Einleitung 3
1 Definitionen Behinderung, Sehbehinderung, Blindheit und Sehschädigung 3
2 Blinde und Sehbehinderte im Internet 4 3 Voraussetzungen 4
3.1 Der Großbildmonitor und der Screen Magnifier 4 3.2 Der Screenreader 5 3.3 Die Sprachausgabe 6 3.4 Die Spracheingabe 7 3.5 Die Braillezeile
3.6 Die Tastenhilfe/ Tastatureingabe 3.7 Weitere Hilfsmittel 9
3.7.1 Der IBM Homepage Reader 9 3.7.2 Der Webformator 10 3.8 Web-Browser 11
4 Das Internet - Bereicherung oder Ausgrenzung? 12 5 Die rechtliche Lage 14
5.1 § 11 Barrierefreie Informationstechnik 14
5.2 Bedeutung des §11 BGG für die Gestaltung von Webseiten 14 6 Internet für alle? 15
6.1 Zehn Regeln zur Gestaltung von HTML-Dokumenten 15
6.2 Wie testet man eine Site auf Barrierefreiheit? 18 Resümee 20 Literaturverzeichnis 21
2
Einleitung
Die vorliegende Arbeit gibt zunächst einen Überblick darüber, wie viele Blinde und Sehbehinderte das Internet nutzen und was sie sich davon erhoffen. Anschließend werden die speziellen Werkzeuge, die sie brauchen, um das Internet überhaupt nutzen zu können, beschrieben und bewertet.
Danach folgt eine Analyse, warum Sehgeschädigte im Internet vielfach an Grenzen stoßen und eine Erläuterung, wie die rechtliche Situation bezüglich Sehgeschädigter im Internet aussieht.
Abschließend werden 10 Regeln vorgestellt, mit deren Hilfe es Webseitenanbietern gelingen soll, eine barrierefreie Seite zu erstellen.
Aufgrund der Aktualität des Themas kann man nur wenig Print-Literatur finden, der Großteil der verwendeten Literatur stammt daher aus dem Internet. Beim Verfassen der Arbeit mussten die Schwerpunkte so gesetzt werden, dass der Rahmen der Arbeit nicht gesprengt wird. Daher kann die Arbeit auch nur einen Überblick geben. Weiterführende Informationen zum Thema kann man auf den im Literaturverzeichnis angegebenen Webseiten finden.
1 Definitionen Behinderung, Sehbehinderung, Blindheit und Sehschädigung
Behinderte sind
Personen, die durch angeborene oder erworbene Schädigungen in unterschiedlichem Schweregrad bleibend geistig, körperlich oder seelisch beeinträchtigt sind; sie bedürfen daher dauernder Betreuung oder sonderpädagogischer Hilfe sowie im Berufsleben besonderer Ein-oder Wiedereingliederungsmaßnahmen. 1
Ist der Sehsinn betroffen, so spricht man von Sehbehinderung oder Blindheit, im Oberbegriff von Sehschädigung. Im einzelnen werden drei Grade der Sehschädigung unterschieden: bei Sehbehinderten ist das Sehvermögen auf weniger als 1/3 bis 1/20 der Norm herabgesetzt, hochgradig Sehbehinderte haben ein Sehvermögen von weniger als 1/20 bis 1/50 der Norm, als Blinde gelten Menschen, die gar kein Sehvermögen haben oder nur ein so geringes, dass sie sich wie Blinde verhalten müssen, d.h. wenn die Sehschärfe 1/50 der Norm nicht übersteigt. 2
1 http://www.brockhaus.de, 20.9.02
2 Bertolt Schulz: Konzept für ein modular aufgebautes, graphikfähiges taktiles Anzeigegerät für blinde Rechnerbenutzer. Zur Erlangung des akademischen Grades eine Doktors der Naturwissenschaften von der Fakultät für Informatik an der Universität Karlsruhe (Technische Hochschule), phil. Diss. Karlsruhe 1994, S. 1.
3
2 Blinde und Sehbehinderte im Internet
„Obwohl Menschen mit Behinderungen wesentlich häufiger im Netz sind als Nichtbehinderte, gibt es immer noch (zu) viele technische und gestalterische Barrieren.“ 3
„93 Prozent der behinderten ´Internetkenner` sehen im Internet ´viele neue Chancen` für sich.
Laut einer Umfrage sagen über 50% der Blinden und Sehbehinderten Menschen von sich, sie seien „Internetkenner“. 4
55 Prozent der behinderten Internetuser klagen über „behinderungsspezifische Barrieren bei der technischen Zugänglichkeit und der Navigation“. 5 So kommt es, dass Blinde mehr Zeit vor dem Computer verbringen müssen als nichtbehinderte Menschen, um an die gewünschten Informationen zu gelangen.
3 Voraussetzungen
Um das Internet überhaupt benutzen zu können, sind 30 % aller User auf technische Hilfsmittel angewiesen. Davon benutzen
- 31% einen Großbildmonitor oder die Lupenfunktion (Screen Magnifier)
- 29% die Sprachausgabe (Screenreader)
- 17% die Spracheingabe
- 15% die Braillezeile
- 13% die Tastenhilfe 6 (bzw. Tastatureingabe)
3.1 Der Großbildmonitor und der Screen Magnifier
Vor allem Menschen, die sehbehindert sind, also noch über einen Sehrest verfügen, benutzen einen Großbildmonitor, den Screen Magnifier und die Lupenfunktion. Unter einem Großbildmonitor versteht man einen Bildschirm, der größer ist als 21 Zoll. Der Screen Magnifier ist eine Software zur Vergrößerung des Bildschirminhalts, er enthält auch eine Lupenfunktion.
3 Statistik siehe http://www.einfach-fuer-alle.de/seite_6261.html, 4.9.02
4 Siehe http://www.einfach-fuer-alle.de/seite_6261.html, 4.9.02
5 Ebd.
6 Siehe http://www.einfach-fuer-alle.de/seite_6261.html, 4.9.02
4
Eine eigenständige Lupefunktion ist die „Lupe“ von Windows, die man unter dem Menüpunkt „Eingabehilfen“ finden kann.
Die Lupenfunktion ist Teil der Großschriftdarstellung. Für die Großschriftdarstellung benötigt man keine zusätzliche Hardware, sie kann normalerweise auf dem vorhandenen Computerbildschirm dargestellt werden.
„Hierbei findet eine bis zu 32fache Vergrößerung statt. Bezogen auf die Art der Ausgabe des vergrößerten Bildschirmausschnitts kann man zwischen verschiedenen Modi wählen. Es gibt den Zeilen-, Spalten-, Vollbild-, oder Lupenmodus.“ 7 Darüber hinaus kann man die Farben individuell einstellen, falls die normalerweise verwendeten Farben dem Sehrest nicht genüge tragen. Somit kann der Sehbehinderte die Darstellung seinen individuellen Sehproblemen anpassen.
Ein Screen Magnifier stellt einen Teil der ´normalen` Darstellung auf dem Bildschirm vergrößert da. Das bedeutet, dass der Benutzer immer nur einen Teil des Bildschirms wahrnehmen kann. Ist er auf eine 4fache Vergrößerung angewiesen, so sieht er nur 1/16 des Bildschirms zu einem bestimmten Zeitpunkt. 8
Auf dem Markt findet man Großschriftsoftware z.B. von der Firma Freedom Scientific (Magic), von Aisquared (Zoom Text) und von Dolphin (Lunar und Supernova) 9 .
3.2 Der Screenreader
Um überhaupt mit dem Computer arbeiten zu können, benötigen Blinden und ein Teil der Sehbehinderten eine zusätzliche Software, die die Signale an den Bildschirm abfängt und neu interpretiert. Diese Spezialsoftware wird als „Screenreader“ bezeichnet.[…] Die Übersetzung des Bildschirminhalts für blinde Computerbenutzer erfolgt entweder in Blindenschrift über die Braille-Zeile oder in synthetischer Sprache, beispielsweise über eine Soundkarte. Die Eingabe in den Computer hingegen ist unproblematisch und erfolgt über die Tastatur. 10
Der Screenreader kann jedoch nicht die Intelligenz eines Menschen, der mit seinen Augen den Bildschirm beobachtet, ersetzen. Er kann den Bildschirmaufbau nicht wie das menschliche Auge interpretieren.
„Für die Mehrheit der Computeranwender ist der Zusammenhang mehrerer Bildschirmelemente einer Anwendung auf Anhieb einleuchtend.“ 11 Der Programmierer eines Screenreaders muss hingegen
7 http://www.matthias.haenel.de/wagdarst.html , 4.9.02
8 http://selfaktuell.teamone.de/artikel/design/barrierefrei/, 10.9.02
9 http://www.blinde-im-internet.de/software.htm, 23.9.02
10 http://selfaktuell.teamone.de/artikel/design/barrierefrei/, 10.9.02
11 http://www.matthias.haenel.de/wagdarst.html , 4.9.02
5
auf alle Ereignisse des Bildschirms individuell eingehen. Je komplizierter sich das Layout einer Anwendung darstellt, desto höher sind die Ansprüche, die an die Hilfsmittelsoftware gestellt werden. Hierbei können Upgrades oder Release-Wechsel jegliche Hilfsmittearbeit zu Nichte machen, denn was dem Menschen nur oberflächlich auffällt, sind in einer Bit-Landschaft absolut neue Strukturen, mit denen die beschriebene Hilfsmittelsoftware ohne Überarbeitung nichts mehr anfangen kann. 12
Bisher existieren Screenreader für die Betriebssysteme Dos, Windows und Linux. Das Betriebssystem Windows der Firma Microsoft hat einen Vorteil:
Da der Firma Microsoft bekannt ist, dass Blinde mit Hilfe von Screenreadern ihr Windows-Betriebssystem benutzen, hat man dort mit dem MSAA-Modell (Microsoft Active Accessibility) reagiert. Hierbei handelt es sich um eine Standardisierung und Offenlegung der Schnittstellenvereinbarungen zwischen Betriebssystem bzw. Anwendersoftware und den Screenreadern. Dabei bedient man sich neuen Techniken, indem der Screenreader vom jeweiligen Anwendungsprogramm individuell unterstützt wird, um ein optimales Zusammenspiel beider Komponenten zu gewährleisten. 13
Für Blinde und Sehbehinderte ist MSAA eine große Chance, „denn tendenziell scheinen immer mehr Hersteller von Softwareprodukten an einer Offenlegung der Schnittstellenstandards interessiert zu sein.“ 14
Screenreader gibt es z.B. von Henter-Joyce (JAWS), Alva-BV. (Outspoken) und Dolphin (Hal). 15
3.3 Die Sprachausgabe
„Die Erzeugung der synthetischen Sprache zur Bildschirmerfassung erfolgt abhängig vom Hersteller nach 2 unterschiedlichen Verfahren. Zum einen gibt es ein kleines Kästchen, welches an die serielle Schnittstelle des Rechners angeschlossen wird.“ 16 Die Sprache wird in der externen Einheit, also unabhängig vom benutzten Computer erzeugt. Das andere Prinzip beruht auf einer in den Rechner eingebauten Soundkarte und den PC-Lautsprechern. Der Rechner hat hierbei zusätzlich die Funktion, die Sprache zu erzeugen. Deshalb müssen die verwendeten Rechner über entsprechende Hardware verfügen.
Zur Generierung der Sprache wird eine Zusatzsoftware benötigt, die den Bildschirm abliest. Im einfachsten Fall wird der Bildschirm seriell von unten nach oben vorgelesen. Das genügt aber meist nicht, da oft nur Teile des Bildschirms interessant sind.
12 http://www.matthias.haenel.de/wagdarst.html , 4.9.02
13 Ebd.
14 Ebd.
15 http://www.blinde-im-internet.de/software.htm, 23.9.02
16 http://selfaktuell.teamone.de/artikel/design/barrierefrei/, 10.9.02
6
Arbeit zitieren:
Bachelor of Arts Caroline Debelt, 2002, Neues Lernen - Internet für alle?, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Caroline Debelt hat den Text Neues Lernen - Internet für alle? veröffentlicht
Caroline Debelt hat einen neuen Text hochgeladen
Neues Lernen in schulischen Strukturen
TriOS - Forum für schulnahe Fo...
Josef Keuffer, Stefan Hahn
Caminos 2. Neu. Lern- und Übungsbuch
Die soziale Realität des virtu...
Miriam Schäfer, Johanna Lojewski
0 Kommentare