Inhalt
1. Einleitung 2
2. Darstellung des Profit-Center-Konzepts 3
2.1. Definition des Begriffs Profit Center 3
2.2. Möglichkeiten der Divisionalisierung eines Unternehmens 4
2.3. Die Profit-Center-Erfolgsrechnung 5
3. Beurteilung des Profit-Center-Konzepts 9
3.1. Vorteile des Profit-Center-Konzepts 9
3.2. Mögliche Nachteile des Profit-Center-Konzepts 10
3.3. Eignung des Profit-Center-Konzepts zur Unternehmenssteuerung 12
4. Fazit 14
5. Literaturverzeichnis 15
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1. Einleitung
Das Profit-Center-Konzept ist keine neue Organisationsform. Es wurde bereits um 1920 von den amerikanischen Großkonzernen Du Pont und General Motors eingeführt (Dierkes, 2004, S. 7). Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Unternehmen ausschließlich funktional organisiert, d.h. sie waren nach ihren betrieblichen Funktionen gegliedert. Die konjunkturelle Entwicklung und die zunehmenden aussenwirtschaftlichen Verflechtungen ließen die Unternehmen wachsen, sie erschlossen neue Märkte und weiteten ihr Produktionsprogramm immer mehr aus. Dadurch wurden die internen Informationsflüsse komplizierter und langwieriger, die Verantwortlichkeit für einzelne Produkte oder Märkte war schwierig zuzuordnen. Die oberste Unternehmensleitung war zunehmend überlastet, musste Entscheidungen u.U. ohne ausreichende Informationen treffen und konnte diese dann nur schwerfällig im Unternehmen durchsetzen. Aufgrund dieser Entwicklungen waren die Unternehmen gezwungen, neue Organisationsstrukturen zu schaffen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Du Pont und General Motors waren die Ersten, die ihr Unternehmen nach dem Profit-Center-Konzept umstrukturierten. Sie teilten es in mehrere Geschäftsbereiche ein, die selbständig und eigenverantwortlich für bestimmte Produktgruppen zuständig waren. Es dauerte jedoch einige Zeit, bis dieses Konzept als effizient erachtet wurde. In den USA konnte sich das Profit-Center-Konzept in den 50er Jahren durchsetzen, in Europa in den 70er Jahren. In Deutschland gilt der Konzern AEG als Vorreiter des Profit-Center-Konzepts.
Die theoretischen Grundlagen werden in der pretialen Wirtschaftslenkung nach Eugen Schmalenbach gesehen. Er forderte, „besonders in größeren Betrieben den Beamtensinn zu ersetzen durch den Unternehmersinn“ (Siebenbrock, 1990, S. 17). Der zentrale Gedanke war die Übertragung der marktwirtschaftlichen Ideen von der volkswirtschaftlichen auf die betriebswirtschaftliche Ebene.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Profit-Center-Konzeption darzustellen, ihre Vorteile und möglichen Nachteile zu zeigen und auf ihre Eignung zur Unternehmenssteuerung einzugehen.
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2. Darstellung des Profit-Center-Konzepts
2.1. Definition des Begriffs Profit Center
Unter Profit Center versteht man demnach einzelne kleine Betriebseinheiten innerhalb eines Unternehmens, die organisatorisch verselbständigt worden sind und über eigene Strukturen, Planungs- und Controllinginstrumente verfügen. Sie zeichnen sich durch eine Eigenverantwortung für ihren betriebswirtschaftlichen Erfolg aus und erstellen eigene Kosten-und Erlösrechnungen (Biermann, 2000, S. 4f.). An der Spitze steht jeweils eine verantwortliche Führungsperson, die wie ein Subunternehmer handelt und deren Erfolg am Gewinn des Profit Centers gemessen wird.
Für die Organisation von Profit Center sind folgende Bedingungen Voraussetzung (Preißner, 2002, S. 22):
- Marktorientierung: Der betrachtete Teilbereich des Unternehmens benötigt einen unmittelbaren Zugang zum Markt. Er muss eine marktfähige Leistung anbieten und auch selbständig Leistungen am Markt nachfragen. Die Marktpreise bilden die Grundlage für die Erfolgsrechnung des Profit Centers.
- Verantwortungsorientierung: Der gesamte Unternehmenserfolg muss durch den betrachteten Teilbereich beeinflussbar sein, d.h. Profit Center müssen in der Lage sein, z.B. ihre Kosten zu beeinflussen. Dementsprechend muss ihnen weitgehende Autonomie eingeräumt werden.
- Controllingunterstützung: Das Controllingsystem des Gesamtunternehmens muss für eine Profit-Center-Struktur geeignet sein. So müssen z.B. die Rechnungslegungsinstrumente differenziert genug sein, Kosten und Erlöse den einzelnen Profit Centern zuzurechnen und Deckungsbeiträge nach dem Prinzip der Verantwortlichkeit zu berechnen.
Jedes Profit Center nimmt als eigenständige Einheit am Wettbewerb teil, bietet selbständig Produkte oder Dienstleistungen am Markt an und stellt sich den externen Konkurrenten (Füser, 2001, S. 70). Lieferungen aus anderen Bereichen des Unternehmens werden wie Lieferungen von fremden Firmen in der Betriebsergebnisrechnung behandelt, d.h. die einzelnen Profit Center eines Unternehmens stehen in einer Kunden-Lieferanten-Beziehung zueinander. Bietet ein
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Fremdunternehmen die erforderlichen Produkte oder Dienstleistungen günstiger an, so kann der Verantwortliche des Profit Centers den entsprechenden Auftrag auch außerhalb des Unternehmens vergeben. Durch diese interne Konkurrenzsituation soll die Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Unternehmens verbessert werden.
Die einzelnen Profit Center eines Unternehmens sind zwar weitgehend selbständig tätig, doch insgesamt werden sie in das Gesamtunternehmen eingebunden. In der Regel gibt es eine zentrale Leitung, die die verschiedenen Unternehmensbereiche koordiniert. Da nicht alle betrieblichen Aufgaben auf die einzelnen Profit Center delegiert werden können, werden zudem Zentralbereiche gebildet, die einen übergreifenden Charakter haben und für alle anderen Bereiche für Bedeutung sind (z.B. Personal, Buchhaltung). Durch diese Zentralisierung einiger Unternehmensbereiche entsteht zumindest teilweise eine gewisse Abhängigkeit der Profit Center vom Gesamtunternehmen.
Die Entscheidungskompetenz eines Profit-Center-Leiters besteht in der Regel aus den operativen Beschaffungs-, Produktions-und Absatzentscheidungen sowie den
Personalentscheidungen (Dierkes, 2004, S. 8). Die strategischen Entscheidungen behält sich meist die Gesamtunternehmensleitung vor.
Ziel des Profit-Center-Konzepts ist es, das Unternehmen übersichtlicher und wirtschaftlicher zu gestalten.
2.2. Möglichkeiten der Divisionalisierung eines Unternehmens
Die Gliederung eines Unternehmens in eigenständige Einheiten wird als divisionale Organisation bezeichnet (Hahn, 1997, S. 406 f.). Dazu zählt auch das Profit-Center-Konzept. Allgemein werden verschiedene Möglichkeiten der Divisionalisierung unterschieden: - Gebietsorientierte Divisionalisierung: Die Einteilung der Profit Center richtet sich hier nach den unterschiedlichen Geschäftsgebieten nach geographischen Gesichtspunkten. Jeder einzelne Stützpunkt des Unternehmens in Form von nationalen oder internationalen Standorten, Filialen o.ä. stellt dabei eine eigene strategische Unternehmenseinheit dar. Auch Betriebe, die selbst keine Filialen unterhalten, können in dieser Form organisiert sein. Sie können z.B. nach Vertriebsgebieten aufgegliedert werden.
- Produktorientierte Divisionalisierung: Hier werden die Profit Center nach Produkten/ Produktgruppen bzw. Dienstleistungen eingeteilt. Die Unterteilung des Unternehmens erfolgt in unterschiedliche Einheiten, die jeweils ein bestimmtes Produkt herstellen. Diese Organisationsform ist häufig bei Industrieunternehmen zu finden.
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Arbeit zitieren:
Dipl. Wirtschaftsgeographin Ursula Hertlein, 2006, Darstellung und Beurteilung der Profit Center-Rechnung, München, GRIN Verlag GmbH
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