Gliederung
1 Einleitung 2
2 Zielsetzung der Studie 4
3 Historischer Überblick 5
4 Material und Methoden 7
4.1 Aufbau des Fragebogens 7
4.2 Datenauswertung 8
5 Ergebnisse der Studie 9
5.1 Allgemeine Daten 9
5.1.1 Anzahl, Geschlecht und Altersverteilung der Probanden 9
5.1.2 Körpergröße und Gewicht 11
5.1.3 Körperliche Beanspruchung in Schule und Beruf 12
5.2 Daten über Dauer und Art der Trainingsausübung 12
5.2.1 Dauer der Shorttrack Ausübung 12
5.2.2 Art und Dauer der sportlichen Betätigung vor Shorttrack 13
5.2.3 Zeitlicher Aufwand für das Shorttrack- und das Allgemeintraining 14
5.2.4 Ausgleichstraining 15
5.3 Verletzungen im Shorttrack 15
5.3.1 Der Begriff der Sportverletzung 16
5.3.2 Häufigkeit der Verletzungen im Shorttrack 16
5.3.3 Topographie und Arten der Verletzungen im Shorttrack 16
5.3.3.1 Verletzungen in der Kopf- und Halsregion 17
5.3.3.2 Verletzungen der oberen Extremität 17
5.3.3.3 Verletzungen im Bereich des Rumpfes 18
5.3.3.4 Verletzungen der unteren Extremität 18
5.3.4 Ursachen der Shorttrack-Verletzungen 18
5.3.4.1 Häufigkeit der einzelnen Ursachen 18
5.3.4.2 Ursachen der häufigsten Verletzungen 19
5.3.4.3 Abhängigkeit der Verletzungen von der Trainingshäufigkeit 20
5.4 Überlastungsschäden und Überlastungssymptome 21
5.4.1 Der Begriff des Überlastungsschadens 21
5.4.2 Überlastungsschäden 21
5.4.3 Überlastungssymptome 22
5.4.4 Mögliche Ursachen von Überlastungsschäden 23
5.4.4.1 Dauer der Shortrack Ausübung 24
5.4.4.2 Sportart vor Shorttrack 24
5.4.4.3 Anatomische Fehlstellungen 25
5.4.4.4 Andere Trainingsbelastungen 26
6 Diskussion 27
6.1 Verletzungen und deren Ursachen 27
6.2 Sportschäden und Überlastungssymptome 29
6.2.1 Überlastungsschäden und -symptome im Rückenbereich 30
6.2.2 Überlastungsschäden und -symptome im Kniebereich 31
6.2.3 Weitere Überlastungsschäden 35
7 Schlussfolgerung 35
8 Zusammenfassung 37
Einleitung
1 Einleitung
Seit den Olympischen Winterspielen 1992 in Albertville zählt die Sportart Shorttrack zu den olympischen Disziplinen. Dies hatte bis dato jedoch noch keinerlei Auswirkungen auf den Bekanntheitsgrad dieser Sportart in Deutschland, wo schon seit 1983 Deutsche Meisterschaften ausgetragen werden. Auch der in diesem Jahr in Turin errungene EM-Titel der deutschen Männerstaffel veränderte die Situation nicht. Dementsprechend gering ist leider auch das Interesse der Wissenschaft an Shorttrack. Die bis heute veröffentlichten Studien befassten sich zum einen mit biomechanischen und zum anderen mit trainingswissenschaftlichen Aspekten im Shorttrack. Unter medizinisch-gesundheitlichen Aspekten wirft diese Sportart jedoch viele Fragen auf, die lange Zeit unbeantwortet waren. So weisen sich im Shorttrack einige Faktoren auf, die zum Beispiel das Verletzungsrisiko ungleich anderer Sportarten enorm erhöhen können. Zu nennen wäre hierbei zum Beispiel die relativ hohe Geschwindigkeit der Läufer bis zu 50km/h, die engen Überholmanöver, der Sturz eines Läufers (siehe Abbildung 1), die 40 bis 45 cm langen, scharfen Kufen und die ziemlich knappe Begrenzung, die durch die Bande des Eishockeyfeldes vorgegeben ist und bei einem Sturz nur wenig Zeit lässt sich auf einen Aufprall gegen diese vorzubereiten
Erste Untersuchungen zu Verletzungen im Shorttrack wurden von Snouse, Hamula und Moody (1999) gemacht. Ihre Arbeit mit dem Titel „Lacerations with accompanied bone injury in short track speed skating“ beschränkte sich jedoch
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Einleitung
auf den Beinbereich und ging dabei kaum auf die Ursachen der Verletzungen ein. Eine umfassendere Studie zu den Verletzungen mit dem Titel „Injuries in Short Track Speed Skating“ lieferten Quinn, Lun, McCall und Overend (2003). Auch hier sind Angaben zu den Verletzungsursachen eher dürftig. Eine weitere Frage, die sich schon bei dem ersten Blick auf die Sportart stellt, blieb von den bisherigen Studien immer unbeantwortet: Inwieweit beeinflusst das stetige einseitige Übersetzen in den engen Kurven den Bewegungsapparat der Sportler? Denn durch die acht Meter breiten Kurvenradien wirken schon bei niedrigen Geschwindigkeiten erhöhte Fliehkräfte (Zentrifugalkräfte) auf den Shorttrack Athleten. Die Zentrifugalkraft (Fc) ist nach physikalischen Gesetzmäßigkeiten abhängig vom Kurvenradius (r), der Masse (m) des Athleten und seiner Geschwindigkeit (v):
Der Shorttracker muss beim Durchfahren der Kurven gegenüber diesen Zentrifugalkräften durch das Einnehmen einer Kurvenlage und dem Einsatz der entsprechenden Muskelkraft genauso hohe Gegenkräfte (Zentripetalkraft Fr) aufbringen, um auf der gewählten Bahn zu bleiben und somit nicht aus der Kurve hinausgetragen zu werden. Bei der idealen Kurvenposition des Shorttrackers bildet sich daher ein Kräftegleichgewicht zwischen der Zentrifugal- und Zentripetalkraft (siehe Abbildung 2).
Abb.2.: Kräftegleichgewicht von Zentripetalkraft Fc und Zentrifugalkraft Fr, Quelle: privat
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Zielsetzung der Studie
Wie hoch diese Kräfte tatsächlich sind, lässt sich anhand des folgenden kleinen Rechenbeispiels annähernd darstellen. So betragen die Zentrifugalkräfte bei einem Shorttrack-Athleten mit einem Gewicht von 60 kg, bei einer Geschwindigkeit von 36 km/h (=10m/s) und einem Kurvenradius von 8,5 m etwa 705 Newton. Derselbe Athlet würde auf einer Eisschnelllaufbahn bei einem Kurvenradius von 25,5m und derselben Geschwindigkeit Zentrifugalkräften von nur ungefähr 235 Newton ausgesetzt sein. Dieses Beispiel wirft wiederum die Frage auf, inwieweit die ziemlich hohen Zentrifugalkräfte im Shorttrack einen Einfluss auf die Gelenke, besonders auf die der unteren Extremität der Sportler haben. Mit genau diesem Thema beschäftigt sich der zweite Teil dieser Studie und damit mit einem Gebiet, das bis dato noch nie wissenschaftlich beleuchtet wurde.
2 Zielsetzung der Studie
Wie erwähnt sind Publikationen im Shorttrack im medizinisch-gesundheitlichen Bereich Mangelware und es bleiben auch nach den Studien von Quinn et al. (2003) und Snouse et al. (1999) einige Fragen offen.
Ziel dieser Studie ist es zum einen typische Verletzungsmuster aufzuzeigen und im speziellen auf deren Ursachen einzugehen, um für Trainer und Sportler präventive Maßnahmen ableiten zu können. Zum anderen sollen die Wirkungen des Shorttrack-Trainings auf den Bewegungsapart des Athleten untersucht werden, um ebenfalls präventive Hilfen gegen Überlastungsschäden zu geben.
Als Basis wurden die im Training oder Wettkampf erlittenen Verletzungen, bestehende anatomische Fehlstellungen, Überlastungssymptome und Überlastungsschäden, sowie die Trainingsgewohnheiten von hundert Shorttrack-Athleten erfasst. Die Ziele der Studie lauten im Einzelnen:
¬ Darlegung der Topographie und Häufigkeitsverteilung von Verletzungen des Stütz- und Bewegungsapparates
¬ Ursachen und Mechanismen der erlittenen Verletzungen zu analysieren
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Historischer Überblick
¬ Das Verletzungsrisiko im Bezug zur Trainingshäufigkeit (Anzahl der Trainingseinheiten auf dem Eis) zu berechnen ¬ Topographie und Häufigkeitsverteilung von Überlastungsschäden darzulegen
¬ Einfluss der Trainingsdauer (Trainingsjahre) im Shorttrack auf das Auftreten von Überlastungsschäden zu analysieren ¬ Analyse weiterer Einflussfaktoren auf das Vorkommen von Überlastungsschäden, wie anatomische Fehlstellungen, Ausübung eines anderen Eissports vor Shorttrack oder besondere Trainingsbelastungen ¬ Topographie und Häufigkeitsverteilung von Überlastungssymptomen aufzuzeigen
¬ Vorschläge zur Verletzungsprophylaxe und zur Prävention von Überlastungsschäden zu geben
Die Ergebnisse dieser Untersuchung werden anschließend diskutiert und mit anderen Studien verglichen.
3 Historischer Überblick
„Shorttrack“ bedeutet so viel wie kurze Strecke. Damit ist die im Vergleich zur 400 Meter langen Eisschnelllaufbahn nur 111,2 Meter kurze Eisbahn gemeint, auf der diese Sportart betrieben wird. Shorttrack unterscheidet sich jedoch nicht nur durch die Bahnabmessungen vom Eisschnelllauf, denn die Wettkämpfe im Shorttrack erfolgen im Massenstart in Gruppen von bis zu sechs Läufern. Die gelaufene Zeit spielt am Ende dabei eine untergeordnete Rolle, denn Sieger ist derjenige, der als erster über die Ziellinie kommt und so ist kluges taktisches Vorgehen entscheidend. Dadurch ergeben sich für den Sportler ganz andere Anforderungen als im Eisschnelllauf, so dass hier von einer eigenständigen Sportart die Rede ist.
Das war nicht immer so, denn die ersten Wettkämpfe im Eisschnelllauf wurden wie beim Shorttrack im so genannten „pack style“ ausgetragen, was bedeutete, dass alle Läufer auf einer Bahn starteten. Erst als es bei den Olympischen
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Historischer Überblick
Spielen 1932 zum beabsichtigten blockieren von Läufern kam, entschied man sich zwei Läufer auf einer eigenen, zugelosten Bahn laufen zu lassen. Besonders in England und Amerika, wo schon 1909 erste Shorttrack-Wettkämpfe stattgefunden haben, hielt sich das „pack style“ - Skating. Erst Anfang der 70er Jahre kam es jedoch zu internationalen Wettkämpfen an denen sich die USA, England, Belgien und Australien beteiligten. Aufgrund der Umstände, dass die Europäer und Australier auf einem 100 Meter langen Rundkurs trainierten und somit Probleme auf der 111,2 Meter langen ovalen Bahn der Amerikaner hatten, legte man sich auf die Bahnabmessungen der Amerikaner fest (siehe Abbildung 3) und determinierte damit den Begriff „short track speed skating“.
1981 wurde die erste offizielle Weltmeisterschaft in Meudon in Frankreich abgehalten und findet seit dem jährlich an wechselnden Orten statt. Bereits 1988 war Shorttrack im Demonstrationsprogramm der Olympischen Winterspiele in Calgary. Seit den olympischen Spielen in Albertville ist Shorttrack eine feste Größe im olympischen Programm und so wurden 1992 die ersten Olympiasieger im Shorttrack gekürt.
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Material und Methoden
4 Material und Methoden
Zur Erfassung der Daten wurden insgesamt hundert Shorttrack Athleten befragt. Dazu wurden an die Sportler Fragebögen verteilt, die sie vor allem im allgemeinen Teil selbstständig ausfüllten. Da sich dieser Fragebogen (siehe Anhang) zum einen als sehr umfangreich und detailliert erwies, jedoch auch einige Unklarheiten aufzeigte, war es zum Zwecke einer genaueren Durchführung der Untersuchung notwendig, die Sportler direkt zu befragen. So wurden den Sportlern auch erspart die gesamte Liste der Verletzungen durchzuarbeiten, indem sie direkt gefragt wurden, ob sie sich jemals im Shorttrack verletzt hatten, und bei entsprechender Antwort wurde dies dann im Fragebogen vermerkt. So konnten neben den vorhandenen Mängeln bei den Angaben im Fragebogen auch Missverständnisse seitens der Sportler kompensiert werden. Ein Mediziner unterstützte die Befragung indem er half die oft ungenauen Angaben der Sportler im Bereich der Erkrankungen und Überlastungsschäden zu konkretisierten. Des Weiteren führte er bei auffälligen Symptomen Untersuchungen durch und stellte Diagnosen, die in den Fragebögen ebenfalls vermerkt wurden.
Die Befragung fand im Zeitraum von Dezember 2002 bis März 2004 statt. Zum Großteil wurden die Athleten während eines Ligawettkampfes und der deutschen Juniorenmeisterschaft in Oberstdorf und im Rahmen des Global Club Competition in Mannheim befragt. Es handelt sich bei den befragten Athleten also ausnahmslos um aktive Wettkampfsteilnehmer.
4.1 Aufbau des Fragebogens
Der vier DIN-A4 Seiten umfassende Fragebogen wurde so aufgebaut, dass möglichst alle Verletzungen, die bei der Ausübung der Sportart Shorttrack entstanden sind, genau erfasst werden konnten. Dabei wurde nicht zwischen Trainings- und Wettkampfsverletzungen unterschieden. Des Weiteren wurden übliche Überlastungssyndrome und degenerative Beschwerden aufgelistet. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Erfassung der Ursachen der beim Shorttrack auftretenden Verletzungen, als auch der Trainingsbedingungen der Athleten,
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Arbeit zitieren:
Nicole Dittmer, 2005, Verletzungen und Überlastungsschäden im Short-Track, München, GRIN Verlag GmbH
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