Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 3-4
II. Methode der Verkörperung eigenen Charakterzüge
im Roman „Mertvye duši“ 4-5
2.1. Gogol´s Identitätssuche im Roman 6-7
3.1. Analyse der Romans „Mertvye diši“ durch den psychologisch –
3.2. Schatten der Gogol´s Biographie– seine Homosexualität 9
IV. Detaillierte Auseinandersetzung des Romans „Mertvye duši“
durch den Griff der Vergleiche 10
4.1. Analytischer Ansatz der Grundbesitzers Anhang der
Romanhandlung
4.1.a) Grundbesitzer Chichikov
10-13
4.1.b) Rolle der Tochter des Gouverneurs
4.1.c) Grundbesitzer Sobakevich
4.1.d) Grundbesitzer Manilov
4.1.f) Grundbesitzer Nozdryov 20
V. Paradigmenwechsel des zweiten Bands des Romans „Mertvye duši“
5.1. Zukunft des zweiten Bands „Mertvye duši“ –
VI. Fazit
VII. Bibliographie 25-26
2
I. Einleitung
Nikolaj Wassiljewitsch Gogol´ (1809-1852) gehört nicht nur zu den bedeutendsten Schriftstellern der russischen Literatur, sondern auch zu den wichtigsten Autoren des 19. Jahrhunderts. Er wurde durch seine satirisch-grotesken, teils phantastischen Dramen, Erzählungen und Romane ausgezeichnet. Eines der besten Meisterwerke unter Gogol´s Romanen ist seine ursprünglich geplante Roman-Trilogie „Mertvye duši“ (russisch Мёртвые души) (1842), die ein unfangreiches Feld für die literaturwissenschaftliche Forschung ist.
Gogol´s Zeitgenossen betrachteten den Roman als eine tapfere Herausforderung der Zeit und eine tragische Satire der Gesellschaft, vor allem die korrupte Lebensart des russischen Bürgertums zu zeichnen. Gogol´s Ziel war dabei aber vor allem, ein realistisches Bild Russlands zu zeichnen. Durch den so gewonnenen Abstand nimmt Gogol´ Sitten, Sprache, politische Verhältnisse und Normen nicht einfach als gegeben hin, sondern betrachtet sie durch ein kritisches objektives Prisma.
Aber die wichtigste und dabei schwierigste Arbeit ist es für Gogol´ gewesen, die Charaktere des Romans, deren Temperament, Moral und Taten darzustellen. Jeder Held des Romans ist eine vollendete Idee des Autors, in dem er seine innere Seite des Charakters darstellt.
Um die Analyse des Romans „Mertvye duši“ zu vertiefen, greife ich in dieser Arbeit unter anderen auf Werke von Gogol´s Zeitgenossen sowie der Literaturkritiker zurück. Sie geben einen breiten Überblick der diversen Theorien und Hypothesen zu Gogol´s Biographie und des Werkes und begleiten uns dabei in die atemberaubende innere Welt Gogol´s.
Ich habe mich tief greifend mit Werken befasst, die Gogol´s literarisches Schaffen durch die Betrachtungsweise seiner inneren Welt behandelt haben. Die Theorie der Spiegelung Gogol´s Biographie in seinem Roman „Mertvye duši“ ist der Schwerpunkt dieser Arbeit.
Nach meiner Auffassung, jeder Grundbesitzer verkörpert im Roman die Charakterzüge von Gogol´: die Ängsten, Stärken, der Fantasien etc. Den Grundstein meiner Analyse bildet das Werk „Gogol´ Schuld und Sühne. Versuch einer Deutung des Romans Die Toten Seelen“ von Urs Heftrich, dessen Theorie auf der Idee des Systems der fünf Grundbesitzers basiert. Aber auch Arbeiten anderer Gogol´ Forscher, z.B.
3
James B. Woodward „Gogols Dead Soul“, liegen meiner Arbeit zugrunde. Diese Arbeit basiert auch auf der Analyse des Buches „The sexual labyrinth of Nikolai Gogol“ von Simon Karlinsky, dessen Auseinandersetzung der Charaktere das Kapitel IV dieser Arbeit gewidmet ist. Karlinsky ist einer der Autoren, der sich mit dem unerforschten Gebiet von Gogol´s Leben befasst. Der merkwürdige und geheimnisvolle Hintergrund von Gogol´s Biografie, basierend auf seiner Homosexualität, steht im Kern von Karlinskys Forschung. Der Leser ist erstaunt über Karlinskys Auffassung, dass jeder Charakter des Romans „Mertvye duši“ eine sexuelle Darstellung Gogol´s ist. Auf Gogol´s Homosexualität spielt der Roman anhand der Motive der Frauenfeindlichkeit und des Wesens der Ehre der Familie an.
Ziel dieser Arbeit ist zunächst die Selbstidentität Gogol´s im Roman „Mertvye duši“ zu erforschen. Anhand der Werke wichtiger Schriftsteller und Kritiker stelle ich Gogol´s Beschreibung der Charaktere Chichikov, Manilov, Nozdryov und Sobakevich aus dem Primärtext „Н.В. Гоголь, Мёртвые души“ dar.
II. Methode der Verkörperung eigenen Charakterzüge
„Als ich Puschkin die ersten Kapitel der „Toten Seelen“ in ihrer damaligen Gestalt vorlas, wurde er, der bei meinem Lesen immer lachte, allmählich immer trübsinniger und war schließlich verdüstert. Als ich zu Ende gelesen hatte, sagte er mir mit schwermütiger Stimme: „Mein Gott, wie traurig ist doch unser Russland!“ Das machte mich betroffen. Puschkin, der so gut Russland kannte, hatte nicht bemerkt, dass das alles eine Karikatur und meine eigene Erfindung war! Das sah ich erst. Was es heißt, wenn etwas aus der Seele genommen ist, überhaupt, was Seelenwahrheit bedeutet, und in welch entsetzlicher Gestalt dem Menschen die Finsternis und das erschreckende Fehlen des Lichts vorgeführt werden kann. Seitdem denke ich nur mehr daran, wie dieser niederschmetternde Eindruck gemildert werden könnte.“ 1
Nikolai Gogol´ betrachtet den Roman „Mertvye duši“ als sein bestes Hauptwerk. Plan und Ausarbeitung beschäftigten ihn seit dem Jahr 1835 und lassen ihn bis zu seinem Tod nicht mehr los. Sechs Jahre schreibt er am ersten Teil, der 1842 erscheint. Ein zweiter Teil erscheint bereits 1840. Dessen erste Fassung verbrennt Gogol´ 1845. Er
1
Гоголь в воспоминаниях современников, Москва 1952, Band VIII, S. 294
4
setzt neu an und verbrennt das fertige Manuskript einer zweiten Fassung im Februar 1852, acht Tage vor seinem Tode.
Gogol´ selbst hat sich zu seiner Arbeitsweise in einem Gespräch mit einem befreundeten Schriftsteller geäußert: „Zuerst soll man alles entwerfen, wie se gerade kommt, wenn auch schlecht, verwässert, aber restlos alles, und dieses Heft vergessen. Dann, nach ein, zwei Monaten – das Geschriebene hervorholen und durchlesen. Sie werden dann sehen, dass manches nicht richtig ist, vieles überflüssig, und dass manches fehlt“. 2 Je weiter man der Entwicklung von Gogol´s Persönlichkeit und Werk zu folgen sucht, desto auffälliger tritt das Disparat und Paradoxe hervor. Während sein Leben von Krise zu Krise durchzogen ist, gewinnt sein Werk, solange die Schöpferkraft ihn nicht verlässt, jene unvergleichliche Qualität, die seinen Weltrang sichert.
In den sechs Jahren, in denen der Dichter an dem ersten Teil der „Mertvye duši" arbeitete, sah er seine Aufgabe immer mehr darin, zu zeigen, „wie leer und schrecklich es in der Welt" 3 , in Russland seiner Zeit, war. Chichikovs betrügerisches Unternehmen ist für Gogol´ nur Mittel zum Zweck, eine Gesellschaft bloßzustellen, die solche Abenteuer, überhaupt aufkommen lässt, indem der Hauptheld die verstorbenen Leibeigenen, d.h. die toten Seelen bei den Gutsbesitzern einkauft. Chichikov erfüllt die Bestimmung, ein Regime zu entlarven, das jede freie Regung erstickt, das nicht Menschen, sondern nur Marionetten duldet; an ihm, der auszieht, die verstorbenen Leibeigenen zu handeln, marschieren die Lebenden als die wahren Toten, weil sie die innerlich Gestorbenen sind. Es ist die Zeit der Reaktion nach dem Krieg gegen Napoleon I. An materiellem Wohlstand fehlt es in dieser Zeit nicht, es wird gut gegessen und getrunken, getanzt und gespielt. Russland leidet in Gogol´s Darstellung mehr unter Schlendrian und Routine, als unter Willkür. Sogar die Leibeigenen haben noch Anteil an diesem satten Leben, scheinen nicht unzufrieden, stecken unsentimental ihre Prügel ein und wissen sich mit Mutterwitz und Spitzbüberei gegen ihre Herren zu wehren. Aber welch geistige Stickluft in diesem Leben einer russischen Kleinstadt, welche Herzensträgheit, welche Unterwürfigkeit der kleinen und welcher Zynismus der großen Leute! 4
2
Aus der Erinnerungen der russischen Dichters und Übersetzers Nikolaj Berg, in ZSIPh 14, 1937, S. 63
3 Гоголь в воспоминаниях современников, Москва 1952, Band XII, S. 213
4 Waldemar Jollos in Vorwort, in: Nikolai Gogol: Die Abenteuer Tschitschikows oder die
Toten Seelen, Frankfurt am Mainz, S. 54
5
„При полном реализме найти в человеке человека. Это русская черта по
преимуществу“, - schreibt Dostojewski kurz vor Gogol´s Tod. 5
2.1. Gogol´s Identitätssuche im Roman
5 Литературное наследство, т. 83, с. 84
6 Urs Heftrich „Gogol´s Schuld und Sühne. Versuch einer Deutung des Romans Die toten Seelen“, S. 23
7 Ebd. S. 29
8 Zen´kovsskij V.V.: Н.В. Гоголь в его религиозных исканиях, in: Крестианская мысль, Киев 1916,
Nr.3, S.13
6
9
Briefe an seinen Onkel, P. P. Kosjanovskij, in: N. V. Gogol'. Sobr. Soc. v 8-mi tomach,
Moskwa 1984,Bd. 8, S. 22
10 Brief an Vysockij, in: N. V. Gogol'. Sobranie socinenij. v 8-mi tomach. Bd. 8, Moskva 1984, S. 117
11 Brief an Pogodin, in: Perepiska Gogolja v dvuch tomach, Moskva 1988, Bd. I, S. 342
7
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Olga Nikitina, 2006, Der Roman 'Mertvye dui' als die Hymne der Literatur und Tragödie der Gogol´s Biographie, Munich, GRIN Publishing GmbH
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Dostojewski, Fjodor M. - Schuld und Sühne
Presentation / Essay (Pre-University), 18 Pages
Dostojewskij, Fjodor M. - Schuld und Sühne
Presentation / Essay (Pre-University), 7 Pages
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