1 Inhaltsverzeichnis
1 Inhaltsverzeichnis 2
2 Einleitung und Forschungsüberblick. 3
3 Die Anfänge der Abolitionsbewegung. 5
3.1 Die Ursprünge: Quäker, Methodisten und Evangelikale. 5
3.2 Die ersten Erfolge: Granville Sharp und der Fall Somerset. 6
4 Der Kampf um die Beendigung des Sklavenhandels (1787-1792) 8
4.1 Die Gesellschaft zur Abschaffung des Sklavenhandels und Thomas Clarkson. 8
4.2 William Wilberforce 10
4.3 1788: Der Beginn des parlamentarischen Kampfes: Der Dolben Act. 11
4.4 1788-1792: Parlamentarische Initiativen und Massenagitation 12
5 Die lange Durststrecke (1793-1803) 14
5.1 Das „Jakobiner-Problem“ 14
5.2 1793-1795: Stagnation und neue Taktiken. 15
5.3 1796-1803: Die Durststrecke 16
5.4 1797-1799: Nebenkriegsschauplätze’ I: Slave Carrying und Slave Trade Limitation Bill 17
5.5 1798-1802: Nebenkriegsschauplätze’ II: Trinidad und die neuen karibischen Kolonien. 19
6 Das endgültige Verbot des Sklavenhandels (1804-1807) 21
6.1 1804-1805: Aufbruchstimmung in den Reihen der Abolitionisten und der Einzug der irischen
Abgeordneten in das Unterhaus 21
6.2 1805: Direkte und indirekte Initiativen für partielle Verbote des Sklavenhandels. 22
6.3 1806: Foreign Slave Trade Bill. 25
6.4 1806: The humble Address to the King. 26
6.5 1806-1807: Das endgültige Verbot des britischen Sklavenhandels 28
7 Fazit 30
8 Quellen- und Literaturverzeichnis 32
8.1 Quellen. 32
8.2 Literatur 32
8.3 Internetressourcen 33
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2 Einleitung und Forschungsüberblick
Am 23. Februar des Jahres 1807 wurde das britische Unterhaus Zeuge eines denkwürdigen Augenblickes: Nachdem Sir Samuel Romilly (der Solicitor General 1 der Regierung) für die Beendigung des britischen Sklavenhandels geworben hatte, schloß er seinen Redebeitrag mit einem lang andauernden und emotionalen Tribut an den Abgeordneten William Wilberforce. Der so Geehrte - Wilberforce hatte beinahe 20 Jahre für den folgenden Moment (die Verabschiedung des Abolition Bill) gekämpft - wurde während der Rede von seinen Gefühlen überwältigt und begann - seinen Kopf in seine Hände gestützt - vor Freude und Glück zu weinen:
„Wilberforce was overcome by the power of Romilly’s concluding passages, and sat with his head in his hands, tears streaming down his face. As Romilly reached his final sentences the House broke into one of those scenes that is reserved for great occasion. Members stood and cheered him tumultuously.“ 2
Was war zwischen 1788 - dem Jahr, in dem mit dem Dolben Act erste Maßnahmen zur Regulierung des britischen Sklavenhandels ergriffen worden waren - und jenem (für das sonst als so zurückhaltend geltende House of Commons) außergewöhnlichen Februartag geschehen, welche Hintergrundvariablen waren für diese Entwicklung notwendig gewesen? Es ist das Ziel dieser Arbeit, diesen Zeitraum ereignisgeschichtlich darzustellen und gleichzeitig einen Blick auf die Motive, die Protagonisten und die kulturhis-torischen Grundlagen sowie die politischen Hintergründe und Prozesse zu werfen. Dies geschieht insbesondere im Kontext einer Forschungsdebatte, die sich um die Frage nach den eigentlichen Ursachen für das britische Verbot des Sklavenhandels (kurz Abolition) entspannte: Die klassische britische Historiographie des 19. Jahrhunderts betrachtete die Abolition des Sklavenhandels als eine der segensreichsten Großtaten des britischen Volkes. 3 Wenn auch die Geschichtsschreiber des beginnenden 20. Jahrhunderts (Reginald Coupland, Frank J. Klingsberg, u. a.) jenen Pathos vermissen ließen, deuten sie das britische Verbot des Sklavenhandels doch „als einen Sieg religiöser Idealisten und aufgeklärter Philanthropen über wirtschaftliche Interessen“ 4 .
Dieser Vorstellung widersetzte sich 1943/44 der marxistische Historiker Eric Williams. 5 Williams, der selbst auf den westindischen Inseln geboren worden war, interpretierte die Abolition im wesentlichen „als eine zwangsläufige Folge veränderter ökonomischer Rahmenbedingungen“ 6 . Die Sklaverei sei deshalb (und nur deshalb) abgeschafft worden, weil die merkantilistische westindische Zuckerwirtschaft im Zuge der beginnenden industriellen Revolution in sich zusammengebrochen sei, die westindischen Plantagenbesitzer in der Folge dieses Prozesses an politischem Einfluß verloren hätten und die neue kapitalisti-
1 DerSolicitor General ist der stellvertretende Generalstaatsanwalt Großbritanniens und als solcher Mitglied der königlichen Regierung. Im Gegensatz zum bundesdeutschen Generalbundesanwalt nehmen der Attorney General und der Solicitor General neben ihren judikativen auch exekutive Funktionen wahr und beraten beispielsweise die Regierung in juristischen Fragen. Vgl. weitergehend Solicitor General for England and Wales. In: Wikipedia (EN). [Veröffentlicht im Internet http://en.wikipedia.org/wiki/Solicitor_General_for_England_and_Wales, Stand: 01.07.2005] und Law Officers of the Crown. In: Wikipedia (EN). [Veröffentlicht im Internet: http://en.wikipedia.org/wiki/Law_Officers_of_the_Crown, Stand: 01.07.2005].
2 Carey Brycchan: British Abolitionists, Kap. William Wilberforce. [Veröffentlicht im Internet: http://www.brycchancarey.com/abolition/, Stand: 03.04.2005]; für den vorangegangenen Absatz vgl. ebd.
3 Vgl. Abolition of the Atlantic Slave Trade. In: Wikipedia (EN). [Veröffentlicht im Internet: http://en.wikipedia.org/wiki/Atlantic_slave_trade#Abolition_of_the_Atlantic_slave_trade, Stand: 26.06.2005].
4 Albert Wirz: Sklaverei und kapitalistisches Weltsystem. Frankfurt am Main 1984, S. 186. Vgl. ebd. Couplands Hauptwerk ist unter dem Titel Reginald Coupland: The British anti-slavery movement. London 1933 erschienen; Klingsberg publizierte das seinige unter dem Titel: Frank J. Klingsberg: The Anti-Slavery Movement in England: A Study in English Humanitarianism. New Haven 1926.
5 Die bibliographischen Angaben für Williams Hauptwerk lauten: Eric Williams: Capitalism and slavery. New York 1961.
6 Wirz, Sklaverei, S. 190.
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sche Elite (Industrielle und Kaufleute, kurz die Bourgeoisie) sich mit ihrem Wunsch nach Freihandel durchgesetzt habe. 7 Die faktisch nicht zu leugnende Massenbewegung (das sog. ‚Abolition-Movement‘) wird in diesem Kontext als eine „objektiv bloß ideologische Begleiterscheinung eines ökonomischen Wandlungsprozesses“ 8 abgetan. Williams knüpfte mit dieser These paradoxerweise - können doch beide (als ‚Klassiker‘ des Kapitalismus bzw. als Mitbegründer der ‚bürgerlichen‘ werturteilsfreien Soziologie) als Antipoden Marx‘ gelten - 9 an wesentlich ältere Thesen Adam Smiths und Max Webers an. 10 J. R. Ward, S. Drescher, u. a. haben jedoch zwischenzeitlich statistisch nachgewiesen, daß sich die westindische Zuckerwirtschaft mitnichten im Niedergang befunden habe sondern im Gegenteil im Zeitraum von 1783 bis 1807 trotz einzelner Krisen in ihrer Gesamtheit sogar gewachsen sei und ihr Niedergang (als Folge der Abolition) erst nach 1820 begonnen habe; Drescher geht sogar so weit, in der Beendigung des Sklavenhandels einen „Econozid“ („econocide“), einen bewußten Bruch mit einem gewinnträchtigen Wirtschaftssystem, zu sehen 11 .
Da die gemeinsame Kernaussage der Thesen Williams, Webers und Smiths inzwischen also als faktisch widerlegt gilt, nehmen die meisten ‚neueren‘ Arbeiten einen mehr oder weniger vermittelnden Standpunkt (mit wechselnden Gewichtungen) zwischen beiden Positionen ein. Trotz der eindeutigen Ergebnisse von Drescher, Ward und deren Mitstreitern legen jedoch interessanterweise viele Autoren nach wie vor einen starken Schwerpunkt in ihren Erklärungsansätzen auf die wirtschaftshistorischen Aspekte, so daß das politische Moment in vielen Arbeiten stark in den Hintergrund gedrängt wird. Diese Arbeit verfolgt daher auch das Ziel, im Zuge dieser Debatte eine eindeutige Gewichtung auf die Relevanz des ‚politischen‘ Faktors zu legen. Zu diesem Zweck wird nach einem einführenden Kapitel über die Wurzeln der Abolitionsbewegung in insgesamt drei (chronologisch gegliederten) Kapiteln der parlamentarische Kampf um die Beendigung des Sklavenhandels dargelegt werden. Dies geschieht deshalb, da sich bei einer detaillierten Betrachtung ein ‚Primat‘ der politischen gegenüber der wirtschaftlichen Faktoren erkennen läßt. So zeigt sich deutlich, daß der späte Erfolg keineswegs auf einer fortlaufenden Erosion der politischen Macht der westindischen Opposition gegen den Sklavenhandel beruhte, sondern daß vielmehr harte ‚politische‘ Arbeit vonnöten war, die einen komplizierten politischen Prozeß vorantrieb. Das am Ende stehende Schlußkapitel widmet sich daher der Aufgabe, die wichtigsten Argumente für diese Gewichtung der Faktoren zusammenzutragen und im Ergebnis festzuhalten.
8 Helmut Berding: Die Ächtung des Sklavenhandels. 1814/15. In: HZ 219 (1974), S. 265-289, hier S. 272.
9 Vgl. ebd., S. 270.
10 Vgl. Wirz, Sklaverei, S. 191f. und Berding, Ächtung des Sklavenhandels, S. 270f. Smith dozierte 1776, daß die von freien Menschen verrichtete Lohnarbeit letzten Endes immer effizienter als die von Sklaven und daß die Sklaverei als Wirtschaftsform deshalb schlichtweg unrentabel sei. (Vgl. Adam Smith: Der Wohlstand der Nationen. Eine Untersuchung seiner Natur und seiner Ursachen. Aus dem Englischen übertragen von Horst Claus Recktenwald. München 8. Aufl. 1999, S. 70); Max Weber interpretiert das Verbot des Sklavenhandels als das „Produkt vor allem der Verschiebung des Schwerpunktes der ökonomischen Weltherrschaft in Gebiete hinein, in welchen die Sklavenarbeit (...) unrentabel ist.“ Die religiösen Gemeinschaften der Neuzeit hätten zwar im Vergleich zur Antike einen etwas größeren Anteil besessen; „aber auch damals nicht den entscheidenden“. (Vgl. Max Weber: Wirtschaft und Gesellschaft. Tübingen 1922 (Grundriss der Sozialökonomik. Bd. 3), S. 429 (Zitate ebd.) und Berding, Ächtung des Sklavenhandels, S. 270f). Ein weiterer früher Verfechter der These ist Franz Hochstetter: Die wirtschaftlichen und politischen Motive für die Abschaffung des britischen Sklavenhandels im Jahre 1806/1807. Leipzig 1905.
11 Vgl. J. R. Ward: The Profitability of Sugar Planting in the British West Indies, 1650-1834. In:
The Economic History Review. New Series. 31.2. (1978), S. 197-213, hier S. 207 [Veröffentlicht im Internet: http://links.jstor.org/sici?sici=0013-0117%28197805%292%3A31%3A2%3C197%3ATPOSPI%3E2.0.CO%3B2-Z, Stand 12.06.2005] sowie Wirz, Sklaverei, S. 191f. Vgl. weitergehend auch Seymour Drescher: Econocide : British slavery in the era of abolition. Pittsburgh 1977.
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3 Die Anfänge der Abolitionsbewegung
3.1 Die Ursprünge: Quäker, Methodisten und Evangelikale
Im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts entwickelte sich in Großbritannien unter dem Schlagwort ‚Abolition-Movement‘ eine politische Bewegung zur Abschaffung des Sklavenhandels und der Sklaverei. Die Wurzeln dieser Bewegung, die „weithin als eine der stärksten Massenbewegungen der neueren Geschichte“ 12 gilt, liegen jedoch bereits in den religiösen Reformbewegungen des Vereinigten Königreiches des 17. und 18. Jahrhunderts, zu deren bekanntesten Vertretern die Quäker, die Methodisten und die Evangelikalen gezählt werden. 13 Allen Gruppierungen dieser „Erweckungsbewegung“, die sich innerhalb (Evangelikale) und außerhalb (Quäker und Methodisten) der anglikanischen Staatskirche formierten, war gemeinsam, daß sie in den überkommenen stark feudal geprägten Strukturen der anglikanischen Kirche und in deren Glaubensverständnis und Praxis keinen ausreichenden moralischen, sozialen und religiösen Rückhalt mehr finden konnten und daher eine neue „verinnerlichte“ Religiosität praktizierten. Gemeinsam war ihnen vor allem auch, daß sie (aus unterschiedlichen Gründen) die „durch die industrielle Revolution aus den Fugen geratenen Welt einer neuen Disziplin unterwerfen wollten“ 14 , daß sie für neue humanitäre Ideale und eine neue Ethik eintraten und eben aus diesem Grunde auch die Sklaverei ablehnten. 15 So traten beispielsweise die Quäker, die an die „fundamentale Gleichheit aller Christen“ 16 glaubten und aus diesem Grund kirchliche und gesellschaftliche Strukturen ablehnten, 1727 in einer Resolution als erste Organisation überhaupt gegen Sklavenhandel und Sklaverei ein, ab 1758 drohten sie ihren Mitgliedern für den Fall der Verwicklung in Sklaverei oder Sklavenhandel sogar mit dem Ausschluß aus ihrer Glaubensgemeinschaft. 17 1773 gründeten sie ein erstes Komitee zur Organisation der Öffentlichkeitsarbeit gegen den Sklavenhandel, den Vorgänger der 1887 gegründeten Gesellschaft zur Abschaffung des Sklavenhandels. 18 Als typisch für den humanistisch-moralischen Impetus der Abolitionsbewegung jener Tage kann sicherlich ein Zitat John Wesleys (dem Begründer der Methodistischen Kirche) 19 aus dem Jahre 1774 angesehen werden:
„Be you a man, not a wolf, a devourer of the human species! Be merciful, that you may obtain mercy! (...) Give liberty to whom liberty is due, that is, to every child of man, to every partaker of human nature. Let none serve you but by his own act and deed, by his own voluntary choice. Away with all whips, all chains, all compulsion! Be gentle toward all men; and see that you invariably do unto every one as you would he should do unto you.“ 20
12 Berding, Ächtung des Sklavenhandels, S. 271. Weitere Belege für diese These finden sich an entsprechender Stelle sowie unter Daniel Juli: Großbritannien - Wegbereiter der Abolition: [Veröffentlicht im Internet: http://www.geschichte.unihannover.de/fachgebiete/afrika/druck/abolition_d.html, Texte > 1. Die Anti-Sklaverei-Bewegung in Großbritannien, Stand: 27.01.2005].
13 Vgl. Inge Kircheisen: Gegen Sklavenhandel und Sklaverei. Die britische Abolitionsbewegung im 18. Und 19. Jahrhundert. In: Geschichte lernen : Geschichtsunterricht heute (73) 2000, S. 36-42, hier S. 41 und Juli, GB - Wegbereiter der Abolition, 1. Kap.
14 Juli, GB - Wegbereiter der Abolition, 1. Kap.
15 Vgl. Juli, GB - Wegbereiter der Abolition, 1. Kap. und Kircheisen, Sklavenhandel und Sklaverei, S. 36.
16 Kircheisen, Sklavenhandel und Sklaverei, S. 41.
17 Vgl. ebd. und Wirz, Sklaverei, S. 188.
18 Vgl. Juli, GB - Wegbereiter der Abolition, 1. Kap.
19 Vgl. zur Biographie Wesleys: Brycchan, British Abolitionists, Kap. John Wesley.
20 John Wesley: Thoughts upon Slavery. Published in the Year 1774. [Veröffentlicht im Internet: http://gbgm-umc.org/umw/wesley/thoughtsuponslavery.stm, Stand: 12.04.2005].
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3.2 Die ersten Erfolge: Granville Sharp und der Fall Somerset
Typisch für die Entstehungsphase der Abolitionsbewegung ist jedoch auch, daß sie ihre Wirkung hauptsächlich im Inneren der neuen Glaubensgemeinschaften entfaltete und trotz eines umfangreichen Schrifttums keine Breitenwirkung erzielen konnte. Den Übergang zu einer relevanten politischen Bewegung erreichten die (von Zeitgenossen oft als „fromm“ und „Heilige“ verspotteten) Abolitionisten 21 erst in den zwei Dekaden zwischen 1770 und 1790 in denen es zunehmend gelang die breite britische Öffentlichkeit mit dem Schicksal der Sklaven zu konfrontieren. 22 Als erster großer Erfolg der Abolitionsbewegung in dieser Richtung gilt der Fall Sommerset, den 1772 der Publizist Granville Sharp vor das King’s Bench brachte.
Granville Sharp (1735 - 1813), Sohn des Theologen Thomas Sharp und Enkel des Erzbischofs von York John Sharp, hatte zunächst nach einer Ausbildung bei einem quäkerischen Textilkaufmann und dem Selbststudium der griechischen und hebräischen Sprache eine Anstellung im britischen civil service ge-funden. 23 1765 wurde sein Leben durch einen Zufall verändert: Während eines Besuches bei seinem Bruder William (ein Mediziner, der sich karitativ engagierte und die Armen der Londoner City kostenlos behandelte) bemerkte er in der Schlange vor dessen Praxis einen schwer verletzten jungen Afrikaner namens Jonathan Strong. Wie sich später herausstellte, war Strong von seinem ‚Master‘ David Lisle mit dem Knauf seiner Pistole geschlagen und anschließend (in der Annahme des Todes des Sklaven) in die Gosse geworfen worden. Die beiden Brüder Sharp übernahmen die Pflege Strongs und nach zwei Jahren schien es, als ob dieser wieder genesen sei. Zwischenzeitlich hatte Lisle einen flüchtigen Blick auf den vermeintlich toten Strong erhaschen können. Lisle verkaufte kurze Zeit später Strong (ohne dessen Wissen) für £ 30 an den jamaikanischen Plantagenbesitzer James Kerr und arrangierte die Entführung Strongs. Strong wandte sich nun hilfesuchend an seine früheren Wohltäter und tatsächlich gelang es Granville Sharp den Fall vor den Lord Mayor of London 24 zu bringen. Dieser war wie Sharp der Meinung, daß Strong keinerlei Verbrechen begangen habe und deshalb auf freien Fuß zu setzen sei. Daraufhin versuchte Kerr Sharp zu verklagen, Lisle forderte ihn sogar zum Duell. Sharp gelang es, beide Forderungen auszusitzen und letzen Endes hatte keine der Streitparteien den Mut oder die finanziellen Mittel, den Fall gerichtlich auszutragen. Strong selbst verstarb bereits fünf Jahre später fünfundzwanzigjährig an den Folgen seiner Verletzung. Seit diesem Vorfall widmete Sharp seine Zeit und sein Geld dem Kampf gegen die Sklaverei, seine Hauptbeschäftigung galt dabei neben seiner publizistischen Tätigkeit 25 den juristischen Aspekten der Sklaverei: Es war in den 1760er und 1770er Jahren nicht unüblich, daß entflohene und wiederaufgegriffene Sklaven mit Gewalt in die Heimatkolonien ihrer Besitzer deportiert wurden, und Sharp versuchte einige Fälle, mit dem Ziel in einem Präzedenzfall ein entsprechendes Grundsatzurteil zu erwirken, 26 vor Gericht zu bringen. 27 Der Durchbruch gelang ihm schließlich mit dem Fall des afrikani-
21 Vgl.Wirz, Sklaverei, S. 188.
22 Vgl. Kircheisen, Sklavenhandel und Sklaverei, S. 41 und 36 sowie Ralph A. Austen und Woodruff D. Smith: Images of Africa and British Slave-Trade abolition: The Transition to an Imperialist Ideology. 1787-1807. In: African Histrorical Studies. Vol 2. 1 (1969), S. 69-83, hier S. 70. [Veröffentlicht im Internet: http://links.jstor.org/sici?sici0001-9992%281969%292%3A1%3C69%3AIOAABS%3E2.0.CO%3B2-5, Stand: 03.01.2005].
23 Vgl. Granville Sharp. In: Wikipedia (EN). [Veröffentlicht im Internet: http://en.wikipedia.org/wiki/Granville_Sharp, Stand: 03.04.2005] und Brycchan, British Abolitionists, Kap. Granville Sharp.
24 Der ‚Lord Mayor of London‘ ist sinngemäß als der Bürgermeister der City of London (nicht zu verwechseln mit Greater London) zu bezeichnen. Da der Lord Mayor of London der höchste Würdenträger Londons nach der Queen ist und dieser bei seiner Amtseinführung persönliche Treue schwören muß, ist sein Amt in Unterschied zum deutschen Bürgermeisteramt vor allem zeremonieller Natur. Vgl. zu diesem Kontext: Lord Mayor of London. In: Wikipedia (DE). [Veröffentlicht im Internet: http://de.wikipedia.org/wiki/Lord_Mayor_of_London, Stand: 07.05.2005].
25 Neben unzähligen anderen Schriften und Büchern veröffentlichte Granville 1769 “A Representation of the injustice and dangerous tendency of admitting the least claim of private property in the persons of men, in England, etc. (bibliographische Angaben im Anhang)“, das als erstes großes Werk gegen die Sklaverei in Großbritannien gilt (Vgl. zu diesem Kontext Brycchan, British Abolitionists, Kap. Granville Sharp).
26 Eine Besonderheit des angelsächsischen Rechtssystem ist das case-law (Präzedenzrecht). Da im angelsächsischen Recht traditionsgemäß wesentlich weniger Normen als im deutschen Rechtsraum durch schriftliche Gesetze fixiert sind (und vor allem waren) und viele Gesetze zudem
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schen Sklaven James Somerset 28 . Dieser hatte sich einstmals im Besitz von Charles Stewart, einem Zollbeamten aus Boston, befunden und war nach zweijähriger Flucht wieder aufgegriffen und - mit dem erklärten Ziel ihn wieder zu den West-Indischen Inseln zurück zu bringen - zwangsweise auf einem Schiff nach Jamaika festgesetzt worden. 29 In einem spektakulären Richterspruch, dem landesweit große Aufmerksamkeit zuteil wurde, urteilte 1772 der Vorsitzende Richter Lord Mansfield, daß der Status der Sklaverei aufgrund seiner Natur und seiner Scheußlichkeit nur durch positives, schriftlich fixiertes Recht legitimiert werden könne. Da eine solche Rechtsquelle im englischen Recht nicht existiere, müsse der Sklave freigelassen werden. Es sei vielmehr zu keiner Zeit in England einem Sklavenbesitzer erlaubt gewesen, einen Sklaven gewaltsam ins Ausland zu bringen, weil sich dieser seiner Verfügungsgewalt entzogen habe. 30
Trotz dieser bahnbrechenden Urteilsbegründung traf Lord Manfields Urteil jedoch keine grundsätzliche Aussage über den Rechtsstatus der Sklaverei in Großbritannien und seinen Kolonien; es postulierte demzufolge auch nicht - wie vielfach unter Zeitzeugen erhofft bzw. in der Literatur angenommen - die Unrechtmäßigkeit der Sklaverei auf englischem Boden und brachte daher den entlaufenen Sklaven auch nicht die ersehnte Emanzipation. Gleichwohl verbot das Urteil fortan die Rückführung von Sklaven von Großbritannien zu den amerikanischen Kolonien gegen deren erklärten Willen und brachte den Abolitionisten die erhoffte öffentliche Aufmerksamkeit. 31
Schützenhilfe erhielten die Abolitionisten in dieser frühen Phase ihrer Bewegung auch von einer neuen Wissenschaft, der sich etablierenden Nationalökonomie: 1776 dozierte der schottische Moralphilosoph Adam Smith (der als Gründervater der klassischen Nationalökonomie gilt) 32 , daß die von freien Menschen verrichtete Arbeit letzten Endes immer effizienter als die von Sklaven sei; 33 daß die Erfahrung aller Zeiten und Nationen gezeigt habe, daß Arbeit von Sklaven, da diese naheliegenderweise keinerlei Eigeninteresse an der Qualität und Quantität ihrer Arbeitsleistung hätten, mithin die unproduktivste Form der Arbeitsteilung sei und obendrein noch jegliche Form von Innovation verhindere. 34 Eine Person, die kein Eigentum erwerben könne, könne kein anderes Interesse haben als möglichst viel zu essen und gleichzeitig möglichst wenig zu arbeiten. Obendrein verstärke die ständige Androhung von Gewalt und die schlechte Behandlung nur den Widerwillen der Sklaven und habe Schludrigkeit, Desinteresse, Verschwendung und im Extremfall sogar Sabotage zur Folge. 35
allgemeiner formuliert sind, setzen angelsächsische Richter in Präzedenzfällen durch das sog. case-law selbst Recht. Diese Rechtssätze werden dann in aller Regel in nachfolgenden Richtersprüchen angewandt und gehen mit der Zeit in das common-law, das Gewohnheitsrecht, über. Aus diesem Grunde war es für Granville höchst interessant ein entsprechendes Grundsatzurteil zu erwirken, da dieses de-facto in geltendes Recht übergehen würde.
27 Vgl. für den ganzen vorherigen Absatz (Biographie Granvilles und der Fall des Jonathan Strong) Brycchan, British Abolitionists, Kap. Granville Sharp. Es sind (laut Brycchan) mind. fünf Fälle (Mary Hylas, Thomas Lewis und noch drei weitere) überliefert, in denen Granville an den vorsichtigen Urteilen der jeweiligen Richter, die eben ein Grundsatzurteil vermeiden wollten und die Fälle jeweils in ihren spezifischen Details verhandelten und beurteilten, scheiterte (Vgl. ebd.).
28 Oftmals wird in der Literatur auch ‘Somersett‘ verwendet.
29 Vgl. Slave or free? [Veröffentlicht im Internet: http://www.nationalarchives.gov.uk/pathways/blackhistory/rights/slave_free.htm , Stand: 21.01.2005] und Brycchan, British Abolitionists, Kap. Granville.
30 Vgl. die Gerichtsprotokolle unter The Somerset Case [Transcript]. [Veröffentlicht im Internet http://www.nationalarchives.gov.uk/pathways/blackhistory/rights/transcripts/somerset_case.htm, Stand: 21.01.2005].
31 Vgl. The Somerset Case [Document]. [Veröffentlicht im Internet:
http://www.nationalarchives.gov.uk/pathways/blackhistory/rights/docs/state_trials.htm , Stand: 21.01.2005], Slave or free sowie Kircheisen, Sklavenhandel und Sklaverei, S. 36. Vgl. ferner zu der Bedeutung des Urteils im britischen case-law die Anmerkungen in Fußnote 26 auf S. 6 dieser Arbeit. Vgl. ferner auch Turkessa Baldridge (u.a.): Slavery in Eighteenth Century England. Michigan 1999, Kapitel The Mansfield Case. [Veröffentlicht im Internet: http://www.umich.edu/~ece/student_projects/slavery, Stand: 05.04.2005] und Roger Anstey: The Atlantic Slave Trade an British abolition 1760-1810. Aldershot Neudruck 1992, S. 244f.
32 Vgl. Klassische Nationalökonomie. In: Wikipedia (DE): [Veröffentlicht im Internet: http://de.wikipedia.org/wiki/Klassische_National%C3%B6konomie, Stand 05.05.2005].
33 Vgl. Smith, Wohlstand der Nationen, S. 70.
34 Vgl. ebd., S. 319f.
35 Vgl. allgemein zu diesem Thema auch Juli, GB - Wegbereiter der Abolition, Kap. 3.
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Beide Argumente zusammen, die ethisch-humanistischen Ideale der Erweckungsbewegung und die wissenschaftlich-rational begründeten Thesen der schottischen Moralphilosophie, bildeten schlußendlich ein Konstrukt, mit dem es gelang weite Teile der britischen Bevölkerung von den Ideen der Abolitionsbewegung zu überzeugen. 36
4 Der Kampf um die Beendigung des Sklavenhandels (1787-1792)
4.1 Die Gesellschaft zur Abschaffung des Sklavenhandels und Thomas Clarkson
Auf der Basis der ersten Erfolge gründeten 1787 Granville Sharp und Thomas Clarkson mit Gleichgesinnten die „Society for effecting the abolition of the Slave Trade“, in der sich Quäker, Methodisten und Evangelikale in ihrem Kampf gegen die Sklaverei verbanden. 37 Hatten in der Frühphase der Abolitionsbewegung zunächst die Quäker die Führung übernommen, ergriffen in der neuen Gesellschaft vor allem die Evangelikalen die Initiative. 38 An der Spitze der Gesellschaft befand sich ein zwölfköpfiges Komitee, das die Geschäfte der Vereinigung führte und die eigentliche Kampagne organisierte. Wenn auch Granville Sharp nominell den Vorsitz über dieses Komitee innehatte, so beschränkte sich seine Tätigkeit doch mehr auf repräsentative Aufgaben; die eigentliche Kampagne hingegen wurde vor allem von Thomas Clarkson, einem erst 27 Jahre alten Cambridge-Absolventen, vorangetrieben. 39 Thomas Clarkson (1760-1846), ein Ausnahmestudent der altehrwürdigen Universität Cambridge, der wenige Jahre zuvor bereits den B.A.-Wettbewerb der Universität gewonnen hatte, bekam als Thema des M.A.-Wettbewerbes vom damaligen Vizekanzler Peter Peckard 40 die Frage „anne liceat invitos in sevitutem dare“ (ob es erlaubt ist jemand gegen seinen Willen in die Sklaverei zu führen) gestellt. Clarkson, der sich zuvor noch nie mit der Thematik befaßt hatte, stürzte sich in die Arbeit und führte umfangreiche Literaturrecherchen 41 und Zeugenbefragungen durch. Auf dieser Basis verfaßte er 1775 ein Essay über die Sklaverei und den Sklavenhandel, das ihm prompt den Gewinn des M.A.-Wettbewerbes einbrachte 42 und nach seiner Übersetzung in Englische im Jahre 1776 43 schnell zu einem Klassiker der Abolitionsbewegung avancierte. Interessant an Clarksons Werk ist die streng rationale Argumentationsweise Clarksons, anders als viele zeitgenössische Pamphlete gegen die Sklaverei verzichtete Clarkson weitgehend auf große moralische Appelle und sondern entkräftete die Argumente seiner Gegner sachlich und logisch:
36 Vgl. zum Zusammenspiel zwischen den smithschen Thesen und der Abolitionsbewegung Wirz, Sklaverei, S. 194f. sowie zum Wahrheitsgehalt der These Smiths ebd. S. 191f. Wirz betont auf S. 194f., daß es paradox bleibe, daß „letztlich eine falsche Grundannahme, die von Adam Smith propagierte Annahme der Überlegenheit freier Lohnarbeit, den Tag gewann und als Kitt zwischen Moralisten und Kapitalisten wirkte“ (Ebd. S. 194).
37 Vgl. Kircheisen, Sklavenhandel und Sklaverei, S. 37.
38 Vgl. ebd. und Juli, GB - Wegbereiter der Abolition, Kap. 1.
39 Vgl. Austen und Smith, Images of Africa, S. 70 und Peter Kitson: Abolitionism (1780-1807). In: The Literary Encyclopedia. Dundee 2004. [Veröffentlicht im Internet: http://www.litencyc.com/php/stopics.php?rec=true&UID=8, Stand 12.05.2005].
40 Zur Biographie von Peter Peckard sei auf Brycchan, British Abolitionists, Kap. Peter Peckard verwiesen
41 Clarkson stützte sich primär auf die Werke von Anthony Benezet. (Vgl. Brycchan, British Abolitionists, Kap. Thomas Clarkson). Infos zu Anthony Benezet finden sich bei Brycchan, British Abolitionists, Kap. Anthony Benezet und Anstey, Atlantic Slave Trade, S. 239f.
42 Thomas Clarkson war damit der erste Cambridge-Student, dem es gelang sowohl den B.A.- als auch den M.A.-Wettbewerb zu gewinnen. (Vgl. Brycchan, British Abolitionists, Kap. Thomas Clarkson).
43 Das Original war in Latein erschienen. (Brycchan, British Abolitionists, Kap. Thomas Clarkson). Die bibliographischen Angaben lauten: Thomas Clarkson: An essay on the slavery and commerce of the human species, particularly the African. Translated from a Latin dissertation, which was honoured with the first prize in the University of Cambridge, for the year 1785, with additions. London o. J. [Veröffentlicht im Internet: http://www.gutenberg.org/dirs/1/0/6/1/10611/10611-h/10611-h.htm, Stand: 16.04.2005].
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„Wären die Afrikaner für die Sklaverei gemacht oder dazu bestimmt, das Eigentum irgendeiner Gesellschaft von Menschen zu werden, dann ist es klar, (...) dass sie ohne Vernunft geschaffen sein müssten. Aber das widerspricht den Tatsachen. Es ist auch klar, dass es dann viele und offensichtliche Zeichen ihrer natürlichen Minderwertigkeit geben und dass diese Gesellschaft von Menschen ein Naturrecht zu ihrer Beherrschung haben müsste, aber das ist gleichermaßen falsch. Zum einen sind keine solchen Zeichen der Minderwertigkeit zu finden und zum anderen ist das Recht auf Beherrschung ohne Belang. Denn in welchem Buch der Natur oder der Religion steht geschrieben, dass die eine Gesellschaft von Menschen zum Nutzen einer anderen Sklaven erzeugen soll?“ 44
Der Einfluß seines Werkes brachte ihn rasch in Kontakt mit den anderen Protagonisten der Bewegung und ließ ihn schnell in den inneren Zirkel der Abolitionisten aufrücken. 45 Clarkson widmete für die nächsten Jahre einen Großteil seiner Energie der Sammlung von Fakten über den Sklavenhandel und recherchierte an den Brennpunkten des Sklavenhandels. 46 Das Komitee selbst arbeitete von Anfang an auf zwei Ebenen: Während es den Mitgliedern des Komitees gelang, den jungen charismatischen Parla-mentsabgeordneten William Wilberforce (selbst nicht Mitglied der Gesellschaft) 47 als parlamentarischen Sprecher des Komitees zu gewinnen, war man sich gleichzeitig über die Notwendigkeit der Unterstützung durch die ‚Massen‘ bewußt. Das Komitee fuhr zu diesem Zwecke dreigleisig: Einerseits organisierte man Druck und Verteilung von kürzeren Pamphleten für die Massenagitation, andererseits publizierte man ausführliche Werke oder spezielle Ausgaben der Pamphlete für den kleineren interessierten Kreis der britischen Oberschichten . Zum Dritten widmete das Komitee seine Aufmerksamkeit der britischen Presse und sorgte für eine positive Berichterstattung. 48 Strategisch entschied man, sich zuerst auf die Beendigung des (auch außerhalb der Kreise der Abolitionisten als grausam empfunden) Sklavenhandels „als die Wurzel des Übels“ 49 zu konzentrieren und die viel weitergehende Frage nach der vollständigen Abschaffung der Sklaverei (die letztlich einen Eingriff in bestehende Eigentumsverhältnisse bedeutete) bis zum Erreichen dieses Zieles hinten anzustellen. 50 Man hoffte mit der Abschaffung des Sklavenhandels zugleich auch der Sklaverei die Basis zu entziehen und somit einer vollständigen Abschaffung der Sklaverei den Weg zu ebnen: 51
„It appeared soon to be the sense of the committee“, so Clarkson in seinen Memoiren, „that to aim at the removal of both would be too much, and that by doing this we might loose all.“ 52 „For by aiming at the abolition of the Slave-Trade”, so Clarkson weiter, „they were laying the axe at their very root. By doing this, and by this only, they would not incur the objection, that they were meddling with the property of the planters, and letting loose an irritated race of human beings, who in consequence of all the vices an infirmities, which a state of slavery entails upon those who undergo it, were unfit for their freedom. By asking the government of the country to do this, and this only, they were asking for that, which it had an indisputable right to do; namely, to regulate or abolish any of its branches of commerce; whereas it was
44 Thomas Clarkson: An essay on the slavery and commerce of the human species, particularly the African. Translated from a Latin dissertation, which was honoured with the first prize in the University of Cambridge, for the year 1785, with additions. London 2. Aufl. 1788, S. 146. Übertragen aus dem Englischen von Inge Kircheisen (zit n. Kircheisen, Sklavenhandel und Sklaverei, S. 41).
45 Vgl. für den vorangegangen Absatz Brycchan, British Abolitionists, Kap. Thomas Clarkson sowie Thomas Clarkson. In: Wikipedia (EN). [Veröffentlicht im Internet: http://en.wikipedia.org/wiki/Thomas_Clarkson, Stand: 07.05.2005].
46 Vgl. zur Biographie Clarksons ferner Anstey, Atlantic Slave Trade, S. 247-249.
47 Wilberforce trat erst 1794 der Gesellschaft bei (Vgl. Brycchan, British Abolitionists, Kap. William Wilberforce und Marjie Bloy: A Web of English History. [Veröffentlicht im Internet: http://www.historyhome.co.uk/, Stand 03.03.2005], Kapitel ‚The Age of George III - William Wilberforce (http://www.historyhome.co.uk/c-eight/people/wilberf.htm)) sowie Austen und Smith, Images of Africa, S. 70.
48 Vgl. Anstey, Atlantic Slave Trade, S. 256-260. Eine Übersicht über die wichtigsten Pamphlete und Details über die Agitation des Komitees finden sich ebd.
49 Kircheisen, Sklavenhandel und Sklaverei, S. 37.
50 Vgl. Thomas Clarkson: The History of the Abolition of the African Slave-Trade. Bd. I. London 1808, S. 283-288 [Veröffentlicht im Internet: http://oll.libertyfund.org/Home3/Book.php?recordID=0591.01, Stand: 21.03.2005] sowie Anstey, Atlantic Slave Trade, S. 255f.; Kircheisen, Sklaven-handel und Sklaverei, S. 37 sowie Kitson, Abolitionism (1780-1807).
51 Clarkson, History, S. 285-288 sowie Anstey, Atlantic Slave Trade, S. 255f.
52 Clarkson, History, S. 284.
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Arbeit zitieren:
Marcus Giebeler, 2003, Die britische Abolitionsbewegung und der parlamentarische Kampf um die Abschaffung des Sklavenhandels , München, GRIN Verlag GmbH
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