I
INHALTSVERZEICHNIS
INHALTSVERZEICHNIS
ABBILDUNGSVERZEICHNIS .............................................................................. VII
TABELLENVERZEICHNIS..................................................................................VIII
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS IX
A EINLEITUNG
1 Problemstellung und Ziel der Arbeit 1
2 Aufbau der Arbeit und Fragestellung 2
B BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
1 Grundlegende Definitionen 3
1.1 Definition Tourismus 3
1.1.1 Incoming Tourismus 3
1.2 Destination 3
1.3 Tourismusarten 4
1.4 Definition Kultur 5
2 Kulturtourismus eine Definition 5
2.1 Chancen und Bedrohungen durch den Kulturtourismus 5
2.1.1 Chancen 6
2.1.2 Bedrohungen 6
2.2 Kulturtouristen eine Unterscheidung 6
2.3 Zielgruppen des Kulturtourismus 7
3 Definition Heritage Tourismus 7
4 Marketing - allgemein 8
4.1 Stadtmarketing 8
4.1.1 Stadtmarketing Definition und Ziele 9
4.1.1.1 Tourismusmarketing als Teil des Stadtmarketings 10
4.1.2 Einführung Prozess des Stadtmarketings 10
4.1.2.1 Situationsanalyse 12
II
INHALTSVERZEICHNIS
4.1.2.2 Leitbilderstellung und Maßnahmenkatalog 12
4.1.2.3 Maßnahmenkatalog 14
4.1.2.4 Umsetzung und Kontrolle 14
4.2 Marketing einer Destination 14
4.2.1 Besonderheiten des touristischen Marketings einer Destination 14
4.2.2 Touristisches Leitbild 16
4.2.3 Marketingkonzept im Tourismus 16
4.2.4 Erstellung eines Marketingkonzeptes 16
4.2.4.1 SWOT-Analyse 18
4.2.4.2 Strategien 18
4.2.4.3 Marketing-Mix 18
4.2.4.3.1 Kommunikation 21
4.2.5 Positionierung und Markenbildung von Destinationen 22
4.2.5.1 Begriff Marke im Marketing 23
4.2.5.2 Vorteile Voraussetzungen und Nutzen einer Destinationsmarke 23
5 UNESCO 24
5.1 Welterbeprogramm der UNESCO Konzept der Welterbekonvention 25
5.2 Verpflichtungen aus der Auszeichnung mit dem Weltkulturerbesiegel 25
C ANALYSE DER AUSGANGSITUATION
1 Situationsanalyse 27
1.1 Die Städte Stralsund und Wismar 27
1.1.1 Stralsund kurz vorgestellt 27
1.1.2 Wismar 28
1.1.2.1 Tourismusarbeit Wismar 28
1.2 Aufnahme in die Welterbeliste bei der UNESCO 29
1.2.1 Allgemeine Begründungen für die Aufnahme 29
1.3 Daten zum Tourismus Stralsund Wismar 30
1.3.1 Wertschöpfung des Tourismus 32
1.4 Daten zur Wirtschaft Stralsund 32
1.5 Stralsunder Tagungen für erfolgreiche Partnerschaften - STeP Kongress 33
1.6 Leitbildungsprozess 34
1.7 Fazit STeP 35
1.8 SWOT-Analyse Stralsund 36
1.8.1 Stärken und Schwächen 36
III
INHALTSVERZEICHNIS
1.8.2 Chancen und Risiken 39
1.8.2.1 Chancen 39
1.8.2.2 Risiken 42
2 Touristische Vermarktung Stralsunds 42
2.1 Tourismuszentrale der Hansestadt Stralsund 42
2.2 Hauptakteure innerhalb Stralsunds zur Vermarktung 43
2.3 Kooperationen 44
2.4 Logo für Stralsund 44
2.5 Tourismuskonzept 45
2.5.1 Touristisches Leitbild - Positionierung 46
2.5.2 Zielgruppen 46
2.6 Marktforschung Gästebefragung 47
2.7 Kommunikations- Werbemaßnahmen 49
2.7.1 Printprodukte 49
2.7.2 Stralsund Card 49
2.7.3 Presse- und Öffentlichkeitsarbeit 49
2.7.4 Messeaktivitäten 50
2.7.5 Internetauftritt 50
2.8 Veranstaltungen: 51
2.9 Fazit der touristischen Arbeit in Stralsund 52
3 Aktivitäten Nutzung zum Welterbe 53
3.1 Stadtführer 53
3.2 UNESCO Managerin in Stralsund 53
3.3 Ausstellungen 53
3.4 Deutsche Stiftung Welterbe 54
3.5 UNESCO-Welterbestätten e V - ITB 54
3.6 Sonstige Maßnahmen 55
3.7 Zusammenarbeit Stralsund Wismar aus Sicht Wismars 55
D ANALYSE DER REFERENZSTÄDTE
1 Die Stadt Lüneburg 56
1.1 Lüneburg kurz vorgestellt: 56
1.2 Daten des Tourismus 57
IV
INHALTSVERZEICHNIS
1.3 Stadtmarketing 57
1.4 Touristische Vermarktung 58
1.4.1 Lüneburg Marketing GmbH 58
1.4.2 Tourismuskonzept 58
1.4.3 Positionierung und Ziele 59
1.4.4 Marktforschung 59
1.4.5 Themenbereiche 60
1.4.5.1 Kulturelle Identität 60
1.4.5.2 Städtetourismus: 61
1.4.5.3 Kulturtourismus 62
1.4.6 Kooperationen in der Tourismusarbeit 62
1.4.6.1 THE WONDERFUL NINE 63
1.4.7 Logo für Lüneburg 63
1.4.8 Kommunikations- Werbemaßnahmen 64
1.4.8.1 Printprodukte im Tourismus 65
1.4.8.2 Presse- und Öffentlichkeitsarbeit 66
1.4.8.3 Anzeigenschaltung 66
1.4.8.4 Messeaktivitäten 66
1.4.8.5 Internetauftritt 67
1.5 Veranstaltungen 68
2 Die Stadt Lübeck 69
2.1 Lübeck kurz vorgestellt 69
2.2 Daten zum Tourismus 69
2.3 Stadtmarketingansätze 69
2.4 Touristische Vermarktung 71
2.4.1 Lübeck und Travemünde Tourist-Service GmbH 71
2.4.2 Tourismuskonzept 71
2.4.3 Positionierung und Ziele 72
2.4.4 Kooperationen in der Tourismusarbeit 73
2.4.4.1 Historic Highlights of Germany 73
2.4.5 Marktforschung 74
2.4.6 Logo für Lübeck 74
2.4.7 Veranstaltungen 75
2.4.7.1 Wege zur Backsteingotik 75
2.4.8 Kommunikations- Werbemaßnahmen 76
2.4.8.1 Printprodukte 76
2.4.8.2 Happy Day Card 76
2.4.8.3 Presse- und Öffentlichkeitsarbeit 76
V
INHALTSVERZEICHNIS
2.4.8.4 Anzeigen 77
2.4.8.5 Messeaktivitäten 77
2.4.8.6 Internetauftritt 77
3 Die Stadt Bamberg 78
3.1 Bamberg kurz vorgestellt 78
3.2 Stadtmarketing mit Leitbild usw 78
3.3 Daten aus dem Tourismus 79
3.4 Touristische Vermarktung 79
3.4.1 BAMBERG Tourismus Kongress Service 79
3.4.2 Tourismuskonzept 80
3.4.3 Touristisches Leitbild Positionierung 81
3.4.4 Marktforschung 82
3.4.5 Ziele der touristischen Arbeit Maßnahmenkatalog 83
3.4.6 Umsetzung 83
3.4.7 Kooperationen 84
3.4.8 Logo für Bamberg: 84
3.4.9 Veranstaltungen 85
3.4.10 Kommunikations- Werbemaßnahmen 85
3.4.10.1 Printprodukte 85
3.4.10.2 Bamberg Card 86
3.4.10.3 Presse- und Öffentlichkeitsarbeit 86
3.4.10.4 Anzeigen 86
3.4.10.5 Messeaktivitäten 87
3.4.10.6 Internetauftritt 87
4 Gesamteinschätzung der touristischen Arbeit der Referenzstädte 88
4.1 Einschätzung Lüneburg 88
4.2 Einschätzung Lübeck 89
4.3 Einschätzung Bamberg 91
E SCHLUßFOLGERUNGEN UND EMPFEHLUNGEN
5 Allgemeine Empfehlungen 93
5.1 Welterbe 93
5.2 Stadtmarketing 93
5.3 Logo 94
VI
INHALTSVERZEICHNIS
5.4 Fachhochschule Marktforschung 94
5.5 Stralsund Card 94
5.6 Ausländische Gäste 94
5.7 Internet 94
5.8 Angebote Veranstaltungen für Stralsund 95
6 Neue Positionierung 95
6.1 Dachmarke Welterbe 96
6.2 Maßnahmen für gemeinsame Umsetzung 96
7 Zusammenfassung 97
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
VII
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
Abbildung 1: Stadtmarketing als Dach aller Marketingaktivitäten 10
Abbildung 2: Entwicklungsprozess der Stadtkonzeption 11
Abbildung 3: Elemente des Stadtleitbildes 13
Abbildung 4: Besonderheiten des touristischen Marketing einer Destination 15
Abbildung 5: Aufbau und Inhalt der Marketingkonzeption 17
Abbildung 6: Matrix zur SWOT-Analyse 18
Abbildung 7: Prioritäten der Interessengruppen für Tourismusorganisationen 19
Abbildung 8: Logo Hansestadt Wismar 28
Abbildung 9: Entwicklung der Bettenauslastung 1992-2002 30
Abbildung 10: Entwicklung Übernachtungsverteilung im Jahr von 2002 31
Abbildung 11: Stralsund Wismar im Vergleich zu Städten in Mecklenburg-Vorpommern 31
Abbildung 12: Logos Hansestadt Stralsund 45
Abbildung 13: Logos Stadt Lüneburg 64
Abbildung 14: Logo Historic Highlights of Germany 74
Abbildung 15: Logo Stadt Lübeck 75
Abbildung 16: Dachmarke Weltkulturerbe Bamberg 82
Abbildung 17: Logos Stadt Bamberg 85
Abbildung: 18 Holstentor 90
Abbildung: 19 Dachmarkenstrategie Welterbe für Stralsund und Wismar 96
TABELLENVERZEICHNIS
VIII
TABELLENVERZEICHNIS
Tabelle 1: Stärken und Schwächen Stralsund 36
Tabelle 2: Veranstaltungen Stralsund 2004 51
Tabelle 3: Organisation Tourismusarbeit Bamberg 80
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
IX
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
BayTM Bayern Tourismus Marketing GmbH
ca. circa
d.h. das heisst
DZT Deutsche Zentrale für Tourismus
Evtl. Eventuell
EW Einwohner
F.U.R Forschungsgemeinschaft für Urlaub und Reisen
GTM German Travel Mart
ICOMOS International Council on Monuments and Sites
ITB Internationale Tourismus-Börse
LTS Lübeck und Travemünde Tourist-Service GmbH
Mio. Millionen
MuK Musik- und Kongreßhalle
PPP Public Private Partnership
PR Public Relations
RDA Ring Deutsche Autobusunternehmen
RA Reiseanalyse
rd. rund
STeP Stralsunder Tagungen für erfolgreiche Partnerschaften
SUS Studentische Unternehmensberatung Stralsund e.V.
Tsd. Tausend
TUR Reise- und Touristikmesse in Göteborg
UAP unique advertising proposition
UNESCO United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization
u.a. unter anderen
u.ä. und ähnliche
u.a.m. und anderes mehr
usw. Und so weiter
u.v.m und vieles mehr
z.B. zum Beispiel
A EINLEITUNG
1
A EINLEITUNG
1 Problemstellung und Ziel der Arbeit
Der Tourismus ist für die gesamte Region Mecklenburg-Vorpommern und für Stralsund eine wichtige Einnahmequelle. Im Tourismus liegen Chancen. Es reicht nicht aus zu sagen: „wir sind hier und es ist schön hier – kommt nach Stralsund“ Man muss einen potentiellen Gast besser überzeugen und ansprechen. Wie auf fast allen Gebieten, ist auch der Tourismusmarkt ein hart umkämpfter Markt. Konkurrenten findet man nicht nur in der gleichen Region, sondern international. Denn im Rahmen der Globalisierung sind auch Fernreisen nichts Besonderes mehr. Um in diesen Wettkampf zu bestehen benötigt man ein gutes Marketing und natürlich ein gutes „Produkt“. Es geht darum einen Gast Erlebniswelten zu schaffen. Die Altstädte Stralsunds und Wismars haben seit Juni 2002 den Status eines gemeinsamen Welterbes 1 . Sie wurden damit in die Liste der UNESCO aufgenommen. In der Arbeit geht es
darum die touristische Situation Stralsunds darzustellen. Zunächst sollen die Frage geklärt werden: Was macht Stralsund bisher in der touristischen Vermarktung? Existiert eine eindeutige Positionierung? Wie wird bisher mit dem Welterbestatus umgegangen? Die Betrachtung erfolgt unter dem Gesichtspunkt: Inwieweit Stralsund, in Zusammenarbeit mit Wismar, die Auszeichnung mit dem Welterbe als Alleinstellungsmerkmal für die Positionierung der Stadt nutzen könnte und welche Maßnahmen dafür ergriffen werden müssten. Für eine für eine starke Positionierung muss die Stadt mit ihren Leistungsträgern und Bewohner sich ihrer Stärken und Besonderheiten bewusst werden. Neben der touristischen Vermarktung und Positionierung sollen auch Ansätze für ein Stadtmarketing als Grundlage für ein funktionierendes Tourismuskonzept betrachtet werden. Die Positionierung als Destination kann der Positionierung als Stadt nicht widersprechen, d.h. Destinations- und Stadtmarketing müssen gleich ausgerichtet sein. Das Problem ist, dass viele Städte zwar eine ausgezeichnete touristische Arbeit durchführen, aber da der Dialog mit der Bevölkerung und der Wirtschaft usw. fehlt. Deshalb können viele Ziele oft nicht erreicht werden. Ziel sollte es also sein aus dem Stadtmarketing ein Destinationsmarketing abzuleiten.
Endgültiges Ziel der Arbeit ist es, aus einer Analyse Stralsunds und anderer ausgewählten Städte, Schlussfolgerungen für Stralsund zu ziehen und daraus Vorschläge für ein Marketing zu entwickeln.
1 Innerhalb der Arbeit wird der Begriff Welterbe und Weltkulturerbe parallel verwendet
A EINLEITUNG
2
2 Aufbau der Arbeit und Fragestellung
Im ersten Teil der Arbeit, B Begriffsbestimmungen, setzt man sich mit den theoretischen Grundlagen auseinander, die für den praktischen Teil der Arbeit wichtig sind. Zunächst werden die Begriffe Tourismus, Kulturtourismus und Destination zum allgemeinen Verständnis definiert. Im Anschluss werden die Marketingbegriffe Stadtmarketing und Destinationsmarketing erklärt. In dem theoretischen Teil B wird sehr stark auf Stadtmarketing eingegangen. Als letztes wird in dem ersten Kapitel auf die UNESCO eingegangen. Nach diesen Grundlagen erfolgt eine ausführliche Analyse der Hansestadt Stralsund. Wismar wird in diese Analyse nur teilweise einbezogen, da die Arbeit aus der Sichtweise Stralsunds erarbeitet wird. Wismar muss jedoch in die Betrachtungen bis zu einem bestimmten Maß mit einbezogen werden, da die Auszeichnung, die „historischen Altstädte Stralsund und Wismar“, als ein gemeinsames Welterbe vergeben wurde (siehe Kapitel B. 1.2). Weil die Auszeichnung mit dem Siegel der UNESCO als Chance für eine neue Positionierung gesehen wird, stellt man in dem Kapitel C unter dem Punkt 3 dar, welche gemeinsamen Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Welterbestatus von beiden Hansestädten bislang unternommen wurden. Im nachfolgenden Kapitel D werden drei Städte, die ein ähnliches Profil wie Stralsund besitzen, für einen späteren Vergleich herangezogen. Dafür werden die Städte Lüneburg, Bamberg und Lübeck ausgewählt. Für alle Städte analysiert man die touristische Arbeit und inwieweit Ansätze eines Stadtmarketings vorhanden sind. Aus verschiedenen Punkten dieser Darstellung werden im Anschluss Einschätzungen erarbeitet. Aus der Analyse Stralsunds und der Städte werden Schlussfolgerungen gezogen und Vorschläge/Ansätze gegeben, für eine Positionierung.
3 B BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
B BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
1 Grundlegende Definitionen
1.1 Definition Tourismus
Laut der Welttourismusorganisation (WTO) definiert sich der Begriff Tourismus wie folgt: „Tourismus umfasst die Aktivitäten von Personen, die an Orte außerhalb ihrer gewohnten Umgebung reisen und sich dort zu Freizeit-, Geschäfts-, oder bestimmten anderen Zwecken nicht länger als ein Jahr ohne Unterbrechung aufhalten“ 2 Zu dem Begriff Tourismus gehört
unweigerlich das Reisen. Fremdenverkehr bezeichnet somit den Reiseverkehr national und international. Das bedeutet: es handelt sich um den „(…) Verkehr zwischen Heimatort und Reiseziel, den vorübergehenden Aufenthalt (Orts-)Fremder am Ziel- oder Fremdenverkehrsort am Heimatort.“ 3 Zu dem Begriff sowie die Organisation der Reisevorbereitungen „Tourismus“ zählen die Begriffe „Fremdenverkehr“ und „Reiseverkehr“ – nicht jeder der Begriffe meint das gleiche, aber sie gehören doch unter das „Dach“ des Tourismus. Der Begriff „Touristik“ „bezeichnet erstens die Untermenge des Wirtschaftsbereiches Tourismus, der durch Reisebüros gebildet wird (…). Zweitens wird im Reisebüro damit die Abteilung bezeichnet, in der Veranstaltereisen vermittelt werden (…)“ 4
1.1.1 Incoming Tourismus
Incoming Tourismus kann beschrieben werden als „(…) der Empfang und Aufenthalt von Touristen, Reisenden, Gästen in einer Destination, d.h. an einem Bestimmungsort oder in einer Zielregion (…).“ 5
1.2 Destination
Der Tourist, also der Kunde, wählt mit einem Reiseziel ein Bündel von Leistungen aus. Er vergleicht verschiedene Leistungsangebote, die sich in einem Ort, einer Stadt aber auch in einer Region befinden können. Ausgewählt wird der Raum, in dem die individuellen Bedürfnisse am besten befriedigt werden können. Dieser Raum ist nicht zwingend ein Ort, es kann auch beispielsweise ein Freizeitpark sein. Der Begriff Destination definiert sich somit aus Sicht des Betrachters/Kunden. Was der Tourist als Destination bestimmt, definiert sich durch seine Bedürfnisse und seine persönliche Wahrnehmung.
2 Freyer, W., Tourismus-Marketing, 2. Aufl., Oldenbourg Verlag, München/Wien 1999, S. 5 3 Freyer, W., Tourismus Einführung in die Fremdenverkehrsökonomie, 7. Aufl., Oldenbourg Verlag, München/Wien 2001, S.1 4 Mundt, Jörn W., Einführung in den Tourismus, Oldenbourg Verlag, München/Wien 1998, S.3 5 Althof, W., Incoming-Tourismus, Oldenbourg Verlag, München/Wien, 2000, S.7
4 B BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
Nach der Welt-Tourismus-Organisation wird eine Destination dadurch definiert, dass touristische Leistungsersteller einen Ort vermarkten, der eine Reihe von Attraktionen aufweist und von Touristen als Reiseziel ausgewählt wird. Eine Destination wird hier mit dem Reiseziel gleichgesetzt. 6 Nach Bieger kann der Begriff Destination wie folgt definiert werden: „Geographischer Raum (Ort, Region, Weiler), den derjenige Gast (oder eine Gästesegment) als Reiseziel auswählt. Sie enthält sämtliche für einen Aufenthalt notwendigen Einrichtungen für Beherbergung, Verpflegung, Unterhaltung/Beschäftigung. Sie ist damit das eigentliche Produkt und die Wettbewerbseinheit im Tourismus, die als strategische Geschäftseinheit geführt werden muss.“ 7 Außerdem bleibt festzuhalten, dass mit der Entfernung auch die Destination weiter gefasst wird. So ist für einen Deutschen der eine Reise nach Berlin unternimmt, Berlin auch die Destination. Für einen Amerikaner kann im Gegensatz dazu ganz Deutschland oder Europa als Destination gelten. „Je enger der Reisezweck definiert ist, desto kleiner wird die Destination“ 8 So kann für einen Geschäftreisenden allein eine Messe, oder ein Kongresszentrum als Destination empfunden werden. 9
1.3 Tourismusarten
Es existieren verschieden Arten von Tourismus. Sie unterscheiden sich nach der Motivation der Reisen. Einige der Tourismusarten sind:
N Erholungstourismus: hierbei ist das vordergründige Ziel der Reise die Erholung, beispielsweise bei einem Strandurlaub.
N Sporttourismus: bezeichnet einen aktiven Urlaub mit sportlicher Aktivität. N Tagungs- und Kongresstourismus: meint eine Reise, die unternommen wird um z.B. an einem Seminar teilzunehmen.
N Geschäftstourismus: ist ähnlich zu erklären wie der Kongresstourismus neben Kongressen zählen auch Arbeitstreffen oder Arbeitsessen hinzu.
N Kulturtourismus: Kultur ist Hauptreisemotiv (siehe B 2) 6 Bieger, T., Management von Destinationen und Tourismusorganisationen, 4. Auflage, Oldenbourg Verlag, München/Wien 2000, S. 73 7 ebenda, S. 74 8 ebenda, S. 75 9 Vgl. ebenda, S. 75
5 B BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
1.4 Definition Kultur
Der Begriff Kultur lässt sich sehr schwer beschreiben, da er sehr weitgreifend ist und oft unterschiedlich ausgelegt wird. Kultur setzt sich aus so vielen verschiedenen Teilen zusammen. Dazu gehören u.a. Lebensweisen, Kunst und Sprache.
Eine mögliche sehr allgemein gehaltene Definition von Kultur lautet:
„Allgemein ist unter Kultur zu verstehen, was aus der Entwicklung, Pflege und Veredlung menschlicher Fähigkeiten entstanden ist und was für eine menschliche Gemeinschaft in einer bestimmten Region typisch ist.“ 10 Anders ausgedrückt kann man auch sagen, dass sich
„Kultur im weitesten Sinn (…) aus geistigen, materiellen, intellektuellen und emotionalen Merkmalen (zusammensetzt), die eine Gesellschaft, oder soziale Gruppe charakterisieren. Sie umfasst neben Wissenschaft und Kunst die Lebensart, die Grundrechte menschlichen Seins, Wertesysteme, Traditionen und Glaubensätze.“ 11
2 Kulturtourismus – eine Definition
Den Begriff Kulturtourismus genau zu definieren erweist sich als schwierig, da beide Worte Kultur und Tourismus an sich schon schwer zu definieren sind.
Kulturtourismus „Bezeichnet alle Reisen, die als Reisemotiv schwerpunktmäßig kulturelle Aktivitäten aufweisen.“ 12 Bei dieser Definition erweist sich das Problem, das jeder Mensch
Kultur für sich anders interpretiert. „Tourismuswirtschaftlich werden alle Aktivitäten als kulturell bezeichnet, die der Reisende als solche empfindet.“ 13
Das grundlegende Motiv beim Kulturtourismus ist es seinen Horizont erweitern zu wollen und somit „(…) etwas für Kultur und Bildung zu tun.“ 14 Zu Kultureisen zählen verschieden Reisen wie Sprach-, Studien-, Städte- oder Themenreisen. 15
Neben den Kulturbegriffen: Museen, Theater, Oper oder Konzerten zählen auch Gebäude – Altstädte – Schlösser, Kirchen, Klöster, Bräuche und Traditionen zum Kulturtourismus bzw. zum Kulturbegriff.
2.1 Chancen und Bedrohungen durch den Kulturtourismus
Der Zustrom von Besuchern beinhaltet viele Chancen, aber demgegenüber stehen gleichfalls Risiken, auf die die Verfasserin an dieser Stelle näher eingehen möchte. 10 Dreyer, A., Kulturtourismus, Oldenbourg Verlag, München/Wien 2000, S. 42 11 Dettmer, H. et al, Tourismustypen, Oldenbourg Verlag, München/Wien 2000, S.33 12 ebenda, S. 35 13 Dreyer, A., Kulturtourismus, Aufl., R. Oldenbourg Verlag, Wien/München 1996, S. 26f 14 Heinze T., Kulturtourismus: Grundlagen, Trends und Fallstudien, Oldenbourg Verlag, München 1999, S. 64 15 Vgl. Dreyer, A., Kulturtourismus, Oldenbourg Verlag, München/Wien 2000 S. 42
6 B BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
2.1.1 Chancen
Destinationen mit kulturellem Wert können ihr historisches Erbe durch den Tourismus den Menschen zugänglich machen und dadurch zur Erhaltung von Stätten und Traditionen beitragen. Gleichzeitig wird natürlich die Möglichkeit gegeben die wirtschaftliche Situation in der jeweiligen Region durch Besucher, die vorwiegend aus den gehobenen Einkommensklassen stammen, anzukurbeln bzw. sich durch den Tourismus eine gewisse Absicherung gegen wirtschaftliche Schwankungen zu schaffen.
Ein weiterer Vorteil des Kulturtourismus besteht in Saisonunabhängigkeit, d.h. im Vergleich mit anderen Tourismusarten. Die saisonale Unabhängigkeit wird zum einen durch die Zielgruppe, d.h. höher gebildete, wirtschaftlich und zeitlich weitgehend unabgängige Gäste, hervorgerufen und zum anderen durch die Tatsache, dass kulturelle Stätten größtenteils Wetterunabhängig sind. Deshalb werden auch in „schlechteren“ Jahreszeiten Besucherströme verzeichnet. Eine weitere Chance oder positive Auswirkung entsteht in einer Intensivierung des Heimatbewusstseins der Bevölkerung. 16
2.1.2 Bedrohungen
Wird der Kulturtourismus zum Massentourismus, besteht die Gefahr der Beschädigung anstatt der Bewahrung des kulturellen Erbes. Ein Beispiel hierfür bietet die Stadt Salzburg, in der jährlich um die 600.000 Besucher das Geburtshaus Mozarts besichtigen. 17 Es handelt sich um
eine Gratwanderung zwischen Zugänglichmachen für die Öffentlichkeit und Schutz der kulturellen Stätte. Besonders streng sind die Auflagen zum Erhalt und öffentlicher Nutzung bei Weltkulturerbestätten. Aus diesem Grund darf bei allen, speziell wirtschaftlichen Vorteilen, die durch einen intensiven Tourismus entstehen, der Erhalt und Schutz nicht aus dem Blick verloren werden. Darin liegt besonders bei der Auszeichnung mit dem Weltkulturerbe der Zwiespalt: einerseits bietet die Auszeichnung mit dem Welterbestatus viele Möglichkeiten zur Vermarktung, andererseits müssen Grenzen bei Vermarktung gezogen werden um einer Verflachung und Kommerzialisierung der Kultur entgegenzuwirken.
2.2 Kulturtouristen – eine Unterscheidung
Zu erwähnen ist an dieser Stelle noch, dass man eine Unterscheidung zwischen den „reinen“ Kulturtouristen und Auch-Kulturtouristen treffen kann.
16 Vgl. Dettmer, H. et al, Tourismustypen, Oldenbourg Verlag, München/Wien 2000, S. 46 ff 17 Vgl. ebenda, S. 49
7 B BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
Bei den “reinen“ Kulturtouristen handelt es sich um Personen, die eine Kulturreise unternehmen, d.h. die Kultur und Bildung sind Hauptreisemotiv. Beispiel für eine reine Kulturreise wäre „Auf den Spuren Goethes und Schillers in Weimar“ oder anlehnend an das Thema der Arbeit „Welterbestätten im Norden Deutschlands“.
Die Auch-Kultururlauber haben die Kultur nicht als zentrales Motiv ihrer Reise gewählt. Dennoch weisen auch sie in Ihrem Urlaub kulturelles Verhalten auf, möglicherweise durch einen Theaterbesuch oder Besichtigung von Sehenswürdigkeiten. 18
2.3 Zielgruppen des Kulturtourismus
Es besteht ein Zusammenhang zwischen Motiv eine Kulturreise zu unternehmen mit dem variablen Einkommen und dem Bildungsgrad. Für Personen mit einem höheren Bildungsstand stellt die Kultur ein wichtigeres Urlaubsmotiv dar als für Personen mit geringerer Schulbildung. Die Schulbildung scheint außerdem einen größeren Einfluss auf das Reiseverhalten zu besitzen, als das Einkommen.
Der Zusammenhang zwischen Alter und Kulturtourismus ist nicht ganz so eindeutig. Jüngere Menschen weisen ein überdurchschnittliches Interesse an Kulturellausgerichteten Urlauben auf genau wie bei Altersgruppe der 40 – 60 jährigen. Im Gegensatz dazu spielen die 30-39 jährigen und die Personen über 60 nur eine unterdurchschnittliche Rolle. Allerdings ist darauf hinzuweisen, dass ältere Personen sehr häufig (überdurchschnittlich) Kulturkurzreisen von 2-
4 Tagen Dauer realisieren, was allerdings aus der Darstellung nicht ersichtlich wird. 19
Zusammengefasst: Zielgruppen von potentiellen Kulturreisenden können sein: N Höhere Beamte , Freiberufler und Angestellte in leitender Position N Personen die sich in der Ausbildung befinden N Personen mit Abitur / Hochschulabschluss N Haushaltsnettoeinkommen über 5.000 DM (2.500 EUR) 20
3 Definition Heritage Tourismus
In engen Zusammenhang mit dem Kulturtourismus steht der Heritage Tourismus. Unter dem Begriff „kulturelles Erbe“ (cultural heritage) wird das Resultat der künstlerischen und geschichtlichen Entwicklung verstanden, die zusammen eine Art gesellschaftlicher Identität 18 Vgl. Heinze Thomas, Kulturtourismus: Grundlagen, Trends und Fallstudien; Oldenbourg Verlag, München/Wien 1999, S. 65 ff 19 Vgl. ebenda S. 69 ff 20 Vgl. Dreyer, Axel, Kulturtourismus, Oldenbourg Verlag, München/Wien 2000 S. 28
8 B BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
bildet. 21 Aus dem kulturellen Erbe ergibt sich der Heritage Tourism. Der National Trust for
Historic Preservation definiert Heritage Tourismus wie folgt:
“Cultural heritage tourism is traveling to experience the places, artifacts and activities that authentically represent the stories and people of the past and present. It includes cultural, historic and natural resources.” 22
4 Marketing - allgemein
Marketing hat sich zu einem sehr weit umfassenden Begriff entwickelt. Früher verstand man mehr oder weniger den Teil der reinen Absatzplanung darunter.
„Marketing(-Management) ist der Planungs- und Durchführungsprozeß der Konzipierung, Preisfindung, Förderung und Verbreitung von Ideen, Waren und Dienstleistungen, um Austauschprozesse zur Zufriedenstellung individueller und organisatorischer Ziele herbeizuführen.“ 23
Heutzutage geht man davon aus, dass ein Marketingkonzept den Schlüssel zum Erreichen wirtschaftlicher Ziele bildet. Um erfolgreich zu sein muss man „(…) Bedürfnisse und Wünsche des Zielmarktes ermitteln und diese dann wirksamer und wirtschaftlicher zufrieden stellen als die Wettbewerber.“ 24 Dabei steht der Kunde im Mittelpunkt aller Bemühungen als
integrative Kraft. Der Kunde soll zufrieden gestellt werden und alle Abteilungen im Unternehmen verfolgen dieses Ziel. 25
4.1 Stadtmarketing
Warum Stadtmarketing? Sinn eines Stadtmarketings liegt in der Notwendigkeit sich eine Position im interkommunalen Wettbewerb zu verschaffen. Durch gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Veränderungen wird den Städten heutzutage mehr abverlangt. Die Städte befinden sich in einem verstärkten Wettbewerb besonders durch die immer fortschreitende Globalisierung. Zum einen muss sich die Stadt als Standort für Wirtschaft behaupten und sich außerdem den gestiegenen Bedürfnissen besonders auf der Ebene der Freizeitgestaltung der Bürger und Erlebnisorientierung anpassen. 26 21 Vgl. Bachleiter R., Kagelmann H. J., KulturStädteTourismus, Profil Verlag GmbH München Wien 2003 22 www.nationaltrust.org/heritage_tourism/ [Stand 9.11.2003] 23 Kotler, P., Bliemel F., Marketing-Management: Analyse, Planung, Umsetzung und Steuerung, 9. Aufl.., Schäffer-Poeschel, Stuttgart 1999, S. 17 24 ebenda, S. 25 25 Vgl. Kotler P., Bliemel F., Marketing-Management: Analyse, Planung, Umsetzung und Steuerung, 9. Aufl., Schäffer-Poeschel, Stuttgart 1999, S. 34 ff 26 Vgl. Fehn, M. / Vossen, K. Stadtmarketing Trends und Konzepte, Deutscher Sparkassen Verlag, Stuttgart 1999, S. 14 ff
9 B BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
4.1.1 Stadtmarketing Definition und Ziele
Es ist wichtig Stadtmarketing als ganzheitlichen Ansatz zu sehen. Dementsprechend ist es falsch, Stadtmarketing mit dem Begriffen Stadtkommunikation, Stadtwerbung, Imagepolitik gleichsetzen. Dies sind jeweils nur Teile des Stadtmarketings. Natürlich ist die Öffentlichkeitsarbeit und Werbung für eine Stadt sehr bedeutend beispielsweise um Touristen zu informieren und ihr Interesse zu wecken. 27 Die Kommunikation bleibt aber (wie im Marketing) ein Teil des Marketing-Mix. 28 Für eine erfolgreiche Vermarktung benötigt das Produkt Stadt ein Profil und einen Vorteil gegenüber anderen Städten. Für jede Stadt sollte man eine unique selling proposition finden. 29 Dieser Begriff ist direkt aus dem Marketing übernommen und bezeichnet einen Verkaufsvorteil der einzigartig ist. Ziel des Stadtmarketing ist es sich „(…) im interkommunalen Wettbewerb zu positionieren.“ 30 Betrachtet man Stadtmarketing aus diesem Blickwinkel, ist es das Ziel im Rahmen der Stadtentwicklungspolitik die Standortqualität für die Wirtschaft zu verbessern. Weiterhin soll die Lebensqualität der Einwohner und Besucher erhöht werden und eine Steigerung der Attraktivität Stadt, besonders der Innenstadt, erreicht werden. Nicht zuletzt zielt das Stadtmarketing auf eine effektivere Verwaltung und Politik. 31 „In Form einer neuartigen Partnerschaft zwischen Kommune, Wirtschaft, Bürgern und anderen Interessengruppen einer Stadt sollen Reibungsverluste vermieden und Synergieeffekte erzielt werden.“ 32 Stadtmarketing bildet als Stadtleitbild das Dach von verschiedenen Teilbereichen. Dazu gehören:
N City-Marketing (bezieht sich auf den Innenstadtbereich) N Standortmarketing (bezieht sich auf die Stadt als Wirtschaftsstandort) N Verwaltungsmarketing und N Tourismus- Marketing 27 Vgl. ebenda, S. 25 ff 28 Marketing Mix: Produkt, Distribution, Preis, Kommunikation 29 Vgl. Kloss, I., Werbung: Lehr-, Studien- und Nachschlagewerk, 3. Aufl., Oldenbourg Verlag, München/Wien 2003, S.21 30 Mauer, U. Erfolgsfaktoren des Stadtmarketing , Peter Lang Europäischer Wissenschaftsverlag, Frankfurt a. M. 2003, S. 22 31 Vgl. Zerres, M. Zerres, I. Kooperatives Stadtmarketing, Kohlhammer, Köln 2000, S. 26 32 ebenda, S. 26
10 B BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
Abbildung 1: Stadtmarketing als Dach aller Marketingaktivitäten
Quelle: CIMA/BCSD, 1998 aus Zerres, M. Zerres, I. Kooperatives Stadtmarketing, Kohlhammer, Köln 2000, S.
27
4.1.1.1 Tourismusmarketing als Teil des Stadtmarketings
Mit dem Tourismus Marketing wird das Ziel verfolgt, die Zahl der Ankünfte und
Übernachtungen von Gästen zu erhöhen. Allgemein handelt es sich dabei um verschiedene
Gäste also Zielgruppen zum einen um private Urlaubsreisende und Geschäftsreisende. „Die
wichtigsten Kooperationspartner/Beteiligten im Tourismus-Marketing sind die
Leistungsträger vor Ort, das heißt gastgewerbliche Betriebe, Veranstalter, Veranstaltungsorte
und Dienstleister (…)“ 33
4.1.2 Einführung/Prozess des Stadtmarketings
„Wichtig bei der Entwicklung der Stadtkonzeption ist die Beteiligung aller wesentlichen
Interessengruppen in den Prozeß eingebunden werden, desto eher werden Konflikte und
Handlungsbedarf deutlich und können bereits in der Konzeption berücksichtigt werden.“ 34
Außerdem es ist wichtig Stadtmarketing als ein Gesamtkonzept zu betrachten in dem alle
ihren Teil zu einem gemeinsamen Ziel beitragen. Durch eine enge Zusammenarbeit privater
33 Mauer, U. Erfolgsfaktoren des Stadtmarketing , Peter Lang GmbH Europäischer Wissenschaftsverlag,
Frankfurt a. M. 2003, S. 28
34 Funke, U. Vom Stadtmarketing zur Stadtkonzeption, Kohlhammer, 2. Aufl. Köln 1997, S. 40
11 B BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
und öffentlicher Akteure verhindert man eine unkoordinierte Arbeit und kann die Ressourcen, gleich ob finanzieller oder personeller Art, schneller mobilisieren. Die Akzeptanz des Projektes ist dadurch ebenfalls gesichert. Das bedeutet, dass durch den konstruktiven Dialog nicht nur von öffentlicher Seite, sondern auch von Bürgern und Wirtschaftsverbänden, ein System entsteht das eine Verbesserung des Gesamtbildes einer Stadt vorantreibt.
Die Erarbeitung einer Stadtkonzeption verläuft in fünf Schritten: die Anschubphase, die Situationsanalyse, die Leitbildphase, Erstellung des Maßnahmenkataloges und schließlich die Umsetzung und Kontrolle. 35 Auf die Anschubphase soll hier nicht näher eingegangen
werden.
Abbildung 2: Entwicklungsprozess der Stadtkonzeption
Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Funke, U. Vom Stadtmarketing zur Stadtkonzeption, Kohlhammer,
2. vollständig überarbeitete und fortgeschriebene Auflage, Köln 1997, S. 26 35 Vgl. ebenda, S. 25
12 B BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
4.1.2.1 Situationsanalyse
Die Situationsanalyse ergründet den Ist-Zustand einer Stadt. Aus verschiedenen Analysen erstellt man eine SWOT-Analyse 36 . Am Ende dieser Phase möchte man sich einen Überblick über die Stärken-Schwächen und Chancen-Risiken der Stadt verschaffen können. Entscheidend für eine SWOT-Analyse ist der Vergleich mit Mitbewerbern, d.h. mit anderen Städten. 37 Außerdem sind die Wettbewerbsvor- und –nachteile nicht zu vergessen. Aus den Erkenntnissen der Analyse erarbeitet man später einen Maßnahmenkatalog für die Stellen wo ein Handlungsbedarf besteht. 38 Folgende Einzelanalysen sind für einen optimalen Einblick durchzuführen: N „Imageanalyse (Meinung der Bürger, Vereine, Touristen usw.) N Analyse des Wirtschaftsstandortes N Einzelhandelsgutachten N Regionalwirtschaftliche Analyse N Verkehrsanalyse N Analyse der Stadtverwaltung“ 39
4.1.2.2 Leitbilderstellung und Maßnahmenkatalog
„Das Leitbild formuliert kurz und prägnant die strategischen Ziele (Mission und Vision) und wesentlichen Orientierungen für Art und Weise ihrer Umsetzung für ihr Verhalten in der Organisation geben“ 40 Das Ziel der Leitbildformulierung ist „(…) nach innen gerichtet (…) und (soll) eine Orientierung für das zukünftige Handeln der privaten wie öffentlichen Seite (…)“ 41 bieten. Ein Leitbild bildet so gesehen eine Art „Navigationshilfe“ 42 . Ein Leitbild zeigt in welche Richtung alle Aktivitäten verlaufen sollten. Dadurch hat es auch eine motivierende Funktion für die Beteiligten. Eine Stadt benötigt Visionen. Durch die Erstellung eines Leitbildes entsteht eine Vorstellung darüber wo man die Stadt in der Zukunft sieht oder sehen möchte. Die Frage lautet deshalb: „Welche Visionen haben wir für unsere Stadt?“ 43 36 SWOT Definition siehe B 4.2.1.1.1 37 Vgl. Mauer, U. Erfolgsfaktoren des Stadtmarketing , Peter Lang GmbH Europäischer Wissenschaftsverlag, Frankfurt a. M. 2003, S. 31ff 38 Vgl. Funke, U. Vom Stadtmarketing zur Stadtkonzeption, Kohlhammer, 2. Aufl., Köln 1997, S. 28 ff 39 ebenda, S.29 40 http://www.olev.de/l/leitbild.htm [Stand 14.01.2004] 41 Fehn, M. / Vossen, K. Stadtmarketing Trends und Konzepte, Deutscher Sparkassen Verlag, Stuttgart 1999, S. 39 42 Funke, U. Vom Stadtmarketing zur Stadtkonzeption, Kohlhammer, 2. Aufl., Köln 1997, S. 39 43 ebenda
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Die Formulierung des Stadtleitbildes als Rahmenplan erfolgt durch ein Lenkungsgremium oder eine Leitbildkommission. 44 . Auch wenn es bei der Festlegung der Ziele schwierig ist alle Meinungen zu einzubringen, sollte nichts desto trotz unbedingt darauf geachtet werden, dass die Zielformulierungen inhaltlich konkret sind. Wenn sie zu allgemein verfasst worden sind, ist der notwendige Mitteleinsatz nicht ausreichend ableitbar. Für die Zielformulierung muss beachtet werden, dass „(…) sie kosten- und nutzenorientiert – und damit marktorientiert (…)“ 45 sind
Letztendlich ist Ziel der Leitbildkommission durch Auswertung der Analysen festzustellen wo das Entwicklungspotential der Stadt liegt und wo sie am günstigsten zu positionieren ist. „Ziel ist ein individuelles, unverwechselbares Profil der Stadt.“ 46 Außerdem soll eingeschätzt werden wo die Stadt in 5-10 Jahren gesehen wird. 47 Die Basis des Leitbildes einer Stadt setzt sich zusammen aus der historischen Kraft, aktuellen Stärken, gesellschaftlichen Zukunftstrends und Zielen für die nächsten 5-10 Jahre.
Abbildung 3: Elemente des Stadtleitbildes
Quelle: Funke, U. Vom Stadtmarketing zur Stadtkonzeption, Kohlhammer, 2. vollständig überarbeitete und fortgeschriebene Auflage, Köln 1997, S. 39 44 verschiedene Bezeichnungen möglich 45 Fehn, M. / Vossen, K. Stadtmarketing Trends und Konzepte, Deutscher Sparkassen Verlag, Stuttgart 1999, S.
41 46 Funke, U. Vom Stadtmarketing zur Stadtkonzeption, Kohlhammer, 2. Aufl., Köln 1997, S. 42 47 Vgl. ebenda, S. 42
14 B BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
4.1.2.3 Maßnahmenkatalog
In dem Maßnahmenkatalog werden aus den Oberzielen des Stadtleitbildes Teilziele und Strategien gebildet und dazu entsprechende Maßnahmen formuliert. Dies geschieht wieder in Arbeitskreisen. Es werden für jeden Tätigkeitsbereich der Stadt getroffen und je nach Maßnahme Zeit, Kosten, personelle Verantwortung sowie Priorität bestimmt. Am Ende dieser Phase erhält man als Ergebnis einen Strategieplan ähnlich einem Marketingplan. Es ist eine Konkretisierung des Marketing-Mix des Stadtmarketings. 48
4.1.2.4 Umsetzung und Kontrolle
„ Für eine zielgerichtete Umsetzung der ausgewählten Instrumente und Maßnahmen ist ein Projektmanagement erforderlich. (…) (Vorteilhaft kann an dieser Stelle) die Einstellung eines City-Managers, Stadt-Kümmerers, oder auch hauptamtlichen Geschäftsführers (…)“ 49 sein.
Weiterhin ist bei der Umsetzung das Stichwort Public Private Partnerships (PPP), die Partnerschaft öffentlicher und privater Akteure, zu nennen. 50 Das bedeutet, dass die
Unternehmen bei der Stadtkonzeption einerseits finanzielle Unterstützung und andererseits ihr Know-how einbringen. Langfristig angelegte Projekte werden bei einem PPP von öffentlicher und privater Seite zusammen finanziert.
Neben der allgemeinen Umsetzung darf die Fortschrittskontrolle nicht vergessen werden. Ein reiner Soll/Ist-Vergleich hat hier eine zu geringe Aussagekraft. Zum einem sollte man immer wieder kritisch hinterfragen, ob die angewendeten Verfahrensweisen und Entscheidungsprozesse des Marketings richtig gewählt wurden. Außerdem heißt Kontrolle hier: Erfolgs-, Effizienz- und Budgetkontrolle.
4.2 Marketing einer Destination
An dieser Stelle soll näher auf das Marketing einer Destination mit seinen Besonderheiten eingegangen werden.
4.2.1 Besonderheiten des touristischen Marketings einer Destination
Erläuterungen zu den Besonderheiten durch die Struktur der Tourismusorganisation: •beschränkte Beeinflussbarkeit des Produktes Die Tourismusorganisationen haben zwar größtenteils die Verantwortung über das 48 Fehn, M./Vossen, K. Stadtmarketing Trends und Konzepte, Deutscher Sparkassen Verlag, Stuttgart 1999, S.44
49 ebenda 50 siehe Punkt 1.6.2 Stadtmarketing Definition und Ziele
15 B BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
Destinationsmarketing, aber ihr Einfluss auf die Leistungserbringer lässt sich nur als gering
bezeichnen. Außerdem sind Teile des touristischen Produktes, wie Landschaft, Kultur,
Mentalität nicht beeinflussbar.
• beschränkte Beeinflussbarkeit des Preises/Einsatz der Marketinginstrumente
Da die Tourismusorganisationen nur einen geringen Einfluss auf die Leistungserbringer
haben, verfügen sich auch über keinerlei Weisungsbefugnisse. Aus diesem Grund gestaltet
sich die Bestimmung von Preisen als sehr schwierig. Maximal können Empfehlungen
gegeben werden oder Preissysteme erstellt werden.
•Verpolitisierung des Marketings und damit Verwässerung der Positionierung
Durch eine kooperative Finanzierung des Destinationsmarketings kann schnell eine
Hervorhebung von Individualinteressen entstehen. Um dies zu vermeiden, ist eine eindeutige
Trennung von Finanzierung, d.h. Mittelbeschaffung und der strategisch operativen Ebene
stattfinden. 51
Abbildung 4: Besonderheiten des touristischen Marketing einer Destination
Quelle: Bieger, T., Management von Destinationen und Tourismusorganisationen, 4. Auflage, R. Oldenbourg Verlag, München 2000, S.179 51 Vgl. Bieger, T., Management von Destinationen und Tourismusorganisationen, 4. Aufl., Oldenbourg Verlag, München/Wien 2000, S. 179
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Christiane Reichel, 2004, Ansätze und Chancen eines Marketing-Konzepts für die Stadt Stralsund. Betrachtung unter der Nutzung der Auszeichnung mit dem Welterbesiegel der UNESCO und der Zusammenarbeit mit der Stadt Wismar, Munich, GRIN Publishing GmbH
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