Inhalt
I. Einleitung 3
II. Hauptteil 4
II. 1. Sprache 4
II. 1.1. Die Bedeutung und Funktion der Sprache in Deutschland und Frankreich 4
II. 1.2. Der Umgang mit Informationen 7
II. 1.3. Die Funktion der Sprache im Geschäftsleben 10
II. 2. Zeit 12
II. 2.1. Die Einstellung zur Zeit 12
II. 2.2. Der Umgang mit der Zeit 13
II. 2.3. Die Bedeutung der Zeit im Berufsleben 13
III. Schlusswort 16
IV. Literatur 18
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I. Einleitung
In meiner Hausarbeit im Rahmen des Proseminars ,,Interkulturelle Kommunikation in der Arbeitswelt" habe ich versucht, herauszufinden, inwiefern sogenannte ,,Reiseliteratur" über Frankreich dazu dienen kann, deutsche Mitarbeiter angemessen auf einen Arbeitsaufenthalt in Frankreich vorzubereiten. ,,Angemessen" würde bedeuten, dass die Hauptunterschiede zwischen der deutschen und der französischen Kultur, die besonders in der Berufswelt von entscheidender Bedeutung sein können, in der Reiseliteratur nicht nur angesprochen, sondern differenziert dargestellt werden. Sicherlich sind diese Unterschiede nicht so gravierend und so auffällig wie beispielsweise die Unterschiede zwischen Deutschland und den asiatischen Kulturen, doch gerade die Feinheiten in den Denk- und Verhaltensweisen sind es, die darüber entscheiden, ob die Verständigung zwischen Deutschen und Franzosen klappt oder nicht. Nicht die Unterschiede an sich, sondern das fehlende Bewusstsein für mögliche Verschiedenheiten, kann hierbei zu Missverständnissen führen.
Bei meiner Untersuchung bin ich in zwei Schritten vorgegangen. Zunächst habe ich versucht, die wesentlichen kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich auf der Grundlage von Sekundärliteratur herauszuarbeiten. Selbstverständlich sind die Denk- und Verhaltensweisen, die jeweils einer der beiden Kulturen zugeordnet wurden, nicht übertragbar auf alle Mitglieder der jeweiligen Kultur, es ging hierbei lediglich um die Feststellung von Tendenzen. Dabei bin ich auf die hierfür relevanten kulturellen Dimensionen des Anthropologen Edward T. Hall, Zeit und Kontext, eingegangen.
Der zweite Schritt bestand darin, dass ich vor diesen Hintergrund entsprechende Reiseliteratur über Frankreich untersucht habe. Es ging dabei nicht darum, die Bücher an sich in Frage zu stellen. Ziel war es vielmehr, herauszufinden, inwieweit der Inhalt dieser Literatur mit der zuvor erarbeiteten theoretischen Grundlage übereinstimmt, und inwieweit diese demnach geeignet ist, einem Mitarbeiter aus der deutschen Kultur den Einstieg in die französische Lebensweise und Arbeitswelt zu erleichtern.
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II. 1. Sprache
II. 1.1. Die Bedeutung und Funktion der Sprache in Deutschland und Frankreich
Man kann durchaus behaupten, dass in Frankreich die Sprache an sich eine größere Rolle spielt als in Deutschland. Dies hat vorwiegend geschichtliche Gründe. Denn einst war Französisch die Sprache, die an den Höfen Europas gesprochen wurde. Darüber hinaus war sie die Sprache der Diplomatie. Während seiner Zeit als Kolonialmacht verlangte Frankreich von seinen Kolonialverwaltern, Französisch zu lernen und bestand außerdem darauf, dass der Unterricht in allen Kolonialschulen in Französisch abgehalten wird. Auch heute ist und bleibt für die Franzosen ihr eigenes Land das Zentrum der Macht. Warum also sollten sie eine Fremdsprache lernen? (s. Hall, S. 94 )
Die große Bedeutung, die der Sprache in Frankreich zugemessen wird, hat jedoch nicht nur mit dem Gefühl der Macht zu tun. Es verbirgt sich mehr dahinter, denn ,,mehr als irgendein Volk drückt Frankreich sein Wesen in seiner Sprache aus. Französisch ist die Sprache der Diplomaten und Inbegriff für kultivierte Lebensart. Gehobene Schichten ganzer Völker haben sich des Französischen befleißigt. Der Umgang mit Menschen und mit menschlicher Kultur geht in Französisch feiner, eleganter und unverbindlicher vonstatten als in einer anderen Sprache." (Herterich, S. 28, 1984)
Frankreich identifiziert sich demnach über seine Sprache, die gleichbedeutend ist mit seiner Kultur. Die Verteidigung des Kulturguts Sprache vor fremdsprachlichen Einflüssen, besonders des Englischen, wird besonders hier großgeschrieben: ,,Bezeichnend für Frankreich sind die Aktivitäten der neben der bekannten "Académie Francaise" existierenden Vielzahl von Sprachorganisationen, denen die Sorge um die französische Sprache übertragen wird. So gehört ebenfalls die Sprachförderung des Französischen im Ausland zu einer wichtigen Aufgabe französicher Staatspolitik." (Litters, S. 58, 1995)
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In drei der ausgewählten Bücher über Frankreich wird sowohl gesagt, welche Bedeutung die Sprache für die Franzosen hat, als auch erklärt, welche Gründe das hat. So schreibt Josef Ebner in Frankreich, mon amour:,,Die Sprache gilt als der eigentliche Träger der Kultur; (...) Sie ist Garant und Beleg für die Zugehörigkeit zur Nation (...) und gleichzeitig das Band, das alle die eint, die zusammen die ,,weltumspannende" Frankophonie bilden. " (Ebner, 1999, S.217) Auch in Kulturschlüssel Frankreich von Evelyn Passet wird der Zusammenhang zwischen Sprache und Nationalbewusstsein aufgegriffen: ,,In Frankreich stiftet die Sprache mindestens so stark nationale Identität wie die Revolution von 1789, (...). Französisch ist die Sprache, mit deren Hilfe Frankreich geeint wurde. Dies gilt sowohl für die Ausbreitung der Macht, als auch für die Verbreitung der Ideen von Rationalismus und Humanismus." (Passet, 1999, S.47/48) Ulrich Wickert bringt das Verhältnis der Franzosen zu ihrer Sprache in Frankreich - die wunderbare Illusion auf den Punkt, indem er erklärt, warum sie eine gewisse Scheu vor Fremdsprachen haben: ,,Die Sprache spielt in Frankreich eine eigene Rolle. Sie ist ein bewusster Teil der kulturellen Identität, während sie für die Englisch oder Deutsch sprechende Welt - außerhalb des literarischen Rahmens - eher als Instrument der Wissensvermittlung dient. Die Identität fürchtet der Franzose unbewusst aufzugeben, wenn er in eine andere Sprache wechselt, während der Deutsche in einer Fremdsprache nur die Möglichkeit sieht, die Kommunikation fortzusetzen." (Wickert, 2000, S.369)
In Die Franzosen pauschal von Nick Yapp und Michel Syrett wird lediglich gesagt, dass ,,ihre Muttersprache die Franzosen untereinander verbindet". Diese Aussage trifft jedoch, wenn man es so allgemein formuliert, auf viele Völker zu und gibt deshalb das Verhältnis der Franzosen zu ihrer Sprache nur unzureichend wieder. (s. Yapp/Syrett, 1997, S. 121)
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Arbeit zitieren:
Diplomübersetzerin Helena Schneider, 2001, Vorbereitung auf einen Arbeitsaufenthalt in Frankreich durch ,,Reiseliteratur"?, München, GRIN Verlag GmbH
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