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Hausarbeit :
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1. Einleitung
2. Themen im Lokalteil 2.1. Querschnittsjournalismus 2.2. Themen
3. Lokalredaktionelle Berichterstattung 3.1. Informationsbeschaffung 3.2. Nachrichtenselektion 3.3. Nachrichtenbearbeitung
4. Lokales Management und Marketing 4.1. Marketing 4.1.1. Redaktionsmarketing 4.1.2. Anzeigenmarketing 4.1.3. Vertriebsmarketing 4.2. Lokales Marketing 4.3. Outsourcing 5. Funktion und Bedeutung des Lokaljournalismus 5.1. Abgrenzung zu überregionalen Tageszeitungen 5.2. Funktion und Tendenz 5.3. Politische Bedeutung 5.4. Aufgaben einer Lokalredaktion 5.5. Rund 80 Prozent der Leser regionaler Tageszeitungen interessieren sich für den Lokalteil. Warum?
5.6. Das Problem der Monopolstellung 6. Fazit 7. Literaturverzeichnis
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„Gemeinderatssitzung, Goldene Hochzeit, Bürgermeisterwahl, Feuerwehrfest, Skandal im Bauamt, Gesundheitsreform. Und immer mittendrin: die Lokaljournalisten. Sie sind Berichterstatter, Chronisten, Kommentatoren und Ansprechpartner für die Bürger. Keine andere Redaktion in der Zeitung ist so nah am Geschehen wie das Lokale.“ 1 Der zunehmende Wettbewerb unter den Medien zwingt die regionalen Tageszeitungen, ihr Profil zu schärfen. Sie werden sich auch in Zukunft am Markt behaupten, wenn sie sich auf ihre Stärken besinnen und diese ausbauen. Ihre wichtigste Stärke sind die lokalen und regionalen Informationen. Damit ist die Zeitung am Leser, beweist Bürgernähe und schafft die lokalen Tatsachen für die soziale Umwelt der Leserschaft. Wie sie das tut, und was für Probleme die lokale Berichterstattung begleiten, soll im Folgenden bearbeitet werden. Wiederholungen einzelner Sachverhalte sind gewollt und nach Meinung des Autors notwendig, um darstellen zu können wie verzweigt Lokaljournalismus in sich ist, bzw. wie wichtig einzelne Tatsachen für mehrere Aspekte der lokalen Berichterstattung sind.
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Der Vorwurf, Lokalteile wären „am Leser vorbei“ gestaltet, ist oft zu hören. Unter den Antworten von Lesern, die nach ihrer Meinung über die Berichterstattung in Lokalteilen befragt wurden, finden sich Aussagen wie „die Bürger kommen zu wenig zu Wort“, „die Zeitung verkörpert Politik der Ratsmehrheit“, „in der Zeitung steht zu viel Vereinskram“ bis hin zu „die Artikel sind zu langweilig“. 2 Das aber genau diese Themen den Bürger an die Zeitung binden, bzw. viel gelesen werden, geben die wenigsten Leser zu. Zu oft vergleichen die Rezipienten ihre Heimatzeitung mit überregionalen Kaufzeitungen, deren Inhalt aber kaum Bezüge zum Leser herstellt. Diese Nähe schafft das Lokale.
Ein Grund mehr, den Lokalteil unter die Lupe zu nehmen. Welche Themen sind relevant, welche Defizite weisen die meisten Zeitungen in ihrer Behandlung auf und wie könnte eine lesergerechte Berichterstattung aussehen?
1 Aus dem Vorwort von „ Lokaljournalismus – Themen und Management“ , Projektteam Lokaljournalisten,
München 1998
2 Aus „ Lokale Publizistik“ , Norbert Jonscher, Opladen 1998
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Lokale Berichterstattung gliedert sich nicht in Ressorts, das bedeutet, dass ein Lokaljournalist in allen presserelevanten Themengebieten bewandert sein muss. Er berichtet über Kulturveranstaltungen, Lokalpolitik und Umweltthemen ebenso wie auch über das lokale Vereinsleben, Sport oder Gerichtsverfahren. Diese Mischung bezeichnet man als den Querschnittsjournalismus. Darin liegt die besondere Aufgabe für einen Lokalredakteur: Er muss sich ständig in neue Themen unterschiedlichster Art einarbeiten, und diese dann lesergerecht präsentieren, d.h. einen lokalen Bezug herstellen.
Eine kleine Ausnahme bildet da der Lokalsport. Über dieses Thema berichten meist spezialisierte Mitarbeiter, meist in freier Anstellung, da die Redaktion, oft nur bestehend aus einem festangestellten Redakteur 3 , dies nicht bewältigen könnte. Man spricht bei dieser Form der Ausgliederung bestimmter Themen von 2XWVRXUFLQJ
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Die Gerichts- oder Polizeiberichterstattung dient nicht nur der Sensationsbefriedigung, sondern besitzt eine wichtige gesellschaftliche Funktion: Die Kontrolle der exekutiven und der judikativen Gewalt. Dabei wird die Lokalberichterstattung diesem Anspruch kaum gerecht. Es findet so gut wie nie Justizkritik statt. Zum Gericht werden meist Volontäre und freie Mitarbeiter geschickt. Das erweckt den Eindruck, es bedürfe keiner Qualifikation für diese Art der Berichterstattung. 5 Im Ergebnis werden Entscheidungen lediglich veröffentlicht, selten aber hinterfragt. Die Aufgabe des Redakteurs sollte die sorgfältige und unparteiische Berichterstattung sein. Schnell führen rasche Schuldzuweisungen, Vorverurteilungen oder gar Rufmord zur Verstärkung von Vorurteilen und Aggressionen. „ Je komplexer die Sachverhalte
3 Personalstand der Lokalredaktion Meßkirch der Schwäbischen Zeitung
4 Siehe Punkt 4.3. Outsourcing
5 „ Lokaljournalismus“ , Projektteam Lokaljournalisten, München 1998
5
werden, desto gefährlicher wird unqualifiziertes Arbeiten.“ 6 Stattdessen sollten sorgsam Fakten gesammelt werden und Motive beschrieben werden. Der sprachliche Stil sollte zurückhaltend und unabhängig sein. Wenn Zweifel aufkommen, sollten Zeugen auch von der Redaktion befragt werden 7 , sofern dies möglich ist. Nur so kann ein klares Bild des Geschehens umrissen werden.
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„ Wirtschaft geht uns alle an. Jeden Tag leben wir mit ihr, ob wir uns den Kurs des Dollars ansehen, ein neues Auto anschaffen wollen, den Arbeitsmarktbericht studieren oder schlicht in der Eckkneipe ein Bier trinken – und damit selbst die Wirtschaft ankurbeln. Wirtschaftsthemen begleiten unseren Alltag und gehören deshalb in den Lokalteil.“ 8 In der Wirtschaftsberichterstattung sind kritische Beiträge die Ausnahme. Der Großteil besteht aus positiven Anlässen wie Jubiläen, Eröffnungen, Tag der offenen Tür und basiert meist auf Pressemeldungen der Unternehmen. Die Ursache liegt vor allem in der Nicht-Öffentlichkeit der Arbeitsprozesse, an der Publizitätsunlust mancher Betriebe. Außerdem sind viele Unternehmen Hauptinserenten im lokalen Anzeigengeschäft, die man durch kritische Berichterstattung vergraulen könnte. Darüber hinaus fehlt es vielen Redakteuren an Detailwissen, was ein Hinterfragen wirtschaftlicher Prozesse unmöglich macht.
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„ Umweltthemen haben keine Konjunktur – weder im Lokalen noch anderswo in den Medien. Das war vor zehn, fünfzehn Jahren anders. Damals verstanden sich viele junge Journalisten als Teil der ökologischen Opposition. Der wöchentliche Umweltskandal gehörte zum Pflichtpensum engagierter Lokalredaktionen.“ 9 Unwichtig sind Umweltthemen deshalb aber nicht geworden: Lärm, Luftverschmutzung, Abwasserbelastung, aber auch Bauplanung und Verkehrspolitik gehen uns alle an. Allerdings zeigen die Redaktionen wenig Mut zur Eigenrecherche und der Hauptteil solcher Berichte besteht aus Meldungen wie „ Stadtputz – Ehrenamtliche Helfer säubern Donauufer“ oder „ Politiker pflanzen Bäumchen“ . Dabei könnte die Lokalzeitung einen Beitrag leisten zu dem Motto „ Global denken – lokal handeln“ 10 .
6 aus „ Lokaljournalismus“ , Projektteam Lokaljournalisten, München 1998
7 „ Lokaljournalismus“ , Projektteam Lokaljournalisten, München 1998 8 aus „ Lokaljournalismus“ , Projektteam Lokaljournalisten, München 1998 9 Michael Bechtel in „ Lokaljournalismus“ , Projektteam Lokaljournalisten, München 1998 10 Michael Bechtel in „ Lokaljournalismus“ , Projektteam Lokaljournalisten, München 1998
6
Dabei kommt der Zeitung auch eine besondere Dienstleisterrolle zu: Aufklären, informieren und das Umweltbewusstsein stärken, Stellung beziehen, aber auch Rat und Tat für den Bürger in Form von Adressen und Tipps und Hinweise auf ökologische Produkte. Umweltprobleme müssen so dargestellt werden, dass die Journalisten „ nicht bloß die wörtlichen Zitate von Politikern, Interessensvertretern, Experten oder Wissenschaftlern servieren.“ 11 Der Leser will geführt werden; er braucht Verständnishilfen zum Thema. Umweltpolitik ist für den Leser vor Ort interessant zu machen.
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„ Mit innerer Ablehnung und Gereiztheit oder resigniertem Gewährenlassen reagieren viele Lokalredakteure auf die Aktivitäten von Vereinen. Doch Realität ist: Vereine und vereinsähnliche Zusammenschlüsse bilden in der Großstadt einen wichtigen Faktor des gesellschaftlichen Lebens.“ 12 Aber auch im ländlichen Raum, der etwa 80 Prozent der Fläche des Bundesgebietes mit etwa 50 Prozent der Gesamtbevölkerung umfasst, sind Vereine prägend für die individuelle Freizeitgestaltung und die „ kommunale Freizeit“ . Daher ist es nur verständlich, dass Vereinsberichterstattung einen hohen Stellenwert im Lokalen hat. Leider drückt sich dies meist nur quantitativ aus und beinhaltet oft nicht mehr als Auszeichnungen, Namenslisten, Vorstandswahlen oder Berichte über Vereinsveranstaltung und Feste. Ein Problem dabei ist, dass die Informationen meist ausschließlich von den Vereinen selbst kommen. Sollte ein Verein wirkliche Probleme haben, würden diese nie öffentlich bekannt gemacht werden. Selbst bei der Berichterstattung durch Nicht-Vereinsmitglieder, freien Mitarbeitern der Redaktion, kommt es zu keiner negativen oder besonders kritischen Berichterstattung. Konflikte und Kontroversen werden dabei fast immer ausgeklammert. 13 Nach Carolin Herrmann ist dies aber auch richtig so: „ Lokalberichterstattung als Teil des lokalen Kommunikationssystems muss einstimmen in das im öffentlichen Leben zelebrierte Ritual des unermüdlichen Lobens und Dankens. Sie muss die gültigen Werte und Normen der lokalen Lebenswelt und deren Aktivitäten, damit besonders auch das Vereinsleben, abbilden, symbolhaft vergegenwärtigen, damit bestätigen und stabilisieren.“ 14 Deshalb sollte die Redaktion dennoch nicht unkritisch sein. Wie oft laufen negative Machenschaften in Vereinen, die nicht nur vor den Mitgliedern, sondern auch vor dem Gesetz
11 Michael Bechtel in „ Lokaljournalismus“ , Projektteam Lokaljournalisten, München 1998
12 Carolin Herrmann in „ Lokaljournalismus“ , Projektteam Lokaljournalisten, München 1998
13 Carolin Herrmann in „ Lokaljournalismus“ , Projektteam Lokaljournalisten, München 1998
14 Carolin Herrmann in „ Lokaljournalismus“ , Projektteam Lokaljournalisten, München 1998
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Axel Grehl, 2002, Charakteristika des Lokaljournalismus, Munich, GRIN Publishing GmbH
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