Bounded Rationality
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis................................................................................................................... I
Abk ürzungsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis. II
1. Einleitung 1
2. Grundannahmen der Bounded Rationality. 1
2.1 vollständige Rationalität. 1
2.2 begrenzte Rationalität. 2
2.3 Faktoren die das Entscheidungsverhalten der Menschen beeinflussen. 3
3. Darstellung der Hauptkonzepte beschränkter Rationalität. 5
3.1 Entscheidungsregeln 6
3.2 Satisficing und Anspruchsniveau. 7
3.2.1 Anspruchsanpassungstheorie 8
3.2.4 Anspruchsausgleichsprinzip. 9
3.3 Schnelle und einfache Heuristiken. 10
2.3.1 Rekognitions - Heuristik 10
2.3.2 Take the Best Heuristik. 11
4. Welchen Einfluss haben Emotionen auf Entscheidungen. 12
4.1 Backround Emotions. 13
4.2 Task- related Emotions 13
4.3 Anticipated Emotions. 14
5. Entscheidungen am Finanzmarkt unter Annahme der begrenzten Rationalität 14
6. Zusammenfassung. 16
Literaturverzeichnis. IV
I
_____________________________________________________________________Bounded Rationality
Abkürzungsverzeichnis
Abb. Abbildung d.h. das heißt ca. cirka Kap. Kapitel S. Seite usw. und so weiter z.B. zum Beispiel
Abbildungsverzeichnis
Abb. Visionen von Rationalität…………………………………………………………….8
II
_____________________________________________________________________Bounded Rationality
1. Einleitung
Ausgangspunkt dieser Arbeit sind die Forschungen einiger Wissenschaftler, die in den letzten Jahrzehnten das tatsächliche Entscheidungsverhalten von Individuen untersucht haben. In ihren Untersuchungen stellten sie fest, dass dieses Verhalten von den herrschenden Ansichten des Menschen als homo oeconomicus abweicht und nicht als vollständig rational, sondern als beschränkt rational bezeichnet werden muss. Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über die Ansichten und das Konzept der „bounded rationality“ (begrenzte Rationalität) zu geben. Zu Beginn erfolgen eine Abgrenzung der vollständigen zur beschränkten Rationalität, sowie die Darstellung einiger psychologischer und sozialer Faktoren, die das Entscheidungsverhalten von Menschen beeinflussen. Inhalt des zweiten Kapitels ist die Unterteilung des Konzeptes in seine beiden Hauptstränge, das befriedigende Problemlösen (satisficing) und die Anwendung von einfachen und schnellen Heuristiken 1 bei der Entscheidungswahl. Anschließend wird eine genauere Betrachtung des Einflusses von Emotionen vorgenommen, da diese einen besonders wichtigen Faktor im tatsächlichen Entscheidungsverhalten darstellen. Im letzten Abschnitt werden einige Möglichkeiten aufgeführt, welche zeigen, dass auch unter der Annahme der begrenzten Rationalität durchaus sinnvolle Entscheidungen am Finanzmarkt getroffen werden können.
2. Grundannahmen der Bounded Rationality
2.1 vollständige Rationalität
In der Wirtschaftstheorie besteht heutzutage noch verstärkt die Ansicht, dass sich das ökonomische Verhalten der Individuen an den Eigenschaften des homo oeconomicus orientiert. Diese Theorie erklärt das Handeln des Individuums anhand der vollständigen Rationalität. Sie stellt die Wirtschaftsteilnehmer als vollkommen rational handelnde Subjekte dar, die den eigenen Nutzen bzw. Gewinn maximieren. Vollkommen rationales Handeln erfordert unbegrenzte kognitive Fähigkeiten, konsistente Präferenzen, konsistente Wahrscheinlichkeitsurteile und Emotionslosigkeit. 2 In der Theorie des subjektiv erwarteten Nutzens wird voraus gesetzt, dass dem Menschen bei einem Entscheidungsprozess alle benötigten Informationen zur Verfügung stehen und er sich
1 Der Begriff stammt aus dem griechischen heuriskein = finden, entdecken und wird nach dem
Fremdwörterbuch Duden, definiert als Lehre, Wissenschaft von den Verfahren, Probleme zu Lösen.
2 Vgl. Selten (2000), S. 129
1
_____________________________________________________________________Bounded Rationality
über alle Folgen seiner Entscheidung bewusst ist. 3 Des weitern unterstellt sie, dass Wissen, Zeit und die rechnerischen Kapazitäten der Individuen unbeschränkt sind. 4
2.2 begrenzte Rationalität
Die Annahmen dieser geschilderten Ansichten basieren jedoch auf einem unrealistischen Bild, wie Menschen ihre Entscheidungen treffen. Individuen, die so handeln sind ein Mythos, da sie alle mathematischen Probleme sofort lösen und direkt berechnen können, egal wie kompliziert diese sind. In der Realität sind Menschen sehr verschieden und verfügen nur über begrenzte kognitive Fähigkeiten. Sie treffen ihre Entscheidungen mit begrenztem Wissen und in begrenzter Zeit, in einer Welt die unsicher ist und sich ständig ändert. Allein schon deshalb kann die Entscheidungsfindung nicht dem Ideal der vollständigen Rationalität entsprechen. 5 Die Beschaffung und die Auswertung von Informationen, sowie das Entscheiden verursacht Kosten und Zeit. Daraus ergibt sich ein zentraler Grund dafür, dass die beteiligten Akteure Informationen nur selektiv beschaffen und nutzen. 6 Nach dem Verhaltensmodell der begrenzten Rationalität ist der Mensch auch nicht gezwungen, Entscheidungen zu treffen, die unendlich weit in die Zukunft reichen und bei denen jedes Problem, welches es zu entscheiden gilt, mit anderen Problemen im Zusammenhang steht. 7 Im Mittelpunkt der normativen Strategie findet sich die These wie das Entscheidungsverhalten der Menschen sein soll, wenn diese bestimmte Ziele bestmöglich erreichen wollen. Im Gegensatz dazu, versucht die deskriptive Entscheidungstheorie, zu der ein Teil der bounded rationality gehört, eine Antwort auf die Frage zu geben, wie in der Realität Entscheidungen getroffen werden und warum diese so und nicht anderes getroffen werden. 8 Herbert A. Simon gilt als Begründer des Begriffs der Bounded Rationality und begann bereits in den fünfziger Jahren sich mit diesem Thema auseinander zusetzten. Er versuchte eine realistischere Theorie der wirtschaftlichen Entscheidungsfindung der Menschen zu konstruieren und das Zusammenwirken zwischen den kognitiven Beschränkungen der Individuen einerseits und der Struktur der Umwelt auf der anderen Seite zu betrachten. “Herbert Simon, who coined the term bounded rationality, use the metaphor of a pair of scissors, where one blade is the cognitive limitations of actual humans and the other the structure of the environment. Studying only
3 Vgl. Simon (1993), S.22.
4 Vgl. Hertwig/ Hoffrage (2001), S. 12.
5 Vgl. Gigerenzer/ Selten (1999), S.14.
6 Vgl. Karpe (1997),S.84.
7 Vgl. Simon (1993), S.29.
8 Vgl. Rommelfanger/ Eickemeier (2002), S.3.
2
_____________________________________________________________________Bounded Rationality
one blade is not enough; it takes both for the scissors to cut“. 9 Dies verdeutlicht, dass aufgrund der beschränkten kognitiven Fähigkeiten des Menschen, des unvollständigen Wissens und der sequentiellen Verarbeitung von Informationen optimale Strategien im Regelfall nicht möglich sind. 10 Simon schlägt daher vor, „use aproximate methods to handle most tasks“. 11 Unter der Struktur der Umwelt versteht man in diesem Zusammenhang „Aspekte, die für die Ziele und Bedürfnisse des Organismus relevant sind.“ 12 „ Im Sinne von Herbert A. Simon ist unter der eingeschränkten Rationalität die Rationalität des tatsächlich beobachteten Verhaltens zu verstehen.“ 13 Was aber beeinflusst Menschen in ihrem tatsächlichen Verhalten und in ihren Entscheidungen?
2.3 Faktoren die das Entscheidungsverhalten der Menschen beeinflussen
In diesem Zusammenhang erscheint es wichtig die Black box zu öffnen, um zu erkennen, welche Faktoren Auswirkungen auf menschliches Entscheidungsverhalten haben. 14 Demnach ergibt sich durch Emotionen, die das Verhalten und somit die Entscheidungen der Menschen beeinflussen eine weitere Einschränkung der vollkommen Rationalität. Auf diesen Punkt wird in einem späteren Abschnitt noch einmal genauer eingegangen. Reinhard Selten betont die Bedeutung von Gefühlen bei Entscheidungsprozessen. „Decisions are not made by the concious mind. They energe from inaccessible parts of the brain.“ 15
Auch die Grenzen im Hinblick auf Motivation spielen eine Rolle in der Entscheidungsfindung. In der Philosophie lässt sich dieses Problem beschreiben als „weakness of the will“. Eine Person weiß ganz genau welche Handlung die Beste für sie ist, ist jedoch unter bestimmten Umständen unfähig, diese Handlung durchzuführen. Motivation steht dabei im engen Zusammenhang mit inneren Konflikten und den einzelnen Persönlichkeiten eines Individuums. 16 „The splitting of the person into multiple selves with conflicting goals is in itself a bound of rationality for the person as a whole, even if it is not cognitive but motivational.“ 17
9 Gigerenzer/ Selten, (1999), S. 6 in Anlehnung an Simon (1956).
10 Vgl. Herwig/ Hoffrage (2001), S. 13.
11 Simon (1990), S.6 in Gigerenzer/ Todt and the ABC Research Group (1999), S. 12.
12 Herwig/ Hoffrage (2001), S. 13.
13 Vgl. Selten (2000), S. 129.
14 Vgl. Gigerenzer/ Selten (1999), S.39.
15 Selten (1990), S.652.
16 Vgl. Gigerenzer/ Selten (1999), S.30.
17 Gigerenzer/ Selten (1999), S.31.
3
Arbeit zitieren:
Martin Matthias, 2005, Bounded Rationality - begrenzte Rationalität, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die Theorie begrenzter Rationalität - der Ansatz von Herbert A. Simon
Seminararbeit, 20 Seiten
Begrenzte Rationalität und schnelle, einfache Heuristiken
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Hausarbeit (Hauptseminar), 19 Seiten
Mikropolitik in Organisationen - Informelles Machthandeln in Organisat...
Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation
Hausarbeit (Hauptseminar), 27 Seiten
Behavioral Finance - Verknüpfung von finanzwirt-schaftlichen und verha...
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Hausarbeit, 29 Seiten
Internationalisierung wissensintensiver Dienstleistungsunternehmen. Da...
Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie
Hausarbeit (Hauptseminar), 26 Seiten
Wissenmanagement und seine Relevanz in Unternehmen
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Hausarbeit, 14 Seiten
Konsumentenverhaltensweisen als Basis von Marketingstrategien
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Referat (Ausarbeitung), 39 Seiten
Zu: Dieckmann (2000): Empirische Sozialforschung. Grundlagen, Methoden...
Rezension / Literaturbericht, 7 Seiten
Ist "A theory of justice" nur eine Utopie?
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit (Hauptseminar), 24 Seiten
Entscheidungsfindungsmodelle - Systematische Entscheidungsfindung
Medien / Kommunikation - Theorien, Modelle, Begriffe
Hausarbeit, 14 Seiten
Beyond Homo Economicus - The Influence of Social Norms and Cultural Id...
VWL - Makroökonomie, allgemein
Seminararbeit, 26 Seiten
Gemeinsam ist schöner: Herding - Erklärungsansätze und Empirie
Hausarbeit (Hauptseminar), 22 Seiten
Zypern: Ein Konflikt zwischen Stagnation und europäischer Lösungspersp...
Politik - Internationale Politik - Thema: Frieden und Konflikte, Sicherheit
Hausarbeit (Hauptseminar), 38 Seiten
Merkmale von Teams und Teammitgliedern
Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft
Seminararbeit, 16 Seiten
Psychologische und soziologische Einflüsse auf den Kaufentscheidungspr...
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Seminararbeit, 55 Seiten
Operations Management - Principle Healthcare
BWL - Unternehmensforschung, Operations Research
Essay, 18 Seiten
Persönlichkeit und Entscheiden
Psychologie - Lernpsychologie, Intelligenzforschung
Hausarbeit, 24 Seiten
Finanzberatung gegen Provision oder Honorar - Eine Analyse aus Kundens...
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Seminararbeit, 26 Seiten
Martin Matthias's Text Bounded Rationality - begrenzte Rationalität ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Martin Matthias hat den Text Bounded Rationality - begrenzte Rationalität veröffentlicht
Martin Matthias hat einen neuen Text hochgeladen
Bounded Rationality in Macroeconomics: The Arne Ryde Memorial Lectures
Thomas J. Sargent, Barbara N. Sargent-Baur
Bounded Rationality and Policy Diffusion: Social Sector Reform in Lati...
Kurt Gerhard Weyland
0 Kommentare