Berufsakademie Villingen - Schwenningen
Fachbereich: Sozialwirtschaft
Studienfach: Methoden der Sozialarbeit
„Die Lehrer oder die LehrerInnen?“ -
Unterschiede in der Einstellung
gegenüber geschlechterspezifischen Berufsgruppen-
eingereicht von:
Andreas Schneider
WS 2004
Inhaltsverzeichnis
1.) Vorwort ... 1
2.) Theoretische Vorarbeit 1: Wahrnehmung ... 2
2.1) Wahrnehmung ... 2
2.2.) Soziale Wahrnehmung / Personenwahrnehmung ... 3
2.3) Implizite Persönlichkeitstheorien ... 4
3.) Theoretische Vorarbeit 2: Einstellung ... 6
3.1) Der Begriff Einstellung ... 6
3.2) Das Entstehen von Einstellungen ... 7
3.3) Das Messen von Einstellungen ... 9
4.) Darstellung der durchgeführten Befragung ... 10
4.1) Erläuterung des Fragebogens ... 10
4.2.) Darstellung der Ergebnisse ... 11
4.3) Interpretation der relevanten Unterschiede ... 13
5.) Abschließende Bemerkungen ... 15
Anhang:
- graphische Darstellung des semantischen Differentials I
- Fragebogenexemplar II
- Literaturnachweis III
1.) Vorwort
Das Messen von Einstellungen ist ein beliebtes Thema im Feld der Sozialpsychologie. Viele Umfragen befassen sich mit gesellschaftspolitischen Themen wie Atomkraftwerke oder EU – Erweiterung, mit der Einstellung zu bestimmten Produkten oder auch mit dem Bild eines Berufsstandes in der Bevölkerung.
In meiner Arbeit werde ich in die Einstellung gegenüber bestimmten Berufsgruppen messen und herausstellen, ob es einen Unterschied macht, wenn die Bezeichnung des Berufes hinsichtlich ihrer Geschlechterzugehörigkeit verändert wird. Nach einem ersten Studium der einschlägigen Literatur formulierte ich zwei Hypothesen, die ich in meiner Arbeit überprüfen möchte
a) Die Frauenbewegung seit den 60er und 70er Jahren hat dazu beigetragen, dass Männer und Frauen auf beruflicher Ebene gleich wahrgenommen werden.
b) Sollten die geschlechterspezifischen Berufsgruppen unterschiedlich wahrgenommen werden, so lassen sich aus diesen Unterschieden allgemeine Unterschiede bezüglich der Wahrnehmung von Frauen und Männern in der Gesellschaft extrahieren.
In meinem ersten Kapitel werde ich die Begriffe der Wahrnehmung, der sozialen Wahrnehmung und der Intrapersonalen Wahrnehmungstheorien näher beleuchten. Hier wird es darum gehen, wie unsere Wahrnehmung funktioniert, wie Menschen andere Menschen wahrnehmen und wie Menschen, die wir kennen lernen direkt mit einer Reihe von Eigenschaften verknüpft werden.
Im zweiten Kapitel werde ich den Begriff der Einstellung erläutern. Wie Einstellungen entstehen und überdauern wird erklärt. Die Veränderung von Einstellungen ist ein vieldiskutiertes und interessantes Thema, was ich leider in dieser Arbeit aus aufgrund des vorgegebenen Umfangs nicht behandeln kann. Abgschlossen wird dieser Abschnitt mit dem Messen von Einstellungen.
In meinem dritten Arbeitsschritt werde ich meine durchgeführte Befragung näher beschreiben. In diesem Abschnitt werde ich auch die dann festgestellten Unterschiede in den Einstellungen darstellen. Anschließend werde ich versuchen die Ergebnisse der Umfrage zu erklären.
Hinweis: ich berühre in meiner Arbeit bewusst das Thema der Geschlechterforschung oder des „Gender Mainstreaming“ nicht, da ersteres eher ein Thema der Soziologie ist und letzteres mir für diese Arbeit eher von sekundärem Nutzen erscheint.
2.) Theoretische Vorarbeit 1: Wahrnehmung
2.1) Die Wahrnehmung
Bevor der Begriff der sozialen Wahrnehmung erklärt wird, ist es wichtig sich die menschliche Wahrnehmung aus psychologischer Sicht etwas genauer anzusehen.
Die menschliche Wahrnehmung ist als eine bestimmte menschliche Tätigkeit anzusehen. Ein bestimmter Reiz, bspw. ein Getränk, wird von den Augen erkannt und dieser Reiz wird an das Nervenzentrum weitergegeben. Dieses löst jetzt eine Reaktion aus. Wir müssen hier feststellen, das zwischen dem Objekt (Getränk) und dem Subjekt (Person) ein Zwischenschritt besteht, nämlich der Prozess, in dem der Reiz an das Nervenzentrum übermittelt und dort interpretiert wird. Durch diesen Prozess werden das Objekt und das Subjekt mit einander verbunden. Hierzu stellt Stadler fest, dass die psychische Widerspiegelung des Objektes vom Verhältnis des Subjektes zum Objekt und vom Sinn abhängt, den das Subjekt darin sieht1. In unserem Beispiel wird dann das Getränk nach dieser Aussage unterschiedlich wahrgenommen; der durstige Wanderer sieht darin einen anderen Sinn (seinen Durst zu stillen) als der Getränkehändler (es zu verkaufen). So sehen es beide „mit anderen Augen“.
[...]
1 siehe: Stadler/ Seeger/ Raeithel 1977; S. 210
Quote paper:
Andreas Schneider, 2006, 'Die Lehrer oder die LehrerInnen?' - Unterschiede in der Einstellung gegenüber geschlechterspezifischen Berufsgruppen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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