1. Einführung. 3
2 Themenzugang 4
2.1 Forschungsfragen 4
3 Überblick über Theorien, Modelle und Rahmenbedingungen der Interaktion 5
3.1 Definition von Interaktion - Die Interaktionsmodelle 6
3.1.1 Wir können nicht nicht kommunizieren - Paul Watzlawick Interaktion. 11
3.1.2 Encounter vs. Gathering - Erving Goffman Interaktion. 13
3.2 Exkurs zur Kommunikation 15
3.3 Exkurs zum Gespräch. 16
4 Neue Medien und Technologien 17
4.1 Interaktive Medien - ein „hölzernes Eisen“ 18
4.2 Online- bzw. computervermittelte Kommunikation 18
4.3 to chat - plaudern, schwatzen 20
4.3.1 Entwicklung und Grundformen der Chat-Kommunikation 21
5. Interaktion am Beispiel der Chat-Kommunikation 24
5.1 Theoretische Grundlagen der Chat-Kommunikation 24
5.2 Besonderheiten Absonderlichkeiten der Chat-Kommunikation 26
5.2.1 Emoticons :-) 28
5.2.2 Abkürzungen, Akronyme und Asterisken. 29
5.2.3 (N)etiquette. 30
5.3 Übergeordnete Zusammenfassung sprachlicher Interaktion 31
6. Zusammenführung der Ergebnisse. 33
6.1 Zur Beantwortung der Forschungsfragen 34
7. Abschließende Diskussion und Ausblick. 38
8. Literaturverzeichnis. 40
8.1 Abbildungsverzeichnis 43
8.2 Tabellenverzeichnis. 43
9. Anhang 44
9.1 Beispiel für eine „alltägliche Situation“ nach Goffman. 44
9.2 Chatiquette des Chat-Portals - oe3.orf.at 45
9.3 Abkürzungen - oe3.orf.at 46
9.4 Smilies (emoticons) - oe3.orf.at 48
9.5 Seifenfilmexperiment nach Frank 1996 50
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1. Einführung
Was macht menschliche Interaktion aus? Wodurch unterscheidet sich Kommunikation und Interaktion? Und: Lässt sich die Fülle der zur Verfügung stehenden technischen Hilfsmittel und Programme, wie wir sie unter Zuhilfenahme „neuer Medien“ und „Onlinekommunikation“ anwenden, aus dem Verständnis eines Interaktionsbegriffs wegdenken? Diesen und ähnlichen Fragen soll in der folgenden Arbeit Beachtung geschenkt werden und sie soll weiters einen Versuch darstellen, diese Fragen neu zu bewerten bzw. zu beantworten.
Das Hauptaugenmerk soll in dieser Arbeit, die eine Literaturarbeit darstellt, auf verschiedenen Vergleichsmöglichkeiten von Interaktion und Kommunikation einerseits in der realen face-to-face Kommunikation und andererseits in der virtuellen Onlinekommunikation liegen. Als übergeordneter Themenzugang ist also die Frage, wo Ähnlichkeiten und Vergleichbarkeiten, Überschneidungen und Anknüpfungspunkte bzw. Unterschiede zwischen den Interaktionsbegriffen und -situationen der Realität und dem virtuellen Raum liegen.
Vorrangig geht es darum, festzustellen, in wie weit sich Begriffe wie Interaktion, Kommunikation und Gespräch in Bezug auf einen Vergleich zwischen virtueller und realer Kommunikationssituation gleichen bzw. unterscheiden. Hier soll darüber hinaus speziell auf die besonderen Kommunikations-/ Interaktionsformen eingegangen werden, die durch die so genannten „neuen Medien“ entstanden sind und sich mittlerweile als eigenständige Form des interpersonellen Austausches (in welcher Form auch immer) etabliert haben. Darunter fällt insbesondere die Chat-Kommunikation, welcher in dieser Arbeit als exemplarische Hervorhebung in den Kapiteln 4.3 bis 5.3 besondere Beachtung zuteil wird.
Außerdem soll auf ein Blick auf zukünftige Kommunikations-/ Interaktionstechniken geworfen werden, die sich gerade erst im Wachsen befinden (z.B. Audiokommunikation via Internet und Skype, Videokommunikation, etc.).
3
2 Themenzugang
So wie sich beispielsweise Erving Goffman in seinen Büchern (z.B. Erving Goffman -Interaktionsrituale. Über Verhalten in direkter Kommunikation.) mit dem Verhalten in direkter Kommunikation beschäftigt und davon ausgeht, dass die gleichzeitige Anwesendheit der Kommunikationsteilnehmer (im physischen Sinne) als Grundvoraussetzung anzusehen ist, soll hier die Möglichkeit eine Übertragung dieser Annahmen auf neue, interaktive Medien untersucht werden. (vgl. Goffman 1999 5 , 7f) Jochen Hörisch beschreibt diese „interaktiven Medien“ gar als „hölzernes Eisen“ und einen „seltsamen Begriff“ und meint damit nicht zuletzt die Schwierigkeit der Einordnung und Abgrenzung vom bisherigen Interaktionsbegriff im Vergleich zu den neuen, (in vielerlei Hinsicht) grenzüberschreitenden Medien und deren besonderen Merkmalen und Kommunikations-/ Interaktionsformen. (vgl. Hörisch 1999, 11) Es stellt sich also die Frage ob und wie ein Brückenschlag zwischen ursprünglichen Definitionen und Einordnungen des Interaktionsbegriffs und den „neuen Medien und Technologien“ möglich ist.
2.1 Forschungsfragen
Die Forschungsfragen, welchen in dieser Arbeit hauptsächlich Beachtung geschenkt werden soll sind folgende...
• Welche Ansätze und Definitionen zum Interaktionsbegriff gibt es und wo lassen sich Parallelen zur „Onlineinteraktion“ finden.
• Kann man in den „neuen Medien“ und den dort entstandenen „neuen Kommunikationsformen“ überhaupt von Interaktion zwischen den Teilnehmern sprechen.
• Wo liegen die Grenzen der Interaktion in den „neuen Medien“. D.h. ab wann ist Interaktion nicht mehr oder nur mehr unzureichend gegeben.
• Am Beispiel der Chat-Kommunikation sollen spezielle Aspekte der Interaktion herausgearbeitet werden und in Relation zum ursprünglichen Interaktionsbegriff und dem realen „face-to-face“-Gespräch gesetzt werden.
Bereits an dieser Stelle wird klar, dass nötig ist sich mit den Begriffen Interaktion, Kommunikation, Gespräch etc. näher zu befassen, um damit eine Ausgangsbasis für weitere Überlegungen zu schaffen. Dazu mehr in den folgenden Kapiteln.
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3 Überblick über Theorien, Modelle und Rahmenbedingungen der Interaktion
„Die Untersuchung direkter Interaktion in alltäglichen Zusammenhängen hat bis jetzt noch keine angemessene Bezeichnung. Darüber hinaus bleiben die analytischen Grenzen dieses Untersuchungsfeldes unscharf.“ (Goffman 1999 5 , 7)
Mit diesen Worten eröffnet der Soziologe Erving Goffman (1922 - 1983) sein Buch über Interaktionsrituale und spricht sogleich zwei Kernprobleme an. Einerseits die „alltäglichen Zusammenhänge“, andererseits die „angemessene Bezeichnung“. Je nach Zeitpunkt und Gesellschaft verschwimmen die Grenzen jedes dieser Begriffe. So könnte man argumentieren, dass in unserer heutigen Gesellschaft neue Medien bereits in den „alltäglichen Zusammenhang“ miteinbezogen werden könnten, während diese Entwicklung vor zwanzig Jahren wohl kaum absehbar gewesen wäre.
„Der erste Chat im Jahre 1972 oder die erste E-Mail-Botschaft von Queen Elisabeth II. aus den USA an die Bürger von England im Jahre 1976 stellen in den Siebziger Jahren zwar in mediengeschichtlicher Hinsicht prominente Ereignisse dar, doch bleibt die Nutzung der mit den neuen Netzwerktechnologien gegebenen Kommunikationsmöglichkeiten zunächst noch (...) beschränkt.“ (Beißwenger 2001, IX).
Riskiert man nun einen Blick auf die Statistiken von heute und betrachtet einige Ergebnisse des AIM (Austrian Internet Monitor) erkennt man schnell, dass sich dieses Bild seit den Siebziger Jahren doch dramatisch verändert hat. Lag die Zahl der Internet Nutzer 1996 noch bei 9 Prozent der Österreichischen Bevölkerung, liegt sie derzeit (1. Quartal 2005) bei 59 Prozent und auch die Anzahl der Intensiv Nutzer ist auf nunmehr 46 Prozent gestiegen (vgl. AIM - Austrian Internet Monitor 2005). Nicht zu vergessen, diese Zahlen sind aus Österreich und bilden somit nicht einmal vergleichsstarke Werte im internationalen Vergleich.
Diese Zahlen sprechen eine recht deutliche Sprache und untermauern somit die Frage nach einem adaptierten Verständnis des Miteinander von Menschen. Nun aber zurück zu den Rahmenbedingungen und Definitionen folgender Begriffe: Interaktion, Kommunikation, Gespräch, Interaktive Medien, Onlinekommunikation, Chat.
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3.1 Definition von Interaktion - Die Interaktionsmodelle
Um einen ersten Überblick über das Problemfeld der Interaktion zu erlauben sei nun im Folgenden eine Auswahl an Modellen präsentiert, die jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben sollen und können, sondern vielmehr einen Eindruck vom Umfang dieses Themenbereichs liefern. Des weiteren - um einer Fehlinterpretation vorzubeugen - ist anzumerken, dass der Begriff „Interaktionsmodell“ (an Stelle von Interaktionstheorie) aus einem bestimmten Grund verwendet wird; nämlich deshalb, weil man am heutigen Stand der Wissenschaft noch keineswegs über „Interaktionstheorien“ sprechen kann, da lediglich die Zugänge zu diesem Themenkreis betreffend, von verschiedenen Theorien die Rede sein kann (vgl. Heinemann M./ Heinemann W. 2002, 29f). Neben einem Überblick sollen gleichzeitig einige Kernbegriffe eingeführt werden, die später auf ihre Anwendbarkeit in der Onlinekommunikation hin überprüft bzw. angewandt werden sollen.
„In seiner formalen Bedeutung weist der Terminus Interaktion auf Prozesse der Wechselbeziehung bzw. Wechselwirkung zwischen zwei oder mehreren Größen hin.“ (Burkart 2002 4 , 30)
Ein grundlegendes Modell und frühe wissenschaftliche Auseinandersetzung mit verbaler Interaktion stammt von Claude E. Shannon in Zusammenarbeit mit Warren Weaver. Es ging dabei jedoch vorrangig um das Problem der technisch einwandfreien (im Sinne von verlustfreien) Übertragung von Kommunikationssymbolen. Dies beinhaltet zwei Eckpunkte: Einerseits ein semantisches Problem (Wie gut die verwendeten Symbole die gewünschte Information übertragen können), andererseits ein Effektivitätsproblem (Wie erfolgreich beeinflusst die, vom Empfänger erhaltene Bedeutung dessen Verhalten). (vgl.Heinemann M./ Heinemann W. 2002, 30).
Die Überlegungen, die Shannon und Weaver dazu anstellten, lassen sich am besten in folgender Grafik darstellen.
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Abb. 1: Kommunikationsmodell nach Shannon
(Heinemann M./ Heinemann W. 2002, 30)
„In Zentrum dieses Modells steht die Information, die auf Basis des Kontextes, in dem die Informationsquelle operiert, definiert wird. Je größer die Anzahl der möglichen Alternativen beim Auswählen der Nachricht ist, desto mehr Information enthält sie.“ (Burkart/ Homberg 1992, 11 zit. n. Heinemann M./ Heinemann W. 2002, 31).
Die Theorie des symbolischen Interaktionismus fand bei George Herbert Mead ihren Niederschlag, wobei versucht wird, menschliches Handeln als Rückgriff auf den Symbolmechanismus der Sprache zu erklären. Kommunikation kennzeichnet sich in diesem Zusammenhang durch
... einen interaktiver Prozess, ... der auf ein Gegenüber/ Partner gerichtet ist ... und auf Verständigung abzielt. (Heinemann M./ Heinemann W. 2002, 31)
Verständigung sei nur dann möglich, wenn die beteiligten Personen den sprachlichen Symbolen die selbe Bedeutung zuschreiben. „Die Bedeutungen der Gegenstände und Ereignisse können folglich nicht kontextfrei bestimmt werden, sondern erst im Zusammenhang mit realen Prozessen der Interaktion.“ (Heinemann M./ Heinemann W. 2002, 31)
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Im Vergleich zu Shannons Modell meint Mead jedoch, dass der Transfer nicht mehr nur einseitig verlaufen würde, sondern vom jeweiligen Empfänger ebenfalls beeinflusst würde. Für jede Form der Kommunikation sei somit die Herstellung von interaktiver Wechselseitigkeit bzw. Interaktionsreziprozität notwendig (vgl. Heinemann M./ Heinemann W. 2002, 32).
Ebenfalls zu nennen ist hier Karl Bühlers „Sprachtheorie“ (1934), ein Werk, das sich mit der Grundsatzfrage beschäftigt, „wie Menschen koordiniert handeln können und wie menschliches Verhalten sprachlich gesteuert werden kann.“ (Heinemann M./ Heinemann W. 2002, 33).
„Bühler geht von der These aus, dass alle sprachlichen Zeichen ihre Bedeutung erst in der Relation zu anderen sprachlichen Zeichen und zu bestimmten Kontexten (Um-Feldern) erhalten.“ (Heinemann M./ Heinemann W. 2002, 33) Er unterscheidet darüber hinaus zwei Typen von Zeichen: Jene im sog. Zeigefeld (situationsgebunden) und jene im Symbolfeld, die von der jeweiligen Situation losgelöst sind. Bühler schuf darauf hin ein Zeichenmodell, das sog. Organon-Modell (organon griech. - Instrument Werkzeug) in dem er die kommunikativen Relationen zwischen Sender, Empfänger und die kommunizierten Gegenstände bzw. Sachverhalte als Hauptbezugspunkte etablierte. (vgl. Heinemann M./ Heinemann W. 2002, 33). Wesentlich für den Kontext in dieser Arbeit ist auch noch Peter Auer zu nennen: „Man kann nicht ohne Sprecher und Hörer kommunizieren, wohl aber ohne Bezug auf die Dinge der Welt.“ (Auer 1999, 25). Sprecher und Hörer könnten hier als Äquivalent zu Sender und Empfänger im Organon-Modell verstanden werden, der „Bezug auf die Dinge der Welt“ als die, von Bühler als „kommunizierte Gegenstände und Sachverhalte“ genannten Eckpunkte seines Modells.
Neben den bislang behandelten Zugängen via Kontext und Situation sollen nun noch einige Theorien und Modelle auf Basis des sozialen Handelns (im Sinne von eigentlicher Interaktion) behandelt werden um das Grundlagensegment dieser Arbeit abzurunden.
Um einen adäquaten Einstieg zu gewährleisten ist es an dieser Stelle unumgänglich auf die umfangreichen Arbeiten des Soziologen Max Weber hinzuweisen. Er spricht zwar noch nicht explizit von „Interaktion“, doch weisen die Begriffe „Handeln“ und „soziales Handeln“ in seiner Bedeutungsauslegung deutliche Parallelen auf (vgl. Heinemann M./ Heinemann W. 2002, 38).
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„Handeln soll [...] ein menschliches Verhalten [...] heißen, wenn und insofern als der oder die Handelnden mit ihm einen subjektiven Sinn verbinden. `Soziales Handeln´ aber soll ein solches Handeln heißen, welches seinen von dem oder den Handelnden gemeinten Sinn nach auf das Verhalten anderer bezogen wird und daran in seinem Ablauf orientiert ist.“ (Weber 1921, 1 zit. n. Heinemann M./ Heinemann W. 2002, 38).
Max Weber unterscheidet weiters 4 Grundtypen des Handelns (bzw. des sozialen Handelns, in der Folge auch auf das Kommunizieren anwendbar):
• Zweckrationales Handeln dient der optimalen Verwirklichung von Handlungszielen und Zwecken.
• Wertrationales Handeln ist an der Erhaltung von Werten orientiert und zwar unabhängig vom möglichen Erfolg des Handelns.
• Affektuelles Handeln ist „vernünftig kaum erklärbar“ und als Abweichung vom zweckrationalen Handeln zu verstehen.
• Traditionelles Handeln entspricht dem habituellen Handeln, wobei dem Handelnden die Sinnhaftigkeit seines Tuns bewusst ist, dem Partner jedoch nicht vollends.
(vgl. Heinemann M./ Heinemann W. 2002, 38)
Webers Modell ist zwar auf sehr idealtypische Situationen und Handlungen ausgerichtet und „vernachlässigt“ reale Handlungen als „Als-ob-Handlungen“, dennoch können diese Grundthesen als Basis für nahezu alle späteren Formen der Interaktionsanalyse verstanden werden (vgl. Heinemann M./ Heinemann W. 2002, 39).
Die Theorie des kommunikativen Handelns von Jürgen Habermas scheint an dieser Stelle ebenfalls unumgänglich erwähnenswert, da hier bereits zwei wesentliche Aspekte der Interaktion zusammenfließen; nämlich „kommunikativ“ und „Handeln“ als Eckpfeiler der Interaktion.
Habermas beschreibt somit Kommunikation „als ein wechselseitiges Kooperieren von (idealen!) Akteuren in einer (idealen!) Sprechsituation der alltäglichen Lebenswelt mit dem Ergebnis einer vernünftigen Einigung.“ (Heinemann M./ Heinemann W. 2002, 44)
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Den Begriff der Verständigung fasst Habermas außerdem weit umfangreicher auf und nennt neben der Verwendung übereinstimmender analoger sprachlicher Symbole der Kommunikationspartner außerdem noch das Ergebnis kommunikativen Handelns als immanent bedeutsam (vgl. Heinemann M./ Heinemann W. 2002, 44). Darunter versteht man „die freiwillige, gewaltlose und vernünftige Konsensbildung, die auf Überzeugung und einleuchtenden Argumenten beruhe“ (Heinemann M./ Heinemann W. 2002, 44)
Habermas führt schließlich noch einen weiteren Aspekt ins Treffen; nämlich den der „kommunikativen Kompetenz“ (abgeleitet aus Chomskys „grammatischer Kompetenz“). Diese kommunikative Kompetenz sei ein „System von Regeln, die eine ideale Sprechsituation generieren.“ (Hymes 1987, 225 zit. n. Heinemann M./ Heinemann W. 2002, 38)
Schließlich dürfen hier auch Manfred Faßlers Beiträge zur Interaktion bzw. interaktivem Phasenraum (Erklärung folgt) nicht fehlen. So meint er: „Interaktivität ist für computervermittelte (interaktive, Anm. d. Autors) Phasenräume musterhaft geworden. Die mediale Koppelung ist als interaktive Nutzung ausgelegt. Mit ihr wird die `Quasi-Welt´ der programmierten Texte in´s (sic) Gedächtnis der Gegenwart gebracht, egal an welchem Ort. Ort und Raum werden in der Interaktivität von Mensch-Computer oder Mensch-Computer-Mensch für den Nutzer/ Beobachter objektiv gebildet, und an diesem Raum/ Ort wird individuelles Verhalten `organisiert´. (...) Das in dieser Weise text- und raumgebundene Verhalten erfordert die Reformulierung eines sozialwissenschaftlich verwendbaren Interaktionskonzeptes.“ (Faßler 1996, 236)
Der interaktive Phasenraum ist bestimmt durch „festgeschriebene unterschiedliche Interaktionsniveaus, Intentionen und Finalisierungen der Nutzer und Nutzerinnen; andererseits ist er aufbereitet durch die Vorstellungswelt, die in der virtuellen Realität der programmierten Darstellungsmaschine (...) `nutzbringend´ konstruiert wird; er ist (...) eine notwendige Illusion.“ (Faßler 1996, 86)
Im Vergleich dazu ist der reine digitalisierte Raum jene „Tiefen- und Fernesimulation, die im Prozess der Software-Herstellung programmiert wird. Die damit verbundenen Peripherien sind durch programmierte Interaktionskanäle beschreibbar.“ (Faßler 1996, 86)
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Arbeit zitieren:
Bakkalaureus d. Kommunikationswiss. Friedrich Schneeberger, 2005, Interaktion in der Onlinekommunikation am Beispiel der Chat-Technologie, München, GRIN Verlag GmbH
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