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Inhalt:
1. Einleitung
2. Die Modelle des Spracherwerbs
2.1. Mutterspracherwerb (Erstspracherwerb)
2.2. Der Doppelspracherwerb (Bilingualismus)
2.3. Der Zweitspracherwerb
2.4. Der Fremdsprachenerwerb
3. Sprachförderung, eine gemeinsame Aufgabe von
Tageseinrichtung und Familie
3.1. Die Rolle des Trägers von Tageseinrichtungen
3.2. Die Rolle der Tageseinrichtung und des pädagogisches
Fachpersonals
3.3 Die Rolle der Eltern
4. Praktische Anregungen
5. Schlussgedanken
Literatur
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1. Einleitung:
Die Vielfältigkeit und Unterschiedlichkeit der Gesellschaft spiegelt sich in der mehrsprachigen und multikulturellen Situation der Tageseinrichtungen für Kinder und Schulen wider. Längst sind die Zeiten vorbei in denen italienische, griechische oder türkische Kinder die Ausnahme in einer Kindergruppe waren. Heutzutage ist in vielen Einrichtungen der Anteil der Kinder, die mehrsprachig aufwachsen höher als der Anteil der Kinder, die „nur“ in der deutschen Sprache aufwachsen. In der aktuellen Bildungsdiskussion ist vor allem die Förderung der Sprachkompetenz der Kinder aus Migrantenfamilien in den Vordergrund gerückt. Viele Erzieher/innen empfinden es als problematisch, wenn Kinder aus Migrantenfamilien im Kindergarten ihre Muttersprache sprechen, obwohl sie deutsche Sprache noch nicht oder nicht gut beherrschen. Es gibt aber auch Eltern mit Migrantenhintergrund, die der Ansicht sind, dass ihr Kind schneller und besser Deutsch lernt wenn ihrem Kind in der Einrichtung verboten wird in seiner Muttersprache zu sprechen. Ist es für die Sprachentwicklung eines Migrantenkindes tatsächlich besser wenn es im Kindergarten nur deutsch sprechen darf? Sollten Eltern mit Migrantenhintergrund mit ihrem Kind in der deutschen Sprache und/oder in der Muttersprache sprechen? Wie können Eltern und Erzieher/innen Kinder, die mehrsprachig aufwachsen, unterstützen?
In meiner Hausarbeit werde ich versuchen Antworten auf diese Fragen zu finden. Hauptsächlich werde ich auf den Mutterspracherwerb, den Zweispracherwerb und auf die Rolle des pädagogischen Fachpersonals in Tageseinrichtungen, die Rolle der Eltern und praktische Umsetzungsmöglichkeiten eingehen.
2. Die Modelle des Spracherwerbs:
Migrantenkinder in Deutschland brauchen zum kompletten Handeln im Rahmen ihrer Gesamtwirklichkeit sowohl ihre Muttersprache als auch die deutsche Sprache, denn sie leben in zwei sozialkulturellen Wirklichkeiten. Die eine Wirklichkeit ist überwiegend durch die Familie und sonstige nationalen Bezugsgruppen geprägt (in der die Muttersprache gesprochen wird) und die andere Wirklichkeit ist die umfassend deutsche, die sich den Kindern zunächst über das Wohngebiet, den Kindergarten, die Arbeitstätigkeit der Eltern, den Einkaufsmöglichkeiten etc. vermittelt.
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2. 1 Mutterspracherwerb (Erstspracherwerb):
Die Muttersprache ist die Sprache, die man als Kind zuerst erlernt, weil sie von den Hauptbezugspersonen als einzige oder erste Sprache gesprochen wird. Noch bevor das Kind selbst sprechen kann, hört es die Muttersprache, die ihm die Erfahrung von Zuwendung gibt. Die Muttersprache spielt eine zentrale Rolle beim Heranwachsen des Kindes, es besteht ein Zusammenhang mit der Entwicklung seiner Identität Sie ist die Sprache, mit deren Hilfe die Persönlichkeitsentwicklung gesteuert wird. Durch die Muttersprache erwirbt das Kind wichtige soziale, kommunikative, kognitive und emotionale Fähigkeiten, es werden emotionale Bindungen, Zugehörigkeit und Akzeptanz sowie kulturelle Werte und gesellschaftliches Wissen vermittelt (Man begrüßt und verabschiedet sich, sagt „bitte“ und „danke“ etc.) Die Muttersprache wird für das Kind zu einem Stück Heimat, sie gibt ihm Sicherheit und Ordnung. Außerdem erlernt das Kind zusammen mit dem Erwerb der Muttersprache Mimik, Gestik, Sprechrhythmus, Intonation und Körperbewegung.
Die Struktur der Sprache bestimmt sehr stark unsere Denkstrukturen, sie gibt vor, in welcher Weise das Kind die Welt wahrnimmt und seine Weltsicht konstruiert. Die Muttersprache ist vom Spracherlebnis her, die Sprache, die man sich eindeutig vollständiger und richtiger angeeignet hat als eine andere Sprache. Sie ist die Sprache, die man spontan am ehesten anwendet und in der man in der Regel denkt und träumt.
Die Entwicklungsstufen der Erstsprache: Mit etwa einem Jahr:
- erste eindeutige Laute und Lautkomplexe.
- In den nächsten Monaten beginnen die Kinder einen Sinn damit zu verbinden,
- Kinder produzieren Lautkomplexe als Bezeichnungen für Personen oder Gegenstände bzw. als Ein-Wort-Aussagen Mit etwa 1 ½ Jahren:
- Kinder reagieren häufig noch auf verschiedene sprachliche Aufforderungen, die gleich lang und gleich betont sind, mit denselben motorischen Antworten und mit denselben Ein-Wort-Antworten, da die Betonungen noch eher erfasst werden als die Wortbedeutungen
- der Wortschatz der Kinder beträgt ungefähr 50 Wörter. Mit etwa 2 Jahren:
- die Kinder bilden Drei- und Mehrwortsätze (die Satzteile und die grammatische Formen sind zumeist noch falsch)
- der Wortschatz der Kinder beträgt ungefähr 300 Wörter
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Mit etwa 3 Jahren:
- die Kinder kennen die wichtigsten Formen der Wortabwandlung
- durch Verallgemeinerungen und Analogiebildung treten häufig neue (oft falsche) Formen auf. (z.B. Ich bin spazieren gegingt“)
- grundlegende grammatikalischen Strukturen von Sätzen (Subjekt, Prädikat, Objekt) sind bekannt
- die Sätze sind häufig im Sinne der Erwachsenengrammatik noch nicht vollständig
- der Wortschatz der Kinder beträgt ca. 900 Wörter. Mit etwa 4 Jahren:
- die Kinder sprechen überwiegend in vollständigen, grammatikalisch richtigen Hauptsätzen
- die Bildung und das Verstehen von Passivsätze fällt den Kindern noch sehr schwer
- die ersten Nebensatzkonstruktionen, vorwiegend solche mit Zeitbestimmungen oder Begründungsangaben, treten auf
- der Wortschatz beträgt etwa 1.500 Wörter Bis zum 6.Lebensjahr:
- die Kinder bilden meistens einfache Sätze und Satzreihen, die durch „und“ oder „dann“ miteinander verbunden werden
- der Wortschatz beträgt etwa 2.500 Wörtern im Schulkindalter:
- die Variationsmöglichkeit, Sätze zu bilden, wird größer
- Verneinungen und Passivsätze werden jetzt erst richtig angewandt. Auch Relativsätze werden richtig gebildet
- Nebensatzbildungen mit den Verbindungswörtern „da“, „weil“ treten nun regelmäßig auf
- Nebensatzbildungen mit den Verbindungswörtern „obwohl“, „deshalb“ kommen nach und nach hinzu.
- die schwierigsten Satzkonstruktionen werden jedoch erst mit 10-13 Jahren gelernt
2.2. Der Doppelspracherwerb (Bilingualismus):
Natürlicher Doppelspracherwerb ist die Aneignung zweier Sprachen in der sogenannten natürlichen Umgebung. Das gleichzeitige Lernen der Erst- und
Arbeit zitieren:
Anke Mauch, 2004, Mehrsprachigkeit in Tageseinrichtungen für Kinder, München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
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