Inhaltsverzeichnis
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1. Einleitung 4
Teil I: Lesen und Schreiben im schulischen Alltag 6
2. Definitionen 6
2.1. Definition Lesen 6
2.2. Definition Schreiben 7
3. Geschichte des Lesens 8
4. Bedeutung des Lesens 9
5. Vorraussetzungen für das Lesen- und Schreibenlernen 10
6. Fähigkeiten beim Lesen und Schreiben 11
7. Verschiedene Methode des Lesenlernens 12
7.1. Überblick über die Leselehrmethoden 12
7.2. Die synthetischen Verfahren 13
7.2.1. Die Buchstabiermethode 13
7.2.2. Die Lautiermethode 14
7.2.3. Kritische Zusammenfassung 16
7.3. Das analytische Verfahren 16
7.3.1. Die Ganzheitsmethode 16
7.3.2. Kritische Zusammenfassung 17
7.4. Methodenintegration 18
8. Gründe für das Auftreten von Lese- und Schreibschwierigkeiten 18
8.1. Probleme durch allgemeine Faktoren 19
8.2. Probleme aufgrund sozialer Herkunft 20
9. Leseunterricht gestalten 23
10. Unterricht verändern 28
11. Lernen aus Fehlern 29
12. Prävention 30
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Teil II: Legasthenie und seine Kritik 34
13. Legasthenie 34
14. Definition von Legasthenie 34
15. Der schwankende und inkonsistente Legastheniebegriff (Position 35
von Jörg Schlee)
16. Standpunkt von Hans Brügelmann 36
16.1. Erlass zu Förderung von Schülern mit besonderen 36
16.2. Allgemeiner Blick auf Legasthenie
17. Position von Renate Valtin 43
18. Kritische Bemerkung zum Umgang mit Legasthenikern 44 19. Schlusswort 46
Anhang: Literaturverzeichnis 49
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1. Einleitung
Schriftsprache begegnet uns immer und überall. Wer Lesen und Schreiben gelernt hat, kann sich kaum noch vorstellen, es nicht zu können. Der Mensch neigt dazu, Schriftzeichen entziffern zu wollen und sei es noch so uninteressant. Jeder kennt diesen Drang, wenn man in der U-Bahn sitzt und eine Reklametafel direkt neben sich leuchten sieht. Man muss einfach wissen, welche Botschaft diese uns vermitteln möchte und beginnt zu lesen.
Kinder bekommen dieses Verhalten schon sehr früh mit. Allerdings ist die Schriftsprache eines von vielen Rätseln dieser Welt, die sie ergründen wollen. Einige schaffen dies ansatzweise schon vor dem Schuleintritt, während andere in den ersten Schuljahren und auch noch länger erhebliche Probleme haben, jenes zu lernen, was doch so einfach und selbstverständlich erscheint. Da jedoch dem Lesen und Schreiben in unserer heutigen Gesellschaft eine große Bedeutung beigemessen wird, haben Kinder mit Lese- und Rechtschreiblernproblemen eine sehr ungünstige Ausgangssituation, denn in der Schule wird das Wissen hauptsächlich über die Schriftsprache vermittelt. Dadurch ist ein Abrutschen schon in den ersten Klassenstufen regelrecht vorprogrammiert. Dies kann sich in eine Spirale verwandeln und eine Gefährdung der schulischen, beruflichen sowie sozialen Integration bedeuten, denn die Fähigkeiten des Lesens und Schreibens werden als selbstverständlich vorausgesetzt. Werden nicht frühzeitig Fördermaßnahmen veranlasst, so führt dies schnell zu Enttäuschung und beeinträchtigt häufig das Selbstbewusstsein vieler Schüler. In dieser Arbeit möchte ich das Problem des Lesens und teilweise auch des Schreibens aufgreifen. Welche Ausgangsituationen beeinflussen das
Lesenlernen? Wie muss der Unterricht gestaltet sein und wie muss sich der Unterricht verändern, damit ein Kind unter den günstigsten Bedingungen lernt? Wie kann man Lese- und Schreibschwierigkeiten vorbeugen? Welche Bedeutung hat der Legastheniebegriff auf die Entwicklung eines Kindes und ist dieser überhaupt gerechtfertigt? Um diese Fragen zu beantworten, gliedere ich diese Arbeit in zwei große Themenbereiche. Der erste bezieht sich auf das Lesen und Schreiben im schulischen Alltag und der zweite befasst sich mit Legasthenie und seiner Kritik. Im ersten Teil der Ausarbeitung werde ich zunächst die beiden Hauptbegriffe Lesen und Schreiben definieren. Um nachvollziehen zu können, wie
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sich das Lesen im Laufe der Jahre entwickelt hat, gehe ich im Punkt zwei auf den geschichtlichen Verlauf des Lesens ein. Danach beleuchte ich das Thema der Bedeutung des Lesens in unserer Gesellschaft, um zu verdeutlichen, wie wichtig es ist, lesen zu können. In Punkt fünf und sechs beschäftige ich mit den Vorraussetzungen und Fähigkeiten, die für das Lesen und Schreiben benötigt werden. Lesenlernen bedarf bestimmter Techniken und Methoden, die ich im Punkt sieben erklären und kritisch betrachten werde. Wenn man Kindern etwas beibringen möchte, kann man Fehler und Schwierigkeiten nicht ausschließen. Daher werde ich in den darauf folgenden vier Abschnitten auf Probleme durch allgemeine Faktoren und durch soziale Herkunft eingehen. Außerdem behandele ich die Themen, wie guter Unterricht gestaltet werden muss, was an der heutigen Situation im Klassenzimmer geändert werden sollte und dass Fehler keine Niederlagen bedeuten, sondern aus ihnen gelernt werden kann. Als letzten Punkt im ersten Teil der Arbeit werde ich einige präventive Maßnahmen nennen und beschrieben, wie man diese im Alltag umsetzen kann. Der zweite Teil beginnt mit einer Definition von Legasthenie und einer anschließenden Kritik von Jörg Schlee im Bezug auf diese Begriffsbestimmung. Darauf folgt der Standpunkt von Hans Brügelmann, in dem der „Erlass zur Förderung von Schülern mit besonderen Schwierigkeiten beim Lernen des Lesens und Rechtschreibens“ beurteilt und kritisiert wird. Brügelmann stützt sich dabei auf die Klassifikation von Lernschwierigkeiten, auf eine psychologische Sicht und auf die Begriffsbestimmung im medizinischen Sinne. Die Position von Renate Valtin wird daraufhin erläutert. Zum Schluss werde ich noch einige kritische Bemerkungen zum Umgang mit Legasthenikern äußern. Abschließend fasse ich die Ergebnisse meiner Arbeit kurz zusammen.
Primär werde ich auf das Lesen und dem Umgang mit dieser Disziplin eingehen. Aber ich denke, dass sich Lesen und Schreiben gegenseitig bedingen. Daher werde ich auch Teilprozesse des Schreibens beachten und diese an gegebener Stelle näher betrachten.
Erfahrungsberichte in dieser Arbeit entnehme ich zum einen aus Erlebnissen mit Grundschulkindern in meiner Familie und zum anderen aus meiner Fördertätigkeit im Lese- und Schreiberwerb an einer Grundschule in Offenbach. In der Arbeit verwende ich ausschließlich die männliche Form, um das Lesen zu erleichtern, wobei die weibliche Form immer mitbedacht werden muss.
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Teil I: Lesen und Schreiben im schulischen Alltag
2. Definitionen
Zunächst werden die zwei zentralen Begriffe dieser Arbeit, Lesen und Schreiben, definiert und erklärt, um einen präzisen Standpunkt zu vermitteln, Missverständnisse zu vermeiden und Unklarheiten zu beseitigen. Ich werde dabei auch auf verschiedene Techniken kurz eingehen.
2.1. Definition Lesen
Lesen stammt von dem Wort „lesan“ ab und bedeutet ursprünglich „zusammentragen“ und „sammeln“. Lesen ist der Prozess, in dem man schriftliche Informationen aufnimmt und versteht. Anders ausgedrückt ist es die Sinnentnahme aus gedruckten und geschriebenen Schriftzeichen. Man deutet somit Zeichen, Schrift und schriftlich niedergelegte Spuren. „Die Fähigkeit, Gedrucktes und Geschriebenes zu entziffern, d. h., eine Folge graph. Zeichen in Sprache umzusetzen (Umkodierung), ist ein komplexer Prozeß, der auch das Vermögen einschließt, sich Sach- und Sinnzusammenhänge des Textes zugänglich zu machen (semantische Dekodierung).“ (Brockhaus 1990, S. 304) Anders definiert, würde man Lesen auch als visuelle Dekodierung von geschriebenen Zeichen bezeichnen.
Diese Definitionen beziehen sich nur auf die Sinnentnahme von Texten. Der Begriff an sich hat noch weitere Bedeutungen, wie beispielsweise: Jemanden „aus dem Gesicht lesen“ bedeutet, seine Mimik und Gestik zu interpretieren. „Spurenlesen“ ist beispielsweise das Erkennen von Tieren durch Fußspurenidentifikation und die Rekonstruktion seiner Handlungen. Und auch das „Datenlesen“ bezieht sich nicht auf Textverständnis, sondern ist ein spezieller Begriff in der Informatik.
Hierbei möchte ich noch kurz auf die verschiedenen Lesetechniken eingehen. Diese dienen dazu, die Art des Lesens den Zielen des Lesers anzupassen. Dadurch kann eine Minimierung des Aufwandes gewährleistet werden, ohne Abstriche beim Ergebnis machen zu müssen. Eine Lesetechnik ist das
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Sequenzielle Lesen, wobei der Text komplett gelesen wird, mit dem Ziel, dass die Handlungs- und Gedankengänge möglichst vollständig verfolgt werden können. Auf größere Rücksprünge wird weitestgehend verzichtet. Eine weitere Technik ist das Punktuelle Lesen. Aus dem Text werden nur einzelne Abschnitte entnommen. Der Inhalt wird durch das Zusammenfügen der Bruchstücke erfasst. Diese beiden Lesetechniken und das Intensive Lesen sowie das Kursorische Lesen gehören zu den konventionellen Lesetechniken.
Diagonales Lesen, Überfliegen, SpeedReading und PhotoReading sind Schnelllesetechniken, die allerdings unter der Kritik stehen, dass man zwar schneller vorankommt, aber somit auch den Inhalt der Texte nicht so intensiv aufnimmt, wie bei den konventionellen Lesearten. (vgl. Egle 2004) Lesen kann man aber nicht nur mit dem Auge (visuell), sondern auch mit den Händen (taktil). Die Blindenschrift gibt Menschen ohne Sehvermögen die Möglichkeit, durch Betasten der Blindenschrift Informationen aufzunehmen und auch schriftlich niederzulegen. Diese Schrift kann allerdings nur sequenziell und mit mäßiger Geschwindigkeit gelesen werden. Schnelllesetechniken können hier leider nicht angewendet werden.
2.2. Definition Schreiben
Schreiben stammt von dem Wort „scribere“ und bedeutet, dass man mit dem Griffel auf eine Tafel einritzt. In unserer heutigen Gesellschaft versteht man unter diesem Terminus das Aufzeichnen von Schriftzeichen, Noten, Buchstaben und Zahlen auf eine dauerhafte Unterlage wie Papier, Computer und ähnliche Medien. (vgl. Brockhaus 1992, S. 511) Diese Form der Kommunikation ist das Gegenstück zum Lesen, ebenso eine Kulturtechnik, wobei sich diese beiden Ausdrucksformen gegenseitig bedingen. Man kann nicht Lesen, wenn nichts geschrieben steht und es mag sehr schwierig sein, wenn man richtig und sinnvoll schreiben möchte, ohne Lesen zu können. Schreiben bedeutet zum Beispiel aber auch, dass man Texte und Geschichten verfasst. Dies sind meist lyrische und epische Texte, die unter das kreative Schreiben fallen. Außer der gebräuchlichen Handschrift gibt es noch die Kunst- und Zierschrift. Um Schriften langfristig festhalten zu können, bedarf es einem Werkzeug, mit dem man das Schriftbild fixiert. Früher waren dies Hammer und Meißel, später dann der Griffel. Außerdem war das Schreiben nur
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wenigen Menschen vorbehalten. Heute haben wir die unterschiedlichsten Möglichkeiten, um Gedanken zu sichern. Es gibt viele verschiedenartige Stifte wie Bleistift, Buntstifte oder Filzstifte, Füllhalter, Kreide sowie elektronische Geräte wie der Computer. (vgl. Brockhaus 1992, S. 511)
3. Geschichte des Lesens
Das Lesen und Schreiben blieb in den alten Hochkulturen eine Aufgabe ausgewählter Angehöriger religiöser Einrichtungen, die meist gleichzeitig Herrschaftsfunktionen und Verwaltungsaufgaben wahrnahmen. In Ägypten entwickelte sich ein eigener Schreiberstand, der zum einen als königliches Beamtentum und zum anderen als Gelehrtenstand amtierte. Im alten Griechenland erlebte das Lesen im 5./4. Jahrhundert einen großen Aufschwung. Im Römischen Reich lasen nur die gebildeten Bürger. Die städtische Kulturwelt und damit die Schriftkultur verschwand mit dem Zusammenbruch des Römischen Reiches um 400 n. Chr. Bis ins 12. Jahrhundert wurde Lese- und Schreibkunst einzig von der Kirche und den Klöstern aufrechterhalten, denn selbst Herrscher wie Karl der Große konnten seinerzeit weder lesen noch schreiben. Mit wachsendem Handel und der Gründung der Universität im 12./13. Jahrhundert entstand langsam wieder eine Lesekultur, die hauptsächlich von den Gebildeten, der Verwaltung und ab dem 14. Jahrhundert auch von der städtischen Bourgeoisie genutzt wurde. Die Zahl der Lesebegeisterten stieg. Dies war der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Schriftzeichen durch J. Gutenberg zu verdanken, durch die Niedergeschriebenes leichter zugänglich wurde. Etwa 15% der Bevölkerung konnten zu diesem Zeitpunkt lesen. Abgesehen von dem stillen Lesen kam dem Vorlesen eine große Bedeutung zu. Aber diese neue Drucktechnik und damit die schnelle Verbreitung von Schriften hatten nicht nur großen Einfluss auf die Bevölkerung im herkömmlichen Sinne, sondern auch auf den Hergang der Reformation. Mit der Aufklärung und ihrem Ideal der Bildung für alle, der aufkeimenden deutschen Nationalliteratur, der Industrialisierung und der schlagartig anschwellenden Buch- und Zeitungsproduktion gingen die Bemühungen, den unteren Ständen und der Landbevölkerung generell das Lesen und Schreiben beizubringen, einher. Vom 17. bis 19. Jahrhundert wurden im
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deutschen Sprachraum hunderte von Lesezirkeln, Leihbibliotheken,
Lesegesellschaften und Volksschriftenvereine mit dem Ziel gegründet, das Lesen pädagogisch wertvoller Beiträge auf eine breitere Grundlage zu stellen. Saisonale Modeliteratur, Jahrbücher/Chroniken, Zeitschriften und Magazine fanden mit großem Zuspruch ihre Leser. Kritiker im 18. Jahrhundert sprachen von einer Lesesucht. Im 19. Jahrhundert kam die Arbeiterbildungsbewegung hinzu. In allen Gesellschaften, in denen Wert auf gute Bildung im Bereich des Lesens und Schreibens gelegt wurde, versteht man früher und heute Lesen als Medium zur Erlösung des einzelnen aus Unkenntnis, Unfreiheit und sozialer Not. Daher bringt man mit Lesen immer Wörter wie Zensur, Bücherverbrennung, Meinungsfreiheit sowie Pressefreiheit in Verbindung. (Brockhaus 1990, S. 304/305)
4. Bedeutung des Lesens
Sobald ein Kind Lesen lernt, hat es einen neuen geistigen Zugriff gewonnen, mit dem es sich eine andere Welt der Vorstellungen erschließen kann. Indem das Kind die Zeichen der Schrift interpretieren lernt, macht es sich ein Symbolgefüge zueigen, durch welches gleichzeitig auch sein eigenes Denken organisiert, ausgedehnt und gewandelt wird. Wenn man lesen kann, wird man sogleich in einen anderen Stand der geistigen Bildung gehoben. Eine ganz neue Welt eröffnet sich und man macht einen großen Schritt in der eigenen geistigen Entwicklung. Man kann nun mit vielen Materialien arbeiten, die vorher unverständlich oder uninteressant waren, da man nichts mit ihnen anfangen konnte. Die Aneignung des Lesens ist die Grundlage für den Erfolg in der Schule und im Leben. Durch Schrift können sich die Menschen mitteilen und Lesen macht es möglich, Mitteilungen von anderen zu verstehen. Lesen ist sogar eine Kulturtechnik, die erlernt werden muss, denn sie ist Grundvoraussetzung für die Teilnahme an Wirtschaft, Kultur und Wissen. Ich wundere mich immer wieder, wie es einem erwachsenen Analphabeten gelingt, in der heutigen, modernen und arbeitsgeleiteten Gesellschaft ohne Lese- und Schreibfähigkeiten zurecht zu kommen.
In unserer Industriegesellschaft ist es selbstverständlich, Lesen zu lernen, aber in den Ländern der dritten Welt müssen die Kinder oft hart dafür kämpfen, damit sie
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Lesen lernen dürfen. Ich denke, dass manche Menschen dieses Privileg nicht richtig Wert schätzen und ihnen gar nicht bewusst ist, welche Möglichkeiten man hat, wenn man Lesen und Schreiben kann. Lesen ist nicht nur die Tatsache an sich, sondern man verbindet damit Wörter wie Wissen, Freiheit, wie beispielsweise Pressefreiheit und Freiheit der Meinungsäußerung, oder Unabhängigkeit.
5. Voraussetzungen für das Lesen- und Schreibenlernen
Grundvoraussetzungen zum Erlernen von Lesen und Schreiben umfasst alle kognitiven Bereiche. Diese sind unter anderem eine gute Seh- und Hörfähigkeit, ein Gleichgewicht im Körper und motorische Koordination, eine integrative Verarbeitung der sensorischen Informationen, eine Koordination der Sinne und Motorik, die Beherrschung und Verständnis der Sprache, Sprachverarbeitung, eine kognitive Sprachanalyse und die Merkfähigkeit. Diese Grundfunktionen werden meist schon im Kindergarten gefördert. Schreiben und Lesen sind Prozesse des Problemstellens und Problemlösens. Wenn das Kind die Schriftsprache erwirbt, muss es die deutsche Sprache dem Alter entsprechend gut beherrschen und Wissen über die Funktion und den Aufbau der Schriftsprache gewinnen. Es muss die Einsicht gewinnen, dass in einem geschriebenen Satz alle Redeteile aufgenommen werden und eine Verknüpfung zwischen gesprochener und geschriebener Sprache besteht. Auch muss das Kind erkennen, dass nach jedem Wort Platz gelassen werden muss, Wörter in lautliche Teile zerlegt werden können und Schriftzeichen bestimmten Lautelementen zugeordnet werden müssen. Bei der Erlernung dessen stützt sich das Kind auf vorausgegangene Kenntnisse im Bereich der Sprache, denn Lesen bleibt ein Bestandteil der Sprachbildung und Kinder können nur Lesen lernen, wenn sie der Schrift als einem gewissen Teil der Sprache begegnen und einen ständigen Bezug zu ihr erfahren.
Das sind alles wichtige Vorraussetzungen, damit Kinder erfolgreich Lesen lernen. Doch beim eigentlichen Eintritt in die Schule ist meist nur ein Aufnahmekriterium wichtig: das Lebensalter. Dies ist meiner Ansicht nach aber nicht ausreichend. Es müssten verstärkt Untersuchungen im Bereich der visuellen und akustischen Wahrnehmungsfähigkeiten gemacht werden. Es ist nach meinen Erfahrungen
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Arbeit zitieren:
Anja Neugebauer, 2006, Schulisches Lesen und Schreibenlernen im Kontext der Veränderung mit dem kritischen Blick auf das Konstrukt der Legasthenie, München, GRIN Verlag GmbH
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