Universität Heidelberg
Geographisches Institut
Sommersemester 2002
HS: Südamerika- Strukturen
und Entwicklungsprobleme
Referent: Arthur Benisch
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1. Einleitung. 4
2. Informeller Sektor - Definitionen und Begriffsbestimmungen. 4
3. Entstehung des informellen Sektors - Gründe und Entwicklung
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4. Verteilung des informellen Sektors in der Welt. 14
5. Informeller Sektor in Südamerika (Zahlen und Fakten) 15
6. Beispiele aus dem informellen Sektor in Südamerika. 16
6.1 Armut - Hauptproblem von Peru. 16
6.2 Eine ganz normale Familie in Kuba - Ein Reisebericht 17
7. Kritik und Problematik des informellen Sektors. 19
8. Fazit. 21
9. Quellen und weiterführende Literatur. 22
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In den meisten Industrieländern werden die Ausdrücke „Arbeitslosigkeit“ und „Unterbeschäftigung“ synonym verwendet. In den Entwicklungsländern ist die Arbeitslosigkeit eine offene und eventuell statistisch erfasste Beschäftigungslosigkeit, für die es auch einigermaßen verlässliche amtliche Zahlen gibt. Die Unterbeschäftigung ist dagegen eine weitgehend in Statistiken nicht erfasste Größe, daher spricht man oft auch von Teilarbeitslosigkeit oder versteckter Arbeitslosigkeit. Die Betroffenen können nur unter bestimmten Voraussetzungen (Jahreszeiten, Aufträge, bestimmte Teile des Jahres etc.) arbeiten. In beiden Fällen gilt: Arbeitslosigkeit bedeutet Verdienstausfall, und kein Verdienst ist mit dem Problem der Armut verbunden. Weiterhin sind unzureichendes und schlecht organisiertes Ausbildungssystem, hoher Analphabetismus und regionale soziale Strukturen für die Beschäftigungslosigkeit verantwortlich. Diese Probleme haben zum größten Teil dazu beigetragen, dass sich vor allem in den Entwicklungsländern eine Form der Arbeit jenseits der formellen Erwerbstätigkeit entwickelt hat. Diese Erwerbstätigkeiten werden im informellen Sektor zusammengefasst. Neben informeller Arbeit spricht man auch oft von Schattenwirtschaft oder alternativer Ökonomie, jedoch immer gemeint sind nicht formell erfasste Erwerbstätigkeiten. Von der Schwarzarbeit und den Alternativbetrieben über Nachbarschaftshilfe und Selbsthilfe bis zur alltäglichen Hausarbeit gibt es eine breite Palette an Tätigkeiten des informellen Sektors.
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Der informelle Sektor ist ein zusammenfassender Begriff für überwiegend kleinbetrieblich organisierte Arbeit in Produktion und Handel, zumeist wenig staatlich reguliert oder statistisch erfasst, eine quantitativbedeutende Form der wirtschaftlichen Tätigkeiten in den Städten fast aller Entwicklungsländer. Oft wir der informelle Sektor als Reaktion auf eine unzureichende Akzeptanz formeller Institutionen betrachtet. Er bildet nach einer häufig vertretenen Auffassung die „ Ökonomie der Armen“. Diese Umschreibung des Begriffs soll
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suggerieren, dass vor allem arme Bevölkerungsgruppen unter Zugangsproblemen zu den für ihre Transaktionen zweckmäßigsten Institutionen leiden.
Die Grenzen des informellen Sektors sind oft unbestimmbar, so dass es schwierig ist, eine operationale Definition des Begriffs [„ Informeller Sektor“ ] zu finden. Daher wird gerne auf die Charakterisierung der ILO zurückgegriffen, die 1984 folgende Aspekte in den Vordergrund stellt: • Vorhandensein geringer Eintrittsschranken • Verwendung einheimischer (lokaler) Ressourcen • Dominanz von Familienunternehmen • Dominanz kleiner Betriebsgrößen
• Einsatz relativ arbeitsintensiver und angepasster Technologien • Erwerb der benötigten Fähigkeiten außerhalb des formellen Schulsystems • Nutzung unregulierter und dem freien Wettbewerb unterworfener Märkte Weiterhin ist der informelle Sektor gekennzeichnet durch: • Arbeitsintensive Produktion • Keine soziale Sicherheit (staatliche)
• Schlechte Bezahlung und geringer gewerkschaftlicher Organisationsgrad Außerdem als informell wird ein Sektor der Wirtschaft bezeichnet, der im Verborgenen blüht und weder von der Steuer erfasst noch von anderen gesetzlichen Vorschriften oder Auflagen geregelt wird.
Tabelle 1: Ausprägung des informellen Sektors
Um die Zugehörigkeit von Wirtschaftssubjekten zum informellen Sektor zu charakterisieren, wird in manchen Untersuchungen auch die Illegalität ökonomischer Aktivitäten als Abgrenzungskriterium herangezogen. Illegale Aktivitäten hängen oft mit informellen Vereinbarungen zusammen bzw. sie beruhen aufeinander, jedoch ist dies nicht immer der Fall. Aus diesem Grund kann man die Illegalität nicht als operationale Eigenschaft von Informalität auffassen, denn in der Realität sind sowohl illegale formelle Arrangements als auch zahlreiche legale informelle Vereinbarungen zu finden.
Auch wenn der informelle Sektor anders strukturiert ist als ein mittleres Unternehmen in einer Gewerbezone, unterliegen die Verhaltensweisen bestimmten Regeln und Normen, selbst wenn diese nicht schriftlich festgehalten sind.
Die meisten Tätigkeiten des informellen Sektors entsprechen nicht den Normen und Regeln der formellen Wirtschafts- und Rechtsordnung, vor allem wenn man Arbeitsbedingungen und Entlohnung betrachtet, doch in der Regel handelt es sich auch nicht um Tätigkeiten, die
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Arbeit zitieren:
Arthur Benisch, 2002, Definition und Beispiele zum informellen Sektor, München, GRIN Verlag GmbH
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