Friedrich-Schiller-Universität Jena, Institut für Politikwissenschaft
Hauptseminar: „Politische Ordnung und internationale Beziehungen als
Gegenstände der politischen Bildung“
Wintersemester 2005/ 06, 5. Fachsemester
(Massen-) Medien und Politik als Gegenstände
des Sozialkundeunterrichts
von: Marc Partetzke
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Kommunikation und Kommunikationsmodell 2
3. Massenkommunikation 4
4. Medien und Massenmedien 5
5. Massenmedien und Politik 7
6. Massenmedien und Politik – Anforderungen für den Sozialkundeunterricht 12
7. Bürgerleitbilder und Medienkompetenz 17
7.1 Der politisch Desinteressierte 18
7.2 Der informierte und urteilsfähige Zuschauer 19
7.3 Der interventionsfähige Bürger/ Der Aktivbürger 19
8. Folgen für den Sozialkundeunterricht – Ein Fazit 20
9. Literaturangabe 22
Anhang
1. Einleitung
Die hier vorliegende Hausarbeit soll auf der Grundlage des Referats „Massenmedien und Politik“ des Hauptseminars – FD – „Politische Ordnung und internationale Beziehungen als Gegenstände der politischen Bildung“ unter Leitung Prof. Dr. Carl Deichmanns den Versuch unternehmen, etwas tiefer als dies im Referat möglich war in die Thematik einzudringen und weitere Informationen zur Materie zu liefern.
Dabei soll die Gliederung des Referates in etwas abgewandelter Form eingehalten werden, was die Nachvollziehbarkeit um einiges erleichtern sollte. So wird zuerst der Frage nachgegangen, was Kommunikation an sich überhaupt bedeutet und wie ihre Funktionsweise ist. Anschließend werden die Begriffe Medien und Massenmedien in den näheren Fokus der Untersuchungen gerückt, an die sich die Fragen anschließen sollen, wie Massenmedien und Politik miteinander interagieren, welche Wechselwirkungen es zwischen ihnen gibt und was dies nicht zuletzt für die politische Bildung und den Sozialkundeunterricht bedeutet. Dies beinhaltet auch die Fragen nach den Anforderungen an die politische Bildung sowie die Möglichkeiten der Vermittlung einer Medienkompetenz, welche sicherlich im thematischen Zentrum dieser fachdidaktischen Arbeit stehen. Anhand dieser kurzen Einleitung wird aber bereits deutlich, dass es hier weniger um den Politikbegriff als solches gehen soll als vielmehr um jenen der (Massen-) Medien. Es kann – schon aus Platzgründen – nicht der Problematik nachgegangen werden, was überhaupt Politik im engeren und weiteren Sinne ist, sondern es muss sich vielmehr damit begnügt werden, dass stillschweigend eine Definition selbiger beim Leser vorausgesetzt wird.
Außerdem soll versucht werden, in einer Art „doppelten Kursus’“ sowohl wissenschaftlich über die einzelnen Materien zu referieren als auch aufzuzeigen, was an Wissen für Schüler/ Innen1 nötig ist, um mit medial dargestellten polity-, policy- und politics-Elementen umgehen zu können und diese sinnvoll und kritisch zu rezipieren. Im Anhang der Arbeit befinden sich sowohl das Kommunikationsmodell, auf das sich hier berufen wird sowie eine Stundenkonzeption für die Thematik dieser Arbeit. Dieser Versuch einer Stundenplanung wird daher im Anhang näher kommentiert.
2. Kommunikation und Kommunikationsmodell
Das Wort „Kommunikation“ kommt aus dem Lateinischen („communicare“) und bedeutet soviel wie „mitteilen, gemeinschaftlich etwas tun, in Verbindung stehen, zusammenhängen, sich verständigen, miteinander sprechen“. Kommunikation ist also ein Austausch von Gedanken, der, wenn er wechselseitig erfolgt, eng mit dem Begriff der Interaktion verbunden ist. Orientiert am zugrunde liegenden Kommunikationsmodell kann man folgende Punkte als konstitutiv für eine (wechselseitige) Kommunikation annehmen2:
• Es gibt einen Sprecher (transmitter) und einen Hörer (receiver), die freilich die Rollen in der jeweiligen Interaktionssituation miteinander tauschen können (Rollenwechsel: sprachliche Interaktion). Diese beiden (den einfachsten Fall angenommen) Personen haben jeweils für sich eine bestimmte psychischphysische Verfassung, einen Erfahrungshintergrund, einen gewissen Kenntnisstand, eine Sach-, Sprach- und Sozialkompetenz und freilich auch eine gewisse Intention und Erwartung mit dem und an das Gespräch. Außerdem schätzen sie das Verhalten ihres Partners ein und orientieren sich an diesem.
• Sprecher und Hörer (und vice versa) befinden sich zudem in einer bestimmten Situation, die sie beide einschätzen müssen, um ein relevantes Gespräch führen zu können. So wäre es beispielsweise unangebracht, einen Gegenüber nach dem Wetter zu fragen, wenn man gemeinsam mit ihm im Regen steht.
• Die beiden Kommunikationsteilnehmer einigen sich in der Regel auf ein Thema. Dass dieses Thema gerade in einfachen Sozialsystemen nicht von Langlebigkeit geprägt, sondern vielmehr offen und kurzlebig ist, braucht hier aber keine vordergründige Rolle spielen.
• Orientiert an diesem Thema geben beide Gesprächsteilnehmer nun Signale/ Daten ab, denen qua gesellschaftlicher Konventionen oder festgelegter Regeln bestimmte Bedeutungen inhärent sind. Diese Übermittlung findet aber durch bestimmte Codierungsprozesse statt. So müssen zum einen jeder Daten-/ Signalübermittlung kognitive Prozesse zu Grunde gelegt werden, zum anderen sind rein motorische Leistungen, wie das Bilden von Lauten, Silben, Wörtern und Sätzen (also Sprechen), Gestik und Mimik (die beiden letzteren als para- und nonverbale Art der Kommunikation) nötig.
[...]
1 Im Folgenden der Arbeit wird „Schüler“ aus Praktikabilitätsgründen für beide Geschlechter benutzt und entzieht sich jedweder Diskriminierungsabsicht.
2 Das hier dargestellte Modell soll sich nur auf die face-to-face Kommunikation beziehen. Modell: siehe Anhang.
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Marc Partetzke, 2006, (Massen-) Medien und Politik als Gegenstände des Sozialkundeunterrichts, Munich, GRIN Publishing GmbH
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