Inhaltsverzeichnis
Vorwort 3
Begr ündung und Einordnung des Themas 3
Fachliche Ausführungen zum Unterrichtsinhalt 4
Lernausgangslage der Schüler in Bezug auf das Unterrichtsthema:
Kurzbeschreibung der Klasse. 7
Sch üler L. 7
Sch üler K. 9
Sch üler E. 10
Sch üler T. 11
Sch üler X. 12
Lernziele dieser Unterrichtseinheit 13
Methodische Entscheidungen. 14
Unterrichtsskizze 16
Literaturverzeichnis 18
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Vorwort
Im Mittelpunkt dieser Unterrichtsstunde steht das Zuordnen von Mengen und Zahlen. Da die Schüler vom Leistungsstand her sehr unterschiedlich sind, bietet sich das Lernen an Stationen, welches eine große Differenzierungsmöglichkeit aufweist, gut an. Zudem ist diese Methode den Schülern aus dem letzten Schuljahr vertraut.
Begründung und Einordnung des Themas
In der Regel hat die Klasse ihren Unterricht im Fach Mengen und Größen in getrennten Lerngruppen, welche nach dem Leistungsstand der Schüler eingeteilt sind. Der Leistungsstand der Schüler ist in diesem Fach breit gestreut und erfordert eine große Differenzierung in der Darbietung des Lernstoffes. Trotzdem erscheint es mir wichtig, der Klasse in gewissen Zeitintervallen gemeinsamen Unterricht in diesem Fach anzubieten. Die Schüler haben so die Möglichkeit voneinander zu lernen. Im letzten Schuljahr wurden die Schüler regelmäßig gemeinsam im Fach Mengen und Größen unterrichtet und haben Erfahrungen mit dem Lernen an Stationen gesammelt. Dieser Unterrichtsstunde gingen zwei Stunden voraus, in denen die Schüler zunächst ihnen bekannte Stationen erarbeiteten, um so nach und nach vom Bekannten zum Unbekanntem, mit neuen Stationen zu arbeiten.
Mir ist es wichtig, den Schülern einen Matheunterricht anzubieten, der ihren Fähigkeiten angepasst ist, ihnen aber vielfältige Möglichkeiten bietet. Das Lernen soll an praktischem, konkretem und bewegtem Handeln orientiert sein. Zusätzlich zu dieser personalen Legitimation lassen sich Erkenntnisse aus der Neurodidaktik heranführen. Motivation und Neugierde sind Grundvoraussetzung um zu lernen. Bewegung kann dabei ebenfalls unterstützend wirken. „Eine Zielstellung des Faches Mathematik an Schulen für Geistigbehinderte ist es, den Schülern Hilfestellungen an die Hand zu geben, die es ihnen ermöglichen, ihre Umwelt besser strukturieren zu können“(Vgl. Sowa m. „Das reißt uns vom Hocker“) Montessori sagt: „Der menschliche Geist ist ein mathematischer Geist. Überall ist dieser wirksam, ob wir wohnen, ob wir Treppen hinaufsteigen, die Straße überqueren, überall brauchen wir ein Augenmaß und den Sinn für mathematische Verhältnisse.“ (Vgl. Ley C. Seminarunterlagen zu Mathematik) Dieses Zitat verdeutlicht meiner Meinung nach sehr gut die Wichtigkeit von mathematischen Fähigkeiten. Auch in der Lebenswelt meiner Schüler stellt Mathematik eine Möglichkeit dar, um sich im Alltag besser zurechtzufinden. Wenn Z. beispielsweise ihrer Mutter beim Backen hilft und drei Eier abzählen soll, oder S. beim Tischdecken fünf Teller holen soll.
Der Schwerpunkt der Stunde ist das Zuordnen von Mengen und Zahlen. Ein Großteil der Schüler hat noch Schwierigkeiten mit der Zählsicherheit und dem Kardinalszahlaspekt (Anzahl der Menge). Aus diesem Grund werden die Zählsicherheit, das Zahlenverständnis und das Zuordnen von Mengen und Zahlen in dieser Stunde durch das Lernen an Stationen geübt. Dies sind grundlegende Vorraussetzungen für den Aufbau des Mengenaspektes und vieler darauf aufbauenden Fähigkeiten.
Ergänzend zu dieser personalen Legitimationsebene ist das Stundenthema und der Inhalt durch den Bildungsplan legitimiert. Im Themenbereich „Mengen und Größen“ finden sich die Inhalte Zahlenreihe aufsagen, zählen, ordnen, abzählen ebenso wie
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Zahlen als Namen überschaubarer, simultan erfassbarer Mengen (Lehrplanheft 1982, S. 48).
Fachliche Ausführungen zum Unterrichtsinhalt
Nach Barbara Ezewa in „Schüler mit geistiger Behinderung können Mathematik lernen“ ist Mathematik ein Werkzeug zur Lösung von Alltagsproblemen und dient der Erschließung der Welt.
Zudem sollte Mathematik mit dem Leben und anderen Fächern verbunden werden, und nicht isoliertes Wissen darstellen und behandeln. (vgl. Seminarunterlagen von C. Ley zu Mathematik)
Dem unterschiedlichen Lernstand der Schüler soll durch diesen Unterricht an Stationen, der eine breite Differenzierung ermöglicht, Rechnung getragen werden. Neuere Untersuchungen zum Zahlbegriff legen die Schlussfolgerung nahe, dass der Zählsicherheit von Schülern mehr Bedeutung zugemessen werden sollte. (vgl. Wember, 1989,)
Die Station mit der Zahlenkiste fördert ein Lernen auf der konkreten Handlungsebene, wo Lernprozesse auf der Grundlage von Handlungen stattfinden können. Hierbei müssen die Schüler aber auch eine Abstraktionsleistung, vom Bild zum Realgegenstand vollbringen.
Durch das aktive Handeln z.B. beim Aufhängen der Ziffern auf der Wäscheleine in der richtigen Reihenfolge und dem Abzählen, können die Schüler ihre Zählsicherheit üben.
Bei der Station mit den Fingersymbolen müssen die Schüler mit Mengen und Zahlen umgehen und diese einander zuordnen.
Bei dem Lernen an Stationen hat jeder Schüler sein Laufbuch, in welchem ihm die Reihenfolge der Stationen angezeigt wird. Jeder Schüler sollte nach Möglichkeit alle Stationen durchlaufen. Dies setzt insbesondere für langsamere Schüler eigenverantwortliches Handeln und Entscheiden voraus. Er muss sich dann entscheiden ob er z. B. an einer Station nur einen Teil der Aufträge ausführt und somit noch eine andere Station machen kann.
Das Lernen an Stationen ist für die Schüler alters- sowie entwicklungsangemessen. Folgende Stationen werden eingesetzt:
1. „Fingersymbole den Zahlen zuordnen“. Die Fingersymbole von eins bis fünf müssen hier mit den Ziffern in die richtige Reihenfolge gebracht werden. Material: Karten mit Ziffern und Fingersymbolen von eins bis fünf. Fehlerkontrolle: Kopie der Bilder und Ziffern für die Selbstkontrolle. 2. „Zählkasten“ Hier müssen die Murmeln den Zahlen zugeordnet werden. Jeder Schüler hat einen eigenen beschrifteten Zählkasten und eine Dose mit Murmeln. Der Zählkasten hat am oberen Rand einen Streifen mit verschiedenen Ziffern, direkt unterhalb befinden sich Fächer, die mit der entsprechenden Anzahl von Murmeln aufgefüllt werden sollen.
Material: vier Zählkästen, fünf Dosen mit Murmeln. Fehlerkontrolle: Übrig gebliebene oder fehlende Murmeln.
3. „Zahlenkiste“ Bei dieser Station müssen Mengen klassifiziert und abgezählt werden, dann müssen den Mengen die Zahlen zugeordnet werden. Jeder Schüler erhält ein Arbeitsblatt mit zwei Aufträgen. Er muss die entsprechenden Gegenstände aus der Kiste heraussuchen, abzählen und die Ziffer auf das Arbeitsblatt eintragen.
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Nach der Selbstkontrolle geht der Schüler zum Fenster und kann dort seine Ziffer auf den Teppichfliesen suchen und diese mit dem Staubsauger wegsaugen. Material: zwei Zahlenkisten, eine für X. (X. hat einen Herzschrittmacher und sollte deshalb nicht mit Magneten arbeiten. In der Kiste der Mitschüler befinden sich aber Gegenstände mit Magneten), für jeden Schüler ein Arbeitsblatt, Stifte, Teppichfliesen mit Sandziffern, Handstaubsauger, Sand (falls ein Schüler die falsche Ziffer saugt).Fehlerkontrolle: zugeklebte Ziffer auf dem Arbeitsblatt. 4. „Clowngesicht mit Wäscheklammern“ Mengen und Zahlen werden einander zugeordnet. Für jeden Schüler liegt ein Umschlag mit einer Ziffer bereit, entsprechend viele Klammern muss er an dem Clowngesicht befestigen. Material: foliertes Clowngesicht, fünf Umschläge mit Namen und Ziffern. Selbstkontrolle: im Umschlag ein Blatt mit der Kopie der Wäscheklammern. Differenzierung für K.: Plusaufgaben.
5. „Wäscheleine“. Zählsicherheit, Zahlenfolge. Die Schüler müssen hier die Ziffern in die richtige Reihenfolge bringen und an der Wäscheleine mit Klammern aufhängen. Material:Leine, Klammern, Ziffern von 1-5 für X. und L., 1-10 für k. und T., 1-20 für E. Selbstkontrolle: Foto der richtigen Zahlenfolge.
„Haltestation“ Zahlenpuzzle, LÜK Kasten und Muggelsteinzahlen für Schüler, die schneller fertig sind.
Des weiteren werden eingesetzt:für jeden Schüler ein Laufbuch mit fünf Seiten. Auf jeder Seite ist ein farbig unterlegtes Foto des Schülers, welches ihm anzeigt, in welcher Reihenfolge er die Stationen abgehen muss. Auf dem Zieltisch befinden sich fünf farbige Kartons, auf welchen die Schüler ihren Fotobutton abheften müssen. Das „Schweinespiel“ für den Schluss besteht aus einem Plastikschwein mit einem Schlitz, in welchen die Münzen geworfen werden, einem Würfel mit den Ziffern von eins bis drei und Münzen.
In der folgenden Materialanalyse soll untersucht werden, welche Erfahrungen die Schüler beim Rechnen an Stationen mit dem Material machen können. Im Vordergrund stehen die kognitiven Fähigkeiten. Die meisten Schüler befinden sich bei der Zahlwortreihe in etwa auf der Entwicklungsstufe von der „nicht unterbrechbaren Kette“. Hier zeigen sie insbesondere beim Abzählen immer wieder Unsicherheiten. Aus diesem Grund werden bei diesem Lernen an Stationen vor allem der Kardinalszahlaspekt, sowie der Ordinalszahlaspekt geübt.
E. , die weiter ist, erhält z.B. bei der Clownsgesichtsstation eine Differenzierung. Sie soll Plusaufgaben rechnen.
Das Lernen an Stationen ist multisensorisch und spricht verschiedene Wahrnehmunssysteme an.
Die Schüler arbeiten selbstständig an ihren Stationen, können sich aber nach Bedarf Hilfe vom Lehrer einfordern. Jeder hat ein eigens Laufbuch mit farbigen Buttons, für die Reihenfolge der Stationen, welche er erkennen, wieder erkennen und zuordnen muss.
Beispielsweise die Station mit der Zahlenkiste verlangt von den Schülern eine gewisse räumliche Orientierung. Sie müssen nachdem sie ihre Gegenstände abgezählt haben zum Fensterbrett laufen und dort mit dem Handstaubsauger ihre Ziffer aufsaugen.
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Arbeit zitieren:
Evelyn Felicitas Jaksch, 2006, Lernen an Stationen - Wir ordnen Mengen und Zahlen einander zu, München, GRIN Verlag GmbH
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