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Inhalt:
1. Einleitung. 2
2. Begriffserläuterung. 2
3. Ausmaße der Armut. 2
4. Tabak 3
4.1 Tabakkonsum im Vergleich Armut und Bevölkerung. 3
4.2 Ursachen des Rauchverhaltens. 4
4.3 Umfrageauswertung. 6
5. Alkohol 7
5.1 Alkoholkonsum im Vergleich Armut und Bevölkerung. 7
5.2 Umfrageauswertung. 9
6. Prävention. 10
7. Fazit. 12
8. Literaturverzeichnis 13
- 2 - 1.Einleitung
Kinder und Jugendliche beginnen immer früher und häufiger Zigaretten und Alkohol zu konsumieren. Die Armut in Deutschland wird immer größer. Im folgenden Aufsatz wird aufgezeigt, ob Kinder und Jugendliche die in Armut leben, ein erhöhtes Suchtrisiko haben und daraus folgend die nötigen Präventionsaufgaben aufgeführt. Die nachfolgende Arbeit bezieht sich auf den Aufsatz von Prof. D. Henkel (2003).
2. Begriffserläuterung
Der folgende Aufsatz bezieht sich auf die „gewöhnliche“ Armut, von der Millionen Menschen in Deutschland betroffen sind, die allerdings kaum wahrgenommen wird. Diese Armut bezieht sich auf das Nettoäquivalenzeinkommen der einzelnen Haushalte. Dieses Nettoäquivalenzeinkommen berechnet sich nach der Anzahl der Familienmitglieder, deren Alter und dem zur Verfügung stehenden Einkommen aller Familienmitglieder mit unterschiedlicher Gewichtung der einzelnen Personen, im Vergleich zum Durchschnittsnettoeinkommen der Bevölkerung. Beträgt das errechnete Einkommen einer Familie weniger als 50% oder 60% des Durchschnittseinkommens der Gesamtbevölkerung, so zählt die Familie als einkommensarm. Dies wird betitelt mit der „gewöhnlichen“ Armut.
3. Ausmaße der Armut
Bei Kindern und Jugendlichen, die in Armut leben und aufwachsen, wurden die Ursachen dafür in der Regel durch die Armutssituation ihrer Eltern begründet. Ende 2003 waren rund ein Drittel der Sozialhilfeempfänger Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren (Statistisches Bundesamt 2004). Allerdings sind die Familien, die aus Unwissenheit, Scham oder Angst vor der sozialen Kontrolle, keine Sozialhilfe in Anspruch nehmen nicht mitgerechnet. Man kann also davon ausgehen, dass noch viel mehr Kinder und Jugendliche in Sozialhilfe begründeter Armut leben als bekannt ist. Sicher ist allerdings, dass 2001 jedes zehnte Kind in Deutschland in Armut aufgewachsen ist, das waren ca. 1,5 Millionen Kinder (Deutsches Kinderhilfswerk). Diese Zahl ist, bedingt durch die zunehmende Arbeitslosenzahl, steigend. Zudem nimmt die Zahl der sich scheidenden Ehen immer mehr zu. Heutzutage werden 54,0% aller Ehen geschieden. (Statistisches Bundesamt 2005) Viele Menschen,
- 3 -überwiegend Frauen, geraten nach einer Scheidung zumindest kurzfristig in eine Armutssituation. Jene Frauen sind meist allein erziehend und erhalten oft keinen oder unregelmäßigen Kindes-, wie auch Trennungsunterhalt. (Bundesministerium für Arbeit und Soziale Sicherung 2005) Gelingt es jemandem sich aus der Armut herauszubewegen, verbleibt er meist im Bereich des Armutsrisikos und ist somit in hohem Maße armutsgefährdet. Diese Personen haben ein so geringes Einkommen, dass eine kritische Veränderung der Lebenssituation sie oft wieder in die Armut füh-ren kann. Solch eine Veränderung wäre unter anderem eine Ehetrennung, die Geburt eines Kindes und die Arbeitslosigkeit.
4. Tabak
Nach dem Jugendschutzgesetz dürfen Kinder erst ab einem Alter von 16 Jahren öffentlich rauchen und Tabakwaren erwerben. Trotzdem ist die Raucherquote der Kinder und Jugendlichen immens gestiegen, wie auch das Alter des ersten Rauchkonsums gesunken. November 2004 lag das Durchschnittsalter des Rauchens der ersten Zigarette bei einem Alter von 13,6 Jahren, der Beginn des täglichen Rauchens bei 15,6 Jahren. (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 2004)
4.1 Tabakkonsum im Vergleich Armut und Bevölkerung
Von den 11- bis 15-Jährigen Schülerinnen und Schülern rauchten 1995, anhand eines repräsentativen WHO-Surveys ermittelt, 17 % der Armen. Im Vergleich hierzu rauchten 7% der Wohlhabenden und 10% der Kinder mit mittlerem Status. Dieses Verteilungsmuster erstreckt sich über alle Altersklassen, wie die Daten des Mikrozensus von 1995 zum täglichen Zigarettenkonsum zeigen. Damals rauchten 46% der Sozialhilfeempfängerinnen und 49% der Sozialhilfeempfänger, während in der Vergleichsgruppe der 18- bis 29- Jährigen lediglich 26% bzw. 36% Tabak konsumierten. „Bei den vorgestellten Daten handelt es sich um Querschnittsdaten, die noch keine Rückschlüsse auf Ursache-Wirkungsbeziehungen zulassen, weil kausale mit selektiven Prozessen konfundiert sein können“ (Henkel 2003:4). Es ist nicht bekannt, ob die Raucher schon geraucht haben, bevor sie arm waren oder ob sie durch die Armut damit begonnen haben. Allerdings geraten Kinder und Jugendliche nicht in Armut, weil sie rauchen, sondern die Ursache ist mit der Armut ihrer Eltern be-
- 4 -gründet. Man kann folglich davon ausgehen, dass die Armut ein bedeutsamer Risi-kofaktor in Bezug auf das Rauchen ist. „Arme rauchen nicht nur häufiger, sondern sie beginnen damit auch wesentlich häufiger im frühen Kindesalter. Für sie besteht daher (…) ein deutlich erhöhtes Risiko, das Rauchen beizubehalten, zu intensivieren und tabakabhängig zu werden“ (Henkel 2003:4). Zudem fällt es Armen besonders schwer mit dem Rauchen wieder aufzuhören.
4.2 Ursachen des Rauchverhaltens
Warum ausgerechnet Arme so viel rauchen, gerade wo das Rauchen immer teurer wird, ist nicht bekannt. Empirische Analysen hierzu fehlen bislang. „Doch es gibt eine Reihe von Problemkonstellationen, die bei Kindern und Jugendlichen in Armut nachweislich weitaus häufiger auftreten als bei Gleichaltrigen aus wohlhabenden Verhältnissen (...), und die wahrscheinlich zur starken Verbreitung des Rauchens in der Armutsgruppe beitragen“ (Henkel 2003:4)
Ein maßgeblicher Grund ist das fehlende Selbstwertgefühl. „Schon von klein auf entwickeln sie (die Kinder und Jugendlichen - Anm. d. Verf.) zusammen mit ihren Eltern ein Gefühl der Wertlosigkeit (...). Armut geht einher mit Ausgrenzung, Entwertung, Demütigung und Diskriminierung.“ (Köttgen 2000:78). Die Familien können es sich nicht leisten ständig neue Kleider zu kaufen. Auch können sie sich oft keine Schulausflüge oder Freizeitbeschäftigungen wie Vereine etc. leisten. Sie erfahren somit eine soziale Benachteiligung und Ausgrenzung aus dem gesellschaftlichen Leben. Um dem gegenzuwirken rauchen sie. Mit Hilfe des Rauchens erhoffen sich die Kinder eine höhere Positionierung in der Gesellschaft oder innerhalb einer Peer Group. Hervorgerufen wird dieses Verhalten meist durch ihr Umfeld. Die Kinder und Jugendlichen bekommen überall das Rauchen vorgelebt, da Menschen in einkommensschwachen Familien häufiger und mehr rauchen, als die Familien ihrer Vergleichsgruppen.
Tabelle 1: Prävalenz des Tabakkonsums nach Geschlecht und Einkommen bei 25- bis 50-Jährigen
mit Kindern unter 15 Jahren. In Prozent. Quelle: Henkel, 2003
Arbeit zitieren:
Kerstin Hamsen, 2005, Suchtrisiken für Kinder und Jugendliche in Armut, München, GRIN Verlag GmbH
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