglichkeit zur Risikostreuung, die auch mit dem Fachbegriff Diversifikation bezeichnet wird. Mit der Einlage vieler Anleger werden hohe Beträge eingesammelt. Der Fondsmanager kann damit in viele unterschiedliche Wertpapiere investieren und so das Kursrisiko vermindern, denn jedes einzelne Wertpapier birgt neben der Chance auf Gewinn auch die Gefahr eines Verlustes. 2
An dieser Vermögensverwaltung können sich die Investoren in der Regel ab einer Einmalanlage von 500 Euro beteiligen. Regelmäßige Einzahlungen sind bei den meisten Fonds von 50 Euro an möglich. Mit der Einzahlung in einen Investmentfonds erwerben die Anleger an diesem Fonds Anteile in Form von Anteilscheinen bzw. Investmentzertifikaten. Der Wert eines Fondsanteils bemisst sich nach der Summe sämtlicher Vermögenswerte eines Fonds (so genannter Inventarwert), dividiert durch die Anzahl der ausgegebenen Fondsanteile. 3
2.2 Regulatorischer Rahmen
Die rechtlichen Grundlagen für den Umgang mit Investmentfonds werden in Deutschland durch das InvG bzw. das InvStG gelegt. 4 Sie regeln die Organisation, die Aufsicht, den Vertrieb sowie die steuerlichen Rahmenbedingungen von Fondsgesellschaften. Hierbei klären sie auch den Begriff des Fonds und beschreiben die Aufgabenverteilung im Investment-Dreieck zwischen Investoren, Depotbank und Fondsmanager. 5
1 Aktien-, Renten-, Geldmarkt-, Immobilien- und Hedgefonds werden unter dem Oberbegriff Investmentfonds zusammengefasst.
2 Vgl. dazu: Aehling, Investmentfonds, 2004, S. 1-2.
3 Vgl. dazu: Verbraucher-Zentrale NRW (Hrsg.), Investmentfonds, 2000, S. 36.
4 Das InvG wurde durch das Investmentmodernisierungsgesetz geschaffen und reformierte auf Initiative der Bundesregierung folgende
bis dahin geltende Regelungen:
Gesetz über Kapitalanlagegesellschaften (KAGG) und
Auslandinvestment-Gesetz (AuslInvestmG).
Diese gelten seit seinem Inkrafttreten am 01.01.2004 nicht mehr.
5 Vgl. dazu: Achleitner, Handbuch Investment Banking, 1999, S. 653, vgl. dazu auch: O. V., Investmentgesetz , 2003, § 1 InvG ff.
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ung faktisch ausgeschlossen. KAG, die ihre Fonds in Deutschland vertreiben wollen, unterliegen strengen gesetzlichen Bestimmungen, die im InvG festgelegt sind. Diese betreffen unter anderem das oben erwähnte Prinzip der Risikostreuung. Für jede Investition in ein einzelnes Wertpapier besteht die Möglichkeit eines Totalverlustes. Daher muss ein Fondsvermögen grundsätzlich auf mindestens 16 verschiedene Werte gestreut sein. 9 Durch diese Risikostreuung besteht die Gefahr eines Totalverlustes (aller Wertpapier) allein theoretisch, aber nicht praktisch. Darüber hinaus ist die KAG verpflichtet, die Fondsanteile ihrer Anleger jederzeit zum jeweils aktuellen Anteilswert zurückzunehmen und den Gegenwert in bar auszuzahlen. Das InvG schreibt weiter zwingend vor, dass die Fondsgesellschaften das Kapital der Anleger getrennt von ihrem eigenen Vermögen zu halten haben. Selbst im Falle eines Konkurses einer KAG bleiben die verwalteten Fonds unberührt. Das Fondsvermögen gehört allein den Anlegern und ist gesetzlich vor dem Zugriff anderer geschützt. 10 Im KWG ist festgelegt, dass das Investmentgeschäft ein Bankgeschäft darstellt. KAG unterliegen damit den gleichen gesetzlichen Bestimmungen wie die deutschen Banken. Sie gelten als Spezialinstitute, weil sie ausschließlich das Fondsgeschäft betreiben. In Deutschland unterliegen sämtliche Fondsgesellschaften der Aufsicht der BaFin. 11 Daneben unterliegen die Investmentfonds ihren eigenen Anlagegrundsätzen, die in einer Satzung festgelegt und jedem Anleger zur Einsicht offen gelegt werden müssen. 12
2.3 Arten von Investmentfonds
2.3.1 Aktienfonds
Aktienfonds halten Aktien einer großen Zahl von Unternehmen. In der Praxis enthält das Sondervermögen dieser Fondsart sehr oft 100 oder mehr verschiedene Aktien. Mit dem Kauf von Aktienfonds verteilen die Anleger ihr eingezahltes Geld so auf viele Unternehmen und partizipieren an der Performance der Aktien. Da der Wert eines Unternehmens an den Börsen nicht jeden Tag gleich hoch eingeschätzt wird, schwanken mit der Einschätzung des Unternehmens auch die Kurse seiner Aktien - und somit auch die Kurse eines Aktienfonds, der die Aktien des Unternehmens hält. Die Schwankung um den Mittelwert wird auch als Volatilität bezeichnet und stellt das Risiko dieser Vermögensanlage dar.
6 So gab es in Luxemburg keine Quellensteuer, später auch keine Zinsabschlagsteuer, außerdem waren die Anlagemöglichkeiten und -
richtlinien im dortigen Investmentrecht großzügiger als in Deutschland gefasst. Nicht zuletzt arbeitete die dortige Zulassungsstelle für
Investmentfonds schneller und unbürokratischer als hierzulande.
7 Vgl. dazu: Wachtendorf, Kursbuch Investmentfonds, 2002, S. 36 ff.
8 Für weitergehende Information sei auf die Informationsbroschüre des Bundesverbandes Investment und Asset Management eV (BVI)
verwiesen, die die Statuierung des InvG analysiert und bewertet hat.
9 Investmentfonds, die die Gelder der Anleger in Gebäude und Grundstücke investieren (offene Immobilienfonds), müssen das ihnen an-
vertraute Vermögen auf mindestens zehn Grundstücke streuen.
10 Vgl. dazu: Aehling, Investmentfonds, 2004, S. 11 ff.
11 Vgl. dazu: O. V., Kreditwesengesetz , 1998, § 1 (1) Nr. 7 KWG.
12 Beispielsweise unter Zuhilfenahme eines Verkaufsprospektes. Der Verkaufsprospekt muss die für eine Anlageentscheidung erforderli-
chen Informationen enthalten (Kurzdarstellung des Sondervermögens, Anlageinformationen und wirtschaftliche Informationen sowie
Angaben zum Erwerb und zur Veräußerung von Anteilen).
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In den Aktienfonds sind neben Aktien aber auch andere Geldanlagen enthalten, wofür es vor allem zwei Gründe gibt. Das InvG sieht vor, dass Fondsanleger jederzeit durch die Anteilsrückgabe über ihr eingezahltes Kapital verfügen können. Um dies permanent zu gewährleisten, ohne sofort Aktien verkaufen zu müssen, sind die Aktienfonds gezwungen, auch Barmittel und kurzfristige Geldanlagen, die so genannte Barreserve, vorzuhalten. 13 Um Wertentwicklungen abzusichern bzw. Kursrückgänge abzufedern, halten viele Aktienfonds zudem auch Optionen und andere Derivate in ihren Depots.
Ursprünglich legten Aktienfonds ihr Sondervermögen weltweit an. Hier gibt es keine Beschränkungen hinsichtlich der Branchen und Länder, in die das Kapital der Anleger angelegt wird. Inzwischen existiert jedoch eine Vielzahl von Fonds auf dem Markt, die nur Aktien bestimmter Regionen 14 oder Länder kaufen. Weitere wichtige Unterkategorien stellen Branchen- 15 , Nebenwerte- 16 oder Ökofonds 17 dar. 18 Das Kennzeichen der Aktienfonds ist die hohe Renditeaussicht, die aber generell mit einer hohen Risikoneigung einhergeht. 19
2.3.2 Rentenfonds
Bei Rentenfonds wird das Vermögen überwiegend in verzinsliche Wertpapiere - auch Anleihen, Renten oder Bonds genannt - investiert. Bei solchen Papieren leiht der Anleger dem Emittent einer Anleihe für einen bestimmten Zeitraum einen bestimmten Geldbetrag. Dafür erhält er in der Regel jährliche Zinsen und am Ende der Laufzeit den Geldbetrag zurück. Emittenten können z. B. Staaten oder Unternehmen sein. Rentenfonds investieren nach dem Prinzip der Risikostreuung in ein ganzes Paket unterschiedlicher Anleihen, wobei in der Regel ein Anlageschwerpunkt und eine bestimmte Strukturierung des Fondsportfolios festgelegt sind. Charakteristisch für Rentenfonds ist die deutlich niedrigere Volatilität der darin enthaltenen Anleihen im Vergleich zu Aktienfonds. 20 Das Angebot an Rentenfonds hat sich in den vergangenen Jahren breit aufgefächert. Sowohl in Bezug auf die Laufzeiten als auch über die regionalen Schwerpunkte und die Bonität der Emittenten hat eine starke Ausdifferenzierung stattgefunden. Zunächst kann man Rentenfonds mit kürzer oder länger laufenden Anleihen unterscheiden. Zweites Differenzierungsmerkmal ist, ob auf Euro lautende (Euro-Rentenfonds) oder auf andere Währungen lautende Anleihen (Fremdwährungs-Rentenfonds) Anlageschwerpunkte sind. Auch mit Rentenfonds lässt sich wie bei Aktienfonds in Regionen oder speziellen Ländern Kapital anlegen. Drittes Merkmal ist die Zahlungsfähigkeit und -willigkeit des Schuldners, die versprochenen Zinsen und das geliehene Kapital zurückzahlen zu können. Diese Bonität wird von Rating-Agenturen 21 bewertet und in Kategorien bzw. Noten eingeteilt. Hierbei gilt im Grundsatz: je schlechter die Bonität des Emittenten, desto höher der Zinskupon
13 Der Anteil der Barreserve am Sondervermögen schwankt von Fonds zu Fonds und im Zeitverlauf. Er liegt in der Regel unter 10%.
14 Aktienfonds, die ausschließlich Aktien europäischer, asiatischer oder amerikanischer Unternehmen kaufen.
15 Diese Investmentfonds investieren ausschließlich in bestimmte Branchen, z. B. in Technologie- Biotech- oder Rohstoffwerte.
16 Aktienfonds, die Aktien von solchen Unternehmen kaufen, deren Marktkapitalisierung kleiner als z. B. 500 Millionen Euro ist.
17 Diese Fonds kaufen nur Aktien von Unternehmen, die ökologisch denken und handeln. Was unter „ökologischem Handeln“ zu verste-
hen ist, bleibt häufig unklar. Große Ölkonzerne sind u. a. Hersteller von Solarzellen und gleichzeitig mitverantwortlich für den Treib-
hauseffekt. Eine Auswahl von nur ökologisch handelnden Firmen zu treffen, ist nach Ansicht Essers fast unmöglich.
18 Vgl. dazu: Esser, Investmentfonds, 2001, S. 56 ff.
19 Der Rendite- und Risikoaspekt von Aktienfonds wird in den Kapiteln 3.1 sowie 3.2 detailliert erläutert.
20 Vgl. dazu: Achleitner, Handbuch Investment Banking, 1999, S. 659.
21 Beispielsweise Standard & Poor's, Morningstar, Moody’s oder Feri Trust.
Arbeit zitieren:
Diplom-Betriebswirt (FH) Christoph Geißler, 2005, Investmentfonds - Eine vergleichende Analyse, München, GRIN Verlag GmbH
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