II
Gliederung:
Abbildungsverzeichnis III
Abk ürzungsverzeichnis IV
1 Einleitung 1
1.1 Problemstellung und Problemrelevanz 1
1.2 Zielstellung dieser Arbeit 1
2 Entwicklung und Möglichkeiten der gesellschaftsbezogenen
Rechnungslegung 2
2.1 Begriffserklärung und Abgrenzung 2
2.2 Einordnung in das Berichterstattungskonzept 3
2.3 Interessengruppen und Inhalt der Sozialberichterstattung 4
2.4 Methoden und Modelle der Sozialberichterstattung 6
2.5 Social Reporting im Leitbild der Corporate Social Responsibility 8
2.6 Möglichkeiten zur Umsetzung gesellschaftlicher Anforderungen 9
3 Umsetzung der Sozialbilanzierung für Kreditinstitute 10
3.1 Relevanz der Sozialberichterstattung für Kreditinstitute 10
3.2 Ziele und Inhalt der gesellschaftsbezogenen Rechnungslegung
f ür Banken 11
3.3 Bedeutung des Social Reportings für Banken 12
4 Fazit, kritische Würdigung und Zukunft der Sozialbilanzierung 13
Literaturverzeichnis V
Anhangsverzeichnis X
III
Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Gesellschaftliche Verantwortung Seite 5 Abbildung 2: Übersicht der theoretischen Sozial-Seite 6 bilanzierungsansätze Abbildung A1: Linowes-Modell Seite XI Abbildung A2: STEAG-Modell Seite XI Abbildung A3: Sozialbilanz nach Ziehm Seite XII Abbildung A4: Konzept der Corporate Social Seite XII Responsibility Abbildung A5: Nachhaltigkeitskennzahlen HVB Group Seite XIII
2002 Abbildung A6: Nachhaltigkeit bei Immobilien Seite XIII
IV
Abkürzungsverzeichnis
BaFin Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht CSR Corporate Social Responsibility eG Eingetragene Genossenschaft EU Europäische Union DJSI Dow Jones Sustainability Indexes GenG Genossenschaftsgesetz HVB Hypovereinsbank IAO Information Awareness Office IAS International Accounting Standards IFRS International Financial Reporting Standards KMU Kleine und Mittelständische Unternehmen KWG Kreditwesengesetz o.ä. oder ähnliches OECD Organisation of Economic Cooperation and Development UN United Nations VÖB Bundesverband öffentlicher Banken
1
1 Einleitung 1.1 Problemstellung und Problemrelevanz
Gesellschaftliche Veränderungen sind für jedes Unternehmen, unabhängig von Größe, Spezialisierungsgrad o.ä., eine Herausforderung. Gerade bei Banken, die durch ihre per Gesetz 1 erzwungene Größe und Komplexität weniger dynamisch auf Veränderungen reagieren können als kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), und denen eine überragende volkswirtschaftliche Bedeutung zukommt, ist die Beachtung von gesellschaftlichen Entwicklungen und auch die Wirkung des eigenen Handelns auf die relevanten Interessengruppen von Bedeutung. Aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen, die besonders für die
Finanzdienstleistungen relevant sind, sind die allgemeinen Trends zu einer Dienstleistungsgesellschaft mit persönlicher Selbstentfaltung und
Freizeitorientierung. 2 Besonders geriet im Laufe der letzten zwei bis drei Dekaden das Sozial- und Umweltbewusstsein verstärkt in den Blickwinkel der Öffentlichkeit und die ökologische und soziale Relevanz ökonomischer Entscheidungen wurde hinterfragt, 3 so dass sich der Fokus mehr auf die Verwendung des unternehmerischen Vermögens orientierte. 4 Ein Beispiel für signifikante Einflüsse der Kunden auf die Ökologiepolitik eines Mineralölkonzerns ist der Konflikt um die Ölplattform Brent Spar 1995, der Shell zwang auf die Forderungen der Öffentlichkeit einzugehen. Durch die EU-Richtlinien 5 traten in den letzten Jahren supranationale Bestimmungen an Stelle nationaler und schufen somit grundlegende Änderungen der Rechtsstruktur, die sich auch in Zukunft auf die mögliche Berichterstattungspflicht deutscher Kreditinstitute auswirken können. Bereits heute gibt es in einigen europäischen Ländern die Pflicht zur Aufstellung der Sozialbilanzen und die EU hat sich mehrfach mit diesem Thema auseinander gesetzt.
1 Vgl. Kreditwesengesetz, §§ 10ff KWG.
2 Vgl. Büschgen (2002), S.35f.
3 Vgl. Piller (1980), S. 37 - 42.
4 Vgl. Piller (1980), S. 36.
5 Vgl. z.B. EU-Niederlassungsrichtlinie, Bankbilanzrichtlinie.
2
1.2 Zielstellung dieser Arbeit
Diese Arbeit wirft einen Blick auf die Grundlagen und Adressaten der Sozialbilanzierung, erklärt die mögliche Umsetzung, zeigt Vor- und Nachteile auf und geht auf die Bedeutung für die Kreditinstitute ein. Am Anfang setzt sich der Autor dazu mit den Begrifflichkeiten auseinander und ordnet diese in das Berichterstattungskonzept ein. Anschließend stellt er theoretische Modelle und die praktische Verwendung der Sozialberichterstattung vor, geht auf die Corporate Social Responsibility ein und gibt zum Abschluss eine kritische Würdigung und einen Ausblick auf die mögliche zukünftige Entwicklung. 2 Entwicklung und Möglichkeiten der gesellschaftsbezogenen Rechnungslegung
2.1 Begriffserklärung und Abgrenzung
Der deutschen Übersetzung "Sozialbilanz" liegen mehrere angloamerikanische Begriffe zu Grunde. 6 Obwohl die deutschsprachige Literatur allgemein dazu neigt Anglizismen zu übernehmen, besonders wenn die Bezeichnung im angelsächsischen Sprachraum üblicher ist als in Deutschland, ist dies gerade hier nicht der Fall. Daher findet man meist in der deutschen Literatur die als Synonym verwendete Bezeichnung "Sozialbilanzierung" 7 (als eigentlich reines Rechenwerk), obwohl das englische Wort eher den weiter gefassten Begriff Reporting, also eine umfassende Berichterstattung, wählt. Den weiter gefassten Begriff "gesellschaftsorientierte Rechnungslegung" oder "Sozialberichterstattung" verwenden nur wenige Autoren. 8 Damit geht auch ein Teil des umfassenderen Problemverständnisses mit der Übersetzung verloren. Denn gerade eine reine Bilanz ist ohne ergänzende Informationen, wie sie im Anhang zu finden sind, viel weniger wert. Aus diesem Grund nutzt der Autor dieser Seminararbeit im Folgenden lieber die umfassendere Bezeichnung "soziale / gesellschaftsbezogene Berichterstattung".
6 Vgl. Berning (2003), S. 235.
7 Grundsätzlich verwenden fast alle deutschsprachigen Autoren in den hinten genannten
Literaturangaben diesen Begriff; nur wenige weisen explizit auf den englischen hin oder nutzen
weiter gefasste Termini. Vgl. z.B. Bensing (1989), Heymann (1981), Piller (1980).
8 Zum Beispiel: Fischer-Winkelmann (1979).
3
Die deutsche Literatur definiert daher auch den Begriff "Sozialbilanz" in der umfangreichen Variante: als eine systematische und regelmäßige Erfassung und Dokumentation der gesellschaftlich positiven und negativen Auswirkungen von Unternehmensaktivitäten 9 oder etwas detaillierter formuliert: "die jährliche Bestandsaufnahme und Gegenüberstellung der gesellschaftsbezogenen Verpflichtungen einerseits und der Maßnahmen und Leistungen des Unternehmens zu ihrem Ausgleich andererseits … als auch deren aufwandsmäßige Auswirkung, die gesellschaftsbezogene Leistungsrechnung zusammenzufassen und entsprechend zu definieren". 10
Die daraus ableitbaren Beziehungen, über die in diesem Rahmen berichtet werden kann, umfassen damit wirtschaftliche (Finanzierung, Rentabilität), ökologische (Umweltschutz), soziale (Mitarbeiterförderung) und allgemein gesellschaftliche Ansatzpunkte. 11
Gesellschaftsbezogene Berichtsysteme entstanden aus dem Wunsch heraus, die Beziehungen eines Unternehmens zu seinen relevanten Gesellschaftsgruppen erfassen und mathematisch abbilden zu können. 12 Dass dafür die herkömmliche Rechnungslegung nicht optimal geeignet ist, war hinlänglich bekannt. 13 14
2.2 Einordnung in das Berichterstattungskonzept
Das Social Reporting ergänzt die Aufgaben und Ziele der traditionellen Rechnungslegungs- bzw. Berichterstattungsziele und die soziale Dimension, die angloamerikanischen 15 weder in den noch in den deutschen
Rechnungslegungsprinzipien 16 bislang explizit vorhanden sind. Während die klassische Berichterstattung andere Funktionen zu erfüllen hat
(Gläubigerschutzorientierung im HGB und Investorenorientierung in IAS), sich somit an die direkten Interessengruppen (Shareholder 17 ) wendet, zielt das Social
9 Vgl. Fischer-Winkelmann (1979), S. 23.
10 Vgl. Ziehm (1976), S. 40.
11 Vgl. Berning (2003), S. 235.
12 Vgl. Piller (1980), S. 9.
13 Vgl. Eichhorn (1974): Gesellschaftsbezogene Unternehmensrechnung, Bonn, S. 10.
14 Vgl. Abschnitt 2.3 dieser Arbeit.
15 Vgl. IAS und IFRS, z.B. Standartsetter (2006).
16 Vgl. HGB und Deutsche Rechnungslegungsstandards, z.B. Standartsetter (2005).
17 Definition Shareholder: Anteilseigner eines Unternehmens, z.B. Aktionäre, Gesellschafter,
Genossen. Nach: Gabler Wirtschaftslexikon (2001), Stichwort: Shareholder.
4
Reporting auf die Gesellschaft als Ganzes. Dabei stehen die Stakeholder 18 im Vordergrund.
Die klassische deutsche Rechnungslegung 19 setzt an der Buchhaltung an und umfasst die Erstellung des Jahresabschlusses. Zu diesem gehören Bilanz, Gewinn-und Verlustrechnung und der Lagebericht. 20 Sie dient der qualitativen, quantitativen und monetären Erfassung und Verwertung verschiedenster betrieblicher Vorgänge. 21 Zielgruppen sind das Management (z.B. der Vorstand mit den nachgeordneten Ebenen und der Aufsichtsrat), die Eigentümer und die Gläubiger sowie die Finanzbehörden (z.B. die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)), die an der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ein direktes Interesse haben. 22
Diese Formen der herkömmlichen Berichterstattung greifen jedoch oftmals zu kurz. 23 Die langfristige wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung einer Volkswirtschaft ist abhängig von den Zielen, die die entsprechende Gesellschaft verfolgt. 24 Besonders die einseitige Gewinnorientierung, die beschränkten Wertvorstellungen, die institutionelle Klassifikation und der fehlende Gesellschaftsbezug der klassischen Rechnungslegung stehen daher häufig in der Kritik. 25
2.3 Interessengruppen und Inhalt der Sozialberichterstattung
Das Social Reporting zielt primär auf die gesellschaftlichen Interessengruppen, welche nicht durch die herkömmliche Bilanzierung erfasst werden. Allerdings stellt es ebenfalls weiterführende Informationen für die „klassischen“ Bilanzadressaten bereit, an denen diese Interesse haben könnten. Es umfasst damit sowohl Zielgruppen innerhalb, als auch außerhalb der Unternehmung.
18 Definition Stakeholder: Mitglieder einer sehr heterogenen Anspruchsgruppe, die nicht
Anteilseigner sind, und ohne deren Unterstützung das Unternehmen nicht überlebensfähig wäre.
Zu ihnen gehören z.B. die Arbeitnehmer, Kunden und Lieferanten, den Staat und die
Öffentlichkeit. Nach: Gabler Wirtschaftslexikon (2001), Stichwort Stakeholder.
19 Die klassische Rechnungslegung nach IFRS setzt ebenfalls an ähnlichen Größen an. Zu ihr
gehören balance sheet, income statement und notes. Der im Folgenden verwendete Begriff
„klassische Rechnungslegung“ kann sowohl auf die deutsche als auch auf die internationale
Rechnungslegung angewendet werden.
20 Vgl. Bensing (1989), S. 5.
21 Vgl. Eichhorn (1974), S. 9.
22 Vgl. Eichhorn (1974), S. 10.
23 Vgl. Heymann (1981), S. 113 - 115.
24 Vgl. Biedenkopf (1974), S. 64.
25 Vgl. Zum Beispiel Eichhorn (1974), S. 15 - 18.
Arbeit zitieren:
Helko Ueberschär, 2006, Social Reporting - Ansätze einer gesellschaftsbezogenen Berichterstattung der Kreditinstitute, München, GRIN Verlag GmbH
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