Inhaltsverzeichnis
Einleitung 2
Struktur -Protokoll. 4
Bildsprache. 5
Einstellungsgr ößen 5
Kameraperspektiven. 7
Filmsprache 9
Einstellungsl ängen 9
Bewegung von Kamera und Objekten. 11
Bild -Text-Verhältnis 13
Verständlichkeit des Textes. 14
Ergebnis 17
Erz ählstrategie 17
Moderation 20
Journalistische Botschaft 21
Fazit 21
Literaturverzeichnis 23
Fein -Protokoll 26
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Einleitung
Im Rahmen des Seminars Fernsehen untersucht diese Hausarbeit einen Beitrag eines Fernsehmagazins. Ziel dabei ist es, mithilfe quantitativer als auch qualitativer Methoden Antworten auf die untenstehenden Fragestellungen zu finden. Analysiert wird ein Beitrag der Wissenschaftssendung NANO von 3sat vom 16.01.2006, für den ich mich aus folgenden Gründen entschieden habe.
Eine Wissenschaftssendung sollte auf anschauliche Weise über neueste Trends aus den Naturwissenschaften berichten, Sachverhalte, technische Neuerungen und ähnliches vorstellen. Das ist natürlich nicht bei allen Themen einfach oder wenn überhaupt möglich, da das Fernsehen bei der Darstellung komplizierter und abstrakter Sachverhalte, beispielsweise aus der Mathematik, an seine Grenzen stößt. Andererseits können einige Meldungen oder Geschichten so knapp auf den Punkt gebracht werden, dass sich die Frage stellt, warum aus ihnen ein Beitrag entstand. Die Redaktion hat also scheinbar die Aufgabe, kompliziertes zu vereinfachen und, wenn die Nachrichtenlage dünner ist, aus einer kleinen Geschichte eine Größere zu machen.
Beim ersten Anschauen fiel mir auf, dass sich die Story des gewählten Beitrags äußerst knapp zusammenfassen lässt: Ein theoretischer Physiker hat ein Kochbuch geschrieben, in dem er seine Kenntnisse aus der Nanotechnologie an altbekannten Rezepten anwendet und neue Kochideen entwickelt. Trotzdem hatte der Beitrag eine Sendezeit von über sechs Minuten. Eine erste Rekapitulation brachte außerdem, dass von den erklärten Details nur sehr wenige im Gedächtnis geblieben sind. Daraus ergaben sich für mich folgende Leitfragen. Erstens: Welche Elemente des Films machen ihn besonders interessant für den Zuschauer? Zweitens: Lässt sich eine bekannte Erzählstruktur im Beitrag erkennen? Und drittens: Ist der wissenschaftliche Fernsehbeitrag zu schwer zu verstehen?
Um diese Fragen abschließend zu beantworten, wäre es notwendig, den Beitrag auf eine hohe Anzahl gestalterischer Merkmale hin zu untersuchen. Dies ist jedoch im Rahmen einer Hausarbeit nicht möglich. Daher muss eine Auswahl der zu untersuchenden Elemente getroffen werden. In einschlägigen Einführungen
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zur Filmanalyse wie z.B. von KORTE 1 , HICKETHIER 2 oder FAULSTICH 3 finden sich einige Kategorien, die von allen als grundlegend erachtet und deshalb analysiert werden sollten. Im Feinprotokoll im Anhang wurden diese Kategorien festgehalten. Zur besseren Verständlichkeit und Nachvollziehbarkeit befinden sich rechts neben den üblichen Angaben wie Zeit, Kameraeinstellung, Kommentar und O-Ton sog. Screenshots der einzelnen Einstellungen. Im Folgenden werden die Kategorien Bildsprache, Filmsprache, Text-Bild-Verhältnis, Textverständlichkeit, Moderation und Erzählstruktur des Beitrags untersucht.
1 Helmut Korte: Einführung in die systematische Filmanalyse. 2004
2 Hickethier, Knut: Film- und Fernsehanalyse. 2001.
3 Faulstich, Werner: Grundkurs Filmanalyse. 2002.
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Struktur-Protokoll
Länge: 1 0’00 Vorspann
2 0’15 Themenübersicht
4 1’21 1. Filmbeitrag: Sonde zum Planeten Pluto
5 5’19 Moderation: Abmoderation des 1. Filmbeitrags
6 5’29 Nano NEWS
8 7’32 Studiogespräch: Panik in Deutschland vor Vogelgrippe?
9 8’17 2. Filmbeitrag: Vogelgrippe in der Türkei
10 13’02 Studiogespräch: Vogelgrippe-Risiko für Menschen
11 16’30 Moderation: bessere Medizin für Frühchen - Hinweise auf Ursachen für Schmerzempfindlichkeit durch Behandlung von Frühchen 12 16’55 3. Filmbeitrag: Gerade bei Kindern ist die Schmerztherapie wichtig
13 21’00 Moderation: Nanotechnologie - Wissen für die praktische Küchenanwendung
14 21’38 4. Filmbeitrag: Physik und Chemie machen den feinen Geschmack aus 15 28’09 Moderation: Abschied
16 28’14 Vorschau
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Bildsprache
Im Rahmen der Bildsprache sollen im Folgenden Einstellungsgröße und Kameraperspektive der einzelnen Einstellungen untersucht werden. Sie geben Hinweise darauf, welcher Sachverhalt, welches Ereignis oder welche Person wie im Mittelpunkt stehen.
Einstellungsgrößen
Film- oder Fotokameras haben die Eigenschaft, nur einen bestimmten Ausschnitt der vor uns visuell existierenden Umwelt erfassen zu können. Je nach Objektiv bzw. Brennweite und Abstand wird mehr oder auch weniger von einem Objekt und dessen Umwelt erfasst. Dies bringt die sog. Einstellungsgröße zum Ausdruck, die sich zur Verständigung zwischen Regie und Kameramann entwickelt hat. Die Einstellungsgrößen im Feinprotokoll orientieren sich an den Vorgaben von KORTE. Er misst ihnen eine zentrale Bedeutung zu, denn sie können gezielt die Aufmerksamkeit und die Identifikationsbereitschaft des Zuschauers beeinflussen. Zu unterscheiden sind die Einstellungsgrößen Weite bzw. Super-Totale, Einstellung, Halbtotale, Amerikanische Einstellung, Nahe, Groß- und
Detailaufnahme. Für eine Filmanalyse, so KORTE, könne man zwar generell diese sieben Kategorien auf drei reduzieren, nämlich Totale, Nahe und Große, dennoch erscheint dies am gewählten Fernsehbeitrag, wie sich später zeigt, nicht sinnvoll. KORTE orientiert sich bei der Definition an der Größe des Menschen im Verhältnis zum Bild. 4
- Weit, Super Totale [W]: Person in der Weite der Landschaft, in einem weitläufigen Innenraum - Totale [T]: Person, umgeben von viel Raum - Halbtotale [HT]: Person füllt das Bildformat - Amerikanische [AM]: Person von Kopf bis Oberschenkel - Nah [N]:Person mit Kopf und Oberkörper - Groß [G]: Kopf oder Hand der Person - Detail [D]: Auge, Nase oder Finger der Person
HICKETHIER weist auf die Funktion der Einstellungsgröße hin, die zum einen die Relation zwischen Standpunkt des Betrachters und des Abgebildeten deutlich macht und die zum anderen durch einen ständigen Wechsel die Wahrnehmung
4 Korte. S.27
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stimuliert. KORTE hebt hervor, dass Großaufnahmen die Aufmerksamkeit des Rezipienten auf ein Gesicht oder in unserem Falle auch ein Objekt und dessen besondere Charakteristika wie Gestik oder Oberflächenstruktur lenken kann. Solche Akzente gingen in einer Totalen völlig verloren. In einigen Grenzfällen herrscht Uneinigkeit über die Verwendung der Begriffe und ihre Definition, die unterschiedliche Referenzobjekte zur Grundlage haben. Während die Aufnahme eines Bücherregalfachs in die Kategorie Nah fällt, wenn der Menschen als Referenzpunkt gilt, so fällt die gleiche Aufnahme in die Kategorie Total, wenn ein Buch den Bezug bildet. Um Unstimmigkeiten zu vermeiden, habe ich durchgängig alle Einstellungen nach KORTEs Vorgaben kategorisiert. Bei der Zuordnung der einzelnen Einstellungen gab es jedoch einige Fälle, die nicht eindeutig den Kategorien Groß und Detail zuzuordnen waren. Manche Einstellungen erschienen mir einerseits für die Kategorie Detail zu groß wie Nr. 41, sodass ich es zunächst als zweckmäßig erachtete, eine weitere Kategorie einzuführen. Allerdings sind auf der einen Seite in einigen Einstellungen die in den Definitionen genannten Bezugsgrößen, also Personen, nicht vorhanden. So kann bei einer weiteren Einteilung und Präzisierung nicht gewährleistet werden, dass eine neue Kategorie richtig angewendet wird. Andererseits sind diese Fälle zu selten, um in der Analyse eine relevante und aussagekräftige Größe darzustellen. Die folgende Abbildung zeigt die Anzahl unterschiedlichen Einstellungsgrößen im Beitrag.
Abbildung 1: Anzahl der verwendeten Einstellungsgrößen
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Im gewählten Beitrag ist ein sehr häufiger Einsatz von Groß- und Detailaufnahmen feststellbar. Über 40 Prozent aller Einstellungen sind in die Kategorie Detail einzuordnen, während weitere 30 Prozent als Groß einzustufen sind.
Nach HICKETHIER und KERSTAN 5 kann man also sagen, dass das Interesse des Zuschauers in erster Linie darauf gelenkt wird, was Thomas Vilgis, der Protagonist des Beitrags, tut bzw. ihn charakterisiert. Einstellungen 12, 13, 15, 16 und 17 zeigen in Groß und Detail seine tägliche Arbeit als theoretischer Physiker, also die Arbeit am Schreibtisch und Computer, den Umgang mit mathematischen und chemischen Formeln. In weiteren Einstellungen bearbeitet Vilgis meist Zutaten zum Kochen und man kann genau erkennen, was mit ihnen bei der Bearbeitung passiert. Das Interesse liegt also darauf, was im Detail mit den Kochzutaten geschieht.
Die 12 amerikanischen Einstellungen werden meist im Wechsel zu den Nah- und Detaileinstellungen gezeigt. Sie geben einen gewissen Überblick über das nähere Umfeld, aber sie machen auch deutlich, wer die handelnde Person ist - also hauptsächlich Vilgis und die nicht weiter vorgestellte Frau am Anfang und gegen Ende des Films. Halbtotale und Totale kommen insgesamt nur drei Mal vor. Sie sollen nach KERSTAN eine Übersicht geben und Details räumlich ordnen. Sie stellen im Beitrag das Institut und dessen Küche vor. Eine ähnliche Aufgabe übernehmen in Einstellung 2 die Nahe und in 14 die Amerikanische. An dieser Stelle wird deutlich, dass eine genaue Aufgabenzuteilung der Größen anhand eines immer festen Referenzobjekts nicht möglich ist. Die unausgeglichene Verteilung der Einstellungsgrößen zugunsten von größeren Aufnahmen zeigt dennoch, dass die Demonstration von physikalisch-chemischen Vorgängen anhand von Lebensmitteln im Zentrum des Beitrags steht.
Kameraperspektiven
In der Regel gibt es im Filmgeschehen keinen fixierten Standpunkt, er wird ständig gewechselt. Mit dem Standpunkt wechseln auch die Sichtweisen auf das Geschehen. Eine Gestaltungsmöglichkeit ist hier die Kameraperspektive, die grob in drei Kategorien aufgeteilt werden kann: Normalsicht, Aufsicht und Untersicht. Unter Normalsicht (eye level angle) wird eine Perspektive auf Augehöhe verstanden. Es gibt hierbei keine Auf- oder Untersichten auf Objekte. In der
5 Peter Kerstan: Bildsprache. In: Schult, Gerhard; Axel Buchholz (Hrsg.): Fernseh-Journalismus. 2002.
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Arbeit zitieren:
Martin Menzel, 2006, Analyse eines Fernsehbeitrages der Wissenschaftssendung NANO, München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
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