1 Inhaltsverzeichnis
1 Inhaltsverzeichnis. 1
2 Einleitung 2
3 Das soziologische Erklärungsmodell nach Esser 3
3.1 Der 1. Schritt: Die Logik der Situation 4
3.2 Der 2. Schritt: Die Logik der Selektion 4
3.3 Der 3. Schritt: Die Logik der Aggregation. 4
4 Thomas Kuhn: Entwicklung durch Revolution. 5
4.1 Paradigmen und die Normalwissenschaft. 6
4.2 Die Krise, die außerordentliche Wissenschaft und der Paradigmenwechsel. 6
5 Der Paradigmenwechsel im soziologischen Erklärungsmodell 8
5.1 Die Explanada S 2 und S 3 8
5.2 Von der Ausgangssituation S 1 zum Vorhandensein des neuen Paradigmas S 2 8
5.2.1 Die Logik der Situation von S 1 8
5.2.2 Die Logik der Selektion von A 1 zu H 1 9
5.2.3 Die Logik der Aggregation von H 1 zur Revolution S 2 9
5.3 Von der Revolution und vom neuen Paradigma S 2 zum Paradigmenwechsel S 3 10
5.3.1 Die Logik der Situation S 2 10
5.3.2 Die Logik der Selektion von A 2 zu H 2 10
5.3.3 Die Logik der Aggregation von H 2 zum Paradigmenwechsel S 3 10
6 Fazit 12
7 Literaturverzeichnis 13
8 Abbildungsverzeichnis 13
1
2 Einleitung
Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit dem Versuch Essers soziologisches Erklärungsmodell mit „Leben“ zu füllen, in dem es (exemplarisch) auf Kuhns Theorie des Paradigmenwechsel angewendet wird. Wichtig scheint dies, da Esser für sein Modell in Anspruch nimmt, daß es zur Erklärung sämtlicher soziologischen Phänomene geeignet sei. 1 Dieser Logik folgend muß es also auch zur Erklärung des soziologischen Phänomens des Paradigmenwechsels geeignet sein.
Gemäß dieser Aufgabenstellung werden im dritten Kapitel (Das soziologische Erklärungsmodell nach Esser) zunächst Essers „Badewanne“ und anschließend in Kapitel 4 (Thomas Kuhn: Entwicklung durch Revolution) Kuhns Theorie des Paradigmenwechsels einführend vorgestellt. Da es nicht das Ziel dieser Hausarbeit ist Essers Modell oder Kuhns Theorie in allen Details zu diskutieren, wurde in diesen Kapiteln bewusst auf Forschungskontroversen (besonders bei Kuhn), weitergehende Theorien und untergeordnete Details verzichtet. Im fünften Kapitel (Der Paradigmenwechsel im soziologischen Erklärungsmodell) wird anschließend Kuhn in Essers Badewanne „gesteckt“, wobei in diesem Kapitel der Systematik der beiden vorhergegangenen Kapitel Rechnung getragen wird.
Abschließend wird im Kapitel Fazit der Versuch abschließend bewertet und Essers Erklärungsmodell auf seine Tauglichkeit für Kuhns Struktur wissenschaftlicher Revolutionen hin untersucht.
Da zu dem eigentlichen Thema keine Literatur verfügbar war, wurde das entsprechende Kapitel ohne Vorlage bearbeitet; für die anderen beiden Kapitel wurde eine beschränkte Auswahl an Übersichtsdarstellungen und die beiden Originalwerke herangezogen.
1 Vgl. HARTMUT ESSER: Soziologie. Allgemeine Grundlagen. Frankfurt New York 1993, S. 91 und den entsprechenden Abschnitt im Kapitel 5 „Der Paradigmenwechsel im soziologischen Erklärungsmodell“ auf Seite 8.
2
3 Das soziologische Erklärungsmodell nach Esser 2
Bei dem im folgenden Kapitel vorgestellten „Grundmodell der soziologischen Erklärung“ 3 handelt es um das „elementare Grundmodell jeder soziologischen Erklärung“ 4 , also um die grundsätzliche Arbeitsmethode des Soziologen zur Lösung eines wissenschaftlichen Rätsels. Dieses von Hartmut Esser ausformulierte Programm, welches auf Max Webers Modell des verstehenden Erklärens zurück geht, 5 geht von der allgemeinen Erkenntnis aus, daß kollektive Phänomene (um deren Erklärung sich die Soziologie bemüht) lediglich auf die aggregierten individuelle Handlungen von einzelnen Akteuren zurück zu führen sind; 6 daß also zur Erklärung eines Sachverhaltes auf der Makroebene eine Betrachtung der Mikroebene erforderlich ist. Dabei ist es irrelevant von welcher Art das Explanandum 7 ist oder welche Theorie zur Erklärung der jeweiligen Handlung des einzelnen Akteurs herangezogen werden soll, da Esser (charmanterweise) nur ein allgemeines Arbeitsprogramm, ein Grundgerüst, liefert. In diesem können je nach Aufgabenstellung oder persönlicher Vorliebe die verschiedenen (durchaus miteinander konkurrierenden) Theorien der Soziologie angewendet werden.
Essers Modell selbst besteht aus drei einzelnen und schließlich miteinander zu kombinierenden Schritten: Die „typisierende Beschreibung“ der Handlungssituation über
Brückenhypothesen,
„Erklärung der Selektion von Handlungen“ der Akteure über eine Hand-lungstheorie der anschließenden „Aggregation der individuellen Handlungen über Transformationsregeln“. 9 Da auf diese Art und Weise das Problem zuerst (durch die Analyse der Situation von der Makroebene auf die Mikroebene und anschließend (durch die Aggregation) wieder auf die Makroebene zurück transferiert wird, bezeichnet Esser die Schritte auch als Makro-Mikro-Makro-Erklärung.
2 Das folgende Kapitel basiert in seinen Grundzügen und im Aufbau auf Esser, Soziologie, S. 91-101.
3 Esser, Soziologie, S.91.
4 Ebd.
5 Vgl. Esser, Soziologie, S. 98. Siehe auch Essers Anmerkungen in der dazugehörenden Fußnote (Esser, Soziologie, S. 98).
6 Vgl. Esser, Soziologie, S. 92.
7 „Das zu Erklärende“; Eine Aussage über ein zu erklärendes Phänomen, daß dieses als eine „Folge bestimmter kausaler Ursachen“ erkennt. (Definition nach Esser. (Vgl. Esser, Soziologie, S. 40)). 8 Abb. nach Esser, Soziologie, S. 98.
3
3.1 Der 1. Schritt: Die Logik der Situation
Die Reduktion von der Makro- auf die Mikroebene
Im ersten Schritt gilt es das Explanandum auf der Makroebene auf die Handlungen der einzelnen Akteure (genauer gesagt auf jeden einzelnen Akteur) auf der Mikroebene zu reduzieren. Es geht also um die Rekonstruktion der sozialen Situation in der sich die Akteure befinden, um die Beschreibung der unter den jeweiligen Randbedingungen 10 zur Verfügung stehenden Handlungsoptionen. Diese Beziehung zwischen der sozialen Situation und dem einzelnen Akteur nennt Esser die Logik der Situation, die Beschreibung dieser Verbindung bezeichnet er als Brückenhypothese.
3.2 Der 2. Schritt: Die Logik der Selektion
Die Erklärung der Handlung des Akteurs
Als die Logik der Selektion bezeichnet Esser den Schritt, der von dem einzelnen Akteur zur eigentlichen sozialen Handlung führt. Es ist nun also an der Zeit (unter Verwendung einer geeigneten Theorie) zu Erklären, welche der potentiellen Handlungsoptionen der Akteur wahrnimmt, was ihn dazu veranlaßt, und welche soziale Handlung dieses zur Folge hat.
3.3 Der 3. Schritt: Die Logik der Aggregation
Die Aggregation der einzelnen sozialen Handlungen auf der Mikroebene zum kollekti-
ven Explanandum auf der Makroebene
Im dritten Schritt muß nun von den individuellen Handlungen der Akteure auf der Mikroebene wieder zurück auf die Makroebene geschlossen werden. Es gilt aus den verschiedenen Einzelhandlungen mittels einer Transformationsregel 11 das zu erklärende kollektive Expla-nandum abzuleiten.
9 Esser, Soziologie, S. 97.
10 initial conditions, auch mit „Umweltbedingungen“ übersetzbar; jene Bedingungen und Einflüsse, die die soziale Situation charakterisieren (Vgl. Esser, Soziologie, S. 41.).
11 Geeignete Methoden, wie beispielsweise mathematische Hochrechnungen oder Gleichgewichtsmodelle, aber auch simple logische Schlüsse (wie „wenn alle Akteure einen Teil ihrer Steuern hinterziehen führt dies zu riesigen Steuerausfällen“).
4
Arbeit zitieren:
Marcus Giebeler, 2002, Der Paradigma nach Kuhn als Anwendung des soziologischen Erklärungsmodells nach Esser, München, GRIN Verlag GmbH
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