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1 Einleitung 1
1
2 Subordinationen
2.1 Adverbialsatz 1
2.2 Komplementsatz 1
2.3 Relativsatz 2
3 Merkmale, Auffälligkeiten und Besonderheiten subordinierter Sätze
2
3.1 Prosodie
2
3.2 Verbstellung
2
3.3 Subordinatoren
3
3.4 Nichtfinite Verben
4
3.5 Nominalisierte Verben
5
3.6 Informationsgehalt
5
4 Adverbialsätze
6
4.1 Temporalsätze
6
4.2 Lokalsätze
7
4.3 Kausalsätze
8
4.4 Konditionalsätze
9
4.5 Konzessivsätze
11
5 Komplementsätze
12
5.1 Einfluss der Semantik auf die Wahl der Komplementform
13
6 Relativsätze
15
6.1 Attributive Relativsätze
15
6.2 restrinktive vs. nichtrestrinktive Relativsätze
19
6.3 Freie Relativsätze
20
7 Schluss
22
Literaturverzeichnis
II
1 Einleitung
Während ein einfacher Satz nicht weiter zerlegt werden kann, also atomar ist, bestehen komplexe Sätze aus mehreren Teilsätzen. Komplexe Sätze können entweder hypotaktisch oder parataktisch aufgebaut sein. Die Teilsätze einer Parataxe sind mithilfe von koordinierenden Konjunktionen (im Deutschen z.B. und, oder) oder Konjunktionaladverbien (im Deutschen z.B. trotzdem, deshalb) gleichwertig neben-einander geordnet, also syndetisch aneinandergereiht. Eine weitere Möglichkeit der Anordnung der Teilsätze eines parataktischen Satzgebildes ist die asyndetische Aneinanderreihung von Teilsätzen ohne Verknüpfungen. Bei hypotaktisch aufgebauten Sätzen hingegen ist ein Satz dem anderen untergeordnet. Der überge-ordnete Satz ist in der Regel ein Hauptsatz 1 , der für sich alleine stehen kann. Diesem ist ein Nebensatz untergeordnet, der in struktureller Beziehung zum übergeordneten Satz steht (vgl. BERMAN & PITTNER 2004:96). Diese Hausarbeit wird sich mit diesen unter-geordneten Sätzen, den Subordinationen, genauer befassen.
2 Subordinationen
Die Subordination (lat. subordinatio (=Unterordnung)) bezeichnet ein Abhängigkeitsverhältnis der Unterordnung. Während wir hier die Subordination lediglich in Bezug auf Hauptsätze und deren untergeordneten Nebensätze sehen, kann Subordination beispielsweise auch das Abhängigkeitsverhältnis zwischen einem Bezugsnomen und Attribut oder einem Prädikat und dessen Objekt bezeichnen (vgl. BUßMANN 2002:663). Die traditionelle Grammatik kennt nach WHALEY (1997) drei verschiedene Arten von subordinierten Sätzen, nämlich Adverbialsätze, Komplementsätze und Relativsätze.
2.1 Adverbialsatz
Der Adverbialsatz ist als Nebensatz definiert, der das Bezugswort näher erläutert und somit als Adjunkt angesehen werden kann. (1) Sie lacht, weil Ferdinand Witze erzählt.
2.2 Komplementsatz
Ein Komplementsatz ist ein Nebensatz, der eine Valenzstelle des Verbs im Matrixsatz füllt, also als Komplement fungiert. Der Komplementsatz tritt in der Regel als Subjekt (siehe Bsp. (2)) oder Objekt auf.
1 Ein Hauptsatz, dem ein Nebensatz untergeordnet ist, nennt man auch Matrixsatz.
1
(2) Dass sie lacht, freut Ferdinand.
2.3 Relativsatz
Unter einem Relativsatz versteht man ein durch ein Relativpronomen, Relativpartikel oder Relativadverb eingeleiteter Nebensatz, der in der Regel das Bezugswort modifiziert. (3) Über den Witz, der von Kamelen und Elefanten handelt, lachte sie.
Bevor jene Typen der Subordinationen genauer untersucht werden, werden im Folgenden Merkmale, Auffälligkeiten und Besonderheiten von subordinierten Sätzen im Allgemeinen aufgezeigt und erläutert.
3 Merkmale, Auffälligkeiten und Besonderheiten subordinierter Sätze
3.1 Prosodie
Ein Merkmal, das Subordinationen aufweisen, ist, dass umso größer das Abhängigkeitsverhältnis zwischen subordiniertem Satz und Matrixsatz ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer Intonationspause. Bei Komplementsätzen beispielsweise, die eine Valenzstelle des Verbs füllen indem sie als Subjekt oder Objekt fungieren, herrscht ein großes Abhängigkeitsverhältnis zum übergeordneten Satz und es wird in der Regel keine Intonationspause gebildet. Relativsätze hingegen, die lediglich ein Bezugswort modifizieren, haben ein geringes Abhängigkeitsverhältnis zum überge-ordneten Satz und sind deshalb zugänglicher für Intonationspausen.
3.2 Verbstellung
Eine weitere Auffälligkeit von subordinierten Strukturen ist, dass sich die Abfolge der Konstituenten eines subordinierten Satzes von dem eines Hauptsatzes in einigen Sprachen unterscheiden. Ein Beispiel liefert hierfür das Deutsche, das die Konstituenten eines Nebensatzes nicht gleich wie im Hauptsatz (SVO) anordnet, sondern das Verb nach rechts verschiebt und damit eine SOV-Stellung aufweist. (1) a. Ferdinand spielt gerne Fußball.
Die meisten Sprachen, wie beispielsweise das Spanische, zeigen eine solche Auffälligkeit nicht auf. Hier ist die Reihenfolge der Konstituenten im Nebensatz die gleiche wie die im Hauptsatz. (2)
3.3 Subordinatoren
Subordinierte Strukturen sind typischerweise morphologisch durch Subordinationspartikel oder -affixe markiert. Diesem Subordinator kann eine semantische Information inhärent (3), aber auch semantisch leer sein (4). (3) I eat strawberrys if/when/because they are in season.
Subordinatoren wie in Beispiel (3) tragen eine Bedeutungsveränderung des Satzes bei. Je nach Wahl des Subordinators kann beispielsweise eine Begründung (I eat strawberrys because they are in season) oder eine Bedingung (I eat strawberrys if they are in season) geäußert werden. (4) I hope that we can go.
Wenn der Subordinator wie in (4) keine Information liefert, also nur als Marker syntaktischer Abhängigkeit dient, kann er in manchen Sprachen auch weggelassen werden, ohne dass der Satz dadurch ungrammatisch wird. (4’) I hope we can go.
Auch auf das Deutsche trifft dieses Merkmal zu. Ein deutscher Nebensatz, der mit dem Subordinator „dass“ eingeleitet wird, kann wie das englische Beispiel umformiert werden. Der Subordinator „dass“ trägt, wie der englische Subordinator „that“, keine semantische Bedeutung und kann darum weggelassen werden, wie folgendes Beispiel belegt. (5) Ich weiß, dass Ferdi Pizza liebt. (5’) *Ich weiß, ____ Ferdi Pizza liebt. (5’’) Ich weiß, Ferdi liebt Pizza.
3
Auffällig an diesem Beispiel ist nun aber, dass deutsche Nebensätze eine SOV-Stellung aufzeigen, wie in 3.1.2 erläutert wurde. Wird nun der Subordinator nicht realisiert, müssen die Konstituenten in die für Nebensätze untypische SVO-Stellung angeordnet werden, um einen grammatischen Satz zu erhalten. ZIFONUN et al (1997:2241) stellt eine zusammenfassende Übersicht (Bild 1) für das Deutsche auf, die einen Überblick über die Möglichkeiten der Nebensatzeinleitungen darstellt.
Bild 1: Einteilung der Nebensätze nach der morphosyntaktischen Gestalt nach ZIFONUN (1997) W/D-Sätze sind hierbei jene deutsche Sätze, die ohne Bezugselement auftreten können.
(6a.) Wo er herkommt, erzählt man viele Witze. (6b.) Der lachen kann, hat Humor.
Sie können mit einem W-Element (z.B. wer, was, wo, wann, welcher, nicht jedoch: wenn) oder D-Element (der, die, das (Relativpronomen)) eingeleitet werden. Hierbei gilt jedoch zu beachten, dass W/D-Elemente im Gegensatz zu Subjunktoren Elemente des Nebensatzes sind (vgl. ZIFONUN et al 1997:2240).
3.4 Nichtfinite Verben
Viele Sprachen benutzen in subordinierten Strukturen eine nichtfinite Form des Verbs. Dieses Muster findet man beispielsweise bei Komplementen einiger englischer Verben (7a.) und adverbial gebrauchten Partizipkonstruktionen (7b.). (7a.) I wanted to go to Buffalo yesterday.
4
(7b.) Running up the hill full speed, John became winded. (Beispiel: WHALEY 1997)
Auch im Deutschen gibt es subordinierte Strukturen mit nichtfiniten Verbformen. Laut BERMAN & PITTNER (2004:107f.) sind solche Sätze entweder uneingeleitet oder werden durch Infinitivkonjunktionen wie (an)statt, ohne, um eingeleitet. (8a.) Ferdinand versprach, zu putzen. (8b.) Ferdinand ging weg, ohne zu putzen.
Bemerkenswert ist hierbei, dass in solchen nichtfiniten Nebensätzen kein Subjekt auftreten kann (Bsp. (9)). Obwohl das Verb kommen ein Subjekt verlangt, ist der Satz in Beispiel (9a.) nicht ungrammatisch, da das Subjekt des Matrixsatzes gleichzeitig als Subjekt des subordinierten Satzes verstanden werden kann. (9a.) Er versprach ihr, bald zu kommen. (9b.) *Er versprach ihr, er bald zu kommen. (Beispiel: BERMAN & PITTNER 2004)
Dieses Phänomen nennt man Kontrolle. Hierbei wird zwischen Subjekt- und Objektkontrolle unterschieden, je nachdem welche Ergänzung des Matrixsatzes das Subjekt des nichtfiniten Verbs kontrolliert.
3.5 Nominalisierte Verben
Einige Sprachen bilden subordinierte Strukturen durch Nominalisierung. Das Verb wird hierbei durch Derivation nominalisiert. Das Beispiel (10) zeigt, wie beispielsweise Comache (Uto-Aztekisch (USA)) das Suffix „-na“ an das Verb anhängt und dadurch Nominalisierung stattfindet. Das nominalisierte Verb „u-kima-na“ stellt nun die Subordination des Satzes dar.
3.6 Informationsgehalt
Der Unterschied zwischen subordinierten Sätzen und Hauptsätzen besteht darin, dass Subordinationen, vor allem Adverbial- und Relativsätze, die Funktion haben, Hintergrundinformationen oder Erklärungen zum eigentlichen Inhalt des Hauptsatzes
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Arbeit zitieren:
Constanze Zürn, 2006, Subordinationen - Nebensatzkonstruktionen im typologischen Vergleich, München, GRIN Verlag GmbH
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