Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 2
2. Die PISA Studie
2.1 Der Hintergrund von PISA. 3
2.2 Ergebnisse der PISA Studie 2003. 3
3. Finnland
3.1 Das Schulsystem in Finnland. 5
3.2 Die Lehrerausbildung in Finnland. 8
4. Deutschland
4.1 Das Schulsystem in Deutschland. 10
4.2 Die Lehrerausbildung in Deutschland. 13
5. Der Vergleich Finnland - Deutschland. 16
6. Vorschläge zu einer Situationsverbesserung in
Deutschland. 19
7. Abschließender Kommentar. 21
Literaturverzeichnis 22
1. Einleitung
Seit der Veröffentlichung der PISA-Studie 2000 und spätestens der im Jahre 2003, ist das finnische Schulsystem stark in den Mittelpunkt des Interesses gerückt (PISA = Programme for International Student Assessment). Zu den getesteten Leistungsbereichen gehörten das Leseverständnis, Mathematik, Naturwissenschaften und fächerübergreifende Kompetenzen. Jeweils einer der verschiedenen Bereiche stand in den unterschiedlichen Jahren im Mittelpunkt. Im Jahre 2003 belegte Finnland zum wiederholten Male den Spitzenplatz unter allen teilnehmenden OECD-Ländern (OECD = Organisation for Economic Co-operation and Development). Deutschland dagegen musste sich mit einem Rang im unteren Durchschnitt zufrieden geben. Dieses annähernd katastrophale Abschneiden der Deutschen wurde nicht nur schnell zu einem beliebten Thema in den Medien, sondern führte auch zu Diskussionen unter den Bürgern. Die Schuld wurde meistens den Lehrern angehängt, wobei berücksichtigt werden muss, dass die Lehrerausbildung staatlich geregelt ist und dieser somit auch mitverantwortlich ist. Viele stellten sich daher nach den PISA-Studien die Frage: Was ist das Erfolgsgeheimnis der Finnen?
Vor diesem Hintergrund der Erfolge Finnlands ist es nun nahe liegend, das dortige Schul- und Bildungssystem zu betrachten und nachzuprüfen, worin der Unterschied zu dem System in Deutschland liegt. Der Schwerpunkt meiner Arbeit wird dabei die Lehrerbildung sein. Allerdings ist es notwendig, auch das allgemeine Schulsystem beider Länder zu betrachten, um später einen besseren Vergleich herstellen zu können.
Intention meiner Arbeit ist es deshalb herauszuarbeiten, ob und inwieweit der Erfolg der Finnen bei der PISA- Studie auf die Lehrerbildung zurück zu führen ist. Dabei muss angemerkt werden, dass die Informationen über Finnland überwiegend aus Internetquellen entnommen werden mussten, da Fachliteratur nur auf finnisch und somit für mich nicht verständlich, zu erhalten war.
2
2. Die PISA Studie
2.1 Der Hintergrund von PISA
Die PISA-Studien sind darauf ausgelegt zu testen, wie gut junge Menschen auf Herausforderungen der Wissensgesellschaft vorbereitet sind und wo die Stärken und Schwächen der Bildungssysteme liegen. Der Test richtet sich dabei an 15-jährige Schüler. Die Erhebungen werden in einem Abstand von drei Jahren durchgeführt. Die erste Studie fand im Jahr 2000 statt, die zweite im Jahr 2003 und die nächste im jetzigen Jahr 2006. Mit den erzielten Ergebnissen wird die Leistungsfähigkeit der Bildungssysteme der teilnehmenden Staaten verglichen und es werden Anhaltspunkte für mögliche Weiterentwicklungen der Bildungssysteme geliefert. 1
Hauptbestandteil der Untersuchung ist die Ermittlung der Kompetenzen in den Bereichen Mathematik, dem Leseverständnis und den Naturwissenschaften, wobei jede PISA- Studie einen bestimmten Bereich als Schwerpunkt wählt (bei PISA 2003 war der Schwerpunkt zum Beispiel die Mathematik). Auch fächerübergreifende Kompetenzen, wie das Problemlösen, gehören zu einer solchen Erhebung dazu. 2
2.2 Ergebnisse der PISA Studie 2003
Die nachfolgend abgebildeten Tabellen zeigen die Ergebnisse der einzelnen OECD-Staaten in den unterschiedlichen Kompetenzbereichen. Dabei sind Finnland und Deutschland farbig hinterlegt, da diese Länder in meiner Arbeit die zentrale Rolle spielen. Der rot hinterlegte Bereich ist der internationale Durchschnittsbereich, der für die OECD-Staaten errechnet wird. Der Durchschnitt lag sowohl bei der Mathematik als auch bei den Naturwissenschaften und beim Problemlösen bei 500 Punkten, beim Lesen bei 494 Punkten.
1 Vgl. PISA-Konsortium Deutschland (Hrsg.): Pisa 2003. Der Bildungsstand der Jugendlichen in Deutschland -Ergebnisse des zweiten internationalen Vergleichs, Waxmann Verlag, Münster, 2004
2 Vgl. PISA-Konsortium Deutschland (Hrsg.): Pisa 2003. Der Bildungsstand der Jugendlichen in Deutschland -Ergebnisse des zweiten internationalen Vergleichs, Waxmann Verlag, Münster, 2004
3
Mathematik Lesen Naturwissenschaften Problemlösen
Abb.: Ergebnisse der PISA-Studie 2003 3
Da die Tabellen die Ergebnisse sehr gut verdeutlichen, werde ich diese nur kurz erläutern. Sie zeigen eindeutig den Unterschied zwischen Finnland und Deutschland. Finnland belegt in den Bereichen Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften den ersten Platz, Deutschland hingegen findet man in allen drei Bereichen nur im Durchschnittsbereich wieder. Beim Lesen erreicht Deutschland sogar nur einen Platz im unteren Drittel. Im Bereich der Problemlösekompetenz belegt Deutschland einen für sich verhältnismäßig guten Platz, der sogar über dem Durchschnitt liegt. Finnland erreichte bei diesem Test den zweiten Platz, wobei lediglich 2 Punkte für eine Spitzenplatzierung fehlen.
3 Vgl. PISA-Konsortium Deutschland (Hrsg.): Pisa 2003. Der Bildungsstand der Jugendlichen in Deutschland -Ergebnisse des zweiten internationalen Vergleichs, Waxmann Verlag, Münster, 2004
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Insgesamt zeigen die Tabellen eindeutig wie kompetent die Schüler Finnlands in den getesteten Bereichen sind, im Gegensatz zu Deutschland, die durchschnittlich nur im Mittel platziert sind.
3. Finnland
3.1 Das Schulsystem in Finnland
Um einen kleinen Einblick in das allgemeine Schulleben in Finnland zu bekommen, werde ich im Folgenden kurz darauf eingehen. Dadurch lässt sich später auch leichter beurteilen, ob das gute Abschneiden der Finnen bei der PISA-Studie an der Lehrerausbildung oder eventuell (auch) an anderen Faktoren liegt.
Finnlands letzte Schulreform liegt lange Zeit zurück, genauer gesagt fand sie Anfang der 70er Jahre statt. In dieser Reform wurde die neunjährige einheitliche und ganztägige Gesamtschule eingeführt. Das Ziel, welches damit angestrebt wurde, war nämlich, dass alle Schüler die gleiche Grundausbildung erhalten sollten und jedem Kind die gleiche Bildungschance zusteht, sowohl den Kindern aus den Städten als auch denen vom Lande. Durch die einheitliche Gesamtschule wird dies ermöglicht, da allen Schülern die gleichen Lernmöglichkeiten geboten werden und soziale Ausgrenzungen so vermieden werden. Es wird jedem Kind die Möglichkeit geboten, das Abitur zu machen und zu studieren, unabhängig von seiner sozialen und geographischen Herkunft. 4
Die neunjährige Gesamtschule ist in drei Phasen gegliedert.
„Die ersten sechs Schuljahre entsprechen der Grundschule, die Klassen 7 bis 9 bilden die Mittelstufe. Bis hierher werden alle Schüler gemeinsam unterrichtet. [...]
Ab der dritten Klasse wird auch nach der Mittagspause unterrichtet, bis 15:00 oder 16:00 Uhr. Für jüngere Schüler ohne Nachmittagsunterricht gibt es günstige Betreuungsangebote mit Hausaufgabenhilfe und sportlichen Aktivitäten, die es jungen Eltern erleichtern, ihrem Beruf nachzugehen. [...] Nach Ende der Mittelstufe können die Jugendlichen wählen, ob sie ihren Schulbesuch an einem
Gymnasium [...] oder an einer Berufsschule fortsetzen. Beide dauern drei Jahre.“ 5
4 vgl. http://www.finland.de/dfgnrw/dfg043a-pisa17.htm. Stand: 02.03.2006 http://www.finnland.de/doc/de/finninfo/fragen.html#sec3. Stand: 02.03.2006
5 http://www.dbbj-sh.de/html/finnland.htm. Stand: 03.03.2006
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Arbeit zitieren:
Janine Kaufmann, 2006, Finnland - der PISA-Sieger, Deutschland nur im Mittelmaß. Ist dies (auch) Folge der Qualifikation der Lehrerinnen und Lehrer, und was kann die Reform der Lehrerbildung beitragen zu einer Situationsverbesserung?, München, GRIN Verlag GmbH
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