Inhalt
1. Einführung
Wie ich das Bibliodrama kennenlernte
Was ich unter Bibliodrama verstehe. Was ist Bibliodrama?
Ein alphabetisches Gedankenspiel zu der Frage: Was ist Bibliodrama?
2. Bibliodrama im Kindergarten
3. Methodisches Vorgehen bei der Darstellung der Bibliodramaeinheit
4. Pädagogische Ausrichtung der Einheit
Die Kinder sollen den Inhalt der Geschichte kennenlernen
Die soziale Dimension
Die Geschichte und ihr Bezug zur Umwelt des Kindes
Einstimmung , Vorbereitung, Erarbeitung
5. Die Darstellung des Verlaufes der Einheit
1. Tag: Einführung und Vertrautwerden mit dem Land Israel und der damaligen Zeit,
in der Zachäus in Jericho lebte.
2. Tag: Das Leben des Zachäus näher kennenlernen. Wer ist Zachäus?
3. Tag: Zachäus will Jesus begegnen.
4. Tag: Zachäus verändert sein Leben.
6. Schlussbemerkungen
Grunds ätzliches
Auswirkungen
Pers önliches Resümee
2 Erzählgeschichten, die ich verwendet habe:
Werner Laubi, Geschichten zur Bibel. Jesus von Nazareth, Teil 2. Ein Erzählbuch. Ernst
Kaufmann , 3. Aufl. 2001, S. 54-60.
J örg Zink, Der Morgen weiß mehr als der Abend. Bibel für Kinder. Kreuzverlag, S. 61-64.
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1. Einführung
• Wie ich das Bibliodrama kennenlernte.
Als ich vor 8 Jahren an einem Bibliodrama-workshop teilnahm, war ich sogleich von dieser Art des Bibelerlebens begeistert. Besonders beeindruckt war ich von der Möglichkeit, sich in einzelne Aspekte des Bibeltextes hineinzudenken und diesen spielerisch Ausdruck zu verleihen. Gemeinsam mit anderen in einer Gruppe entstand dabei ein „Strauß bunter Erlebnisse, in dem Text und Leben sich begegneten“ - so habe ich es mir damals aufgeschrieben. Der biblische Text wurde für die Gruppe zum Rahmen, der die spezielle Begegnung mit dem Ich, Du, Wir und dem Text selber ermöglichte. Grenzen wurden übersprungen, Neuland entdeckt.
In den Jahren 2003 bis 2005 nahm ich dann an einer Ausbildung der Evangelischen Erwachsenenbildung in Baden zur Bibliodramaleiterin teil. Der Kurs hat meine Faszination am Bibliodrama bestärkt und mir zugleich die Verantwortung einer Bibliodamaleiterin gegenüber Gruppe und Text bewusst gemacht. • Was ich unter Bibliodrama verstehe. Was ist Bibliodrama?
Bibliodrama ist das Abenteuer einen Text in Szene zu setzen und mit einer Gruppe zu erleben. Wolfgang Teichert beginnt sein Buch mit dem Satz: „Bibliodrama ist das inszenierte Abenteuer der Begegnung zwischen einer oder mehreren Personen und einem biblischen Text.“ (W. Teichert, Wenn die Zwischenräume tanzen, S. 7.) Man kann sich leicht vorstellen, dass die Hauptelemente dieser Definition (Gruppe und Text) verschieden aufeinander bezogen werden können und es daher zu unterschiedlichen Ansätzen beim Bibliodrama kommen kann. Mein Verständnis, dass ich in dem erwähnten Leiterkurs gewonnen habe, geht dahin, dass der biblische Text den Rahmen bildet in welchem die Gruppenmitglieder bezüglich Rollenwahl und Rollenausgestaltung frei agieren und ohne vorgegebenes Ziel dennoch immer wieder zum Text zurückkehren. Zur Inszenierung gehören ein warming-up, eine Anfangsbegegnung mit dem Text und die Annäherung an den Text durch vielfältige Methoden. In diesen 3 Phasen wird die Gruppe durch die Bibliodramaleiterin angeleitet. Es folgt das große Spiel der Gruppe als Hauptelement, für das die Bibliodramaleiterin Grundstrukturen vorgibt, beobachtend teilhat, u.U. foccusierend eingreift und das Ende setzt. Ein wichtiges Ziel bibliodramatischer Arbeit, das sich auf die Teilnehmer bezieht, besteht darin, dass diese eine ganzheitliche Begegnung mit dem Text erfahren. Denken, Fühlen, Handeln, Wahrnehmen und sich Bewegen sind untrennbar miteinander verbundene Tätigkeiten und beeinflussen sich gegenseitig. Bei Kindern ist diese Ganzheitlichkeit stark ausgeprägt, denn sie nehmen noch mit ihrem ganzen Körper wahr (Bernd Neumeister, Der Bewegungskindergarten).. Es geht also um das Verstehen des Textes mit Leib und Seele, Herz und Verstand. Dazu wird der Text in die Sprachen des Körpers, des Klanges, des Bildes und der Gestalt übersetzt, mit der Folge, dass sich im Text vermittelte Glaubensgeschichte und persönliche Geschichte, Erfahrungen von damals und Erfahrungen von heute berühren. Verborgene Emotionen können hervortreten, neue Emotionen entstehen und bereichern das Leben. Offenlegung und Entdeckung bestimmter Seiten der eigenen Person fördern die Entstehung einer ganzheitlichen Persönlichkeit.
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Nach der Inszenierung folgt eine Auswertung, die von der Leiterin geleitet wird, in der die Gruppenmitglieder ihre Erlebnisse, Gefühle und Eindrücke zusammentragen. Eine wie auch immer geartete Bewertung des Rollenverhaltens einzelner Gruppenmitglieder muss dabei vermieden werden, wie überhaupt eine solche Bewertung nirgendwo im Bibliodrama vorgesehen ist. Auffallendes Gruppenverhalten kann von der Leiterin angesprochen werden und gegenüber dem Gruppenmitglied und der Gruppe in Form von „Wie hast du es erlebt? Wie habt ihr es erlebt?“ - Fragen thematisiert werden, die jedoch nicht auf eine moralische oder sonstige Bewertung abzielen dürfen. Die Leiterin schützt die Spielenden im Blick darauf und hält ihnen so den Freiraum zum Spiel offen. Ein Grund für diesen moralischen Freiraum ist darin zu sehen, dass die Spielenden selber ihre eigenen, z.T. überraschenden Spiel- und Selbsterfahrungen durchdenken und abwägen können. Die Auswertung einer Inszenierung kann sehr unterschiedliche Gestalten annehmen, z.B. Gruppengespräch, Feedback durch malen oder Geschichten oder Briefe schreiben und ähnliches. • Ein alphabetisches Gedankenspiel zu der Frage: Was ist Bibliodrama? Ein Focus auf´s Bibliodrama.
Bibliodrama ist das Abenteuer, einen Text in Szene zu setzen und mit einer Gruppe zu erleben.
Facettenreiches Bibliodrama ABC, erlebt in der Gruppe. AGIEREN wird zum
Abenteuer in der BEGEGNUNG, die manches Mal im CHAOS endet. DIALOGE sollen EHRLICH sein. FROHSINN und GEFÜHLE lockern auf. Und manches Mal ein HILFE!, kann ich mich mit ... IDENTIFIZIEREN? JA, dass ist jetzt KOMPLIZIERT. Ach, das LEBEN im Erleben kann so MEHRDEUTIG sein! NATÜRLICH! ÖFFNE dich dem PROZESS, auch wenn es eine QUAL ist diese ROLLE zu spielen. SELBSTWAHRNEHM-UNG wirst du im TEXTRAUM erfahren. Manche ÜBUNG macht dir deine VERANTWORTUNG klar. Vielleicht zeigt sich dir sogar ein WUNDER in Form eines XXL-Erlebnisses. Pause, YOGHURT essen und: wieder ein neuer ZUGANG. Faszination Bibliodrama
Bibliodrama fasziniert durch seine Methodenvielfalt im Zugang zu den biblischen Texten. Schon die Aufwärmphase mit passenden Körperwahrnehmungsspielen führt in das nachfolgende biblische Thema ein. Der Text, die biblische Geschichte wird lebendig erfahrbar für die Teilnehmenden, indem sie förmlich ins Leben hineingezogen wird. Was geschieht, was herauskommt, ist prozessorientiert und überraschend, ein Erzeugnis der besonderen Gruppe und ihrer besonderen Begegnung mit dem Text.
Eine ganze Bewegung hat sich so formiert, die vor allem in der Erwachsenenarbeit breiten Raum findet. Heruntertransferiert auf Schule und sogar Kindergarten, begeistert Bibliodrama genauso die ganz junge Generation.
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2. Bibliodrama im Kindergarten
Weil ich seit vielen Jahren als Erzieherin in Kindergärten tätig bin, habe ich mich entschlossen, eine Bibliodramaeinheit in dem Kindergarten durchzuführen, in dem ich zur Zeit arbeite. Dies ist der Evangelische Kindergarten in Rheinfelden, Warmbach. Erfahrungen anderer mit Bibliodrama im Vorschulalter lagen mir nicht vor. Bei der Frage nach den Voraussetzungen der Vorschulkinder für Bibliodrama wäre z.B. zu bedenken, wie das Bibliodrama auf solche Kinder wirkt, welche Gefährdungen entstehen können, was in der Vorgehensweise zu berücksichtigen ist, das Vorwissen der Kinder und ihre Religion, wie die Eltern zum christlich-religiösen Bereich stehen, wie sich die Mitarbeiterinnen im Kindergarten dazu verhalten und ob es eine einmalige oder regelmäßige Aktion ist. Ich sehe das Bibliodrama insofern in Übereinstimmung mit der Kindergartenpädagogik, als beide auf einem ganzheitlichen Lernansatz beruhen. Weil im Kindergarten Sinne, Erleben, Denken und Veranschaulichen auf den ganzen Menschen ausgerichtet sind, passt das Bibliodrama als erlebnisorientiertes und ganzheitliches Lernen ausgezeichnet in diesen Kontext.
An meiner Bibliodramaeinheit nahmen 10 Kinder im Alter von 5 ½ bis 6 Jahren teil. Ich hatte 8 Schulkinder ausgewählt und zwei etwas jüngere. Ich wollte die Gruppe auf 10 Kinder beschränken, um ein optimales Arbeiten zu gewährleisten. Gespräch und Austausch sind nur bei einer kleinen Kindergruppe sinnvoll möglich. Das ist im Kursverlauf bestätigt worden. Ort der Einheit war der Bewegungsraum und der Kirchraum im Untergeschoss des Evangelischen Kindergartens. Als Zeitraum standen mir 4 Tage zur Verfügung mit jeweils 1 Std. und 10 bzw. 30 Min.
Das Thema der Einheit lautete: „Zachäus - Begegnungen in Jericho“. Den Kindern war die Geschichte bekannt, weil ich sie ihnen vor 2 Monaten mit Hilfe biblischer Figuren aus der Sicht der Tochter des Zachäus erzählt habe. Die Geschichte eignet sich deshalb besonders gut für eine Bibliodramaeinheit, weil sie zahlreiche Möglichkeiten für Begegnungen, Bewegungen und Veränderungen eröffnet. Sie bietet den Kindern interessante Anhaltspunkte, wie z.B. die Neugierde, das auf den Baum klettern, der Wunsch nach Veränderung und das Leben in der alten Stadt Jericho.
3. Methodisches Vorgehen bei der Darstellung der Bibliodramaeinheit
In der Darstellung der Bibliodramaeinheit beschreibe ich jede der 4 Einheiten (Tage) ausführlich. Dabei unterscheide ich Vorbereitung, Methoden, Körperarbeit, Zugänge zum Textverständnis, Einführung, Durchführung, Materialien und Verlaufsbeschreibungen. Zum Teil gehen diese ineinander über. Das am weitesten nach rechts Eingerückte gibt Hinweise auf das, was von den Kindern bemerkt, geäußert und erzählt worden ist.
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Arbeit zitieren:
Marlies Klassen, 2005, Zachäus – Begegnungen in Jericho, München, GRIN Verlag GmbH
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