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Inhaltsverzeichnis
1. Quellenkritik 2
1.1. Quellenbeschreibung 2
1.2. Innere Kritik 2
1.2.1. Sprachliche Aufschlüsselung 2
1.2.2. Sachliche Aufschlüsselung 2-3
2. Quelleninterpretation 3
2.1. Inhaltsangabe 3
2.2. Einordnung in den historischen Kontext 3
2.2.1 Vorgeschichte 3
2.2.2 Im Kontext der DDR-Politik 5
2.2.3. Chronik des Mauer-(Baus) 7
2.2.4. Reaktion und Folgen 9
3. Ergebnis und Ausblick 13
4. Quellen und Literatur 15
4.1. Quellen 15
4.2. Literatur (Auswahlbibliographie) 15
5. Bilddokumente 17
6. Anhang: Die Quelle 19
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1. Quellenkritik:
1.1. Quellenbeschreibung:
Bei der ausgewählten Quelle handelt es sich um einen Ausschnitt aus einer internationalen Pressekonferenz des Staatsratvorsitzenden Walter Ulbricht am 15.Juni 1961. Sie ist eine Antwort auf die Frage einer Journalistin von der „Frankfurter Rundschau“, Doherr, im Zusammenhang der innerdeutschen Beziehung und der Errichtung der Staatsgrenzen der DDR. Die Quelle liegt in gedruckter Form vor. 1
1.2. Innere Kritik:
1.2.1. Sprachliche Aufschlüsselung:
In dieser Quelle befindet sich kein Begriff der nicht verständlich wäre bzw. zeitgenössisch eine andere Bedeutung aufweist.
1.2.2. Sachliche Aufschlüsselung:
„in Westdeutschland“ (S. 934, Z. 4):
Am 12. September 1944 wurde das Londoner Protokoll unterzeichnet, welches als Abkommen zwischen Großbritannien, USA und der UdSSR über den Berliner Viermächtestatus galt. Dieser Status sah vor, Berlin in einen Ost- (gehört der SBZ an) sowie Westeil (USA, Großbritannien, ab 14.11.1944 auch Frankreich) zu gliedern. Der Rest des Landes wurde in die Sektoren, der Siegermächte des Zweiten Weltkrieges (amerikanischer, britischer und französischer) und der SBZ (sowjetisch besetzte Zone), aufgeteilt. Das Potsdamer Abkommen vom 2.August 1945 signalisierte die endgültige Festlegung des Viermächtestatus.
Als Gipfelpunkt der Teilung wurden im Mai 1949 die BRD und am 7.10.1949 die DDR gegründet. 2
1 Rütten; Loening: Dokumente zur Außenpolitik der Regierung der Deutschen Demokratischen Republik. Bd.
IX. Berlin 1962. S. 934.
2 Beier, Brigitte [u. a.]: Chronik der Menschheit. Augsburg 1996. S. 952-954.
3
„Regelung der Beziehungen zwischen Westberlin und der Regierung der Deutschen Demokratischen Republik“ ( S. 934 Z. 9-10):
In einer Note an die Westmächte forderte die sowjetische Regierung den Abzug der westlichen Schutzmächte aus Berlin und die Umwandlung Westberlins in eine selbständige politische Einheit. In diesem am 27.11.1958 veröffentlichten Berlin-Ultimatum legte Chruschtschow die Unwirksamkeit des Potsdamer Abkommens fest und untermauerte seine Forderungen nach einer ´freien Stadt´ 3 mit einer sechsmonatigen Schonfrist für den Westen. Chruschtschow sah so die Chance der DDR sich zu stabilisieren und gegenüber der BRD mehr Macht und Eigenständigkeit zu erreichen. Allerdings blieb die Berlin-Frage bis auf weiteres unbeantwortet. 4
2. Quelleninterpretation:
2.1. Inhaltsangabe:
Auf die Frage ein Reporterin hinsichtlich der Errichtung einer Staatsgrenze am Brandenburger Tor äußerte sich W. Ulbricht wie folgt: Er sei der Annahme, dass es in Westdeutschland Menschen gebe, die den Bau einer Mauer begrüßen würden. Ihm sei solche Absicht allerdings nicht bekannt. Zudem werde die volle Arbeitskraft der Bauarbeiter der Hauptstadt für den Wohnungsbau benötigt. Keiner in der DDR plane so ein Vorhaben. Stattdessen sei man dafür auf diplomatischem Wege die Beziehungen zwischen der DDR und BRD zu regeln, was die natürlichste Antwort auf die Fragen sei.
2.2. Einordnung in den historischen Kontext:
2.2.1. Vorgeschichte:
Nur durch den von Nationalsozialisten entfachten Zweiten Weltkrieg kam es zur Besetzung und Spaltung Deutschlands. (siehe oben Potsdamer Abkommen) Dieses sowie die jeweilige Besatzungspolitik der Siegermächte sollten weit reichende Ergebnissee mit sich bringen, die mit der innerdeutschen Grenze einen traurigen Höhepunkt bildeten.
3 Frank, Mario: Walter Ulbricht. Eine deutsche Biografie. Berlin 2001. S. 354.
4 Frank, Mario: Walter Ulbricht. Eine deutsche Biografie. Berlin 2001. S. 344.
4
Von Beginn an war die Ost-West-Wanderung dominant, so kamen allein zwischen Oktober ´45 und Juni 1946 1,6 Mill. Deutsche aus der SBZ in den britischen Sektor. 5 Erstmals, am 30. Juni 1946 kam es zur Sperrung der Sektorgrenze zwischen der SBZ und den drei Westzonen für 4 Monate. Schon damals versuchte man auf diese Weise den ´illegalen Personen- und Warenverkehr´ zu unterbinden. 6 Da beispielsweise zahlreiche Schieber und Schmuggler die Demarkationslinie (Grüne Grenze) benutzten, um mit begehrten Waren auf beiden Seiten private Profite zu „erwirtschaften“.
Es war daher unumgänglich für die Menschen, so genannte Interzonenpässe bei den Besatzungszonen zu beantragen, um in wichtigen familiären und geschäftlichen Dingen reisen zu dürfen.
Die Währungsreform in den Westzonen brachte dann 1948 das Fass zum überlaufen. Des Weiteren war sie von hoher politischer Bedeutung, denn durch sie war das Ende der Viermächte-Verwaltung Deutschlands endgültig besiegelt. Der Konflikt um den Status von Berlin gipfelte in der Sperrung der Land- und Wasserwege für Personen und Güter. Damit blockierte die UdSSR den Zugang von Westdeutschland nach Berlin für 11 Monate. Zusätzlich verlangte die SBZ noch eine Aufenthaltserlaubnis, was den innerdeutschen Personenverkehr weiter eindämmen sollte. Als es dann 1949 zu der Gründung der beiden deutschen Staaten kam, entwickelte sich die Demarkationslinie zu einer Staatsgrenze, ja wenn nicht sogar zur Systemgrenze. Da sich Stalin, die Politik in der DDR wurde von der SU bis 1989 überwacht, die Einheit Deutschlands noch offen hielt, waren die Grenzsicherungsmaßnahmen eher provisorischer Natur. Dies bedeutete „lediglich“ eine Markierung und Kontrolle der Zonengrenze (Januar 1950 auch Seegrenzen). Stacheldrahtzäune und Wachtürme zählten allerdings nicht zum Sicherheitssystem.
Da sich aber der Kalte Krieg verschärfte und auch die beiden deutschen Regierungen sich zunehmend voneinander entfernten (DDR-Führung bezeichnete Adenauer als ´Spalter in Bonn´ 7 ), wurde im Frühjahr 1952 die Demarkationslinie gesperrt. Die Einführung eines Grenzregimes auf Seiten der DDR kennzeichnete die innerdeutsche Grenze noch mehr. Die Anordnungen der Umsetzung des Grenzregimes erfolgten durch die Sowjets, die so ihren politischen Herrschaftsanspruch kenntlich machten und festigten. 8 Bereits neun Jahre vor dem eigentlichen Mauerbau erfolgten drastische Absperrmaßnahmen. So wurden Bürger, die dicht an der Grenze wohnten, zum „freiwilligen“ Umzug in das
5 Ritter, Jürgen; Lapp, Peter Joachim: Die Grenze. Ein deutsches Bauwerk. Berlin 1997. S. 13.
6 Zit. nach: Ritter, Jürgen; Lapp, Peter Joachim: Die Grenze. Ein deutsches Bauwerk. Berlin 1997. S. 14.
7 Zit. nach: Ritter, Jürgen; Lapp, Peter Joachim: Die Grenze. Ein deutsches Bauwerk. Berlin 1997. S. 19.
8 Ritter, Jürgen; Lapp, Peter Joachim: Die Grenze. Ein deutsches Bauwerk. Berlin 1997. S. 22/30.
5
Landesinnere gebeten. Folgte man den Anweisungen nicht, wurde man geschlagen 9 oder sogar inhaftiert.
Eine regelrechte Deportationspolitik wurde vollzogen, z. B. ‘Maßnahmen zur Säuberung der Grenzkreise [...]’. 10
Im Zuge der verstärkten Sicherungsmaßnahmen pflügte man einen 10-m breiten Kontrollstreifen entlang der Zonengrenze um (Ende Mai 1952). Das unmittelbare Hinterland wurde mit Wällen, Gräben und Stolperdrähten versehen. Ganze Eisenbahnlinien und Straßen wurden gekappt. Ähnlich verhielt es sich in Berlin.
Die Ausbildung und Bewaffnung der Grenzer verbesserte sich stetig, was auch eine systematische Erhöhung der „Kampfstärke“ mit sich brachte (z. B. Jan. ´54 DGP (Deutsche Grenzpolizei) 34000 Mann stark). Trotz dieser intensiven Grenzpolitik konnte der Flüchtlingsstrom nicht entscheidend unterbrochen werden. Auch das 1954 erlassene DDR-Passgesetz, 11 was Republikflucht unter Haftstrafe stellte, schaffte hier keine Abhilfe. Zwar gab es immer wieder Entspannungsphasen hinsichtlich der Grenzpolitik, z. B. 1953 die Einstellung des Interzonenpasszwanges, aber im Großen und Ganzen wuchs die Abriegelung kontinuierlich. Die Praxis verschärfte sich, sodass einige Alters- und Berufsgruppen kaum noch Westreisegenehmigungen erhielten.
Um jedoch die Fluchtbewegung zu unterbrechen und das Land vor einen Kollaps zu bewahren, musste man zu noch drastischen Maßnahmen greifen. Es galt nicht nur die „Fluchtburg“ Berlin zu schließen, das ganze Gebiet der DDR sollte vom Klassenfeind geschützt werden, um so zur vollen Blüte zu gelangen.
2.2.2. Im Kontext der DDR-Politik:
Die DDR sollte nach Ansicht Chruschtschows die Rolle eines Schaufensters des sozialistischen Lagers gegenüber dem Westen spielen. 12 Zur Realisierung dieses Ziels waren alle Maßnahmen recht. Ausdruck fand diese Sichtweise z. B. in dem Berlin-Ultimatum (27.11.1958 vgl. oben). Doch die harte Politik der DDR-Führung, gelenkt von der UdSSR, machte solche Vorstellungen zunichte.
Die Menschen wurden zwangsumgesiedelt. In den 50-iger Jahren wurden die Bauern zum „freiwilligen“ Eintritt in die LPGs aufgefordert. Die Wirtschaft wurde kollektiviert und
9 Ritter, Jürgen; Lapp, Peter Joachim: Die Grenze. Ein deutsches Bauwerk. Berlin 1997. S. 23.
10 Zit. nach: Ritter, Jürgen; Lapp, Peter Joachim: Die Grenze. Ein deutsches Bauwerk. Berlin 1997. S. 22.
11 Ritter, Jürgen; Lapp, Peter Joachim: Die Grenze. Ein deutsches Bauwerk. Berlin 1997. S. 25.
12 Frank, Mario: Walter Ulbricht. Eine deutsche Biografie. Berlin 2001. S. 343.
Arbeit zitieren:
Stephan Terrey, 2005, Quelleninterpretation nach der neuen deutschen Rechtschreibung zum Thema: 'Mauerbau 13. August 1961', München, GRIN Verlag GmbH
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