Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis II
Abkürzungsverzeichnis III
Anhangsverzeichnis IV
I. Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Rockmusik 3
2.1 Trennung von U- und E- Musik 3
2.2 Beschreibung von Rockmusik 3
3. Entwicklung der Rockmusik 5
3.1 US-amerikanische und britische Rockmusik 6
3.2 Anfänge und Geschichte des deutschen Rocks 16
4. Gesellschaftliche Bedeutung von Rockmusik 19
4.1 Gesellschaft und Musik 19
4.2 Musik und Protest 20
4.3 Wertewandel, die Erlebnisgesellschaft 24
4.4 Begrifflichkeit: Kommerzialisierung 26
5. Rock/Pop Musik Festivals 27
5.1 Arten von Festivals 27
5.2 Veranstalter und Zielgruppe 28
6. Finanzierung von Festivals 29
6.1 Kosten 29
6.2 Finanzierung 30
6.3 Kultursponsoring und Sponsoringvertrag 36
7. Entwicklung der deutschen Festivallandschaft
Eine Empirische Untersuchung 44
7.1 Methodische Vorgehensweise 45
7.2 Ergebnisse 47
7.3 Diskussion 50
8. Abschließende Bemerkung 59
II. Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Elvis Presley, 1958 in Chicago
Abbildung 2: Finanzierungsmöglichkeiten von Musikfestivals, (eigene Darstellung)
Abbildung 3: Ausgaben der öffentlichen Haushalte für Kunst und Kulturpflege
Abbildung 4: Image von Sponsoren im Rock-/Popbereich
Abbildung 5: Finanzierung des Immergut-Festivals 2004
Abbildung 6: Entwicklung der Festivalneueinsteiger im Rock-/Pop-Bereich
für die Jahre 1961-2005
Abbildung 7: Größe von Rock-/Pop-Festivals im Untersuchungszeitraum
Abbildung 8: Festivalaufkommen sortiert nach Bundesland für Untersuchungszeitraum
Abbildung 9: Einnahmen und Spenden der Konzerte des "Little Live Aid" in Lüneburg
Abbildung 10: Brandenburger Tor zur Aktion: „Deine Stimme gegen Armut“
am 2 7 2005
III. Abkürzungsverzeichnis
BGB Bürgerliches Gesetzbuch
bzw. beziehungsweise
DDR Deutsche Demokratische Republik
ebd. ebenda
E-Musik Ernste Musik
ff. fortfolgende
Hrsg. Herausgeber
k. A. keine Angabe
o. V. ohne Verfasser
S. Seite
u. a. und andere
U-Musik Unterhaltungsmusik
US United States
USA United States of America
Vgl. Vergleiche
WDR Westdeutschen Rundfunk
z. B. zum Beispiel
IV Anhangsverzeichnis
Anlage 1: Gedächtnisprotokoll vom Interview: Mit Frau Follert, Mit-Organisatorin des Immergutfestivals Anlage 2: Übersicht der erhobenen Festivals Anlage 3: E-Mail Verkehr zum Gospel & Afrika-Festival in Pforzheim Anlage 4: Auswertung der erhobenen Festivals Anlage 5: Auswertung der Spendeneinnahmen des Little Live Aid Festivals
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1. Einleitung
Die Veranstaltungsbranche erfährt sein einigen Jahren einen enormen Boom. Kaum eine Zeitung oder Zeitschrift, kaum ein Werbeträger verweist nicht auf die vielen Events, welche Unterhaltung, Zerstreuung, Spaß also ein Erleben versprechen. Mit dazu gehören die Musikfestivals. Diese gibt es in der Klassischen wie auch in der Unterhaltungsmusikbranche. Aber erst seit den 60er Jahren erfahren sie soviel Aufmerksamkeit. Der Grund ist in der Entstehung der Rockmusik zu finden.
50 Jahre gibt es nun schon die Rockmusik. Ernst genommen wird die Epoche „Anfänge der Rockmusik“ nicht nur von den Fans dieser Musikrichtung, sondern inzwischen auch von der Politik. Anlässlich des Jubiläums 50 Jahre Rockgeschichte wird ab dem 1. Dezember diesen Jahres eine Ausstellung in Leipzig zu sehen sein. Die Bundeszentrale für politische Bildung und die Stiftung Haus der Geschichte hat die Gestaltung, den Bau und die Planung sowie die Durchführung an eine Berliner Ausstellungsunternehmung weitergegeben. Die Themen innerhalb der Ausstellung sollen unter anderem die Ost-West be- 1 zogene Rezeptionsgeschichte der Jugendmusikkultur der letzten Jahre sein. Es soll zum Beispiel dargestellt werden, wie die Ost-West-Reaktionen auf die 2 Stationierung von Elvis Presley 1958 ausfiel.
In dieser Arbeit geht es um die Entwicklung der deutschen Festivallandschaft. Wenn man jemanden nach den größten Festivals der 60er Jahre fragt, wird gleich ohne zu zögern die Antwort: „Woodstock“ kommen. Aber nicht nur die USA haben eine Geschichte der Blumenkinder-Epoche zu erzählen, auch in Deutschland oder gerade hier gab es große Festivals. Entwickelt haben sich diese nach dem Vorbild von Woodstock und weiterentwickelt nach den Bedürfnissen der deutschen Gesellschaft. Das Ziel dieser Arbeit lässt sich gut mit der Frage beschreiben: Wie haben sich die Musik-Festivals für den Rock- und Pop-Bereich in Deutschland entwickelt? Alle sprechen von einem Boom, aber fast niemand kann diesen zahlenmäßig belegen. Auch die inhaltliche Entwick- 1 Forschungsgebiet der Kunst-, Literatur-, Musikwissenschaft. Beschäftigt sich mit
der Wechselwirkung von Bedeutung des Stücks für den Aufnehmenden.
2 Vgl. Internet: URL: http://www.marketing-marktplatz.de/Intro/Agtr/TriadRockgesc04.shtml [17.5.05]
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lung derer, soll der Schwerpunkt der Untersuchung sein. Da sich die Festivallandschaft aus der Protestbewegung der 60er Jahre entwickelt hat, stellt sich die Frage, ob es jetzt mehr denn je Proteste gibt oder ob sich der einstige Protestgedanke in den 60er und 70er Jahren verloren hat. Wenn dem so ist, dann bleibt die Frage, welche Aussagen Festivals heute vertreten oder ob diese nur noch Veranstaltungen zur Unterhaltung der Massen und kommerzialisiert sind.
Um dies festzustellen, werden nachfolgende Themen vorgestellt und diskutiert werden. Für den Einstieg wird ein Versuch unternommen die Rockmusik zu beschreiben, damit danach die Rockgeschichte in groben Zügen vorgestellt werden kann. Hierbei werden aus der vorhandenen Breite und Tiefe der Rock-Musikstile die interessantesten und einschlägigsten Repräsentanten dieser vorgestellt. In der Geschichte des Rocks wird zuerst die amerikanische und englische betrachtet. Diese etwas ausführlicher, da viele innovative Impulse aus den USA und England kamen.
Daraufhin wird auf die deutsche Rockmusikgeschichte eingegangen. Mit diesem Hintergrund wird im nächsten Abschnitt die Gesellschaftliche Bedeutung von Rockmusik betrachtet. Der Gedanke ist, dass sich die Gesellschaftsformen von einer Protestgesellschaft zur Erlebnisgesellschaft gewandelt haben und dass dies ein Grund für die mögliche Kommerzialisierung von Festivals ist. Im kleineren Abschnitt Rock/Pop Musikfestivals werden die häufigsten Formen von Festivals und die möglichen Arten derer vorgestellt. Auch wird auf die Motive der Veranstalter ein Festival zu veranstalten eingegangen, sowie die Zielgruppe dieser Veranstaltungen beschrieben.
Da für die Durchführung eines Festivals hohe Kosten entstehen, sollen im Teil Finanzierung die möglichen Abdeckungsmöglichkeiten, im speziellen des Sponsorings diskutiert werden. Da Sponsoring eine Zusammenarbeit mit Wirtschaftsunternehmen bedeutet, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich auch hier eine Kommerzialisierung der Festivallandschaft ableiten lässt.
Für die Belegung der Annahme, die Festivallandschaft befinde sich in einem Boom befindet, konnten keine Zahlen in Erfahrung gebracht werden. Deshalb wurden vom Verfasser, als empirische Untersuchung, 234 Festivals aus
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Deutschland erhoben. Die Auswertung dieser soll die oben gestellten Fragen beantworten. Dies geschieht im Abschnitt Entwicklung der deutschen Festivallandschaft.
2. Rockmusik
2.1 Trennung von U- und E- Musik
In der Musikindustrie und der Literatur teilt man die Musik in zwei Gruppen auf. Die erste Gruppe ist die ernste Musik, auch E-Musik genannt. Hierunter versteht man Stücke von klassischen Komponisten wie von Beethoven, Bach und Mozart. Der Begriff ernste Musik allerdings kann irreführend wirken, wenn man bedenkt, dass die Komponisten nicht nur erhabene, religiöse und traurige Werke geschrieben haben. Nein, sie verstanden sich ebenfalls darauf, heitere und lebensfrohe Stücke zu schreiben.
Eine andere Klassifizierung dieses Musiktyps kann auch klassische Musik oder 3 Bildungsmusik sein. Dagegen spricht man bei Pop- und Rockmusik von der Unterhaltungsmusik. Diese wird in der entsprechenden Branche U-Musik genannt.
2.2 Beschreibung von Rockmusik
Was ist eigentlich Rockmusik? Es gibt sie in vielen Formen, angefangen beim Jazz-Rock, über Electronic-Rock zum Hard-Rock. Auch Reggae ist eine Form der Rockmusik. Kaum ein Musikstil ist übrig geblieben, der nicht mit dem Rock verbunden werden kann. Auf die Frage, was Rock ist, wird man von Musikern und Fans viele, meist verschiedene Antworten erhalten. Zur klassischen Rockmusik gehört auf jeden Fall die Gitarre. Das Schlagzeug ist auch nicht wegzudenken und dann, je nach Stil melodischer Gesang oder aber für die härteren Versionen auch mal mehr als Gesang und fertig ist der Rock. Da sich
3 Vgl. Halbscheffel, B./Kneif, T. (1992), S. 52-53
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aber mittlerweile unzählig viele Stilrichtungen aus und in der Rockmusik entwickelt haben, lässt sich diese schlecht definieren. Sie sucht und findet immer wieder alte und neue Musikstile und Ausdrucksformen.
So kann sich Rockmusik auch an der klassischen Musik anlehnen, wie es die Londoner Band Deep Purple seit 1968 bis heute immer noch erfolgreich beweist. Eine andere Möglichkeit ist die Verarbeitung klassischer Stücke mit 4 Rockinstrumenten. Die Band Nice (1967-1970) hatte damit drei Jahre lang 5 großen Erfolg . Eine weitere aktuelle Bereicherung dieser Interpretationsform ist die Band Apocalyptica (seit ca. 1996). Die drei ausgebildeten finnischen Cellisten und Metal Fans, schafften es auf bislang einmaliger Weise in Ihren 6 Instrumentalwerken die Welt der Klassik und des Rocks zusammenzuführen. Die Fangemeinde ist entsprechend groß, da sie aus den beiden musikalischen Bereichen nämlich der E- und der U-Musik kommen.
So unterschiedlich die musikalische Ausführung auch ist, so ist doch Eines immer gleich geblieben. Die Rockmusik unterscheidet sich vor allem in ihrer Bedeutung von den anderen Musikstilen. Sie kann am ehesten entstehen, wenn 7 die künstlerische Freiheit gewährleistet ist. Die Freiheit das zu sagen, was die
Menschen bewegt. Denn diese Musik besteht nicht nur aus aneinander gereihten Noten, sondern sie assoziiert Freiheit, Jugend, Provokation, Rebellion, Spaß und Leben gleichermaßen. Aber auch der konsequente Missbrauch von Drogen und das Zerstören von Instrumenten stehen für die Rockmusik.
Rock ist aber auch ein Geschäft, eine weltweite Industrie, die Unmengen von Geld an der Vermarktung von Image und Musik verdient. Wie kaum ein anderer schaffte es zum Beispiel Elvis Presley und sein Manager „Colonel“ Tom Parker dank gigantischer Vermarktungsstrategien mit dem Mythos Elvis Millionenprofite einzuspielen. Näheres dazu gibt es im Abschnitt US-amerikanische Rockmusik.
4 Anm.: Für eine bessere Einordnung, bedeuten die in Klammern angemerkten Zahlen, die
ungefähren Jahre, welche die jeweilige Band Auftritte hatte. Steht die Klammer bei Einzelkünstlern, dann sagt sie etwas über das Geburts- und das Sterbejahr der Künstler aus. 5 Vgl. Bartnik, N./Bordon, F., (1981), S. 70-71
6 Vgl. Internet: URL: http://www.apocalyptica.com/de/bio/index.php [6.6.05]
7 Vgl. Halbscheffel, B./Kneif, T. (1992), S. 325
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8 Abbildung 1: Elvis Presley, 1958 in Chicago
Auch The Beatles konnten einen hohen Umsatz mit ihren Platten erwirtschaften. Sie taten damit mehr für die Außenhandelsbilanz Englands als die britische Automobilindustrie. Von ihrem ersten gemeinsamen Auftritt 1960 bis zu Ihrer Trennung im Jahr 1970 verkauften sie über eine Milliarde Tonträger, was weit 9 über 500 Millionen Mark einbrachte. Neben den großen Gefühlen, die diese Musik auslöst, geht es also auch meist um Geld.
3. Entwicklung der Rockmusik
Ein halbes Jahrhundert gibt es nun schon die Rockmusik, von damals bis jetzt ist viel passiert und die Musik hat sich immer wieder neu gefunden. In den nächsten Abschnitten soll nun ein Einblick in die Entwicklung der USamerikanischen und der deutschen Rockmusikgeschichte gegeben werden. Die Musik ist das Sprachrohr der Menschen, ihres Lebens und ihrer Eindrücke. Da diese Arbeit die Entwicklung der Festivallandschaft in Bezug auf Protest und Kommerz untersuchen möchte, ist es wichtig, ein paar Größen und Haltestellen der Rockmusik kennen zu lernen.
8 Quelle: Internet: URL: http://www.museum.state.il.us/.../ athome/1950/timeline [18.5.05] 9 Vgl. Graf, C., (1996), S. 116
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3.1 US-amerikanische und britische Rockmusik
Ohne jeden Zweifel ist die Rockmusik in den USA geboren worden. Daher muss man, wenn es um die Geschichte des Rocks geht, einen Blick in dessen Heimat werfen. Impulse zu dieser Musikrichtung kamen aus England und anderen Ländern. Die Führung in Bezug auf Produktion und Vertrieb übernahm 10 allerdings die USA. Dieser Streifzug durch die amerikanische Musikgeschichte kann und soll nur einen groben Überblick über die Entwicklung geben.
Rock around the Clock
Mit der Aufnahme von Bill Haley´s Song: „Rock -Around the Clock“ wurde 1954 eine neue Ära ins Leben gerufen. Gesellschaftliche und Rassenbedingte Konflikte und eine allgemeine Auflehnung gegen das „Alte“ führte in den 50er Jahren zur Entstehung des Rock ’n’ Roll. Wesentliche musikalische Einflüsse 11 kamen vom Country, dem schwarzen Rhythm & Blues und dem weißen Pop.
Für viele gilt das Jahr 1954, in dem die Platte von Bill Haley (*1936 †1977) erschien, als die Geburtsstunde der Rockmusik. Einer der wichtigsten Schöpfer des Rock ’n’ Roll war neben ihm, der schüchterne und schlacksige Buddy Hol- 12 ly (*1938 †1957). Er setzte als Erster zwei Gitarren in einer Band ein. Ein
großer Schritt für die Rockmusik, denn eine Rockband mit nur einer Gitarre ist heutzutage kaum mehr vorstellbar. Ein weiterer Gründervater der Rockmusik war Chuck Berry (*1926). So wurde Chuck Berry nicht nur durch seinen Hit 13 ´maybellene`, als erster schwarzer Musiker in der weißen Medienwelt gefeiert und akzeptiert, sondern auch wegen seines „Entengangs“. Rock ’n’ Roll steht demnach auch für die eigenwillige Körpersprache der Interpreten. Ganze neun Wochen blieb er 1955 in den Charts. Selbst die Beatles interpretierten Stücke von Chuck Berry, bevor sie Ihre eigene Musik fanden. Sie machten ihn
10 Vgl. Halbscheffel, B./Kneif, T., (1992), S. 402 11 Vgl. Dister, A., (1994), S. 28-29 12 Vgl. Graf, C., (1996), S. 470-472
13 Anm.: Die Begriffe „Schwarze“ oder “Weiße“ sollen keinesfalls rassistische Diskriminie- ausdrücken, sondern die sozialen Konstruktionen und Unterschiede in der Rockgeschichte kennzeichnen.
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14 zum „wichtigsten Anreger der britischen Beat-Szene“ . Daher wurde er 1986 15 in die Rock and Roll Hall-of-Fame aufgenommen.
Von den Teenagern geliebt und verehrt gaben auch Elvis Presley (*1935 †1977), die Platters sowie Jerry Lee Lewis (*1935) der neuen Musik ein Gesicht. Einer der wohl bekanntesten Leitfiguren der Rockmusik war das Idol der 16 Teenager in den 50er Jahren und der Feind des Bürgerlichen schlechthin.
Elvis Presley ein weißer Südstaatler, der Blues, Gospel und Country miteinan- 17 der vermischte und sich dabei bewegte und klang wie ein Schwarzer. Er war
laut, aggressiv und führte Jugendliche und Erwachsene in eine neue Epoche. Wie kaum ein anderer schaffte er das Kunststück, sich circa 150 Mal in den Singlecharts zu platzieren. Alleine im Jahr 1972 stand er 164 Mal auf der Bühne. Außerdem war er in 33 Kinofilmen zu sehen, die das Konto von Presley 18 und Co. mit 180 Millionen Dollar auffüllten.
Die Platters bildeten sich im Jahr 1953 unter diesem Namen. In den 50ern waren sie aus den Charts nicht wegzudenken. Trotz wechselnder Besetzung blieb es bis 1960 bei einer Leadsängerin und sie schafften als erste schwarze Gruppe, sich auch die Gunst des weißen Publikums zu sichern. Als man Ende der 50er, bei einer Razzia geringe Mengen Drogen bei ihnen „fand“, war ihre Karriere damit beendet. Auch wenn man sie gerichtlich für unschuldig befand und sie freisprach. Aus diesem Grunde nimmt man an, dass der Tipp an die Polizei von Konkurrenten kam. 1990 wurden sie trotz ihrer kurzen, aber einprägsamen 19 Karriere in die Hall-of-Fame aufgenommen. Genau wie Lewis schon im Jahre 1986.
Dieser mehr als talentierte, aber auch hoch explosive Musiker, tobte auf seinem Klavier wie kein anderer. Auf diesem fand er seinen eigenen Musikstil aus Boogie, Rock ’n’ Roll und Country. Viele Höhen und Tiefen begleiteten seine Musikerkarriere. Alkoholprobleme und Gewalttätigkeiten werden ihm nachge-
14 Graves, 15 Vgl. Heatley, M. (1993), S. 182
16 Anm.: 50er Jahre bedeutet in dieser Arbeit die Jahre 1950 bis 1959 17 Vgl. Denselow, (1991), S. 16-17 18 Vgl. Graf, C./Rausch, B., (1996), S. 778-783
19 Vgl. Laufenbergs, F., (1994), S. 1173-1174, Anm.: In verschiedener Literatur findet man die
Information, dass es die Platters noch bis heute gibt, aber diese vielen Bands haben nichts mit den damaligen Platters zu tun.
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20 sagt und auch einige demolierte Klaviere gehen auf seine Rechnung. Dennoch wurde 1989 sein Lebenswerk mit einem Stern auf dem Walk-of-Fame in 21 Hollywood geehrt.
Zur Rock ’n’ Roll Ära gehört natürlich auch der extravagante und stellenweise anrüchige Tanzstil, den die ältere Generation oft als obszön empfand. So tanzten ihre Kinder nicht mehr zusammen nach genormten Tanzschritten, sondern jeder einzeln für sich. Dabei wurden die Hüften eindeutig geschwungen. Für die Jugendlichen war das ein riesiger Spaß und die Wiederentdeckung des ei- 22 genen Körpers. Bis 1962 konnte sich dieser Musik- und Tanzstil in den Hitparaden halten. Danach verschwand der Rock ’n’ Roll langsam aus den Charts. Gründe dafür sind mit Sicherheit der Tod von Buddy Holly im Jahre 1959 und dass mehrere große Berühmtheiten dieser Musik die Bühne verließen. Elvis 23 wurde einberufen und Chuck Berry war zu dieser Zeit im Gefängnis. Dennoch ist der Rock ’n’ Roll in der späteren und heutigen Zeit allgegenwärtig. Sei es in den Oldie Sendungen, als Cover-Version oder auch in den entsprechenden Tanz-Weltmeisterschaften. Die Rock ’n’ Roll Ära wird nie ganz aussterben.
Die britische Invasion
In den frühen 60ern konnte man eine Wiederbelebung des Folksongs erleben. Von einer Gitarre begleitet, beschrieb der Solomusiker Ungerechtigkeiten und Probleme des Volkes. Da dieser Bewegung fast nur weiße Musiker angehörten, geht man hier auch von einer Gegenströmung zum Rock ’n’ Roll aus. Die Folksongbewegung in Amerika kämpfte unter anderem gegen die Atombewaffnung und dem Vietnamkrieg. Der Text der Songs spielt eine große Rolle, die Gitarre oder das Klavier hatten meist nur begleitende Funktionen. Er rea- 24 gierte immer schnell auf politische oder soziale Ereignisse. Bob Dylan
(*1941) war der wohl einflussreichste Musiker, der Anfang der 60er mit seinen Interpretationen von Folkmusik und Country-Musik, der Protestbewegung an-
20 Vgl. 21 Vgl. Graf, C./Rausch, B. (1996), S. 582 - 584 22 Vgl. Bartnik, N./Bordon, F., (1981), S. 83 23 Vgl. Shaw, G. (1979), S. 167 24 Vgl. Bäumer, U. (1994), S. 17
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25 gehörte und diese als Sprachrohr der Jugend vorantrieb. . So ist es nur natür-
„…er zur wichtigen stilbildenden Kraft im Rock und half wesentlich mit bei der E- 26 manzipation des Rocks zur ernstzunehmenden Musik.“ Näheres zur Protest-
Um 1966 begann sich eine große Anzahl von Rockmusikstilen zu entwickeln. Der Blues-Rock oder auch Westcoast-Sound genannt, wurde durch die Größen wie die Beach Boys (seit ca. 1961) vertreten. Die Unbeschwertheit der Musik und die Texte von Freiheit, die Themen wie Surfen und Motorradfahren machten diese Musik weit über die Grenzen hinaus bekannt. Weniger kommerzieller Rock entwickelte sich um San Francisco herum. Die Musik war hier spontaner und damit geschaffener für Freiluftkonzerte mit langen Improvisationen. Ver- 27 treter hier sind die experimentierfreudigen Grateful Dead. Gleichzeitig wird
diese Band aber auch als Vertreter des Psychedelisch-Rock genannt. Diese Musik steht für die Bewusstseinserweitung durch die Einnahme von Drogen. Ob diese das Bewusstsein wirklich erweiterten oder aber durch die Einnahme die Wahrnehmung nur verzerrt wird, sei dahin gestellt. Heute spielt beim Drogenkonsum im Musikbusiness eher das Motiv der Leistungssteigerung eine 28 große Rolle.
Mitte der 60er bis in die späten 70er Jahre war es fast normal Drogen zu nehmen, von den Künstlern wie auch vom Publikum. Haschisch, Marihuana, LSD und andere Drogen waren kaum noch wegzudenken. Wie auch, bis 1965 wurden in einigen Bundesstaaten der USA Experimente mit LSD- und Marihuana staatlich genehmigt und gefördert. Seit 1966 war damit aber Schluss und es herrschte generelles ein Verbot der oben genannten Drogen, was den Konsum 29 aber nicht unbedingt reduzierte.
Frauen hatten es in der Rockmusik schwer. Die Männerorientierten Rollenklischees in der Rockwelt waren einfach zu groß und nur wenige Frauen konnten sich durchsetzen. Eine dieser Frauen, die es geschafft hatten, war Janis Joplin
25 Vgl. Laufenbergs, F., (1994), S. 438-439 26 Bäumer, U., (1994), S. 18
27 Vgl. Halbscheffel, B./Kneif, T., (1992), S. 405-407 28 Vgl. Bäumer, U., (1994), S. 50-51 29 Vgl. Halbschwefel, B./Kneif, T., (1992), S.295-296
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(*1943 †1970). Mit ihrer drei Oktaven umfassenden und rauchigen Stimme und beeindruckte sie nicht nur ihre Kollegen, sondern auch etliche Fans des Rhythm & Blues. Sie war eine der ersten weißen Frauen, die ihre Sexualität und Körperlichkeit auch auf der Bühne ausgelebt hatte und somit gegen die Männerwelt protestierte. Da sie den Starrummel nicht ertragen konnte, verlor auch sie sich in Heroin, Tabletten und Alkohol und starb 1970 an einer Über- 30 dosis.
Ab Mitte der 60er Jahre wurde der amerikanische Rock stark von den britischen Einflüssen geprägt. In England entstand eine Art Punk-Rock, der unter 31 dem Namen Mersey-Beat bekannt wurde. In den USA wandelte man diesen
sehr schnell in Punk-Pop um. Philadelphia entwickelte sich hier zu einer wahren Bandmaschine. Die Stadt war ausgeflippt und bezaubernd zugleich. Unmengen von selbsternannten Managern und Produzenten wollten etwas auf die Beine stellen, wollten Ihren eigenen großen Star raus bringen. Die Plattenfirmen griffen sich gut aussehende Gymnasiasten, die musikalisch interessiert waren, versahen diese mit entsprechender Kleidung und nahmen sie für ein oder zwei Platten unter Vertrag. Der Sinn bestand darin, eine Band zu finden, die man mit den Beatles (ca. 1960- 1970), vergleichen konnte. Die Zielgruppe 32 des Philadelphia Sounds zwar eindeutig der weibliche Teenager. Wieder zurück nach England, genauer gesagt nach Liverpool. Die erfolgreiche britische Band oder auch Boygroup verstand es, mit ihren aussagekräftigen Texten und melodischen Rhythmen, sich in die Herzen der Jugendlichen zu spielen. Die Beatles benannten sich nach der Stilrichtung, die sie selbst mitbe- 33 gründet hatten, dem Beat. Obwohl einige Kritiker meinen, dass Beat keine
eigenständige Stilrichtung ist, sondern nur eine Epoche der britischen Rockge- 34 schichte beschreibt. 1960 tingelten die Beatles monatelang durch Hamburger Clubs. Ein Jahr später, immer noch keinen Plattenvertrag in der Tasche, änderten sie ihr Aussehen. Sie präsentierten sich mit Krawatten und gepflegtem Äußeren. Dank der Freundin des damaligen Gitarristen bekamen sie die weltbe- 30 Vgl.Dister, A., (1994), S. 154-156 und Vgl. Bartnik, N./Bordon, F. (1981), S. 87 31 Vgl. ebd., S. 56-61
32 Vgl. Shaw, G., (1979), S. 167-170 und Vgl. Halbschwefel, B./Kneif, T., (1992), S. 404-405, 33 Vgl. Rademacher, J. (1995), S. 131-132 34 Vgl. Bäumer, U., (1994), S. 22-23
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rühmte Pilzkopf-Frisur, die sie von den anderen stark abhob. 1964 erreichte die 35 Beatlemania nun auch die USA.
Die Suche dort nach dem amerikanischen Aushängeschild für den Beat gelang nicht ganz. Dennoch gab es einige Bands, die sich zumindest als Nachahmer einen Namen machen konnten. The Monkees zum Beispiel war eine dieser Bands. Sie gelten auch als die erste Retortenband der Rockgeschichte. 1965 produzierte Columbia Pictures nach dem Vorbild der Beatles Filme eine Fernsehshow, in der eine Band gesucht und gefunden wurde. Zehn goldene Platten konnten sie ihr Eigen nennen. In verschiedenen Konstellationen und unter an- 36 derem Namen konnte man sie bis Ende der 90er auf der Bühne spielen sehen. Nach den Beatles kamen die Rolling Stones (seit ca. 1963). Als Gegenstück zum sauberen Image der Beatles, behauptete sich die mittlerweile wohl älteste englische Rockband auf dem Rockmusikmarkt. Mit ihren Krawallen auf den Konzerten, den Sex- und Drogenausschweifungen, die auch öffentlich gemacht wurden, setzten Sie sich über die sämtliche bürgerlichen Moralvorstellungen 37 hinweg. Viele andere der in den 60er Jahren entstandenen Gruppen, lösten 38 sich nach kurzer Zeit wieder auf.
Rock in den Siebzigern
Die 70er Jahre stehen für den Jazzrock, der Wiederentdeckung der Country-Musik und dem Entstehen des Punkrocks. Der Musikwissenschaftler Tibor Kneif definiert die 70er Jahre als eine eher unbedeutende und fast ereignislose 39 Zeit für die Rockmusikgeschichte. Was nicht bedeutet, dass sich in den zehn
Jahren nichts ereignet hat. Daher sollen an dieser Stelle ein paar wichtige Einflüsse vorgestellt werden.
Die Protestbewegung der 60er Jahre konnte man noch bis Mitte der 70er Jahre an dem sozialkritischen und teilweise revolutionären Schwung in den Texten
35 Vgl. Graf, C., (1996), S. 116-122 36 Vgl. Graf, C./Rausch, B., (1996), S. 693-695 37 Vgl. Bäumer, U., (1994), S. 27-29 38 Vgl. Graf, C./Rausch, B., (1996), S. 693
39 Vgl. Kneif, T., (1980), S. 8-9 und Vgl. Halbscheffel, B./Kneif, T., (1992), S.408
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der Musiker und Gruppen mitverfolgen. Vor allem in Europa und Deutschland verlieren die Rocktexte erst ab Mitte des Jahrzehnts langsam an Aussagekraft und die Mitläufer-Masse wendet sich vom politischen Engagement ab. In den USA findet man wieder zurück zum Ländlichen und zur Natur, dem Country-Rock. Viele Bands, die sich schon Mitte der 60er Jahre bildeten, fanden bis Mitte der 70er Jahre Ihren Platz in den Hitparaden. Die Byrds (1964 - 1973) 40 und auch Buffalo Springfield (seit ca. 1967) sind an dieser Stelle zu nennen.
Seit Ende der 60er versuchten sich amerikanische Musiker und Bands erfolgreich an der Verbindung von Rock und Jazz. Einer der wohl größten Jazztrompeter ist Miles Davis (*1926 †1991) den man auch als „Der rebellische schwarze Prinz (Werbeslogan)...“ bezeichnete. Während seiner vierzigjährigen Karriere erhielt er fünfundzwanzig Auszeichnungen, darunter auch einen 41 Grammy Award. Mit der Erfindung und der technischen Weiterentwicklung 42 des Synthesizers ergaben sich auch für die Rockmusik neue Möglichkeiten. Ohne diesen wird heute kaum noch eine Band die Bühne betreten.
Wenn auch die nachfolgende Band aus England und nicht aus Amerika ist, so soll sie doch an dieser Stelle kurz vorgestellt werden. Sie ist eine der schillerndsten dieser elektronischen Ära und überrascht bis heute mit ihrem Ideenreichtum, die Gruppe Pink Floyd (seit ca. 1965). Am Anfang ihrer Karriere waren sie das Aushängeschild der Londoner Psychedelic- und Undergroundszene. In den 70ern experimentierten sie viel mit der neuen Technik und schafften mit zusätzlichen Diaprojektionen und Lichttechniken eine Bühnen- 43 show der Extraklasse. Bis heute noch eine große Band, wenn man bedenkt,
dass sie anlässlich der Hilfe für Afrika nach zwanzig Jahren, im Juli 2005 noch einmal zusammen auftraten. Auch David Bowie (*1947) und Alice Cooper (*1948) inszenierten den Glam-Rock mit großem technischen Aufwand und schockierten ähnlich wie Pink Floyds mit ihrem auffälligem Äußeren und den extravaganten Shows die kleine Welt des Rocks.
40 Vgl. Kneif, T., (1980), S. 9-10
41 Vgl. Graves, B., Schmidt-Joos, S., Halbscheffel, B., (1998)., S. 248 42 Anm.: Ton- und Geräuscherzeugungssystem, von Robert Moog 1965 weiterentwickelt, wel- heute ein unentbehrliches Zubehör von Rockbands ist. 43 Vgl. Graf, C./Rausch, B., (1996), S. 987
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Neben diesen großen Trend, war es an der Zeit für eine Runderneuerung der Rockmusik. Sie hatte ihren Schwung verloren, sie war kaum noch provozierend und überraschend. Die Kommerzialisierung durch die Plattenindustrie machte die Songs publikumsgerecht und glatt. So kam es dass der Rock wieder zu seinem Ursprung zurückkehrte. Spielbar für jedermann und nicht nur mit teuren, technischen Gerätschaften. Die vielen Garagenbands in England und den USA gaben mit Ihrem primitiven und aggressiven Punk-Sound den Ton an, wenn auch nicht gewollt. Im Vordergrund stand das Äußere. Schrill sollte es 44 sein, provozierend und laut, so wie die Ramones. (seit ca. 1974). Die explosi- 45 ve und temperamentvolle, amerikanische Rockband der New-Wave-Ära ähnelten vom Äußeren mit ihren Pilzköpfen den Beach Boys. Das Quartett ging in die Musikgeschichte der 70er und 80er Jahre ein und macht bis heute immer 46 noch Rockmusik, wenn auch in anderer Besetzung. Im Gegensatz zu den
friedliebenden Idealen der Hippies, halten die Punks an negativen Aussagen und Zukunftsgedanken fest. Daher wird dieser Abschnitt in der Musik auch „No Future“ Generation auch genannt.
Die neue Welle und die Neunziger Jahre
Die Stilrichtung Punk hielt sich auch noch in den nachfolgenden Jahrzehnten. Auch wenn das Publikum davon begeistert war, verweigerte die amerikanische Schallplattenindustrie die Vermarktung der New-Wave-Bands. Nur wenige Musiker konnte sie Anfang der 80er Jahre zu einem Plattenvertrag überzeugen. 47 Unmengen von Platten wurden deshalb aus Großbritannien importiert. Von
dieser Entwicklung überzeugt, wurden nun auch amerikanische Punk-Bands, wie Blondie (seit 1975) in den USA unter Vertrag genommen.
Weitere große Rockstilrichtungen wurden Mittelpunkt der 80er und 90er Jahre. Der Synthie- oder auch Elektro-Pop und Heavy Metal eroberten neben dem
44 Vgl. Dister, A., (1992), S. 111-112
45 Anm.: New Wave ist keine eigene Stilrichtung, sondern umschreibt die verschiedensten
Punkvariationen.
46 Vgl. Graf, C./Rausch, B., (1996), S. 804-805 47 Vgl. Halbschwefel, B./Kneif, T., (1992), S. 408-409
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jamaikanischen Reggaesound die Musikwelt. Anfang des Jahrzehnts schaffte es aber auch der HipHop von der Straße den Weg in die Charts.
Der Elektro-Pop, der vorwiegend mit Synthesizer gespielt wird, brachte große Bands wie die britischen Depeche Mode (seit 1976) heraus. Mit ihren späteren oft religiösen Texten verstanden sich die jungen Musiker dieser Stilrichtung als 48 Alternative zum New Wave. Umweltschutz, Hungersnot und Sozialismus
gehören neben alltäglichen Themen zu ihrem leicht tanzbarem Romatic-Sound. Um sich Anfang der 90er Jahre von der entstehenden Technomusik abzuheben, bevorzugten sie jetzt natürliche Instrumente und rockten damit zu neuen Erfol- 49 gen.
Der jamaikanischem Reggaesound wurde von Bob Marley (*1945 †1981) einst nach Amerika gebracht und von unter anderem Eric Clapton (*1945) erfolg- 50 reich weiterverarbeitet. Der „… charismatische Prophet der Reggaemusik … [Bob Marley] wurde die potenteste und glaubwürdigste Rebellenfigur des 51 Rock“ In den 80er Jahren kam der Gesang von Frieden und Gerechtigkeit bei den Fans gut an und auch mit den überzeugenden Klängen konnte Bob Marley die Herzen des Publikums für sich gewinnen.
Zusätzlich kam aber auch Bewegung in den Pop-Rock durch Größen wie Madonna (*1958), die es nur allzu schnell verstand, Stadien zu füllen. Diese Frau, die sich immer wieder selbst findet, begeistert mit ihrem schillernden Wesen nicht nur die Musikfreunde der 80er. Man findet sie auch in den 90ern und 52 heute immer noch, wenn auch sporadisch in den Charts. Die Musiker dieser
Jahre achteten oftmals mehr auf ihr Outfit und Image als auf die musikalische Qualität. Was sicherlich auch daran lag, dass der Videoclip eines der wichtigsten Medien und die Nachbearbeitungstechnik schon sehr weit entwickelt waren. Dank den Musiksendern und Sendungen bekamen die Fans ihre Künstler direkt nach Hause. Nimmt man zum Beispiel die Clips von Michael Jackson (*1958). Es gibt kaum ein Video von ihm, das unauffällig ist. Für Thriller hat
48 Vgl. Kögler, I., (1994), S. 185 49 Vgl. Graf, C., (1996), S. 364-366 50 Vgl. Dister, A., (1992), S. 124-125 51 Graf, C./Rausch, B. (1996), S. 626 52 Vgl. Graf, C./Rausch, B., (1996), S. 610-612
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er sich sogar einen Kurzfilm schreiben lassen, was sicherlich auch eine Auswirkung auf den großen Erfolg des Albums hatte. Geht man weiter in den technischen Errungenschaften, erobert die Compact-Disc den Markt. Sämtliche älteren Rock- und Musikstile werden wieder neu aufgelegt. Mit der herausragenden Qualität des Musikhörens, kamen auch wieder die Rockstars vergange- 53 ner Jahre ins Bewusstsein der Musikfreunde.
Auch findet der Protestsong mit Sinead O´Connor und von Rappern seine Kraft und sein Publikum wieder. Herausragende Künstler wie Nirvana (1988-1994) und die Band AC/DC vertraten in den 80er und 90 Jahren den Heavy-Metal Sound. Mit ihrem düsteren, pessimistischen und schweren Heavyrock einerseits und den unerwartet melodischen Einfällen des Lead-Sängers Kurt Cobain waren Nirvana die erfolgreichste Band der Grunge-Bewegung. Der schnelle Aufstieg der großen Band wurde jäh abgebrochen, als sich der 27 jäh- 54 rige, schwer depressive Kurt Cobain 1994 das Leben nahm. Nicht so die britische Band AC/DC (seit ca. 1976) und ihr ausgelassener und frischer Hardrock, dieser sollte der Musikwelt noch lange erhalten bleiben.
Aktueller Rock
Die Globalisierung hat auch vor der Musik nicht halt gemacht. Neben den schon erwähnten Musikstilen der 80er und 90er Jahre kamen keine erwähnenswerten Musikrichtungen dazu. Aber was man feststellen kann, ist die Umverteilung innerhalb der Stile und der Musiker. Waren die Frauen eher die benachteiligten in der Rockgeschichte, holten diese in den letzten Jahren auf und sind präsent wie noch nie. Besonders jüngeren Künstlerinnen wie die kanadische Avril Lavigne (*1984), das Skatergirl mit Punk-Stil, bestimmen die 55 Charts. Diese bieten eine breite Palette von Pop- und Rockmusik, wobei der Fokus eher in diesen Jahren auf Rockmusik liegt. Welche der heute angesagten Bands, diese Zeit überdauern werden, lässt sich schwer sagen. Die Zukunft
53 Vgl. Dister, A., (1992), S. 125-126
54 Vgl. Graves, B., Schmidt-Joos, S., Halbscheffel, B., (1998).,S. 652-654 55 Vgl. http://www.avrillavigne.de/ [12.7.05]
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wird in jedem Fall noch einige Überraschungen wie auch Revivals älterer Songs parat halten.
3.2 Anfänge und Geschichte des deutschen Rocks
Fast alle Entwicklungsstufen der US-amerikanischen und britischen Rockmusik wird man in ähnlicher Weise auch in Deutschland vor finden. Daher werden die schon vorgestellten Rock-Stile dieser Zeit, nicht noch einmal so detailliert vorgenommen. Denn im Großen und Ganzen ist die Geschichte des Rocks, die der Amerikaner und Engländer.
56 1956 kam der Rock ’n’ Roll in Deutschland an. Ähnlich dem Verhalten der
Amerikaner regte diese importierte, frische Musik auch die deutschen Jugendlichen zum Tanzen an. Die Erwachsenen dagegen konnten sich nicht mit dem 57 Tanzstil und dem neuen Sexualitätsbewusstseins der Teenies identifizieren.
Bis in die späten 60er Jahre war der deutsche Rock ’n’ Roll nur eine Nachahmung des angelsächsischen Beats. The Rattles (seit 1962) waren die deutschen Beatles und sind aus dem Bandwettbewerb des Hamburger Star-Club hervorgegangen. Die frisch gebackene Band war die erste Deutsche, die gegen Gage in dem Club auftreten durfte. Dieses Privileg bekamen sonst nur die importierten und großen Künstler. Vier Jahre später allerdings lösten sie sich aus perso- 58 nellen Gründen auf um in den 80ern wieder zusammen zu kommen.
Mit den Essener Songtagen 1968 und der singenden Kommune Amon Düül (seit ca. 1967) konnte die deutsche Rockmusik ihren eigenen Sound finden, 59 den des Psychedelic-Sound. Drei Jahre später überfluteten die deutschen
Bands die Plattenläden und bereicherten diese. Vor allem deutsche Texte waren gefragt, immerhin konnte man so auch verstehen, was gesungen wurde. War doch der Englischunterricht zu dieser Zeit eher eine Mangelware. Mit dabei waren auch Guru Guru (seit ca. 1971). Wenn es ein Festival gab, dann wa-
56 Vgl. 57 Anm.: Abkürzung für Teenager
58 Vgl. Graves, B., Schmidt-Joos, S., Halbscheffel, B., (2003), S. 755-756 59 Anm.: Die Band wird im Zusammenhang der Protestbewegung später näher vorgestellt.
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ren sie in den meisten Fällen auch dabei. Dieser Trend hielt allerdings nur kurz an. Wie auch in der amerikanischen Rockgeschichte, lösten sich viele Bands 60 nach ihren Erstlingsalben wieder auf.
Etwas kampfreicher ging es im anderen Teil Deutschlands zu. 1965 ordneten die Kulturpolitiker der DDR Rockmusik als „Schmutz und Schund“ ein und verboten westliche Erzeugnisse, sowie einheimische Rockgruppen. So erschienen in den folgenden vier Jahren nur fünf Rockplatten. Dieses Verbot blieb nicht ohne Folgen. Es kam zu Demonstrationen und Straßenschlachten. Die Zulassung von Rockmusik ist in den darauf folgenden Jahren freier geworden. 61 Aber nicht ohne strenge staatliche Überprüfung von Texte und Künstler. So
war es kein Einzelfall, dass Bands wie Renft-Combo (1970-1975) verboten wurden, da dem Regime die Texte nicht gefielen. Bis heute gelten sie als die 62 beste DDR-Rockband aus den 70ern.
Mit den 70ern entstand auch der Ausdruck "Krautrock", welcher anfangs eine negative Beschreibung der deutschen Rockmusik bedeuten sollte. Durch die englische Musikpresse ins Leben gerufen, hat er sich mittlerweile zu einem 63 Qualitätsbegriff guter Rockmusik umgewandelt.
Der importierte Punk aus England versetzte anfangs die deutsche Musikkultur in Schrecken. Die positiven Aspekte dieses einfach zu spielenden Rocks, setzten sich aber alsbald auch hier durch. Unmengen von Bands entstanden, darunter auch die Berliner Einstürzende Neubauten (seit ca. 1980) und die schrille Nina Hagen (*1955) aus dem Ostteil Deutschlands. Die „Neue deutsche Welle“ entstand und mit ihr ein Boom von Kleinlabels, die alle versuchten etwas vom Kuchen abzubekommen. Mitte der 80er Jahre war nicht mehr soviel vom 64 Boom übrig, nur wenige Bands konnten diesen Absturz überleben . Neben
Nina Hagen ist der wohl bekannteste Musiker dieser Zeit Udo Lindenberg (*1946), der noch einmal Erwähnung im Abschnitt, Entwicklung der Festivals zu finden sein wird.
60 Vgl. Halbscheffel, B./Kneif, T. (1992), S. 102 61 Vgl. Bartnik, N./Bordon, F., (1981), S. 97 62 Vgl. Leitzner, O., (1983), S. 451 63 Vgl. Halbscheffel, B./Kneif, T. (1992), S. 216-217 64 Vgl. ebd., (1992), S. 102
Arbeit zitieren:
Doreen Schmidt, 2005, Entwicklung der deutschen Festival-Landschaft im Rock-Bereich -Vom Protest zum Kommerz?-, München, GRIN Verlag GmbH
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