Die Geschichte Spartas ist in der letzten Zeit wieder mehr in das Auge der Historiker gerückt. Dies war mit unter auch einer der Gründe, weshalb am Lehrstuhl für Alte Geschichte 2003 ein Seminar über Sparta in archaischer und klassischer Zeit abgehalten wurde.
Teil dieses Seminars waren natürlich auch die Messenischen Kriege, die als eine spartanische Art der Kolonisation gesehen werden, da Sparta nur die Kolonie Tarent außerhalb Griechenlands gründete. Ferner werden die Veränderungen im Heereswesen Spartas betrachtet, die auf Grund von verschiedenen Veränderungen der Gegner Spartas nötig wurden.
Für diese Arbeit wurden verschiedene antike Autoren als Quellen verwendet. So unter anderem auch Pausanias und Herodot. Dazu wurden auch Meinungen führender Althistoriker wie Cartledge oder Parker betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Vorgeschichte der Messenischen Kriege
3. Der 1. Messenische Krieg
4. Der Wandel in der Kriegstechnik nach dem 1. Messenischen Krieg
5. Der 2. Messenische Krieg
6. Kurzer Ausblick auf weitere Messenische Kriege
7. Fazit
8. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen der Seminararbeit
Die vorliegende Seminararbeit untersucht die Messenischen Kriege unter historischer und militärgeschichtlicher Perspektive, um deren Bedeutung für die Expansion und Konsolidierung Spartas sowie für die Entwicklung der antiken Kriegsführung aufzuzeigen.
- Historische Einordnung der Messenischen Kriege als Instrument lakedaimonischer Expansionspolitik.
- Analyse der sozioökonomischen Gründe für die Kriege, insbesondere der Bevölkerungsentwicklung.
- Untersuchung der militärischen Evolution, insbesondere der Entwicklung und Taktik der Phalanx.
- Bewertung der Auswirkungen auf das Staatsgefüge Spartas und die Rolle der Heloten.
- Kritische Würdigung der Überlieferung zu einem möglichen 3. und 4. Messenischen Krieg.
Auszug aus dem Buch
4. Der Wandel in der Kriegstechnik nach dem 1. Messenischen Krieg
Kurz nach dem 1. Messenischen Krieg gab es ein außergewöhnliches Ereignis. Im Jahre 669 v. Chr., dem 4.Jahr nach der 27. Olympiade und dem Jahr als Peisistratos Archont in Athen war, fand die Schlacht bei Hysiai statt. Hier unterlag Sparta seinem Erzfeind Argos bei den Ruinen der Stadt Hysiai. Diese Niederlage bedeutete eine größere Schwächung Spartas. Der vermutliche Grund für diese Niederlage bestand darin, dass Argos schon in der Phalanx kämpfte, während die Lakedaimonier noch in loser Formation wie in den Dark Ages kämpften.
In den von ca. 1000 – 700 v. Chr. andauernden Dark Ages wurde noch locker organisiert gekämpft. Die Bewaffnung der Krieger bestand meist aus einem Harnisch aus Leinen oder Leder, einem kleinen Schild und einem Helm. Gekämpft wurde zumeist mit einem Speerpaar sowie manchmal einem Schwert. Ein Hoplit der archaischen und klassischen Zeit dagegen war viel schwerer bewaffnet. Er hatte zum einen einen Glockenharnisch. Dieser bestand aus zwei Bronzeplatten. Diese waren für den Schutz von Brust und Rücken gedacht und mit Lederriemen verbunden.
Zum anderen verfügten Hopliten über einen Helm, der fast den ganzen Kopf schützte, während der Helm aus den Dark Ages meist das Gesicht ohne Schutz ließ. Ferner hatte er Beinschienen aus Bronze, sowie einen 2-3 Meter langen Speer. Er besaß außerdem ein Schwert und einen großen Rundschild. Dieser bestand aus Holz und hatte einen Bronzerand.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Fokus auf die Messenischen Kriege als Instrumente spartaischer Kolonisation und beleuchtet deren Bedeutung für die militärische Entwicklung sowie die historische Konsolidierung Messeniens.
2. Vorgeschichte der Messenischen Kriege: Dieses Kapitel erörtert die geographischen Gegebenheiten Messeniens als Ausgangspunkt der Konflikte und thematisiert die spärliche Quellenlage zur prä-spartanischen Sozialstruktur.
3. Der 1. Messenische Krieg: Hier werden die Gründe für den Ausbruch des Krieges – vor allem der Bevölkerungsdruck – sowie der Verlauf der militärischen Auseinandersetzungen und die Versklavung der Bevölkerung zu Heloten analysiert.
4. Der Wandel in der Kriegstechnik nach dem 1. Messenischen Krieg: Dieses Kapitel untersucht die Auswirkungen der Niederlage gegen Argos bei Hysiai auf die militärische Evolution Spartas und beschreibt den Übergang zur schweren Hoplitenbewaffnung.
5. Der 2. Messenische Krieg: Die Darstellung umfasst den Aufstand der Heloten, die Bündniskonstellationen und die langwierige Belagerung der Festung Hira, welche den endgültigen Machtanspruch Spartas besiegelte.
6. Kurzer Ausblick auf weitere Messenische Kriege: Eine kritische Untersuchung der historischen Evidenz bezüglich angeblicher dritter und vierter Messenischer Kriege, die häufig legendären Charakter tragen oder nur unzureichend belegt sind.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Bedeutung der Kriege als essenzielles Element zur Etablierung Spartas als Großmacht zusammen und ordnet ihre historische Tragweite ein.
8. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primärquellen und der wissenschaftlichen Sekundärliteratur.
Schlüsselwörter
Sparta, Messenien, Messenische Kriege, Lakedaimonier, Hopliten, Phalanx, Heloten, Kolonisation, Kriegstechnik, Schlacht bei Hysiai, Antike, Militärgeschichte, Bevölkerungswachstum, Peloponnes, Antike Kriegsführung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die militärischen und politischen Konflikte zwischen Sparta und Messenien, die unter dem Begriff der Messenischen Kriege bekannt sind, und untersucht deren Auswirkungen auf die Entwicklung des spartanischen Staates.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Expansionspolitik Spartas, die sozioökonomischen Hintergründe dieser Kriege, die Entwicklung der antiken Bewaffnung (Hopliten) und die dauerhafte Unterwerfung der messenischen Bevölkerung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Verlauf der Kriege zu skizzieren, die Gründe für die militärischen Veränderungen nach der Schlacht bei Hysiai darzulegen und die historische Bedeutung der Ereignisse für die griechische Welt zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine Analyse antiker Quellen wie Pausanias, Tyrtaios und Strabon sowie auf moderne sekundärwissenschaftliche Forschung zur antiken Militärgeschichte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorgeschichte, die detaillierte Betrachtung des ersten und zweiten Messenischen Krieges, eine Analyse der Waffentechnik und der Phalanx-Taktik sowie einen Ausblick auf die umstrittenen späteren Kriege.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Sparta, Messenien, Phalanx, Hopliten, Heloten und die militärische Expansion im archaischen Griechenland.
Warum spielt die Schlacht bei Hysiai eine so zentrale Rolle für die militärische Entwicklung Spartas?
Die Niederlage gegen Argos bei Hysiai markierte für Sparta einen Wendepunkt, da sie die Unterlegenheit der bisherigen losen Kampfformationen gegenüber der Phalanx aufzeigte und somit den Druck zur militärischen Modernisierung erhöhte.
Wie bewertet die Arbeit die Existenz eines 3. und 4. Messenischen Krieges?
Der Autor stellt fest, dass für einen dritten Krieg kaum Beweise existieren, während die Quellenlage zu einem vierten Krieg, ausgelöst durch das Erdbeben von 464 v. Chr., eine deutlichere historische Grundlage bietet.
- Arbeit zitieren
- Burkhard Werner (Autor:in), 2003, Die Messenischen Kriege, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/55653