Inhaltsverzeichnis
VORWORT 2
1. EINE EXISTENTIALISTISCHE MORAL 3
1.1. DER MENSCH IST FREI 4
Angst und Unaufrichtigkeit 5
1.2. EINE MORAL OHNE DEN WERT 5
Die Freiheit ist die Grundlage aller Handlungen 6
2. DER ZUSTAND DER AUTHENTIZITÄT 8
2.1. WARUM AUTHENTISCH HANDELN 8
2.2. NICHT SEIN SONDERN MACHEN DIE KONVERSION 10
2.2.1. Was ist Konversion 10
2.2.2. Die Maßnahmen der Konversion für den Einzelnen 12
2.2.3. Die Haltung und das Verhalten den anderen gegenüber 13
3. LITERATUR 17
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Vorwort
Jean-Paul Sartre (1905-1980) ist unbestritten eine herausragende Gestalt der zeitge- nössischen Philosophie. Sein Werk Das Sein und das Nichts, Versuch einer phäno- menologischen Ontologie gehört zu den Klassikern der philosophischen Literatur (Vgl. Bernard N. Schumacher, S.1).
In diesem Werk versucht Sartre, die menschliche Existenz und ihre Aspekte auf eine Grundlage zu bringen, die Freiheit. Er versucht die Freiheit und Notwendigkeit in Ein- klang oder wenigstens in eine Verbindung zu bringen.
In seinem Werk Der Existentialismus ist ein Humanismus schreibt er, dass der Mensch nur dasjenige sei, wozu er sich mache. „Auch die Vergangenheit ist in diesem Sinne nur eine gemachte, eine im Licht der Zukunft und Gegenwart gemachte.“ (Dorothea Wildenburg, S.11) Sartre entwickelte in seinem Werk Cahiers pour une morale eine Ethik der Authentizi- tät. Mit dieser Ethik ist es möglich, die Haltung der Unaufrichtigkeit, die Sartre in sei- nem Werk Das Sein und das Nichts darstellte, zu überwinden.
Er forderte eine Konversion und den Verzicht auf die „Begierde Gott zu sein“. Gleich- zeitig soll der Mensch die Grundlosigkeit seiner Existenz akzeptieren. Nicht das Sein, sondern das Machen ist der einzig richtige authentische Entwurf.
Dadurch entsteht eine bestimmte Haltung gegenüber den anderen Menschen: anstatt eines grundlegenden Konflikts, steht jetzt die Solidarität im Vordergrund. Sartre zielt auf eine Moral des Konkreten und der Endlichkeit ab. Als Mittel um die Zwecke zu realisieren, stehen die Konversion, die Solidarität und der sich an die Frei- heit richtende Appell zur Verfügung. Einen absoluten, apriorischen gültigen Wert gibt es nicht.
Im Grund kann man Sartre seine Moral als eine Moral des Desillusionierung sehen, zumindest, wenn man in der Illusion lebte, in seinem Dasein gerechtfertigt zu sein, sei es durch einen Gott, durch ewige Werte oder durch eine Position. (ebd., S. 95)
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1. Eine existentialistische Moral
Der Existentialismus wird als eine Lehre verstanden, die das menschliche Leben mög- lich macht. Weiterhin erklärt er, dass jede Wahrheit und jede Handlung ein menschli- ches Milieu und eine menschliche Subjektivität impliziert (Vgl. Jean-Paul Sartre: Der Existentialismus ist ein Humanismus, S.146).
Sartre vertritt den atheistischen Existentialismus: wenn es keinen Gott gibt, gibt es zu- mindest ein Wesen, bei dem die Existenz der Essenz vorausgeht, ein Wesen, das exis- tiert, bevor es durch irgendeinen Begriff definiert werden kann, dieses Wesen ist der Mensch (ebd.,S.149).
Das bedeutet, dass der Mensch erst existiert, auf sich trifft, in die Welt eintritt, und sich erst dann definiert.
Für einen Existentialisten ist der Mensch nicht definierbar, weil er zunächst nichts ist, er wird erst dann, und wird so sein, wie er sich geschaffen haben wird. Der Mensch ist so wie er sich auffasst, wie er sich will und wie er sich nach seiner Exis- tenz auffasst.
Der Mensch ist nur das, wozu er sich macht. Das ist das erste Prinzip des Existentia- lismus, es wird auch Subjektivität genannt (ebd., S. 149).
Der Mensch ist ein sich subjektiver erlebender Entwurf, es existiert nichts vor diesem Entwurf, der Mensch wird zuerst das sein, was er zu sein entworfen hat, aber nicht, was er sein will (ebd., S.150).
Da die Existenz dem Wesen vorausgeht, ist der Mensch für das was er ist, verantwort- lich. Die Absicht des Existentialismus ist es, dem Menschen die Verantwortung für sich selbst aufzutragen, „... den Mensch in den Besitz seiner selbst zu bringen...“ (ebd., S.150).
Demzufolge ist unsere Verantwortung viel größer als wir vermuten, sie betrifft die ge- samte Menschheit.
Der Mensch bestimmt zwar selbst, wer er sein will, und wählt die Handlungen, die er für gut befindet. Trotzdem geschieht alles so, als wenn bei jedem Menschen die ge- samte Menschheit sein Handeln beobachten und sich nach seinem Handeln richten würde. Jeder Mensch muss sich fragen, bin ich auch der, der das Recht, so zu han- deln, dass die Menschheit sich nach meinen Taten richten kann (ebd., S.153). Wenn ich mich als Arbeiter entscheide, einer christlichen Gewerkschaft beizutreten, anstatt den Kommunisten, zeige ich durch meine Wahl, dass ich die Resignation als Lösung betrachte. Doch dann entscheide ich nicht nur für mich allein, resigniert zu
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sein, sondern für die gesamte Menschheit. Ich entscheide für die gesamte Menschheit, dass die Resignation der richtige Weg ist.
Ich schaffe ein bestimmtes Bild des Menschen, den ich wähle, mich wählend, wähle ich den Menschen. Ich bin also für mich selbst und für alle verantwortlich. (ebd., S.151) Hinterfragt der Mensch sein Handeln nicht kritisch, versteckt er seine Angst. Diese Angst kennen alle, die Verantwortung tragen. Diese Angst beschreibt den Existentia- lismus, sie ist kein Vorhang, die uns vom Handeln trennt, sondern sie ist ein Teil des Handelns selbst. (ebd., S.153) Für einen Existentialisten gibt es auch keine Leidenschaft, kein Mensch wird durch sein Schicksal zu irgendwelchen Taten gezwungen. Er kann auch die Leidenschaft nicht als Entschuldigung für sein Handeln verwenden.
Der Mensch wird durch sein Handeln definiert, nur in seinem Handeln liegt die Hoff- nung und nur die Tat erlaube dem Menschen zu leben. Man spricht auch von einer Moral des Handelns und des Engagements. Diese Moral hat den Ausgangspunkt: „Ich denke, also bin ich“ (ebd., S. 165)
1.1. Der Mensch ist frei
Der Mensch ist dazu verurteilt frei zu sein, weil er sich nicht selbst geschaffen hat, aber dennoch, weil er für alles verantwortlich ist, was er tut.
Zu jeder Zeit ist man ohne Halt und Hilfe, der Mensch ist verurteilt den Mensch zu er- finden.
Ponge: „Der Mensch ist die Zukunft des Menschen“(ebd., S.155) Allerdings darf man darunter nicht verstehen, dass die Zukunft im Himmel steht und Gott sie liest. Dann wäre es ja keine Zukunft mehr. Es ist vielmehr so gemeint, dass auf jeden Menschen, egal welcher es ist, eine Zukunft wartet, die er zu gestalten hat. Damit ist man aber verlassen.
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Quote paper:
Susanne Fritsch, 2005, Sartres moralphilosophische Ansätze - Eine Zusammenführung der Gedanken aus "L’être et le neant", "L’existentialisme est un humanisme" und den "Cahiers pour une morale", Munich, GRIN Publishing GmbH
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