Inhalt
Einleitung 3
Thema der Arbeit
Aufbau der Arbeit
1. Der Senat 4
1.1Augustus und die Einflussnahme auf die Senatszusammensetzung
1.2 Die senatorische Laufbahn 6
2. Das Volk 8
2.1Die römischen Bürger (cives romani) 9
2.2Die nichtrömische Reichsbevölkerung (peregrini) 11
2.3Sklaven und Freigelassene (servi et liberti) 12
3. Das Militär 15
4. Schlusswort 17
Literatur 18
Quellen - und Quellensammlungen 20
Einleitung
Thema der Arbeit
„(...) Im Januar 27 v. Chr. [schloß] sich ein Kreis: Die Republik war an ihr Ende gekommen; was angeblich von dem Urgründer Romulus begonnen worden war, wurde von dem Neugründer Augustus in einen Zustand überführt, in die republikanisch 1 gekleidete Monarchie(...).“
Welche Rolle spielte die Gesellschaft in dieser neuen Wirklichkeit? Welche Rolle kommt dem Senat zu? Diese Arbeit versucht das Verhältnis des Princeps zu den einzelnen Strukturen zu umreißen. Wie funktioniert der Senat und hat er sich verändert? Wie steht es mit der Bevölkerung um dem Militärwesen? Der Aufbau der Arbeit orientiert sich an diesen Fragen.
Aufbau der Arbeit
Die drei großen Kapitel Senat, Volk und Militär geben einen Einblick in die Strukturen des augusteischen Prinzipats. Der Senat, nun unter Kontrolle von Augustus, wird aufgeteilt in zwei Unterkapitel, die sowohl die Einflussnahme seitens Augustus, als auch die normierte senatorische Laufbahn umfassen. Die römische Gesellschaft wird in die großen Personengruppen unterteilt. Im Verlauf dieses Kapitels wird speziell auf die Akzeptanz des Princeps durch die Bevölkerung eingegangen. Kapitel drei beschäftigt sich schließlich mit dem Militär. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Neuerungen durch Augustus. Die Hierarchie und den genauen Aufbau des Militärs zu behandeln, würde den Rahmen sprengen. Aus diesem Grund wurde darauf verzichtet. Zu allen Kapiteln sind Quellen vorhanden, welche die Thematik anschaulicher machen und in den Kontext der Fragestellung rücken.
1 Brandt, Hartwin: Octavian/Augustus. S. 376
Der Senat
In den Zeiten der Republik bildeten die 600 Senatoren die höchste gesellschaftliche Schicht des Imperiums. Dies war auch in der Kaiserzeit der Fall. Dennoch hatte sich die Provinienz dieses Personenkreises stark verändert.
„(...) In den Proskriptionen, Bürgerkriegen und Senatssäuberungen des 1. Jahrhunderts v. Chr. waren diese [adelsstolzen Gestalten der Republik] weithin ausgelöscht und 2 durch bereitwillige und zuverlässige Stützen des Prinzipats ersetzt worden(...)“
1.1 Augustus und die Einflussnahme auf die Senatszusammensetzung
Augustus bildete nach Actium das neue Machtzentrum. Die Beschlüsse des Senats wurden unter anderen Rahmenbedingungen gefasst als zu Zeiten der Republik. Senat und Volksversammlung waren nicht mehr die Bühne, auf der die Fragen der politischen Führung ausgefochten wurden. Die Macht zentrierte sich in der Person des Princeps. Die Schwierigkeit, der sich Augustus gegenüber sah, lag darin, die Machtelite zur Anerkennung der neuen Machtverhältnisse zu bringen. Augustus musste seine Stellung innerhalb der legitimen Ordnung sichern und in Einklang mit der aristokratischen Republik bringen. Es war nötig, das Ansehen des Senats nach den Wirren des Bürgerkrieges wiederherzustellen und Augustus musste sich, durch Einflussnahme auf die Zusammensetzung des Senats, die Loyalität des Senatorenstandes sichern. 3
2 Christ, Karl: Die römische Kaiserzeit. S. 64
3 Bringmann, Klaus: Augustus und die Begründung des römischen Kaisertums. S. 61-62 vgl. dazu Dettenhofer, Maria: Herrschaft und Widerstand im augusteischen Prinzipat. S. 128
Um sich der Loyalität der Senatsmitglieder gewiss zu sein, ließ Augustus ungeliebte Elemente aus dem Senat entfernen. 4 Durch ein Auswahlverfahren, einer lectio senatus, erreichte Augustus eine Verkleinerung des Senats. 5 Es wurde festgelegt, dass ein Senator über ein Mindestvermögen von einer Million Sesterzen verfügen musste. In den Senat konnte außerdem nur derjenige gelangen, der den latus clavus 6 trug. Damit wurde von Augustus eine festgesetzte und privilegierte Klasse geschaffen. 7 Augustus hatte als reichster Mann im Imperium die Möglichkeit, Einfluss auf die Zusammensetzung des Senats zu nehmen. Personen, die ihm lieb waren, konnte er durch Geldzuwendungen in den Senat holen. Andererseits konnte er den latus clavus verleihen. 8 Dies führte dazu, dass Augustus die Kontrolle über den Senatorenstand hatte.
„(...) So hatte der senatorische Stand die Autonomie seiner Regeneration eingebüßt, 9 und er Kaiser war für ihn zu einem wichtigen regulierenden Faktor geworden (...)“
Um die Söhne der Senatoren auf ihre spätere Laufbahn vorzubereiten, gestatte Augustus ihnen, an den Senatssitzungen teilzunehmen und den latus clavus zu tragen. 10 Dadurch, und durch die Verleihung des Purpurstreifens an Personen seiner Wahl, konnte Augustus die Zahl der Kandidaten für die Ämter erweitern.
4 Sueton schreibt dazu : „(...)In den Senat waren haufenweise Leute von ungeschlachtem Charakter und ohne Disziplin hereingeströmt, und dadurch gab es mittlerweile über tausend Senatoren, unter ihnen einige nichtswürdige Gestalten(...).“ (Suet. 35,1 aus: C.Suetonius Tranquillus: Die Kaiserviten. De vita caesarum. Berühmte Männer. De viris illustribus. Hrsg. und übersetzt von Hans Martinet. S. 205)
5 Eine erste lectio senatus fand 29/28 v. Chr. statt. Dabei konnte die Anzahl der Senatoren nur unwesentlich verringert werden. Bei der zweiten lectio senatus im Jahre 18 v. Chr. verloren 300 Senatoren ihren Sitz. Bei Dettenhofer ist von drei lectio senatus die Rede. (Dettenhofer, Maria: Herrschaft und Widerstand im augusteischen Principat. S. 65) Vgl dazu: Suet. 35,1- 35,3 6 Der latus clavus war ein Purpurstreifen auf der Tunika, der die Zugehörigkeit zum Senatorenstand symbolisierte.
7 Heuss, Alfred: Römische Geschichte. S.277
8 Vgl dazu: Bringmann, Klaus: Augustus und die Begründung des römischen Kaisertums. S. 63- 64; Heuss, Alfred: Römische Geschichte. S. 277 und Cass. Dio 54, 13,1 - 14,5, sowie 55,13,3 u. 6 9 Heuss, Alfred: Römische Geschichte. S. 277 10 Vgl. dazu: Suet. Aug. 38,2
Die senatorische Laufbahn
Die senatorische Laufbahn begann für den Spross einer Senatorenfamilie mit dem Alter von 18 bis 20 Jahren. Zunächst musste sich der Anwärter im Vigintivirat beweisen. Insgesamt waren in diesem Abschnitt der Laufbahn 20 Posten zu vergeben, welche sich in unterschiedlichen Kommissionen befanden. Diese umfassten den juristischen Bereich, die Straßenverwaltung und die Münzprägung. Letztere war besonders beliebt. 11
Nach einem Jahr wechselte der Bewerber als tribunus laticlavius in eine Legion. Dort sammelte er einige Jahre als Offizier Erfahrung, bevor er dann mit etwa 25 Jahren die Quästur erreichte. Die Quästur war schon mit einem Sitz im Senat verbunden.
Eine erste große Hürde mussten die Anwärter mit der Bewerbung um eine Stelle als Volkstribun oder als Ädil zu nehmen. Denn dort waren nur 16 Stellen zu vergeben. Die Prätur konnte ein Senator mit 30 Jahren erreichen. Für viele endete hier die senatorische Laufbahn, für einige jedoch bedeutete diese Stellung nur den ersten Höhepunkt. Eingesetzt wurden die Prätoren für mehrere Jahre in Führungspositionen in öffentlichen Angelegenheiten. 12
Die nächste große Hürde stellte sich mit dem Amt des Konsuls ein. Jährlich konnten nur etwa acht bis zehn Personen diese Stellung erreichen. Des Weiteren mussten die Kansulatsbewerber auch ein gewisses Vertrauen seitens des Princeps genießen. 13 Aufgrund der Aufgaben und Tätigkeiten waren die Senatoren an die Hauptstadt, an Rom gebunden.
11 Christ, Karl: Die römische Kaiserzeit. S. 65
12 Zu den öffentlichen Arbeiten gehörten die Überwachung der Getreideverteilung, die Aufsicht über eine der großen Fernstraßen, die Verantwortung für die Staatskassen, die Verwaltung einer kleineren Provinz oder das Kommando über eine Legion. 13 Christ, Karl: Die römische Kaiserzeit. S. 65- 67
Arbeit zitieren:
Jasmine Weimann, 2005, Princeps und Gesellschaft: Senat, Volk, Militär, München, GRIN Verlag GmbH
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