Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
1. 1 Wortarten 2
1. 2 Das Adjektiv als Wortart 2
2. Charakteristik des russischen Adjektivs als Wortart 3
2. 1 Lexikalisch-grammatischen Einteilung 3
2. 1. 1 Qualitätsadjektive 4
2. 1. 2 Beziehungsadjektive 5
2. 2 Morphologische Eigenschaften 7
2. 2. 1 Deklination 7
2. 2. 2 Formen 11
2. 2. 3 Komparation 12
2. 3 Syntaktische Funktionen 14
2. 3. 1 Das Adjektiv in attributiver Funktion 14
2. 3. 2 Das Adjektiv als Prädikatsnomen 15
3. Schluss / Zusammenfassung 15
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1. Einleitung
Jede Sprache besteht aus einer Menge von Wörtern. Für einen Laien ist es nicht von Bedeutung, was genau unter Sprache oder Wort zu verstehen ist, weil er die Wörter der Sprache in seinem Alltag verwendet, ohne dass er über deren Definitionen nachzudenken braucht. Für die Wissenschaft, die sich näher damit beschäftigt, die Sprachwissenschaft, ist die Definierung der Begriffe Wort und Wortart eine Grundfrage. In dieser Hinsicht sind aber nicht alle Sprachwissenschaftler einer Meinung. Um das Adjektiv als Wortart charakterisieren zu können, ist für diese Arbeit zuerst die Klärung des Begriffs Wortart von grundlegender Bedeutung.
1. 1 Wortarten
Die Wortarten zu definieren, ist keine unproblematische Aufgabe. Ich werde hier in der Einführung dem Zweck meiner Arbeit angemessen die allgemeine Definition, die man bei Bußmann (1993: 850) findet, vorstellen. Diese charakterisiert die Wortarten als „…Ergebnis der Klassifizierung der Wörter einer Sprache nach Form und Bedeutungsmerkmalen.“ 1 Aber da besteht ein Problem schon in der Klassifizierung selbst, genauer gesagt in den Kriterien, die dafür angewendet werden. Diese Kriterien werden bei Bußmann als Gliederungsaspekte (morphologische, syntaktische und semantische) bezeichnet, „…deren unterschiedliche Berücksichtigung […] Ursache für die Divergenz der verschiedenen Vorschläge […], die sich zum Teil widersprechen oder überschneiden, [ist]. “ 2
1. 2 Das Adjektiv als Wortart
Trotz der Überschneidung der Gliederungsaspekte und der Widersprüche, die sie unter den Sprachwissenschaftlern hervorrufen, lassen sich daraus die wichtigsten Eigenschaften des Adjektivs als Wortart ableiten, die es weiter näher zu charakterisieren erlauben. Berücksichtigt man alle drei Gliederungsaspekte, die oben unter P. 1. 1 genannt wurden, kommt man zu dem Ergebnis, dass das Adjektiv unter dem morphologischen Aspekt betrachtet eine flektierende, unter dem syntaktischen Aspekt eine selbständig als Satzglied auftretende und unter dem semantischen Aspekt eine auf der logischen Kategorie >Eigenschaft< beruhende Wortart ist.
1 Bußmann, H.: Lexikon der Sprachwissenschaft, Stuttgart 1993, S. 850.
2 Auch dort.
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2. Charakteristik des russischen Adjektivs als Wortart
Die unter P. 1. 2 formulierten charakteristischen Eigenschaften des Adjektivs als Wortart sind im selben Sinne von Isačenko (1982: 10) folgendermaßen zusammengefasst: „Unter Wortarten […] versteht man größere Gruppen lexikalischer Einheiten, die sich durch ihre Allgemeinbedeutung, durch die morphologischen Merkmale, sowie durch ihre syntaktischen Verwendungsmöglichkeiten von anderen unterscheiden.“ Er bringt aber den o. g. semantischen Aspekt bei der Klassifizierung der Wortarten mit dem syntaktischen in Verbindung und teilt die Wortarten in Autosemantika und Synsemantika ein. Dementsprechend gehören die Adjektive zu den autosemantischen Wortarten. Dies bedeutet, dass sie semantisch selbständig sind, und daher syntaktisch gesehen als Satzglieder auftreten können. Zur Gruppe der Autosemantika, die auch als >Nominative< oder >benennende< Wortarten bezeichnet werden, gehören auch die Substantive, die Adverbien, die Prädikative und die Verben. 3 Um die russischen Adjektive als Wortart charakterisieren zu können, werden sie im Folgenden auf drei verschiedenen Ebenen, nämlich auf der semantischen, der morphologischen und der syntaktischen Ebene, untersucht. 2. 1. Lexikalisch-grammatische Einteilung
Die lexikalische Allgemeinbedeutung der Adjektive hat Kirschbaum als Bezeichnung von „… Merkmalen oder Eigenschaften eines Gegenstandes (im weiten Sinne dieses Wortes)“ 4 formuliert. Noch präziser definiert die Bedeutung Mulisch (1975: 218) „… eine Wortart, die nichtprozessuale Merkmale von Erscheinungen (und nicht nur von „gegenständlichen Erscheinungen“) bezeichnet“. Diese Einteilung ist für das Russische von großer Bedeutung, weil sie die Adjektive in zwei Klassen einteilt, „deren Elemente sich sowohl durch semantische, als auch durch grammatische Merkmale voneinander unterscheiden.“ 5 Diese zwei Klassen sind die lexikalisch-grammatischen Reihen der Qualitätsadjektive (kačestvennye prilagatel’nye) und der Beziehungsadjektive (otnositel’nye prilagatel’nye). Diese
Einteilung ist nicht ganz streng anzusehen, da es durchaus möglich ist, dass Adjektive auch Eigenschaften der anderen Reihe besitzen können.
3 Isačenko, A. V.: Die russische Sprache der Gegenwart. Formenlehre. Halle 1982, S. 16.
4 Kirschbaum, E.-G.: Grammatik der russischen Sprache. Berlin 2001, S. 159.
5 Mulisch, H.: Morphologie. In: Gabka, K. (Hrsg.): Die russische Sprache der Gegenwart. Leipzig 1975,
2. 1. 1 Qualitätsadjektive
Zu der lexikalisch-grammatischen Reihe der Qualitätsadjektive gehören Adjektive, die Eigenschaften eines Gegenstandes direkt benennen. Diese Eigenschaften können in unterschiedlichem Grade aufgewiesen werden: z. B.: очень / более / менее интересный роман (Mulisch 1993: 232). Die Fähigkeit der Qualitätsadjektive, Eigenschaften im unterschiedlichen Grade auszudrücken, wird bei Kirschbaum (2001: 161) spezifiziert und als Fähigkeit dargestellt, sich mit Gradadverbien zu verbinden: z. B.: чрезвычайно оригинальный, необыкновенно симпатичный
Wieder bei Kirschbaum (2001: 159) findet man eine weitere spezifische Eigenschaft der Qualitätsadjektive, die im Unterschied zu den Beziehungsadjektiven hier vorhanden istdas Ausdrücken einer positiven oder negativen Wertung und die daraus resultierende Fähigkeit, Gegensatzpaare zu bilden: z. B.: бедный - богатый, глупый - умный, молодой - старый. Die Mehrheit der Qualitätsadjektive haben wortbildungsmäßige und grammatische Merkmale (Mulisch 1993: 232). Das äußert sich in ihrer Fähigkeit sowohl von einem abgeleiteten, als auch von einem unabgeleiteten Stamm gebildet zu werden: z. B.: радостный (abgeleiteter Stamm), белый (unabgeleiteter Stamm) oder selbst andere Wortarten (Qualitätsadverbien, Adjektivabstrakta) zu bilden: z. B.: молчаливый + Suffix „-o“ -> молчаливо,
Bei Kirschbaum (2001: 161) findet man eine weitere Möglichkeit (nämlich mit Hilfe von Affixen), wo die wortbildungsmäßigen Eigenschaften der Qualitätsadjektive zum Ausdruck kommen. Auf diese Weise werden keine anderen Wortarten gebildet, sondern wieder Adjektive, die aber einen höheren oder geringeren Grad einer Eigenschaft oder ihre emotionale Bewertung ausdrücken: z. B.: красный (rot) + Suffix -ова-: красноватый (rötlich),
Arbeit zitieren:
Lilia Kotcheva, 2005, Charakteristik des russischen Adjektivs als Wortart, München, GRIN Verlag GmbH
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