Evangelische Fachhochschule Reutlingen-Ludwigsburg
Hochschule für Soziale Arbeit, Religionspädagogik und Diakonie
Wintersemester 2003/2004
Montessori-Pädagogik
von: Anke Mauch
Inhalt
1. Biographie:
2. Die Grundlagen der Montessori-Pädagogik
2.1. Das Kind ist Baumeister des Menschen
2.2. Der absorbierende Geist
2.3. Die sensiblen Perioden
2.4. Die vorbereitende Umgebung
2.5. Die Arbeitsmaterialien
2.6. Der einzelne und die Gemeinschaft
2.7. Erzieherverhalten in der Montessori-Pädagogik
2.8. Normaler und abweichender Verlauf der kindlichen Entwicklung
3. Schlußgedanken - Kritische Würdigung der Montessori- Pädagogik
Literaturverzeichnis
Maria Montessori
„ Eine Pädagogik vom Kinde aus“
1. Biographie:
Maria Montessori wurde am 31. August 1870 in Chiaravalle in der Nähe von Ancona geboren. Sie wuchs als Einzelkind in einem liberal - religiösen Elternhaus auf. Ihre Eltern, Alessandro Montessori und Renide Stoppani, zählten zur politischen Elite Italiens. Im Alter von 20 Jahren begann sie ein naturwissenschaftliches Studium, dass sie 1882 erfolgreich abschloss. Nach diesem Abschluss studierte sie dann noch Medizin. 1896 promovierte sie als erste Frau in Italien zum Dr. der Medizin. Bald betreute Maria Montessori als Ärztin geistig behinderte Kinder in der psychiatrischen Universitätsklinik Rom. Außerdem machte sie sich für eine Sondererziehung von geistesschwachen Kindern bei ihren Vorträgen in der Öffentlichkeit stark.
Bei ihrer Arbeit stieß sie auf die Werke von Eduard Seguin und J.M. Gaspard Itard. Beide „beschäftigten sich mit der Erziehung von Taubstummen und geistig behinderten“ (Hobmaier, S. 397). Der Franzose Seguin entwickelte im Rahmen seines Erziehungssystems didaktisches Material, vordergründlich Sinnesübungen, dass geistig behinderten Kindern bei ihrer Entwicklung fördern sollte. Die Schriften von Eduard Seguin und J.M. Gaspard Itard bildeten für Maria Montessori „eine Reihe von Grundlagen und Anregungen für ihre eigene Arbeit mit den Kindern.“ (Hobmaier 2002, S.397) In den Jahren 1898- 1900 arbeitet Montessori als Dozentin an der Lehrbildungsanstalt und als Direktorin eines heilpädagogischen Instituts in Rom. Dort konnte sie die Prinzipien und Erziehungsmethoden von Itard und Seguin anwenden, weiterentwickeln und an Lehrkräfte weitergeben. Durch die Einbringung der Sinnesmaterialien zusammen mit ihrem medizinischen Fachwissen entwickelte sie eine pädagogische Methode, mit der sie große Erfolge erzielt. Die Kinder die sie mit dieser Methode behandelte brachten nach 2 Jahren die gleiche Leistung wie gesunde Kinder. Dadurch eröffnete sich für diese Kinder der Weg in die Regelschule.
Maria Montessori hatte in dieser Zeit ein Verhältnis mit ihrem Arztkollegen, Dr. Giuseppe Montesano aus dem ein uneheliches Kind hervorging. Im März 1898 wurde ihr Sohn Mario geboren. Da das Kind das Ende ihrer Karriere bedeuten würde hielt Montessori seine Geburt geheim und gab ihn in Pflege. 1907 eröffnete Maria Montessori, im Elendsviertel San Lorenzo einem Vorort von Rom, das erste Kinderhaus. Hier konnte Montessori ihre Methode, die sie zuvor nur mit behinderten Kindern gemacht hatte, jetzt auch mit nichtbehinderten Kindern ausprobieren. Sie „erprobte ihr pädagogisches Konzept systematisch und erweiterte es.“ (Hobmaier, S.397) Von 1913 reiste Maria Montessori in viele Länder der Erde. Sie hielt Vorträge und Lehrgänge und schrieb Bücher. Fast überall in Europa und Amerika wurden Schulen nach dem Vorbild Montessoris gegründet. Die Montessori-Pädagogik wurde immer wieder durch Diktaturen, in Ländern wie der Sowjetunion, Italien, Spanien und Deutschland, daran gehindert sich weiterzuentwickeln. 1947 ließ Maria Montessori sich in den Niederlanden nieder. Im Alter von 83 Jahren starb sie am 6.Mai 1952 in Noordwijk op Zee.
2. Die Grundlagen der Montessori-Pädagogik:
Die Erziehung hat nach Montessori unmittelbar nach der Geburt zu beginnen. Sie soll sich an der Natur des Kindes orientieren und das Kind erforschen. Sie betrachtet
„ Erziehung als Hilfe zum Leben.“ „Wir verstehen unter Erziehung, der psychischen Entwicklung des Kindes von Geburt an zu helfen.“
(Maria Montessori, in: Theodor Ballauff1996 )
Maria Montessori prägte in Ihrer Pädagogik den Begriff der „Normalität“. Darunter verstand sie nicht das „ideale Kind“, sondern das Optimum an Entwicklungsmöglichkeiten des Individuum zwischen seinen Anlagen und und den vorhandenen konkreten Lebens- und Erziehungsbedingungen. Ein zentraler Punkt bei Montessori ist ihre Grundhaltung gegenüber dem Kind. Der Erwachsene hat die Aufgabe die verborgenen schöpferischen Kräfte des Kindes zu wecken, zu aktivieren und zu motivieren. Dadurch wird das Kind harmonisiert und normalisiert. Maria Montessori „vergleicht ihre Arbeit im erzieherischen Bereich mit der Arbeit des Arztes, ihre Erziehungsmethoden mit der Hygiene. Deshalb stellt sie die Normalität des Menschen gleich mit seiner absoluten Gesundheit, sowohl im physischen wie auch im psychischen Bereich.“ (Becker-Textor, S.15) Das Kind hat ein Recht auf Spontaneität und freie Entfaltung. Das Kind lernt in dieser Freiheit.
„ Hilf es mir selbst zu tun“ das bedeutet, dass der Erziehende dem Kind zeigen soll wie es geht, das Kind kann und will es selbst tun. Es nimmt sich die Zeit dafür, es wird üben und seine Fehler erkennen, denn das Material wird die gemachten Fehler zeigen. Die Selbständigkeit spielt in der Montessori-Pädaogik eine wichtige Rolle. Sie gehört zum Menschen und zu seiner geistigen Entwicklung. Sie ist von Beginn an in den Menschen gelegt. Der Lehrer soll dieser Fähigkeit zur ihrer vollen Entfaltung verhelfen.
Montessori gibt dem Kind Material in die Hand, dass für ganz bestimmte Lernschritte hergestellt wurde. Sie zeigt ihm wie damit gearbeitet wird. Danach lernt das Kind selbständig. Kinder lernen auf diese Art leichter, lieber und mehr. „Die Methode ist nur eine Hilfe für die Kinder alles selbst zu tun.“ (Hellmich/Teigler 1999, S.77)
2.1. „ Das Kind ist Baumeister des Menschen“:
[...]
Arbeit zitieren:
Anke Mauch, 2003, Montessori-Pädagogik, München, GRIN Verlag GmbH
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