Inhaltsverzeichnis
1. persönlicher Zugang S 2
2. Überblick über die nachfolgende Arbeit S 2
3. Allgemeines über die Biografiearbeit mit Kindern
3.1. Was ist Biografiearbeit S 2
3.2. Warum Biografiearbeit S 3
3.3. Was nützt Biografiearbeit S 3
3.4. Wer sollte Biografiearbeit durchführen S 4
4. Die Lebensumstände von Pflegekindern
4.1. zur Situation in den Herkunftsfamilien S 4
4.2. psychosoziale Situation von Pflegekindern S 5
4.3. Lebensumstände des Kindes in der Pflegefamilie S 5
5. Vorüberlegungen zur Durchführung
5.1. Anforderungen an den Erwachsenen S 7
5.2. Informationen über das Kind S 8
5.3. Umgang mit Vertrauen S 9
6. Auswahl einiger Methoden der Biografiearbeit mit Pflegekinder
6.1. Stammbaum S 10
6.2. Landkarte S 10
6.3. Fotografien und Fotoalben S 11
6.4. Lebensbuch S 11
6.5. weitere Methoden S 12
7. Resümee S 12
8. Literaturverzeichnis S 14
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1. persönlicher Zugang
Mein Jahrespraktikum absolvierte ich im Amt für Jugend und Familie in Fürstenfeldbruck/Abteilung Pflegekinderwesen und Adoption. Ein großer Arbeitsschwerpunkt dort war die Betreuung der Pflegeeltern und die der Pflegekinder.
Biografiearbeit war mir schon lange ein Begriff aber erst nach dem intensiven Studium des Buches von Ryan und Walker (2004) und der Internetseite von Irmela Wiemann (www.irmelawiemann.de) wurde mir klar, welchen enormen Wert eine Biografiearbeit für Kinder, die nicht bei ihren leiblichen Eltern leben können, hat.
2. Überblick über die nachfolgende Arbeit
Im Kapitel 3 werden die Grundlagen der Biografiearbeit mit Kindern, die nicht in ihren Herkunftsfamilien leben können, kurz geschildert.
Um bei der Biografiearbeit mit Pflegekindern und deren Lebenssituation besser berücksichtigen zu können, wird diese im Kapitel 4 in Kurzfassung dargestellt. Kapitel
5 stellt einige Vorüberlegungen zur Durchführung dar und im Kapitel 6 werden einige
Methoden zur Biografiearbeit mit Pflegekindern aufgezeigt Anschließend folgt ein Resümee.
Für eine bessere Lesbarkeit habe ich mich für die männliche Schreibweise entschieden.
3. Allgemeines über Biografiearbeit mit Kindern
3.1. Was ist Biografiearbeit?
Der Begriff Biografie ist griechisch und bedeutet „Lebensbeschreibung“. In diesem Sinne wird die Biografiearbeit als die Aufzeichnung des äußeren Lebenswegs bezeichnet sowie auch die innere Entwicklung einer Person.
Biografiearbeit ist demnach eine wirkungsvolle Methode Kinder und Jugendlichen bei der Rekonstruktion ihrer Vergangenheit zu helfen. Das Erarbeiten der Biografie gibt den Kindern zumindest symbolisch ihre Geschichte, ihr Land, frühere Lebensorte, verlorene Familienmitglieder und Vorfahren zurück.
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3.2. Warum Biografiearbeit?
Kinder, die bei ihren Eltern leben, haben die Möglichkeit sich bei ihren Eltern über ihre Vergangenheit zu informieren. Dies haben aber Kinder die von ihrer Herkunftsfamilie getrennt wurden oftmals nicht. Ihre Vergangenheit scheint verloren und vieles davon sogar vergessen.
Für Kinder, die ihre Vergangenheit aus den Augen verlieren, kann es oft schwierig werden sich emotional und sozial zu entfalten. Da die Vergangenheit nicht greifbar ist, nehmen viele Kinder an, diese könnte sehr schlimm sein. Alle Kinder haben Anspruch auf genaue Informationen aus ihrer Vergangenheit und über ihre Herkunftsfamilien. Dies ist nicht für sie selbst von großer Bedeutung sondern auch für ihre zukünftigen Kinder.
Biografiearbeit ist ein Versuch, Teile dieser Vergangenheit den Kindern, die getrennt von ihrer leiblichen Familie sind, zurückzugeben.
Es hilft den Kindern, wenn sie zusammen mit Fachkräften die Tatsachen ihres eigenen Lebens und ihre wichtigsten Bezugspersonen zusammentragen. Die Kinder können lernen, ihre Vergangenheit anzunehmen und mit diesem Wissen in die Zukunft gehen.
Ryan und Walker (2004) fanden heraus, dass die meisten fremd untergebrachten Kinder davon profitierten, ihre Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft mit einem einfühlsamen Erwachsenen zu besprechen.
Für Kinder, die nicht bei ihren leiblichen Eltern aufwachsen, muss die Frage geklärt werden, warum sich diese Trennung ereignete und warum die leibliche Familie nicht in der Lage war, für das Kind zu sorgen.
3.3 Was nützt Biografiearbeit?
Die Biografiearbeit bietet den Kindern die Möglichkeit strukturiert und verständlich über sich selbst zu sprechen. In vielen Fällen schafft diese Methode Klarheit, wo es bedenkliche und idealisierte Fantasien gibt. Je nach Methode existiert für das Kind eine Aufzeichnung, in der das Kind oder Jugendliche auch gerade in Krisensituationen nachschlagen kann.
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Nach Ryan und Walker (2004) kann Biografiearbeit das Selbstwertgefühl eines Kindes steigern. Die Autoren beschreiben, dass traurigerweise in den Hinterköpfen von fast allen von ihren leiblichen Familien getrennten Kindern der Gedanke sitzt, sie seien wertlos und nicht liebenswert. Sie beschuldigen sich selbst für Handlungsweisen von Erwachsenen. Wurden sie von ihrer Herkunftsfamilie verlassen, vernachlässigt oder verletzt, sind sie überzeugt, dass sie es selbst verschuldet haben. Biografiearbeit ermöglicht es, ihnen zu zeigen, warum sie stolz auf sich selbst sein sollten. (Ryan/Walker 2004: S. 15)
3.4. Wer sollte Biografiearbeit durchführen?
Ryan und Walker gehen von einer heilenden Wirkung aus, die Gespräche und die Biografiearbeit mit sich bringen. Den Autoren zufolge, kann jeder einfühlsame Erwachsene die richtige Person für diese Art von Arbeit sein, wenn dieser Erwachsene bereit dazu ist, seine Zeit zu opfern und sich auf das Kind einzulassen.
Sie beziehen sich dabei auf ihre Arbeit mit Adoptiv- und Pflegeeltern. Diesen Personengruppen standen sie in Form von regelmäßigen Besprechungen, hilfreich zur Seite. (Ryan/Walker 2004: S. 18)
Da die oben genannten Autoren davon ausgehen, dass neben Fachkräften auch engagierte Laien (Pflege- oder Adoptiveltern) Biografiearbeit machen, wird im Laufe dieser Arbeit die durchführende Person als „der Erwachsene“ bezeichnet.
4. Die Lebensumstände von Pflegekindern
4.1. zur Situation in den Herkunftsfamilien
Die meisten Pflegekinder stammen aus Teil-, Scheidungs- oder Stieffamilien. Manche Kinder haben einen Elternteil durch Tod verloren. Da die genauen Ursachen, warum es zu einer Herausnahme aus der Herkunftsfamilie, kommt, würden den Rahmen dieser Seminararbeit sprengen. Daher ist dieser Punkt
bewusst kurz gehalten. Wichtig ist nur zu erwähnen, dass es oftmals nicht nur eine Ursache gibt die zur einer Herausnahme führt. Es ist eher eine Vielzahl von Faktoren
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Arbeit zitieren:
Kerstin Müller, 2006, Biografiearbeit mit Pflegekindern, München, GRIN Verlag GmbH
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