Inhaltsverzeichnis
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0. Vorwort 3
1. Einleitung 4
2. Gründungsphase und Aufstieg 5
3. Aufbau, Organisation und Administration 9
3.1 Räumliche Aufteilung 9
3.2 Provinzialorganisation 9
3.3 Personalstruktur 11
3.4 Finanzierung 13
4. Regelwerk im Templerorden 15
4.1 Ordensdisziplin 15
4.2 Das Aufnahmezeremoniell 16
5. Strafgesetze und Sanktionen 18
5.1 Ausstoßung aus dem Orden 18
5.2 Verlust des Kleides 19
5.3 Weitere Möglichkeiten 20
6. Schlussbemerkung 22
7. Literaturverzeichnis 23
0. Vorwort
„Der Stoff hat alles, was ein guter Krimi braucht: Bestechung, Erpressung, Intrige, Folter und Mord.“ 1 Hauptakteure dieses Krimis sind, nach BEHRENDS, „Die Templer“. Sie sind „Die Elitesoldaten des Papstes“, „Die Banker des Mittelalters“, wurden denunziert und verbrachten ihren Lebensabend „In den Kerkern der Inquisition“. Eine perfekte Grundlage zur Mystifizierung der „militia Christi“. Sei es durch Erlebnisgeschichte, Romane oder durch filmische Gestaltung. Der Film „Das Blut der Templer“, erst kürzlich auf DVD erschienen, zeigt die noch immer währende Aktualität und Besonderheit der Tempelritter. Der Warnruf eines Rezensenten bei Amazon.de zur genannten DVD, spricht wahrscheinlich vielen Historikern aus der Seele. „Tut euch das nicht an!!! Die deutsche Antwort auf "Highlander", dazu etwas "Indiana Jones" und ein bißchen (sic!) Teenie-Love-Story.“ 2 Wie schön Geschichte doch sein kann. Als Thema für die Unterhaltungsmedien stehen die Tempelritter noch immer hoch im Kurs. Neben der vorurteilsfreien Recherche geschichtlicher Quellen zur Erstellung des Drehbuchs, gehört zu einem „guten Krimi“ aber auch eine gute Planungsstruktur, sowie gute organisatorische Fähigkeiten. Ohne diese drei Hauptmerkmale, wäre selbst das heilige Konstrukt der Tempelritter zusammengebrochen. Durch anfängliche Planungen, Aufbau, Finanzierung und Organisation des Vorhabens, ist den Tempelrittern ein offenbar besseres Handwerk gelungen, als dies in vielen Publikationen dargestellt wird. Sie sind mehr als nur Ritter gewesen. Aus der Interessensgemeinschaft entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit eine Institution, die nicht nur Stoff für einen „guten Krimi“ hergibt, sondern organisatorisches Talent und besondere Eignungen im Bereich des „Unternehmensmanagements“ zeigt.
1 Jens-Peter Behrend: Die Templer, in: Sphinx - Geheimnisse der Geschichte. München 2004, 48.
2 http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B00067GJG6/qid%3D1129144311/028-4735391-1089333
Zugriff: 12.10.2005
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1. Einleitung
Die vorliegende Hausarbeit befasst sich inhaltlich mit den anfänglichen Phasen der Gründungszeit und der anschließenden Ausweitung und Institutionalisierung des Templerordens. Der zeitliche Raum erstreckt sich von 1099 bis zum Ende im Jahre 1314.
Inhaltlich setzt sich diese Arbeit mit der Fragestellung der innerinstitutionellen Struktur und Organisationsformen der Templer auseinander. Welche Funktion besaß das Haupthaus? Wie gestaltete sich die Finanzierung des Ordens? Welche hierarchischen Gefüge wies er auf? Wie wurde das Leben im Orden geregelt? Die Geschichte des Ordens findet eine weite, wenn auch nicht immer seriöse, Verbreitung. Dennoch wird auf deren Grundstrukturen, einzelner Organe und Ämter meist weniger Rücksicht genommen. Dies spiegelt sich auch in der vorhandenen Fachliteratur wieder. Ist sie erfreulicher Weise in meist aktuellen und neueren Ausgaben erhältlich, findet sich dennoch ein sehr geringer Anteil an der Erläuterung organisatorischer Stichpunkte wieder.
In der Struktur gliedert sich die Arbeit in drei Teile. Der erste Teil gilt als grundlagenschaffende Einheit, deren Aufgabe es ist, einen kurzen Überblick über die Gründungszeit und dessen Aufstieg zu geben. Weiterhin soll er ein Verständnis über die Gründungmotivation entwickeln und die Notwendigkeit der schnellen Institutionalisierung begreiflich machen.
Der anschließende zweite Teil erklärt die eigentliche Funktion des Ordens, gibt deren organisatorische Strukturen wieder und erläutert den Aufbau des Tempelritterordens näher. Er zeigt deren wesentlichen Merkmale derer auf und gewährt einen Einblick in die einzelnen Organe und Ämter des Ordens.
Abschließende Erläuterungen zu den Regelwerken und Strafgesetzen, werden im letzten Teil noch ausgebauen. Es enthält bereits ausgearbeitete und bekannte Punkte zu den Strafgesetzen, welche durch die anfängliche Darstellung der Ordensregeln ihre Ursprünge und Grundlagen erhalten. Der Anteil der Strafgesetze wurde aufgrund der bereits mündlich vorgetragenen Inhalte gekürzt und auf die wichtigsten Punkte reduziert.
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2. Gründungsphase und Aufstieg
Durch die Eroberung Jerusalems, war es den gläubigen Christen im Sommer 1099 gelungen, die heiligen Stätten in ihren Besitz zu bringen. Um die Entstehung des katholischen Königreichs im Heiligen Land, ergoss sich die westliche Christenheit in Pilgerreisen. Reisen, welche oft mit dem Tod durch den türkischen Pfeil oder durch Gemetzel unter unbewaffneten Christen endeten. Moslemische Banditen und Wegelagerer säumten die Pilgerrouten und trieben ihr tödliches Unwesen. Aus dieser Situation heraus und aus Anlass dieser Vergehen gegen die Christen, entstand schließlich die „militia Christi“.
Die Entstehung des Templerordens im 12. Jahrhundert, kann nicht genau zurückdatiert werden. Angaben in der vorhandenen Literatur begrenzen den Zeitraum jedoch auf 1118 bis 1121. Unter dem Namen „Pauperes Commilitones Christi templique Salomonis“ galt der geistliche Ritterorden, unter dem Vorsitz des Gründers Hugo de Paganis, dem Schutz der christlichen Pilger und der heiligen Stätten. Dem aus der Champagne stammenden ersten Großmeister des Ordens folgten, nach seinem Tod im Jahre 1136, bis zur Zerschlagung 1312, 23 weitere Anführer. 3 Als letzter historischer Großmeister des Templerordens, agierte der 1314 hingerichtete Jacques de Molay. 4 Die „Armen Ritter Christi vom Tempel Salomonis“ wurden schnell als „Frates militae templi“ bekannt oder eben als „Tempelritter“ bzw. „Templer“ bezeichnet. Grund mag die Lage des damaligen Hauptquartiers sein. König Balduin II. zeigte sich wohlwollend, unterstützte den neuen Ritterorden und überließ ihnen „… eine Wohnstatt in seinem Palast in der al-Aqsa-Moschee, die auf den Grundmauern von Salomos Tempel erbaut worden war.“ 5 Wider das abgelegte Gelübde, „… Christus zu dienen und in Armut, Keuschheit und Gehorsam zu leben … “ 6 , nahmen sie die Schenkung an, bauten die Anlage aus und errichteten eine Kirche. Trotz der Verlegung des Hauptsitzes von Jerusalem nach Akkon im Jahre 1187 oder abschließend nach Zypern im Jahre 1291, änderte sich der Name des Ordens nicht.
An eine etwaige Finanzierungsnot des Unternehmens, brauchten die Mitglieder des Ordens zunächst keinen Gedanken verschwenden. Sie konnten Reliquien wie zum
3 nach: Peter Dinzelbacher: Die Templer - Ein geheimnisumwitterter Orden? Freiburg im Breisgau 2002, 16.
4 Vgl.: Nicolaus Heutger: Die Templer. Hannover 1995, 26.
5 Alain Demurger: Die Ritter des Herrn. München 2003, 42.
6 Peter Dinzelbacher: Die Templer - Ein geheimnisumwitterter Orden? Freiburg im Breisgau 2002, 17.
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2. Gründungsphase und Aufstieg
Beispiel die Wiege Christi, dessen Wanne und das Bett Marias vorweisen und zogen hiermit Pilger an, denen der Besuch dieser Stätte durchaus eine Spende wert war. 7 Trotz Umbaumaßnahmen und der Errichtung einer Kirche, zählte der Orden in den ersten Jahren nur wenige Mitglieder. LINCOLN beziffert die Anzahl nach Quellenangaben mit neun Mitgliedern 8 , DEMURGER bezweifelt dies allerdings, „denn der Orden hatte schon mächtige Herren wie Graf Fulko von Anjou oder Graf Hugo von der Champagne für sich gewonnen.“ 9 Erstgenannter sei nach DINZELBACHER jedoch nicht eingetreten als „Bruder mit lebenslänglichem Gelübde, sondern nur als Affiliierter“. 10 Die Angaben sind alles andere als eindeutig und lassen Raum für Spekulationen. Wäre es allein neun Mitgliedern möglich gewesen, eine Vielzahl an Pilgern zu schützen, welche auf dem Weg nach Jerusalem waren? Wie auch die Anzahl der Mitglieder zu beziffern sei, es bleibt festzustellen, dass der Orden in der Öffentlichkeit zunächst eine eher untergeordnete Rolle spielte. Grund hiefür ist, neben des geringen Bekanntheitsgrades, die fehlende Anerkennung durch die Kirche. Ohne sie verfehlte das Handeln und Agieren des Ordens ihren Zweck. Diesen Zustand galt es zu ändern. Hugo de Paganis entschloss sich schließlich mit weiteren Mitgliedern des Ordens ins Abendland zu reisen und in der Champagne, Normandie, in England und Schottland, für ihr Vorhaben zu werben. Sie baten jedoch nicht nur um Anerkennung und Unterstützung, sondern ersuchten mit gleichstarkem Engagement ebenfalls um „… Landschenkungen, Geld und vor allem Mitstreiter …“. 11 Die Wirkung der von 1127 bis 1129 laufende Reise blieb nicht lange aus. Durch die Lobrede des heiligen Bernhard von Clairvaux auf das neue Rittertum, in welcher er die Mission des Ordens rühmte, die positiven Eigenschaften der Templer glorifizierte und den Kampf im Namen des Herren anpries, sowie nach einer weiteren Rundreise Hugos, begann nicht nur „… ein gewaltiger Strom von Schenkungen zugunsten der Templer zu fließen …“ 12 , zusätzlich wurde 1128 ein elementares Ziel, das der kirchlichen Anerkennung, auf dem Konzil zu Troyes, erreicht, auf welchem der Orden ebenfalls die „… vom Zisterzienserabt Bernhard von Clairvaux redigierte Ordensregel …“ 13 erhielt.
7 Vgl.: ebd., 18.
8 Vgl.: Henry Lincoln, u.a.: Der heilige Gral und seine Erben. Bergisch Gladbach 1984, 48.
9 Alain Demurger: Die Ritter des Herrn. München 2003, 42.
10 Peter Dinzelbacher: Die Templer - Ein geheimnisumwitterter Orden? Freiburg im Breisgau 2002, 19.
11 ebd., 19.
12 Alain Demurger: Die Ritter des Herrn. München 2003, 42.
13 Nicolaus Heutger: Die Templer. Hannover 1995, 24.
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Arbeit zitieren:
Daniel Schilling, 2005, Die Templer - Gründung und Institutionalisierung der militia Christi, München, GRIN Verlag GmbH
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