Überblick (Abstract) .................................................................................................... 2
Einleitung.................................................................................................................... 2
Definition der Felgrolle und ihre Einordnung in die strukturelle Systematik ................ 3
Die Phasenstruktur der Felgrolle ................................................................................ 4
Voraussetzungen........................................................................................................ 6
Methodische Reihe..................................................................................................... 6
Hilfeleistung ................................................................................................................ 9
Fehler und Korrektur................................................................................................. 11
Technische Variation: die Schulter-Felgrolle ............................................................ 13
Zusammenfassung ................................................................................................... 16
Literaturverzeichnis .................................................................................................. 17
Überblick (Abstract)
Diese Hausarbeit befasst sich mit der Struktur der Felgrolle und mit Möglichkeiten, diese zu erlernen. Dabei zielt sie darauf ab, Variationen und Lehrmeinungen zur Felgrolle und zur Schulterfelgrolle zusammenzutragen und Möglichkeiten der Vermittlung im Unterricht vorzustellen. Für beide Arten der Felgrolle werden verschiedene Ausführungsvarianten herausgearbeitet, methodische Reihen und Vorübungen vorgeschlagen sowie Korrekturhilfen gegeben.
Einleitung
Die Riesenfelge ist wohl eine der imposantesten Übungen des Gerätturnens. Wenn der Turner seinen gestreckten Körper um die Reckstange bewegt, ist das nicht nur für Turner wie Nicht-Turner eine beeindruckende Leistung, sondern es handelt sich gleichsam um eine Grundvoraussetzung für viele andere Übungen des Hochleistungsturnens. Das Erlernen dieser Technik ist jedoch für den Turnanfänger ein vorerst unerreichbares Ziel. Dennoch gibt es einfachere Verwandte dieser Bewegung an verschiedenen Geräten. Ein derartiges Beispiel ist die Felgrolle am Boden. Die folgende Hausarbeit befasst sich daher mit der Struktur dieser Felgrolle und mit Möglichkeiten, diese zu erlernen.
2
Definition der Felgrolle und ihre Einordnung in die struktu-relle Systematik
Für ein erfolgreiches Erlernen der Felgrolle ist ein ausreichendes Verständnis ihrer Struktur zwingende Voraussetzung. Die Felgrolle aus dem Stand in den Hand-stand ist als eine Teilrotation rückwärts definiert, die in eine fußwärts gerichtete Translation übergeht (Gerling, 2002, S. 66). Der Bewegungsablauf ist laut dieser Definition eine Schwungübung, die in die Strukturgruppen der Felgbewegungen (Gerling, 2002, S. 66) und die der Rollbewegungen (Dreyer, 1994, S. 175) einzuordnen ist.
Wie definieren sich nun diese strukturellen Grundlagen der Felgbewegung und der Rollbewegung im Einzelnen?
“Die Felgbewegung ist eine rückwärts um Breitenachsen auszuführende Rotation, in deren letztem Abschnitt eine fußwärts gerichtete und annähernd translatorische Verlagerung den gestreckten Körper von den Griffpunkten entfernt.” (Buchmann, 1983, S. 74).
In der Vorbereitungsphase der Felgbewegung wird der Körper unter Ausnutzung der Schwerkraft auf einer Kreisbahn beschleunigt, um das anschließende Felgen zu ermöglichen. “Durch miteinander korrelierende Beuge-Streckbewegung in den Hüft-und Schultergelenken” (Buchmann, 1983, S. 74) wird der Schwerpunkt des Körpers von seiner anfänglich kreisförmig verlaufenden Bahn um die Griffstellen in eine annähernd geradlinige, vertikale Bahn abgelenkt. Dies wird erst durch Zug-, dann durch Druckwirkung der Arme auf die Griffstellen unterstützt. Die Richtung dieser Wirkungen ist der Massenverlagerungsrichtung des Körperschwerpunktes entgegengesetzt und mit ihr annähernd parallel (Buchmann, 1983, S. 74). Ein plötzliches Abbremsen der Streckbewegung bedingt die Impulsübertragung von den Beinen auf den Körperstamm, woraus eine kurzzeitige Minderung oder auch Aufhebung der Reaktionskraft an den Griffstellen resultiert, was ein Umsetzen oder Umgreifen ermöglicht (Borrmann, 1972, S.95).
Die Rollbewegung wiederum “ist eine Rotation um momentane Drehachsen, die sich an den jeweiligen Berührungsstellen zwischen dem Körper und der Unterlage
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befinden. Infolgedessen tritt eine von der Rotation unmittelbar abhängige Translation parallel zur Unterlage in Erscheinung.” (Buchmann, 1983, S.88). Auf den Körper wirkt bei der Rollbewegung zunächst ein die Drehbewegung beschleunigendes Schwerkraftmoment, das sich nach dem Passieren der Gleichgewichtslage in ein rotationsbremsendes Moment umkehrt (Stucke, 2005, S. 18). Dieses verzögernde Schwerkraftmoment wird durch Annäherung der Körpermasse an den Körperschwerpunkt verringert (Buchmann, 1983, S.88). Nachdem nun die strukturellen Grundlagen der Felgrolle betrachtet sind, bedarf es für einen unmissverständlichen Gebrauch des Begriffes “Felgrolle” noch der Klärung, was derselbe genau bedeutet. In der Literatur finden sich zahlreiche Beschreibungen dieses Bewegungsvorganges, die sich teilweise von einander unterscheiden. Abweichungen existieren u.a. in der Ausgangsposition. In einigen Darstellungen beginnt die Bewegung im Winkelsitz (Buchmann, 1983, S.94), bei anderen Autoren im Stand (Arndt, 1987, S.112). Des Weiteren wird sowohl das Turnen der Felgrolle mit gestreckten, als auch mit gebeugten Armen beschrieben (Arndt, 1987, S.112). Zwar sind diese Unterscheidungen laut Timmermann (2001, S. 45) als “formativ unterschiedliche Art der Ausführung” zu betrachten und haben “keinen Einfluß auf die Struktur der Felgrolle”, im Folgenden bezieht sich diese Arbeit allerdings, entsprechend der Definition des DTB (nach Gerling, 2002, S.66), auf die Version mit gestreckten Armen.
Die Phasenstruktur der Felgrolle
Ausgehend von der Definition der Felgrolle und ihrer Einordnung in die strukturelle Systematik, erfolgt nun eine detaillierte Betrachtung der einzelnen Phasen der Bewegung.
Abb.1 Felgrolle (Härtig, R./Buchmann, G., 1988, S. 182)
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Die Ausgangsposition der Felgrolle ist der gestreckte Ballenstand, wobei sich die Arme in der Hochhalte befinden (vgl. Abb.1, Phase 1) (Gerling, 2002, S. 67). Dies gewährleistet einen hohen Körperschwerpunkt und damit gute Voraussetzungen beim sich anschließenden Rücksenken, potentielle Energie in kinetische Energie umzuwandeln. Das Rücksenken wird mit gestreckten Beinen geturnt, wobei der Rumpf stark gebeugt und die Arme nach vorn oben geführt werden. Durch die gestreckten Beine ist die Körpermasse weit von der Drehachse an den Füßen entfernt, was zu einer Erhöhung des Trägheitsmoments des Körpers führt. Der entstehende Drehimpuls wird daher trotz gleicher Rotationsgeschwindigkeit vergrößert. Durch den weiten Abstand zwischen Körperschwerpunkt und Unterstützungsfläche wirkt ein starkes Schwerkraftmoment, welches die Rotation beschleunigt (Meinel, 1987, S. 96). Vor dem Aufsetzen des Gesäßes auf die Unterlage werden die Hände neben der Hüfte aufgesetzt oder verbleiben in der Hochhalte (2-4) (Härtig, 2004, S. 346). Letzteres birgt den Vorteil, dass die Rotation nicht gebremst wird und daher mehr kinetische Energie für die Felgbewegung zur Verfügung steht. Durch das Aufsetzen des Gesäßes verlagert sich die Drehachse von den Füßen zum Gesäß, wo sich die Rotation um momentane Drehachsen fortsetzt (4). Dabei öffnet sich der Hüftwinkel nach Härtig (2004, S. 346) auf maximal 120° und die die Arme schwingen schnellkräftig dicht am Kopf vorbei in die Verlängerung des Oberkörpers. 1 Durch die Hüftfixierung und den Drehimpuls heben die gestreckten Beine von der Unterlage ab. (Gerling, 2002, S. 67). Die Handgelenke werden dabei gebeugt gehalten während die Fingerspitzen nach innen zeigen (4-5). Das Ende der Vorbereitungsphase wird durch eine Umkehr der Bewegungsrichtung von Körper oder Körperteilen markiert (Meinel, 1987, S. 94). Dies ist bei der Felgrolle dann der Fall, wenn der Körperschwerpunkt seinen tiefsten Punkt durchläuft. Das Rückrollen erfolgt bis in die Nackenlage, wobei der Bein-Rumpf-Winkel weiterhin maximal 120° beträgt (Härtig, 1988, S. 182). Die gestreckten Arme werden auf dem Boden abgelegt und die Beine befinden sich nahezu in der Senkrechten (6) (Gerling, 2002, S. 68). Es folgt ein schnellkräftiges Strecken der Hüft- und Schultergelenke. Durch die anschließende Fixierung der Hüfte findet eine Impulsübertragung statt, die den Körperstamm aufwärts beschleunigt (Gerling, 2002, S. 68). Die Füße bleiben dabei vor
1 Hierbei ist anzumerken, dass andere Autoren einen Hüftwinkel von 90°-100° beschreiben (Knirsch, 1994, S.
131).
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Arbeit zitieren:
Franz Wegener, 2005, Die Struktur der Felgrolle und der Schulterfelgrolle und ihre Trainingsmethodik, München, GRIN Verlag GmbH
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